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Full text of "Jahresbericht über die Erscheinungen auf dem Gebiete der germanischen Philologie"

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E Lihris 



Arturi S. Napier, 



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£ 1^3 



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JAHRESBERICHT 

Über die 

erscheinungen auf dem gebiete 

der 

eSBIANISCEEN PEILOLOeiE 

herausgegeben 
von der 

GESEILSCHAFT Fü» DEUTSCHE PHILOLOGIE 

in Berlin. 



ERSTER JAHRGANG. 
1879. 



BERLIN 1880. 

VERLAG VON S. CALVARY & Co. 
W. Unter den Linden 17. 



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Inhalt 



I. Allgemeine lexicographie 1. 

II. Namenforschung 5. 

III. Allgemeine grammatik 9. 

IV. Dialekte 16. 

V. Literaturgeschichte . 19. 

VI. Altertumskunde 27. 

Vn. Kulturgeschichte 38. 

VIU. Recht 43. 

IX. Mythologie und sagen 49. 

X. Gotisch 64. 

XI. Scandinavische sprachen 67. 

Xn. Althochdeutsch 88. 

Xm. Mittelhochdeutsch 94. 

XrV. Englisch . 138. 

XV. Altsächsisch 170. 

XVI. Niederdeutsch 172. 

XVn. Friesisch 196. 

XVm. Niederländisch 198. 

XIX. Latein 204. 

XX. Gresehichte der germanischen philologie 211. 

Autorenregister 218. 

Sachregister 23L 



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"Vor^vort. 



Der Jahresbericht sucht in übersichtlicher darstellung dasjenige znr 
anschanung zn bringen, was auf dem gebiete der germanischen philologie 
innerhalb eines Jahres in büchem and anfsätzen geleistet ist. die ge- 
nannte Wissenschaft soll dadurch anderen gleichgestellt werden, denen 
bereits ähnliche Übersichten dienen, der zweck des Jahresberichts ist ein 
rein praktischer: er soll demjenigen ein hülfsbuch sein, welcher auf diesem 
felde arbeitet, er soll auch ein Wegweiser für die werden, die an sich 
der Sache femer stehen, wol aber als lehrer der deutschen literatur, 
als historiker oder philologen überhaupt von den neuesten erscheinungen 
kenntnis zu nehmen wünschen, darum enthält der bericht nicht recen- 
sionen, sondern meist nur sachlich gehaltene Inhaltsangaben; doch er- 
schien es bisweilen nicht angemessen, maßvolle kritik zurückzuhalten, 
eine bestimmte Stellung zu den Streitfragen der Wissenschaft soll nicht 
hervortreten. 

diesem zwecke gemäß fanden auch solche Schriften aufnähme, die 
wenig oder gar nicht in den kreis unserer Wissenschaft gehören, deren 
titel aber zu Irrtümern verleiten könnte, auch haben wir allgemein ge- 
haltene darstellungen und besonders Schulbücher mit hinweis auf ihre 
Zuverlässigkeit aufgeführt, absichtlich fortgelassen wurden hingegen 
Zeitungsartikel ohne wissenschaftlichen wert und anzeigen wissenschaftlicher 
bücher in politischen Zeitungen oder allgemein gehaltenen Journalen, die 
aufnähme solcher arbeiten schadet der Übersicht mehr als die dadurch 
erreichte scheinbare Vollständigkeit nutzen bringt, im übrigen strebt der 
Jahresbericht nach Vollständigkeit, wenn auch die herausgeber durch ihre 
bisher in der zs. f. d. phil. veröffentlichten bibliographischen versuche ge- 
lernt haben, wie gewaltige Schwierigkeiten dem streben nach diesem ziele 



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n 



entgegenstehen, ist doch selbst die seit vielen jähren erscheinende biblio- 
graphie der Germania noch immer durchaus nicht zuverlässig: sie enthält 
selbst in ihrem neuesten jahrgange des fehlerhaften genug, dennoch war 
sie willkommen, und gern entschuldigte man einen mangel. ein gleiches 
erbitten auch wir. die Unterstützung von Verfassern und Verlegern, deren 
wir bei unseren früheren arbeiten völlig entbehrten, wird hoffentlich 
inooner lebhafter werden, die kleine schaar der mitarbeiter, wenn nicht an 
zahl, so doch an arbeitskraft und hingebung zunehmen. 

das hauptgewicht haben wir auf die denkmäler selbst gelegt als die 
vornehmsten puncto der wissenschaftlichen behandlung. schwieriger ge- 
staltete sich die frage, was aufzunehmen sei, bei den hilfswissenschaften. 
hier schien zuvörderst beschränkung geratener als allzu weite ausdehnung 
der grenzen, denn der begriff germanische Philologie ist noch dehnbar, 
darum werden meinungsverschiedenheiten über die peripherien einzelner 
gebiete, wie grammatik, culturgeschichte, altertumskunde, dialectforschung 
einen streitpunct nicht abgeben dürfen, keinem bedenken unterlag hin- 
gegen der zeitpunct, voji dem ab die publicationen aufzuführen waren: 
der Jahrgang umfasst die von october 1878 bis zum Schlüsse des 
September 1879 erschienenen arbeiten, in zweifelhaften fällen ent» 
schied für inländische bücher der vierteljahrscatalog. als Schlusstermin ist 
also der 30. september zu betrachten, doch sind einige während des druckes 
veröffentlichte recensionen, um im nächsten Jahrgang widerholungen zu ver- 
meiden, nachgetragen worden, von besprechungen älterer werke fanden 
meist nur solche aufnähme, die auf selbständigen wert anspruch erheben 
können, dagegen wird es grundsätzlich vermieden werden, zu spät ein- 
laufende Schriften in besonderem appendix zu verzeichnen: der Jahresbe- 
richt wünscht als ein periodisches unternehmen betrachtet zu werden, dem 
versäumtes an passender stelle nachzuholen als recht zusteht. — fehlt 
hinter dem titel die Jahreszahl, so ist in diesem Jahrgang 1879 zu er- 
gänzen« 

die anordnung des Stoffes vollzog sich nach grundsätzen, die von den 
früher befolgten erheblich abweichen, alle specialschriften, glossare, 
grammatiken, syntactische abhandlungen zu einzelnen schriftsteilem oder 
denkmälem sind diesen angeschlossen, nicht den allgemeinen rubriken — - 
grammatik, lexicographie — einverleibt, es schien uns dadurch die über- 



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III 



sichtlichkeit wesentlich gefördert, zumal bei schriften manigfaches Inhalts 
durch Verweisungen dafür gesorgt wurde, dass sie an verschiedenen stellen 
bemerkt werden, iill übrigen dürften die register am Schlüsse des bandes 
die benutzung des gesammten erleichtem, über die einzelnen abteüungen 
ist zu bemerken: 

I. lexicographie. voran stehen die vollständigen Wörterbücher, da- 
nach einzelne lexicologische beitrage und sprüchwörtersammlungen. 

n. namenforschung. aufgeführt wurden nekrologe und forschungen 
über orts- und personennamen, soweit sie für dialect- und Sprachforschung 
wichtig werden können, über ihre bedeutung verweisen wir auf Althof, 
gramm. altsächs. eigennamen s. 1. (jb. no. 33) und auf Wolff, deutsche 
Ortsnamen in Siebenbürgen (jb. nr. 35). die Urkundensammlungen blieben 
noch ausgeschlossen, weil sie zu weit in das historische gebiet führen und 
der Philologe hier zunächst rein historische Vorstudien machen muss. die 
artikel folgen der Ordnung oberdeutsch, mitteldeutsch, niederdeutsch, 
Siebenbürgen, am Schlüsse bringen wir forschungen über einzelne namen. 

ni. allgemeine grammatik. die lautphysiologie wurde als grenz- 
gebiet der naturwissenschaft nur in beschränktem maße herbeigezogen, 
der teil, welcher der Sprachvergleichung angehört, erschien diesmal nur 
als bibliographie, weil der außerhalb der gesellschaft stehende bearbeiter 
des gebietes im september einen bericht lieferte, der in form und ton 
den grundsätzen unseres Unternehmens zuwiderlief, da der re£ nicht ein- 
mal in äußerlichen dingen änderungen bewilligte, so musste seine arbeit 
zurückgewiesen werden, es ist sorge getragen, dass solcher mangel dem 
nächsten jahrgange fem bleibt. 

lY. dialecte. auch hier waltet die sub. II. angegebene Ordnung; nur 
die niederd. dialecte sind der abteilung XVI. (niederdeutsch) zugewiesen, 
welche ein selbständiges forschungsgebiet geworden ist. moderne diaiect- 
dichtungen blieben hier wie dort ausgeschlossen, wenn sie nicht etwa 
durch beigefügte glossare oder grammatiken wissenschaftliches interesse 
bieten. 

y. literaturgeschichte. in alphabetischer reihenfolge sind zusammen- 
gestellt sowol die wissenschaftlichen werke als auch populäre literatur- 
geschichten und Schulbücher; am Schlüsse stehen einige monographieen 
über das geistliche Schauspiel, das Mrchenlied, die deutsche predigt u. a. 



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IV 



yi. altertnmskande. prähistorische fände wurden nicht herangezogen, 
da ihre Zugehörigkeit znm deutschen altertum zweifelhaft ist. eine reihe 
Yon Untersuchungen über die kämpfe und befestigungen der Bömer in 
Deutschland enthalten gleichzeitig bemerkungen über die Wohnsitze der 
germanischen stamme in ältester zeit und über geographische namen. 
dieselben sind nebst anderen aufsätzen über die völkeryerhältnisse im 
alten Deutschland nach römischen berichten meist ohne Inhaltsangabe 
aufgeführt, weil sich diese schon aus dem titel ergibt und weil arbeiten 
dieser art mehr dem klassischen als dem deutschen altertum angehören; 
aus gleichem gründe sind die ausgaben der Germania des Tacitus und 
arbeiten über sie zunächst ausgeschlossen. 

X — XIX. die denkmäler. hier waltet die oben angedeutete Ordnung, 
so dass innerhalb jeder gruppe die sie betreffenden lexicalischen, gramma- 
tischen, literarhistorischen u. s. w. arbeiten voranstehen, ihnen aber die 
Schriften über einzelne denkmäler oder autoren sowie ausgaben meist in 
alphabetischer folge sich anreihen, aufgegeben wurde diese unter 
XI (scandinayische sprachen), wo es hoffentlich keinen anstoB erregt, 
dass trotz der rubrik Prosa Hättatal zur Snorra edda gestellt wurde, und 
unter XIY (englisch), da dem bearbeiter bei der schnellen entwickelung 
der englischen spräche möglichst chronologische anordnung streng geboten 
schien, hingegen ist unter XIII (mhd) rein alphabetische folge gewählt ; 
jedoch sind die lyriker unter eine rubrik gebracht und alle prosadenk- 
mäler an das ende der abteilung gesetzt. 

außer den unterzeichneten redaktoren haben an dem Jahresberichte 
mitgearbeitet: E. Peters, lateinisch. ■— G. Bötticher, Wolfram und 
anderes mittelhochdeutsche. — J. E. Wackerneil. — Ernst Henrici 
englisch. — das niederdeutsche hat W. Seelmann zu bearbeiten über- 
nommen. — dieselben mitarbeiter haben auch zu andern als den hier 
allgemein bezeichneten abteilungen beigetragen. 

Berlin, im december 1879. 

Emil Henrici. Karl Kinzel. Hans LSschhorn. 



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Allgemeine lexicographie. 

1. Seb. Zehetmayr, Analogisch -vergleichendes Wörterbuch über 
das gesammtgebiet der indogermanischen sprachen, auf grund strenger 
etymologie, mit besonderer berücksichtigung des lat., griech., deutschen, 
slavischen und sanskrit. Leipzig, F. A. Brockhaus Vni, 536, IXL s. lex. 8. 

anstatt einer zweiten aufläge von des vf.'s lex. etymologicum erscheint 
dies, jetzt deutsch geschriebene Wörterbuch, die artikel sind alphabetisch 
nach den lateinischen Worten geordnet, zwei gleichfalls alphabetische re- 
gister machen das nachschlagen der griechischen und deutschen worte 
bequem, den beschluss macht ein Verzeichnis der besprochenen eigennamen 
sowie eine erklärung der abktirzungen. — die einleitung legt die grund- 
sätze des Verfassers dar besonders über den rang, den nach seiner meinung 
die analogie in der spräche einnimmt neben der etymologie. — ang. Lit. 
cbl. 735. — bll. f. d. bair. gymn. u. realschulwesen XV, 127 — 131 von 
Autenrieth. — vgl. desselben Verfassers aufsatz : etymologische gleichungen 
in bll. f. d. bair. gynm. u. realschulwesen 14, 417 — 419. 

2. Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, 
fortgesetzt von Moriz Heyne, Rudolf Hildebrand und Karl Weigand. 
Leipzig, Hirzel. 1878. 1879. (liefg. 2 m.) 

vierten bandes erste abteilung IL hälfbe erste lieferung: Oefoppe 
— geheim, bearbeitet von Rudolf Hildebrand. 

sechsten bandes zweite lieferung. Lappe — lauterblau, bearbeitet 
von M. Heyne. 

sechsten bandes dritte lieferung. Lauterhrausend — lehmis. bear- 
beitet von M. Heyne. 

sechsten bandes vierte lieferung. Lehmung — lernen, bearbeitet 
von M. Heyne. 

3. Lorenz Diefenbach und Ernst Wülcker, Hoch- und 
niederdeutsches Wörterbuch der mittleren und neueren zeit zur ergänzung 
der vorhandenen Wörterbücher insbesondere des der brüder Grimm. 
4. und 6. lieferung. Frankfurt a. M. Winter, sp. 433—680. 4. 

das werk reicht jetzt bis jock; Wülcker, welcher nun die redaction 
übemonmien hat, verspricht eine schnellere folge der lieferungen, auch 
in den letzten lieferungen sind wider handschriftliche glossare u. dgl. neu 
benutzt, besonders aus der bibliothek zu Weimar. 

Jahresbericht für Genmuiische Philologie. I (1879). 1 



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2 Allgemeine lexicographie. 

4. Daniel Sanders, Ergänzungswörterbuch der deutschen spräche, 
eine Vervollständigung und erweiterung aller bisher erschienenen deutsch- 
sprachlichen Wörterbücher (einschließlich des Grrimmschen). mit belegen 
von Luther bis auf die neueste gegenwart. Stuttgart 1879. Abenheimsche 
verlagsbuchhandl. lief. 1 u. 2. s. 1 — 32. 4. ä 1,25 ra. 

das werk ist auf 24 lieferungen, jede zu zwei bogen berechnet u. 
schlieüt sich in seiner äußeren gestalt an das bekannte deutsche Wörter- 
buch desselben verf. an. die quellen, aus denen die ergänzungen *bis auf 
die neueste gegenwart' fließen, sind oft eigener art: National- und Volks- 
zeitung, Caroline Bauer, Salon, Gegenwart, Gartenlaubenartikel von Karl 
Vogt und anderen sprachschöpferischen genien, Meyers conversationslexicon 
etc. welchen wert es hat die oft recht zweifelhaften Wortschöpfungen 
unserer tagespresse in ihrer flüchtigsten erscheinung zu erhaschen und der 
Vergessenheit zu entreißen, wollen wir hier nicht darlegen: ein Wörterbuch, 
das 'beleitartikeln, fortleitartikeln, liebäuglerisch, kühläugig; die seuche 
schreitet mit wütender eile auf ihrer todesbahn vor', und andere sprach- 
liche Sünden der gegenwart mit grausamer Sorgfalt verzeichnet und ihnen 
dadurch, wenn auch nur den schein von berechtigung verleiht, kann uns 
nicht als ernsthafte wissenschaftliche arbeit gelten. 



5. Karl Biltz, Über die etymologie des wortes sorge, vertrag ge- 
halten in der Berliner gesellsch. f. das Studium der neueren sprachen. 
Herrigs archiv, LXII, s. 77—92. 

verf. weiset für versorgen und besorgen die bedeutung verschließen, 
umfassen nach, dazu stellen sich werte wie (feuer)sorge; sorks (== eng 
anschließendes mieder); sorken =^ arcae, sarg, dessen ableitung aus dem 
griech. verworfen wird, der Übergang aus dieser smnlichen bedeutung 
'eingeschlossen, eng umstrickt sein' in die heut allgemein giltige hat be- 
kannte analogien. es entspricht etymologisch griech. sip^vuiti opxo<;.; deutsch 
ser, seren. — schließlich wird Nib. 2313, 3 diu sorge von Hüdebrande 
erklärt: die Umarmung, der liebesdruck vom alten Hildebrand tat der 
königin weh. 

6. A. Birlinger, Zur Wortforschung XI. Alemannia VII, 86—91. 
Zur Wortforschung XII. eb. s. 189—192. 

fortsetzung von Alemannia VI, 42 f. über: jarhaum, kessele kindlein, 
kriegsvogt, lavbfrosch, post und botenwesen, serren. — deutelkolhe, giisel, 
Wörter aus Sebastian Bürsters chronik (Alemannia III, 275—285. IV, 
236—244). 

7. A. Birlinger. Zur Alemania. Alemannia VII, 94—96. 
enthält neben anderem auch einige lexicalische beitrage. 

8. A. Birlinger, Meister Hemmerlin = teufel. Germania 24, 384. 



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Allgemeine lexicographie. 3 

9. Aschenpüster. Germania 24, 384. ein Schimpfwort. 

10. Reinhold Köhler, Zu Germania 23, 52. in Germania 24, 382. 
ein beleg für fretidhof = friedhof. 

11. Sepp, Meerfahrt nach Tyrus zur ausgrabung der kathedrale 
mit barbarossas grab: mit holzschnitten, 3 lichtdrucken und 1 karte. 
Leipzig, Seemann. XXIV, 382 s. 8. 10 m. 

bemerkenswert hier nur wegen einiger absonderlicher etymologieen, 
welche der deutschen spräche gewalt tun. — Lit. cbl. 292—293. 

12. Ludwig Ehlers, Geschichtliche entwickelung der französischen 
spräche, die germanischen demente des altfranzösischen (fortsetz.), progr. 
d. realschule n. Ordnung zu Hanau (pr. nr. 344) 24 s. 4. 

vf. hat schon früher (vgl. bibl. 1878, 63) die ersten teile seiner ar- 
beit gleichfalls als programm bekannt gemacht, dieselbe ist ein nach dem 
deutschen Stammwort in der ältesten vorhandenen form geordnetes glossar 
(mit französischem text). die einzelnen im afrz. nachgewiesenen worte 
werden erläutert durch reichliche beispiele aus der älteren deutschen li- 
teratur, einschließlich des nuttelhochdeutschen. das vorliegende heft geht 
von h (hasu) bis sdzan, 

13. Karl 'Heinrich Schaible, Deutsche stich- und hiebworte. 
Straßburg, Trübner 1879 (QF. XXXVH). 91 s. 8. 

durch Andresens Volksetymologie angeregt unterzieht der verf. das 
gebiet der deutschen fluch- und schimpfworte einer besonderen Untersuchung 
hinsichtlich ihrer etymologie und der entwicklung ihrer bedeutung. zunächst 
werden die schelt- spott- und Schimpfwörter betrachtet, und zwar zuerst 
die, welche den begriff des spottens etc. bezeichnen, sodann die übrigen 
nach den gebieten, aus denen sie entnommen sind, z. B. vom stände, beruf, 
labensweise (pfaffe. knecht, kerl, gesindel etc.); femer von gewohnheiten, 
fehlem ^der lästern (grobian, schlingel, halunke, hahnrei); durch besondere 
umstände oder vorfalle" entstandene (bock für den Schneider, philister, hans- 
wurst, blaustrampf etc.); endlich solche heidnisches ursprangs (aschenbrödel, 
wicht, teigaffe, Ölgötze, Schweinigel u. a.) — meist ausdrücke, die ursprüng- 
lich dem teufel beigelegt wurden. 

der zweite teil behandelt die Verfluchungen und fluche; als beispiele 
zu den geistlichen Verfluchungen werden stellen aus den propheten und 
psalmen citirt und die große römische excommunication in wörtlicher Über- 
setzung mitgeteilt, die profanen fluche sind am gangbarsten unter den 
Ungam, sodann unter den Holländern und Engländern, welchen letzteren 
ein besonderes capitel gewidmet wird. verf. unterscheidet unter diesen 
fluchausmfe, monologische (gott verdamm mich) und dialogische fluche 
(gott soll dich verdammen). 



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4 Allgemeine lexicographie. 

den schluss machen altdeutsche fluche, ein großer teil derselben 
besteht in anvrünschungen von krankheiten und sonstigem Unglück, gott 
und die heiligen werden im 15. und 16. jh. meist zu vermittlem derselben 
gemacht, diesen letzteren gegenüber bezeichnet verf. diejenigen, die auf 
die alte mythologie zurückgehen, als die urwüchsigen, gesunden, in denen 
die kräftige phantasie, das starke woUwi und der sichere tact des heiden- 
tums noch erkennbar sei. es sind dies besonders teufelsflüche, in denen 
eigenschaften und attribute der altgermanischen götter auf den teufel 
übertragen sind, wenn dieselben indessen harmloser erscheinen, so liegt 
dies lediglich daran, dass die figur des teufeis im volke stets einen 
humoristischen anfing hatte; der sichere tact *des heidentums' muss 
schon deshalb ausgeschlossen werden, weil der christliche teufel diese 
fluche charakterisirt. 

auf die nordische trilogie führt verf. ausdrücke wie 4n dreiteufels- 
namen' zurück. *wod' (Wuotan) kommt in Mecklenburg noch vor; ganz 
besonders aber ist Thor-Donar noch in fiüchen vertreten; seine eigen- 
schaften und attribute (rot, blau, der hammer, donner, donnerwetter, der 
bock) wie auch sein name sind unter der einwirkung der kirche auf den 
teufel übergegangen, daneben erscheint Ziu in Theiodute, Zedut, Zeten. 
auch LoM und Wieland erkennt man im stinkenden und lahmen teufel 
wider, die den alten göttem heiligen tiere endlich sind ebenfalls zu 
teufelsbezeichnungen geworden, wie der eher (sau), der hund, die schlänge, 
der rabe, geier, kukuk. somit gibt der verf. in diesem abschnitt weniger 
altdeutsche fiüche als solche, die mit dem deutschen altertume in beziehung . 
stehen. 

ein anhang enthält eine Zusammenstellung von Sanskrit- und Bengali- 
flüchen, welche ähnliche gedanken und empfindungen zeigen, wie sie den 
deutschen fluchen im 15. und 16. jh. zum gründe liegen. — Lit. cbl. 1538. 



14. Karl Friedrich Wilhelm Wander, Deutsches sprich-wörter- 
lexikon. ein hausschatz für das deutsche volk. 66—70 lieferung. band V, 
sp. 641—1280. Leipzig, F. A. Brockhaus. 1878. 1879. 

641—680, zunge-zwug, enthält den schluss des eigentlichen werkes. 
das folgende sind ergänzungen (von Ä-freundschaft), welche während des 
fast 15 jähre dauernden druckes sich angesammelt haben, über die ein- 
richtung und anordnung derselben gibt vf. in einer Vorbemerkung nach- 
richt. — die buchhandlung teilt in einer notiz auf dem Umschlag mit, 
dass die ergänzungen bis zum Schlüsse druckfertig liegen und in den liefe- 
rungen keine Verzögerung eintritt, doch werden nachtrage auch nach dem 
tode des vf.*s noch immer aufgenommen werden. 



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Namenforschimg. 5 

15. Heinrich Bebeis Proverbia Germanica bearbeitet von 
W. H. D. Suringar. Leiden, E. J. BriU. LVI, 615 s. 8. 

die proverbia erschienen 1508 und hatten den zweck geläufige deutsche 
Sprichwörter in gutem latein widferzugeben, um dem barbarismus entgegen- 
zutreten, jetzt ist diese schritt eine hochwichtige quelle für die kenntnis 
der älteren deutschen Sprichwörter, die ausgäbe enthält zunächst s. 1 bis 
156 den abdruck der proverbia, unter dem text die mutmaßlichen quellen 
Bebeis, ein ^•eicher schätz deutscher Sprichwörter, s. 157 Verzeichnis der 
von Bebel citirten Schriftsteller, s. 158 — 165 Sprichwörter aus andern 
schritten Bebeis. s. 166 — 174 angäbe der stellen, wo bei Wander die- 
selben Sprichwörter stehen, s. 175—599 parallelstellen zu den sämmt- 
lichen mitgeteilten proverbien. dieser teil, die eigene arbeit des heraus- 
gebers, ist besonders reichhaltig, s. 600 — 615 ein alphabetisches register, 
nach dem hauptbegriff geordnet. — die vorrede enthält nachrichten über 
des Verfassers leben und werke und eine Untersuchung über seine quellen, 
als deren wichtigste die proverbia communia zu betrachten sind. — kurze 
bemerkungen des herausgebers zu den zusammengestellten Sprichwörtern 
sind lateinisch, die vorrede aber deutsch geschrieben: beides ist besonders 
anzuerkennen, da das buch in Holland erschienen ist und auf diesem wege 
auch den Deutschen leicht zugänglich wird. — Wander hat in den letzten 
lieferungen noch die aushängebogen dieses werkes benutzen können. 

16. J. Hensel, Collection polyglotte de proverbes. sprüchwörtliche 
lebensregeln in fünf sprachen; deutsch englisch französisch italienisch lateinisch. 

- Berlin, Fr. Kortkampf. o. j. 48 s. 8. 

die kleine schrift, welche rein practischen zwecken dienen soll, 
macht keinen ansprach auf wissenschaftlichen wert. 

17. E. Mau, Dansk Ordsprogskat eller Ordsprog, Skjaemtesprog, 
Rimsprog, Mundheld, Talemaader, Tankesprog m. m. efter trykte og 
ntrykte Kilder samlede, ordnede og udgivne. Kjobenhavn, G. E. G. Gad 
1878. 1879. band L VHI, 680 s. band IL 272 s. 8. 

eine alphabetische dänische sprichwörtersammlung, deren vergleich 
mit deutschen wol lohnend sein würde, das bis jetzt erschienene, 12 hefte, 
reicht bis S(skiden), unter den s. 1. 2. angegebenen quellen befindet sich 
viel ungedracktes. 

18. M. Nissen, De freske fijidling. VH. bouk. Stedesand 1878. 
vgl. a. f. d. a. V, 429 (IV, 143). 

Namenforschmig. 

19. Karl Christ, Deutsche volksnamen. monatsschr. f. d. gesch. 
Westdeutschlands Y, 30—40. 160—165. 

1. die Teutonen und der name der Deutschen (s. 30—35). schließt 
sich der erklärang *volksangehörige, Volksgenossen' an und sucht diese aus 



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6 Namenforschung. 

verwandten sprachen zu beweisen. — 2. die Treveri (s. 35 — 38 und an- 
merkung 39—40). vf. erklärt dieselben für Deutsche und stellt die ver- 
schiedenen erklärungen des namens zusammen ohne sich für eine bestimmt 
zu entscheiden, doch glaubt er, dass di» Trevirer ein deutscher stamm 
aus der gegend der Trave waren und von dieser ihren namen hatten, — 
3. die Nervii (s. 160—165) sollen auch ein deutscher eingewanderter 
stamm sein, ihr name wird mit dem worte nehrung (landzunge) zusammen- 
gestellt. 

20. Jos. von Zahn, Friaulische Studien I. Friauls läge und be- 
schaffenheit, erwerbungen des patriarchates in den österreichischen landen, 
erwerbungen deutscher forsten und herren in Friaul, deutsche familien 
des lehensadels, deutsche bürgen und orte, deutsche kirchen und ihre be- 
sitzungen, handelsverhältnisse, Yenzone, archiv für österreichische ge- 
schichte 57, 277—398 (daraus als Separatabdruck, Wien, Karl Gerold's 
söhn in comm. 122 s. 8. 2 m.^ 

ang. Jen. Iz. 51 

21. H. R. V. Zeissberg, Das totenbuch des Cistercienserstiftes 
Lilienfeld in Österreich unter der Enns. fontes rerum Austriacarum 
(österr. geschichts-quellen) zweite abteilung. 41 band, 1—238. (daraus als 
Separatabdruck Wien, Karl Gerold's söhn in comm. 238 s. 8.) 

abdruck eines kleinfolio-bandes von 118 pergamentblättem. ende des 
13. Jahrhunderts, ang. Lit. cbl. 1052. 

22. H. R. von Zeissberg, Fragmente eines nekrologs des klosters 
Renn in Steiermark, archiv für österreichische geschichte 58, 217—229 
(daraus als Separatabdruck, Wien, Karl Gerold's söhn in comm. 13 s. 8). 

ein abdruck von namen aus dem 13. Jahrhundert, enthalten in der 
Pergamenthandschrift 987 der hofbibliothek zu Wien. 

23. A. Birlinger, Die Hohenzollerischen orts- flur- und wald- 
namen V. Alemannia YII, 91—94. 

nachtrage zu Alemannia I, 263 f. II, 78 f. VI, 1 f. 129 f. 

24. Baumann, Oberschwäbische gau- und centnamen. mitteilungen 
des Vereins f. kunst und altertum in Ulm und Oberschwaben. 

25. Bück, Oberschwäbische gaunamen. ebenda. 

26. Necrologicum Elwacense. mitgeteilt von Bossert. vierteljahrs- 
hefte f. Würtembergische gesch. u. altertumskunde 1878, heft 1 — 4. 

27. Herm. Knothe, Geschichte des Oberlausitzer adels und seiner 
guter vom 13. bis gegen ende des 16. Jahrhunderts. Leipzig, Breitkopf 
u. Härtel. VIII, 686 s. 8. 14 m. 

bemerkenswert ist besonders der dritte teil, welcher die Ortschaften 
mit angäbe ihrer besitzer verzeichnet und zugleich bei jedem orte die 



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Namenforschung. • 7 

älteste urkundlich yorkommende namensform angibt. — ang. Lit. cbl. 
513—514. 

28. Stenzel, die frühesten urkundlichen erw&hnungen von Ort- 
schaften Anhalts, mitteilungen d. ver. f. Anhalt, gesch. u. altertums- 
kunde n, heft 3 u. 4. 

29. ü. Stechele, Die von 700—900 vorkommenden thüringischen 
Ortsnamen, ein beitrag zu einer historischen karte Thüringens, besonders 
in der karolingischen zeit. zs. des Vereins f. thüringische gesch. u. alter- 
tumskunde IX, 117—134. 

unter den resultaten, welche vf. aus seiner Zusammenstellung zieht, 
ist besonders hervorzuheben, dass slavische namen um diese zeit fast 
ganz fehlen, dagegen war in manchen orten mit deutschen namen dennoch 
eine slavische bevölkerung. 

30. U. Stechele, Zur geographie Thüringens (700—1000). zs. des 
Vereins f. thüringische gesch. u. altertumskunde IX, 293—348. 

wichtig wegen der zahlreichen darin behandelten geographischen 
namen. 

31. J. N. Kiesewetter, Die westliche grenze der besitzungen der 
königin Richza. zs. des Vereins f. thüringische geschichte und alter- 
tumskunde IX, 135—152. 

wichtig für thüringische Ortsnamen im 11. Jahrhundert. 

32. Gar eis, Ortsnamen aus der umgegend von Gießen nach den 
ältesten Urkunden des Lorscher traditionscodex. erster jahresber. d. 
Oberhessischen ver. f. localgeschichte. 

33. Hermann Althof, Grammatik altsächsischei eigennamen in 
westfälischen Urkunden des neunten bis elften Jahrhunderts. Paderborn. 
Ferdinand Schöningh. 92 s. 8. 

in der einleitung (allgemeines s. 1 — 14) spricht vf. seine grundsätze 
über die behandlung des gegenständes und besonders seine ansichten über 
den wert der najnenforschung überhaupt aus. er zeigt ihre bedeutung 
für die sprachkunde, wenn andere denkmäler fehlen, und ihre entscheidende 
Stellung bei dialektunterschieden, soweit die urkundlichen namen sicher 
sind und nicht durch die art der Überlieferung gelitten haben, denn der 
überlieferer spricht entweder selbst die spräche, in der die namenformen 
sind, oder er gibt die eines ihm fremden Stammes wider, wie sie ihm 
vorgesprochen oder vorgeschrieben sind, oder endlich die Urkunden sind 
copien älterer. — s. 7 f. behandelt die taufhamen. — s. 14—30 enthält 
den nachweis der benutzten Urkunden, s. 32 — 85 die eigentliche grammatik, 
s. 86 lexicalisches aus den Urkunden, s. 87—92 ein genaues Inhaltsver- 
zeichnis. 



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8 ' Namenforschung. 

34. Ferd. Hoppe, Orts- trnd personennamen der provinz Preußen 
VI (separatabdmck ans der altpreuBisc|ien monatsschrift). Gumbinnen, 
Sterzel 32 s. 8. 

35. J. Wolff, Deutsche Ortsnamen in Siebenbürgen, programm des 
gynmasiums in Mühlbach (Siebenbürgen). Hermannstadt, F. Michaelis. 
48 s. 4. 

Verfasser ist, wie er in der einleitung (s. 5 — 10) angibt, bei seinen 
Untersuchungen über die deutschen mundarten in Siebenbürgen immer 
wider auf die urkundlichen formen der Siebenbürgischen namen gewiesen 
worden, weil alte Sprachdenkmäler gänzlich fehlen, er findet in den namen 
die ältesten zeugen des deutschen sprachlebens in diesem lande und nahezu 
das einzige mittel, das aufschlüsse geben kann über die früheste be- 
schaffenheit der hier gesprochenen dialekte. — die schrift strebt nach 
Vollständigkeit und sucht sowol die jetzt bestehende namensform als auch 
die älteren und die von fremden angewendeten möglichst getreu wider- 
zugeben. — das vorligende hefb ist nur der beginn und ein teil eines 
größeren Unternehmens, dessen fortsetzung Verfasser für das nächste jähr 
verspricht, das heft enthält: A. die zusammengesetzten Ortsnamen: I. die 
Ortsnamen auf -dorf\ 45 nummem von Ahtsdorf^ivA Hammersdorf, alpha- 
betisch geordnet, jedem namen sind außer den bestehenden formen auch 
die Urkundenstellen beigefügt, in denen er vorkommt, sowie eine kurze 
beschreibung des ortes und, wo dies notwendig oder möglich ist, eine 
etymologie. zur vergleichung werden vielfach namen aus dem eigentlichen 
Deutschland, besonders den Rheinlanden, herbeigezogen. 

weitere forschungen über Siebenbürgische Ortsnamen, zum teil auch 
von J. Wolff, sind im korrespondenzblatt f. Siebenbürgische landeskunde 
1879 mitgeteilt, besonders heft 3 — 7. in heft 7 Hddsdorf, Heldenburg. 

36. Eoppmann, Der name der stadt Altona. mitteilungen des ver. 
f. Hamburgische gesch. H, nr. 1—3. ' 

37. Karl Christ, Das s. g. Lügenfeld im Elsass. monatsschr. f. 
d. gesch. Westdeutschlands V, 224—225. 

ein etymologischer versuch. 

38. A. Dederich, Über den namen der stadt Emmerich, monats- 
schr. f. d. gesch. Westdeutschlands IV, 716—719. 

die ableitung des namens von dem volksnamen der Chamaver, als den 
ältesten bewohnem der gegend, wird widerholt. 

39. Zur topographie von Emmerich, monatsschr. f. d. gesch. West- 
deutschlands Y, 243. 

enthält namenerklärungen: Geistmark, der große Löwe und der kleine 
Löwe, Euwer. 



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Allgemeine grammatik. 9 

40. Carl Lohmeyer. Handschriftliche Überlieferung des namens 
Preußen, wissenschaftl. monatsbll. 1879, s. 7—12. ^ 

nach einer kurzen Zusammenstellung der erklärungsversuche ent- 
scheidet sich vf. für die von Bender (zs. f. gesch. Ermlands I) gegebene 
deutung: PreuBen heißt die verständigen, erfahrenen (litt, jproto«, altpreuß. 
i?rwto=verstand). dann stellt er die Schreibungen des namens in Urkunden 
vom 11 — 15 jh. zusammen. 

41. monatsschr. f. d. gesch. Westdeutschlands IV, 739—742. 
mitteilungen über butterwek (butterweck) , schem (schim), Sürstj 

vedheminge, — eb. Y, 250 f. über Hundsrück, Lauerhaas, Scagasihorpa, 
Hofstetten, Altena, Bitze, Vogesen, firpelei (258—268), Cochem, Metz, 
Kamminerk, Löhthor, Gräbenthor, Lorelei, Bofh-Haar-gebirge, donk, 
Jammerihal, Hupperich. 

42. Der Andreasmonat, monatsschr. f. d. gesch. Westdeutsch- 
lands V, 240—241. 

der Andreasmonat ist der december. 



Allgemeine grammatik. 

43. G. J. As coli, Kritische Studien zur Sprachwissenschaft, autorisirte 
Übersetzung von Beinhold Merzdorf, zu ende geführt von Bernhard 
Mangold. Weimar, Böhlau 1878. XXXYIl, 417 s. 8. 10 m. 

nimmt nur sehr selten auf die eigentlich germanischen sprachen rück- 
sieht, die irgendwie herangezogenen germanischen werte oder wortbestand- 
teile — gegen 50 — sind seite 414. 415 alphabetisch zusammengestellt, 
ang. von A. Bezzenberger GGA no. 18 (s. 555—563). 

44. Fritz Bechtel, Über die bezeichnungen der sinnlichen Wahr- 
nehmungen in den indogermanischen sprachen, ein beitrag zur bedeutungs- 
geschichte. Wehnar, Böhlau XX, 168 s. 8. 5 m. 

das buch soll ein versuch sein dasjenige für die indogermanischen 
sprachen zur darstellung zu bringen, was J. Grimm in seinem aufsatze 
über die fünf sinne für das germanische ausgeführt hat. die Wissenschaft 
hat sich bisher meist nur mit der wortfo'rm beschäftigt, aber die betrachtung 
des Inhalts darf nicht ganz vernachlässigt werden, wenngleich diese erst 
dem formstudium nachfolgen kann. 

45. Creifelds, Les langues 6trang6res ont-elles eu de Tinfluence 
sur la langue allemande? Revue de linguistique et de philologie com- 
parte. XII, 1. 

46. Dorn, Die ausspräche des deutschen buchstaben ^. Berlin, 
Liebel. 23 s. 8. 



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10 Aligemeine grammatik. 

47. J. J. A. A. Frantzen, Über nmlaut und brechung. Taalstndie 
I s. 121—132. 

yerf. will durch den kleinen aufsatz, welcher übrigens nichts neues 
enthält, nur zum Studium der historischen granmiatik anreizen. 

48. August Grabow, Die musik in der deutschen spräche, eine 
Untersuchung über des walten von naturgesetzen bei der Wortbildung. 
2. verqjehrte aufläge. Leipzig, Otto Wigand. 87 s. 8. 1,50 m. 

49. Jacob Grimm, Über den Ursprung der deutschen spräche, aus 
den abhandlungen der königlichen akademie der Wissenschaften vom jähr 
1851. siebente und unveränderte aufläge. Berlin, Ferd. Dümmler. 56 s. 
gr. 8. 1 m. 

50. Friedrich Kluge, beitrage zur geschichte der germanischen 
conjugation (Quellen und forschungen XXXII). Straßburg, Trtibner 1879. 
IX, 166 s. 8. 4 m. (s. 1—46 Straßburger dissertation). 

ang. von Hermann Möller, Engl. Studien III s. 148—164. — Lit. 
cbl. 653—655. — Adalbert Bezzenberger in GGA 816—825. 

51. F. Kluge, Grammatisches. I lautliches. II zur conjugation. 
III zur declination. IV zu den numeralien. Paul-Braune beitr. VI 
377—399. 

52. Georg Heinrich Mahlow, Die langen vocale Ä EO in den 
europäischen sprachen, ein beitrag zur vergleichenden lautlehre der indo- 
germanischen sprachen. Berlin, H. S. Hermann. 166 s. 8. (s. 1 — 81 auch 
Göttinger dissertation). 

53. Leo Meyer, Die deutsche abstractbildung auf ung. Bezzen- 
berger beitr. HI 151—152. 

54. Hermann Möller, Epenthese vor A'-lauten als Wirkung des 
Velaren oder palatalen Charakters des wurzelauslautes. z. f. vergl. Sprach- 
forschung XXIV 427—520. nachtrag (zu seite 475—482) eb. 521—522. 
(zugleich Kieler habiHtationsschrift). 

55. Frdr. Müller, Die guttural -laute der indogermanischen 
sprachen, nachtrag. (aus: sitzungsber. d. k. akad. d. wiss. zu Wien). 
Wien, Gerolds söhn in comm. 8 s. 8. 

56. H. Osthoff, Das verbum in der nominalcomposition im deut- 
schen griechischen slavischen und romanischen. Jena, 1878. XVI, 372 s.8. 

ang. Germania 24, 78—83 (Schlüter), z. f. d. öst. gymn. 30,634 f. 
(Fr. Müller). 

57. Hermann Osthoff, Das physiologische und psychologische 
moment in der sprachlichen formenbildung. (sammlung gemeinverständ- 
licher wissenschaftlicher vortrage hrsg. von Rud. Virchow und Fr. von 
Holtzendorff heft 327). Berlin, Cari Habel 48 s. 8. 



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Allgemeine grammatik. 11 

58. H. Osthoff undK.Brugmann, Morphologische Untersuchungen 
auf dem gebiete der indogermanischen sprachen, teil 1. Leipzig, Hirzel 
1878. XX, 290 s. 8. teil H. 1879. YI, 262 s. 8. 

ang. Lit. cbl. 1156—1158. Jen Iz. 176. (G. Meyer). GGA 21 u. 22, 
641—681 (Adalbert Bezzenberger). Anz. f. d. a. Y, 318—348 (Collitz). 
Germania 24, 243—247 (Paul). 

59. Hermann Paul, Untersuchungen über den germanischen vokalis- 
mus (sonderabdruck aus den beitragen zur geschichte der deutschen 
spräche und literatur, band lY und YI). Halle, Max Niemeyer, 425 s. 8. 

ein teil von dieser schrift ist H. Paul, Zur geschichte des ger- 
manischen vokalismus. in Paul-Braune, beitr. YI, 1—256 und nachtrag 
dazu eb. s. 257—261. 407—412. 

ang. Jen. Iz. nr. 20 von Behaghel. — Lit. cbl. 907—908. — z. f. 
d. ph. XI, 235—237 von Chr. Bartholomae. — Academy 1879, 16. aug. 
von Sweet. 

60. H. Paul, Beiträge zur geschichte der lautentwickelung und 
formenassociation. I zum Yemer'schen gesetz. II das mittelfränkische 
lautverschiebungsgesetz. HI oberdeutsch ch — k, Paul-Braune beitr. YI, 
538—560. 

61. Ferdinand de Saussure, Memoire sur le Systeme primitif 
des voyelles dans les langues indo-europ6ennes. Leipzig, B. G. Teubner. 
303 s. 8. 

ang. Lit. cbl. 773 f. Academy 1879, 27 sept. 

62. Wilhelm Scherer, Zur geschichte der deutschen spräche, 
zweite ausgäbe. Berlin, Weidmann 1878. XXIII, 660 s. 8. 

ang. von Adalbert Bezzenberger, GGA 29 (910—923). — Heinrich 
Zimmer, Bezzenberger beitr. HI 324—331. — H. Paul, Jen. Iz. no. 22. 
— Bock, zs. f. d. Österreich, gymn. 30, 449. 

63. A. Schleicher, Die deutsche spräche, vierte aufläge, (un- 
veränderter, abdruck). Stuttgart, J. G. Cotta. 1879. IX, 348 s. 8. 

64. 0. Schrader, Yolksetymologie. Taalstudie I. s. 177 f. 

verf. schreibt in deutscher spräche über deutsche Volksetymologien, 
er hat eine reihe von solchen zu einer kleinen geschichte verarbeitet, wobei 
er stets die abstammung der Wörter in klammem beifügt, neues bringt 
der aufsatz nicht. 

65. E. Sievers, Kleine beitrage zur deutschen grammatik. Y alt- 
nordisch heita heißen. YI germanisch du. YII varia. Paul -Braune 
beitr. YI 561—576. 



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12 Allgemeine grammatik. 

66. B. Sijmons, Starke en zwakke verbuiging. Noord en Zuid II 
s. 65—72. 

eine populäre oder für lehrer bestimmte erklärung des Unterschiedes 
zwischen starker und schwacher declination, welcher unterschied im hol- 
ländischen bekanntlich fast ganz erloschen ist. 

67. F. Tamm, Auslautendes ^ im germanischen. Paul-Braune beitr. 
VI 400—407. 

68. J. Verdam, Over lijk en like in mnl. voomaamwoorden. Taalk. 
Bijdragen 11 deel s. 220—228. 

Ernst Henrici hat in Paul u. Braune's beitr. Y s. 50—62 über die 
syntax der pronominalbildungen mit — Vüi gehandelt, hierbei aber nur 
die altgermanischen dialecte berücksichtigt, verf. des vorliegenden auf- 
satzes handelt im anschluss daran über dieselben bildungen im mnl. unter 
Vorführung zahlreicher beispiele. 

69. J. Wolff, j und g im anlaut. korrespondenzbl. f. Siebenbtirg. 
landesk. 1878. s. 90. 

Syntax. 

70. Rud. Afzelius, Von den Zusammensetzungen der deutschen 
Verben mit den präpositionen durch, über vm und unter. Jönköping, 
Nordströmska bokh. 1878. 19 s. 8. 

71. Otto Behaghel, Die Zeitfolge der abhängigen rede im deutschen. 
Paderborn, Schöningh 1878. 85 s. 8. 1,50 m. 

Erdmann im anz. f. d. a V 364—371 gibt einige abweichende auf- 
fassungen zu denen des Verfassers über die Zeitfolge im mittelalter und 
neuhochdeutschen: *ich kann als sicheres resultat der Untersuchung nur 
das anerkennen, dass von der freiheit, den conj. prs. nach praet. zu ge- 
brauchen, die sich in ahd. Sprachdenkmälern hier und da findet, in vielen 
denkmälem des 17. und 18. jhs. ein ausgedehnterer gebrauch gemacht ist, 
und dass manche stillsten den conj. prs. sehr bevorzugt haben.' s. 368 flg. 
werden einige außerhalb des themasliegende fragen Überpersonenverschiebung 
u. a. besprochen. — vergl. Lit. cbl. 1878. no. 43. (H. P.). Germ 24, 
83—88 (Tobler) z. f. Völkerpsychologie XI, 357 (Holzmann). 

72. 0. Behaghel, Beiträge zur deutschen syntax. I vertauschung 
von genetiv, dativ, accusativ beim persönlichen pronomen. Germania 
24, 24—46. 

in diesem aufsatze werden zunächst eigentümlichkeiten der heutigen 
mundart, die bereits klär gestellt waren, untersucht und resultate gefunden, 
die mit denen der vorarbeiten verglichen, ungenau oder mangelhaft er- 
scheinen, die literatur der dialectforschung scheint verf. nicht genügend 
zu beachten, er vermutet wo längst auskunft gegeben war und teilt s. 38 



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Allgemeine grammatik. 13. 

mit, was seit Bernhardis sprachkarte v. j. 1849 bekannt sein soUte. nur 
Firmenich ist verwertet, ein einziges buch außerdem benutzt, Mone Q F., 
und dieses ist an der angezogenen steUe, obwol sie in eine ndl. Zeitschrift 
übergegangen ist, unzuverlässig. B. sucht tatsache und locale Verbreitung 
folgg. dinge zu erweisen. 1) mich gilt für mir, mich in und zwischen 
Meurs — Elberfeld — Düsseldorf — Gladbach — Jülich — Aachen u. s. w. 
hier gibt B. z. t. was Stricker und Wenker nicht bieten, diese was jenen 
ergänzen kann, bei der westgränze waren jedoch die angaben der ndl. 
dialectologen, welche sie genauer bestimmt haben, zu berücksichtigen. 
2) mik gilt für mir, mich zwischen Elbe und Weser südlich der linie 
Minden — Hannover — Celle — Magdeburg, dieses gebiet war ndd. 
korresp.bl. 3, 35 u. ö. genauer bestimmt, dass das kalembergische dazu 
gehört, hätte B. schon aus Firmenich, I 188a ersehen können, dass in 
Limmer übergangsdialect herrsche, sollen Sackmanns predigten beweisen, 
aber diese sind ein falsiticat, vor dem schon Frommans ma. warnten, 
(andere fälle sprachlicher ungenauigkeit bei Firm, sind I, 176 f., an- 
scheinend auch I 416 u. a. poetische stücke; den 'allmähligen' Übergang 
möchten wir überhaupt entschieden bezweifeln), eine wirkliche übergangsma. 
bietet dagegen Waldeck und das Diemelgebiet. die übrigen feststellungen 
B.'s haben eigentümlichkeiten zum gegenstände, die sich außej ihn für 
ihm vor dem 16. jh. nicht nachweisen lassen, nämlich den gebrauch von 
em für acc. und dat., er für acc. sg. se und dat. pl. ; äc für er [Magdeburg 
bis zum Harz]; min für mir, mich von Cleve his Xanten [in Wirklichkeit 
bis Zütfen]. — verdienstlich und weitere forschung anregend ist B.'s ver- 
such die vertauschung von mir und mich zur localisirung älterer denk- 
mäler zu verwerten (Leidener Williram, die dichtungen in zfda 2, 302. 
3, 1. 218., Jenaer liederh. u. a.) seine regel gilt jedoch nur sehr einge- 
schränkt, er folgert aus der heutigen ausschließlichen herrschaft des micli 
mik in bestimmten gebieten, dass in diesen eine Übergangsperiode gewesen 
sein müsse, in der mir und mich, mi und mik regeUos durcheinander ge- 
braucht wurde, und dass ein denkmal, das diese vertauschung aufweise, 
innerhalb der gebiete ad 1) 2) geschrieben sein müsse, diese deduction 
ist nicht richtig, dieselbe periode müsste ja auch das migebiet gehabt haben, 
und es stehen beispiele genug zur Verfügung, durch welche apagogisch die 
nichtigkeit jener regel bewiesen wird, nur unter der Voraussetzung, dass 
der Schreiber weder ein Franke des me-gebietes noch ein Niederd. war, 
weist der gebrauch von mir, mich ohne Casustrennung mit bestinmitheit 
auf das w^cÄquartier. näher unter herbeiziehung der Urkunden, die B. 
überhaupt außer acht lässt und deren zugänglichste Sammlung seine vei- 
mutungen nicht bestätigt, einzugehen ist hier nicht der ort. bemerkt sei 
noch, dass die frage, mit der B. schließt, schon vorher beantwortet war. 
das gebiet, welches mi vorzog, wählte dieses, weil es offene silben liebt, 



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14 Allgemeine grammatik. 

während mik einem gebiete geblieben ist, das in vielen fällen geschlossene 
Silben bewahrt hat. (nacherschienene litt.: Graupe d. d. march. 50; z. f. d. 
ph. 10, 172. 391. 11, 73). 

73. 0. Behaghel, Beiträge zur deutschen syntax. n asyndetische 
parataxe. Germania 24, 167—174. 

Behaghel begründet die von Jolly in Curtius* Studien YI, 217 f. auf- 
gestellte ansieht, dass in den deutschen sprachen häufig asyndeton anzu- 
nehmen ist, nicht ausfall des relativs, wie dies von anderen (Kölbing, 
Bernhard) noch später behauptet ist. er stellt dazu eine große anzahl 
beispiele zusammen aus dem gotischen und ahd.; im mhd. wird die er- 
scheinung seltener, mit ausnähme des azo xoivoü. vom 15. bis 17. jh. gibt 
es wider viele asyndetische constructionen, doch stehen dieselben schwerlich 
in einem historischen zusammenhange mit den älteren, sondern das nhd. 
hat die construction selbständig erfanden. 

74. Ludwig Bock, Über einige fälle des conjunctivus im mittel- 
hochdeutschen, ein beitrag zur syntax des zusammengesetzten satzes. 
Straßburg, Karl J. Trtibner (Q. F XXVII) 1878. YHI, 74 s. 8. (s. 1—44 
auch separat als Straßburger dissertation). 

ang. von Otto Behaghel Germania 24, 378—381. 

75., Franz Branky, Rection und Stellung der präposition enüang. 
Herrigs archiv. LXI, 296—306. 

*die Umgangssprache, der zwanglose stil und die spräche des nttchter- 
nen Verstandes meiden eher diese präposition als sie zu suchen; im höheren 
Stil, in poetischer diction dagegen wird sie häufiger angewendet, entlang 
kann mit allen obliquen casus und zwar vorangehend oder nachfolgend ge- 
fügt werden.' (s. 305). 

76* Lars Edman, Zur rection der deutschen präpositionen (Upsala 
universitets ärsskrift) Upsala, Akademiska l^okhandeln (C. J. Lundström). 
139 s. 8. 

vf. geht von dem gedanken aus, dass die bedentung der präpositionen 
zunimmt mit dem abnehmen der casusendungen. die Vermutung ob die 
Casusendungen etwa selbst suffiigirte präpositionen sind, stellt er zwar 
auf, aber ohne sie in den bereich seiner arbeit zu ziehen, diese ist im 
wesentlichen eine beschreibende, es werden unterschieden eigentliche und 
uneigentliche oder nominalpräpositionen. die eigentlichen heißen auch ad- 
verbialpräpositionen, da sie als adverbia häufig besonders in Zusammen- 
setzungen vorkommen, die uneigentlichen sind meistens substantiva und 
adjectiva oder Verstümmelungen aus solchen (nach Grimms einteilung). 
die Schrift behandelt nur die ersteren, die wirklichen präpositionen in 
alphabetischer reijienfolge nach der folge der nhd. werte, den älteren 
Sprachperioden wird durch zahlreiche citate aus den wichtigeren älteren 
Schriftstellern rechnung getragen. 



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Allgemeine grammatik. * 15 

77. Hermann Ziemer, Das psychologische moment in der bildung 
syntaktischer sprachformen, progr. d. domgymnasiums u. realschule zu 
Colberg (pr. no. 102) 20 s. 4. 

ang. Jen. 1». no. 23 von Karl Brugmann. 

Metrik. 

78. Bernhard Brill, Vers- und wortaccent. programm (no. 7) des 
königl. Friedrichs-coUegiums zu Königsberg in Pr. 1879. Ostpr. verlags- 
druck. (Spach); 18 s. 4. 

B. untersucht zuerst das wesen des rhythmus und des wortaccents, 
dann das Verhältnis beider im verse, und zwar unter besonderer berück- 
sichtigung der alten sprachen, auf s. 8 flg. geht er auf die deutsche me- 
trik ein. der grund, *dass der alte deutsche dichter die quantität der 
Silben im verse vernachlässigte, lag in der absoluten Unmöglichkeit, die 
beiden characteristischen bedingungen des rhythmus (regelmäßige wider- 
kehr gleicher und verschieden starker zeitmomente) zu erfüllen.* er musste 
die quantität der silben vernachlässigen, weil die d. spräche den accent als 
einen festen auf den begriffssilben trägt und das deutsche ohr eine Versetzung 
durchaus nicht ertragen kann, in dieser betonung wird auch der grund 
für das fehlen der Senkungen gesucht, während ununterbrochener Wechsel 
von hebung uiift Senkung die regelmäßige form sei. verf. zeigt gegen 
H. Schmidt griech. metr., dass die quantität auf die bildung deutscher 
verse nicht den geringsten einfluss hat, und er kommt zuletzt zu dem re- 
sultat der ganzen Untersuchung, dass die beobachtung des accents in 
griechischen versen unmöglich war. 

Neuhochdeutsch. 

79. Friedrich Heussner, Unsere muttersprache und ihre pflege. 
Cassel 1879. 76 s. 8. 

die kleine schrift bringt wissenschaftlich nichts neues; aber sie spricht 
in so anregender weise über die entwickelung des nhd., macht mit so 
gesundem urteil auf die auswüchse des modernen stiles aufinerksam, und 
zeigt so treffend den weg zur besserung, dass man das buch den weitesten 
kreisen empfehlen kann, besonders sei hier auf eine wamung des verf. 
aufmerksam gemacht: man möge die koryphäen unserer literatur nicht 
auch im fehlerhaften nachahmen, und sich z. b. nicht den greisen Goethe 
zum muster nehmen, 

80. Hermann Huss, Das Deutsche im munde des Hannoveraners, 
Hannover, Hahn. 47 s. 8. 

ein Schulbuch, welches hier nur erwähnt wird, wegen der prätension 
des Verfassers, welcher das Hannoversche für das echteste Deutsch erklärt: 
^das hohe ansehen, in welchem das hannoversche idiom allenthalben im 



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16^ Dialekte 

auslande steht, und die einmütige forderung der deutsch studirenden 
fremden, nur in ihm unterrichtet zu werden usf.' — üher *die so wichtige 
accentlehre' verweist er widerholt mit deutlich ausgeschriebenem titel 
auf: die lehre vom accent der deutschen spräche von Hermann Huss, 
Altenburg Pierer. doch hindert ihn diese Verweisung auf sein eigenes 
buch nicht s. 3. bei den ausnahmen von der betonung der stanmisilbe die 
häufigste und deshalb wichtigste fortzulassen: die betonung der präposition 
in den mit trennbaren präpositionen zusammengesetzten verben und ihren 
ableitungen. 

81. Ernst Wtilcker, Die entstehung der kursächsischen kanzlei- 
sprache (vortrag, gehalten auf der versanamlung deutscher philologen und 
Schulmänner in Gera), z. d. ver. f. Thüringische gesch. IX, 349 — 376. 

als archivar der Weimarer archive will Wülcker aus den unter seiner 
aufsieht stehenden Urkundensammlungen beitrage liefern zur erklärung der 
äußerung Luthers, dass er die spräche der kursächsischen kanzlei anwende, 
bei der benutzung von Urkunden für die Sprachforschung beschränkt sich 
vf. auf laut- und formenlehre, da die Urkunden für syntax und Sprach- 
gebrauch nicht herangezogen werden dürfen, er gibt (bis s. 366) einen 
überblick über die entwickelung der kaiserlichen kanzleisprache und wendet 
sich dann zu der sächsischen, die eine wirkliche kanzleisprache war d. h. 
vom Volksdialekt abwich, das resultat wird s. 375 dahin iusanunengefasst, 
dass Luthers oft bezweifelte angäbe vollständig richtig ist: Luther wendete 
die spräche an, die dem Ober- wie dem Niederdeutschen verständlich war. 



Dialekte. 

82. Kräuter, Zur wissenschaftlichen Orthographie der mundarten. 
korresp. bl. des Vereins f. nd. sprachf. 1879. s. 2—5. 

ein brief, welcher die thesen des herm Sachs kritisirt. 

83. Kräuter, Thesen über die Schreibung der dialekte auf physio- 
logischer grundlage von Michaelis. Berlin 1878, Anz. f. d. a. V, 48—53. 

nach einigen angriffen gegen Sachs' thesen tadelt K. an M*s auf- 
stellungen das fehlen allgemeiner grundsätze. auf grund und unter Vor- 
aussetzung von K's thesen werden die Ws im einzelnen geprüft und 
widerlegt. 

84. Bräunlich, Die deutschen mundarten in dichtungen und sprach- 
proben, zur Verwendung beim geographischen und deutschen unterrichte, 
sowie für schul- und volksbibliotheken Jena, Mauke. 139 s. 8. 



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Dialekte. 17 

85. K. Bartsch, Ein in der österreichischen mnndart. Germania 
24, 198—199. 

während im allgemeinen der diphthong ei in baiiisch- österreichischen 
handschriften ai geschrieben wird, findet sich doch der unbestimmte artikel 
oft ein geschrieben, wie ans handschriften von des Teichners gedichten 
nachgewiesen wird. 

86. Val. Hintner, Benennung der körperteile in Tirol besonders 
im Isel-tale. ein beitrag znr tirolischen dialekt-forschnng. Wien, Alfred 
Holder. 20 s. 8. 

ein aufsatz, der ursprünglich für Frommanns mundarten bestimmt 
war und nun nach deren eingehen besonders erscheint, vf. verweist 
durchgehend auf seinen Deferegger dialekt (vgl. Ubl. 1878, nr. 54 und 
die nachher erschienene recension von Emil Henrici, z. f. d. ph. X, 381 
bis 382). s. 5—8 werden die einzelnen sehr zahlreichen ausdrücke für 
die verschiedenen teile des körpers einfach zusammengestellt, s. 9—20 
folgen anmerkungen, welche verweise auf Wörterbücher belegstellen und 
etymologien enthalten, wenn man auch deü etymologien nicht immer 
wird beistimmen können, besonders nicht den in den Vorbemerkungen 
s. 3. 4, so enthält die kleine schrift doch wider einen wichtigen beitrag 
uicht nur zur dialektkenntnis im allgemeinen sondern auch besonders zur 
bedeutungsgeschichte. 

87. Valentin Bühler, Davos in seinem Walserdialekt. ein beitrag 
zur kenntnis dieses hochtals und zum schweizerischen Idiotikon. III 
homonymer und grammatikalischer teil, erstes halbbändchen Y, 92 s. 
nachtrage zum lexikograph. teil (kultur-historisches s. 363—400). Chresto- 
mathie der Bündnerdialekte (vornehmlich der Walser und Hohenstaufen- 
dialekte). I hölfte. 34 s. 8. Heidelberg, Selbstverlag. ' 

die ersten beiden teile sind schon früher erschienen: I lexiko- 
graphischer teil XXXVILL, 258 s., enthält s. HI f. eine Wanderung durch 
Davos d. h. eine beschreibung der gegend und ihre geschichte, im übrigen 
ein lexikon des dialekts. nachtrage dazu s. 259—314. 315—362. s. 363 
bis 400 (cf. oben^ sind den folgenden teilen angehängt — n synonymer 
teü Xn, 152 s. 

auf den Inhalt des buches näher einzugehen verbietet die form des- 
selben, wenigstens solange nicht das ganze vollendet ist: denn vf. liebt es 
nicht, einen teil zu vollenden, ehe er den zweiten anfängt, sondern lässt 
durcheinander und mit längeren Zwischenräumen, lexikon grammatik und 
sprachproben in bruchstücken erscheinen, von wissenschaftlicher methode 
fehlt jede spur, was besonders in dem abschnitt 'proben zum grammatika- 
lischen teil* hervortritt, der von dengenigen, was eine grammatik für 
einen dialekt leisten soll, weit entfernt ist. ob das wirrsal des bisher 

Jabresberieht für Germanische Philologie. I. (1879). 2 



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18 Dialekte. 

erschienenen für die dialektforschnng anderer überhaupt einmal brauchbar 
werden wird, bleibt abzuwarten. 

88. G. A. Seiler, Die Basler mundart. ein grammatisch - lexi- 
kalischer beitrag zum schweizerdeutschen idiotikon, zugleich ein Wörter- 
buch für schule und haus, mit einem Vorwort von M. Heyne. Basel, 
Detioff. 1879. XVHI, 331 s. 6,40 m. 

die formenlehre wird d^ abnehmem des werkes gratis nachgeliefert, 
grammatik versprochen, das vorwort sagt; ^es ist ein vorzug dieses idlo- 
tikons, dass es die mundart des gesammten Baselgebietes, des alten Sisganeft 
einschließlich des Birsecks darlegt . . . und auch das betrachte ich als 
einen vorzug des buches, dass der herr verf. nicht bloß den eigensten 
Wortschatz des volkes, sondern auch die durch das kulturleben eingedrun- 
genen lehnworte, sowol aus dem schriftdeutschen wie aus dem französischen, 
soweit sie im gewöhnlichen verkehr gebraucht werden, verzeichnet.' 

die einleitung nennt das buch ^einen versuch zur wissenschaftlichen 
erforschung unserer mundart und deren Verwertung im Sprachunterricht der 
Volksschule.' eine eingehende besprechung in Jen. Iz. 1879 no. 21 
(Winteler). Bibl u. lit. chronik d. Schweiz 1879 no. 4. 

nachträglich erschienen ist s. 333—364. anhang: laute und formen, 
insoweit sie ihre behandlung nicht im Wörterbuch gefunden haben, druck- 
fehler und berichtigungen. 

89. A. Birlinger, Elsässisch. sprachliches. Alemannia YII 158—282 
(fortsetzung folgt). 

I grammatik, text, zum wertschätze (s. 158 — 169). aus einem hand- 
schriftlichen erbauungsbüchlein werden textproben mitgeteilt und eine kurze 
lautlehre aufgestellt, zu einigen werten des textes werden erklärungen 
und belege gegeben. — n(s. 169 — 171). abdruck einer kleinen Zusammen- 
stellung von satirischen versen zur erläuterung von werten in seltenen be- 
deutungen. IH Weisheit aus Geiler von Kaisersberg (s. 172—175). lY 
Soldatenpredigten aus der reichsveste Kehl (s. 175—182). aus einem druck 
von 1738. 



90. Ernst Geopfert, Die mundart des Sächsischen erzgebirges nach 
den lautverhaitnissen, der Wortbildung und flexion. mit einer Übersichts- 
karte des Sprachgebietes. Leipzig, Yeit u. comp. YHI, 116 s. 8. 

vf. spricht den im östlichen teile des gebirges herschenden dialekt 
selbst und ist durch langen aufenthalt in anderen gegenden auch mit der 
' spräche der übrigen teile bekannt geworden, er will die spräche geben, 
wie sie jetzt ist, und alles historische vermeiden, da ihm Urkunden über 
ältere sprachepochen nicht erreichbar waren, ebenso unterlässt er es den 
dialekt mit anderen zu vergleichen, in der anordnung des stoffs folgt er 



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Literaturgeschichte. 19 

wesentlich Grimms grammatik, in der methode Weinhold und Schleicher. 

die arbeit ist übersichtlich nnd macht den eindruck der znverlAssigkeit. 

ang. Lit. cbl. 522. Jen. Iz. no. 38 von Winteler. vgl bibl. 1878, 55. 

91. Georg Schulze, Ewerharzische zitter. Handsche gedichte 
mit grammatik und Wörterbuch« mitgeteilt von Heinrich PrOhle (schluss). 
Herrigs archiv 61, 1—52. 

vgl. bibl. 1878, 52. 

92. H. Wäschke, Über anhaltische volksmundarten. Mitt. f. anhält, 
geschichte 2, 304—317. 388—411. 

' der bis jetzt vorliegende teil der abhandlung behandelt den vocaUsmus 
der KOtfaener gegend, der niederd., nicht hochdeutsches gepräge habe. 

93. F. F. Fronius, Bilder aus dem sächsischen bauemleben in 
Siebenbürgen. Wien, Graeser 1879. XII, 294 s. 8. 3,20 m. 

enthalt Schilderung der jetzigen sitten und des Volkslebens, einiges 
erinnert noch an die alte heimat. die reden der banem sind meist hoch- 
deutsch widergegeben, leider nur wenig in der mundart. — so K. Reissen- 
berger in Jen. Iz. 39. 

94. J. Wolff, Mhd. wan im Siebenbürgischen. Korrespondenzbl. f. 
Siebenbürg, landesk. 1878. s. 113 f. 

95. J. Wolff, die Vertreter des alten stammhaften Ä und i und 
die mouillirung der konsonanten im Siebenbürgischen (schluss). Korre- 
spondenzblatt d. ver. f. Siebenbürgische landeskunde heft 3 und 4, s. 
14 f, 21 f. 

die niederdeutschen dialekte sind sämmtlich weiter unten zu der übrigen 
niederdeutschen literatur gestellt. 

Literaturgeschichte. 

96. IL Döring, Die gattungen der dichtkunst nebst einer über- 
sieht der Perioden, als ein leitfaden für den literaturhistorischen Unter- 
richt in den oberen Massen höherer schulanstalten bearbeitet. 4. aufläge. 
Brieg, Kroschel. IV, 64 s. 8. 

97. Ludwig Dreyer, Abriss der literaturgeschichte. ein leitfaden 
für den Unterricht in der geschichte der deutschen nationalliteratur mit 
biographien inhaltsangaben und proben. 2. aufl. Leipzig, Mentzel. VII, 
212 s. 8. 

98. A. Droese, Einführung in die deutsche literatur von ihren 
ersten anfangen bis zur gegenwart. biographien und proben. 6. aufläge. 
Langensalza, schulbuchhandlung. XVI, 582 s. 8. 

2* 



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20 Literaturgeschichte. 

99. J. Fischer, Geschichte der deatschen nationalliteratur. Langen- 
salza, schnlbnchhandlong. VI, 172 s. 8. 

100. Fr. M. Gredy, Geschichte der deutschen literatur für höhere 
lehranstalten, zum privat- nnd Selbstunterricht, neu bearbeitet von Aloys 
Denk, sechste verbesserte aufläge. Main^, Kirchheim. Xn, 160 s. 8. 

101. C. Gude, Erläuterungen deutscher dichtungen. nebst themen 
zu schriftlichen aufsätzen, in umrissen und ausftthrungen. fünfte reihe, 
dichtungen aus dem mittelalter. 2. aufläge. Leipzig, Brandstetter. 1878. 
XI, 372 s. 8. 

102. C. Gude, Auswahl deutscher dichtungen aus dem mittelalter. 
nach den besten Übersetzungen und bearbeitungen zusanunengestellt für 
schulen, zweite verbesserte und vermehrte aufläge, Leipzig, Brandstetter. 
YI, 225 s. 8. 

103. Wilhelm Goetz, Die deutsche dichtung in ihren lebens- 
vollsten erscheinungen. eine darstellung zum überblick, vornehmlich für 
gymnasien. Aarau, Sauerländer. 56 s. 8. 

104. W. Hahn, Geschichte der poetischen literatur der Deutschen, 
neunte verbesserte aufläge. Berlin, Hertz, 1879. VUI, 334 s. 8. 

die neunte aufläge ist in der älteren literatur ebenso voll fehler wie 
die früheren, die §§ 2. 3. 4 über die Sprachverwandtschaft und die 
deutschen dialekte sind ganz schlecht, besonders zu rügen ist der gebrauch 
des Wortes mitteldeutsch sowol für einen direkt als = mittelhochdeutsch, 
die proben alter texte wimmeln von fehlem und die erklärung oder Über- 
setzung derselben ist meist verkehrt, so steht im got. vatemnser ja 
statt yoÄ, mafhs statt mahts. in Otfrid IV 7, 1—2 macht vf. wot eigene 
conjecturen: statt druhtin schreibt er drüfhin, was mit *der traute' über- 
setzt wird, und tkegana heißt 'dekaneM die accente in diesen Otfrid- 
versen sind falsch. — die namenerklärungen sind teils schlecht teils ganz 
falsch, und derselbe name wird an verschiedenen stellen verschieden 
erklärt: § 13 jEJrmenr^cÄ— heeresfürst, (rwn^Äere— kriegsheer, Böther — 
ruhmherr. statt Sigfrit muss Sigfrit Sigefrit Sivrit oder Stfrit stehen, 
der fuchs in der tiersagö heißt § 14 Beginhart — - herscherkraft, § 29 
Beinhart — herscherstark. der wolf § 14 Isengrim — eisenhelm, § 29 
Isegrin — eisenrachen. die gralsburg wird § 32 noch 'Monsalvatsch, berg 
des heiles' genannt. — die literarhistorischen angaben sind nicht besser. 
Otfrids Über evangeliorum heißt § 19 noch inmier Krist. Konrad v. Küren- 
berg wird § 46 als ein minnesänger genannt, und gar der alte Spervogel 
sang von minnen. Walthers leben ist schlecht, Konrads v. Würzburg 
Trojanerkrieg hat wider 60000 verse u. dgl. — aber auch in späterer 
literatur sind fehler, so ist die inhaltsangabe des Simplicissimus in tat- 
sachen unrichtig. 

ang. von Emil Henrici, z. f. d. gymnasialwesen. XXXIII, 677—679. 



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Literaturgeschichte. 21 

105. Ja. K. Hosmer, Short History of German Literature. St. 
Louis 1879. XI, 591 s. 8. 12 sh. 6 d. 

106. Bernhard Httppe, Geschichte der deutschen nationalliteratur 
in dritter aufl. för gymnasien und andere höhere lehranstalten sowie zum 
privat-unterricht bearbeitet von B. Werneke und W. Lindemann. Pader- 
born, Schöningh Ym, 253 s. 2,25 m. 

diese arbeit zeichnet sich vor vielen ähnlichen durch Sorgfalt und ge- 
nauigkeit aus. dennoch verunstalten sie manche irrtümer: Dietmar von 
Aist soll aus dem Thurgau stammen, Konrads Roland entstand ^zwischen 
1173 und 1177 oder um 1136,' der Anno um 1183, der verf. des jüngeren 
Titurel ist unbekannt, Eonrads trojanischer Krieg umfasst mehr als 60000 
verse, der dichter starb als doftiinicanermönch zu Freiburg im Breisgau 
(beide notizen sind erbfehler in solchen btichem), der von Morungen ist 
nach J. Grimms Vermutung ein Niederdeutscher, wahrscheinlich von Morungen 
in Engem, unweit Göttingen, dazu passt die Versicherung der vorrede 
wenig, dass der lehrstoff auf grund jüngerer forschung umgestaltet sei. dann 
hätte man statt eines Feußner veraltete ausgaben anzufahren für die ahd. 
denkmäler auf Müllenhof und Scherer, für die liederdichter auf Minnesangs 
Frühling verweisen und Martins Kudrunausgabe nicht vergessen soUen. 

107. R. König, Deutsche literaturgeschichte. mit 160 bildnissen 
und erläuternden abbildungen im text und 33 zum teil farbigen beilagen 
außerhalb des textes. Bielefeld und Leipzig, Yelhagen u. Klasing 1879. 
(VI) 655 s. 8. 12 m. 

das buch ist allein wegen seiner abbildungen zu empfehlen; der text 
ist, besonders bei der älteren zeit, ohne bedeutung. aus der zeit des 
mittelalters sind an größeren buntdrucktafeln hervorzuheben: anbetung der 
h. drei könige aus Wemhers Maria, verkleinerte nachbildung einer seite 
codex argenteus, das ganze Wessobrunner gebet in Originalgröße, eine seite 
des Münchener Heliand und Otfrid, bildnis Hartmans v. Aue nach der 
Weingartner liederhs., ein facsimile von zwei blättern der Pariser liederhs. 
außerdem viele abbildungen in schwarzdruck. — das buch hat innerhalb 
eines Jahres verschiedene (fünf) auflagen erlebt, die ersten unverändert. — 
Jen. Iz. 1878 no. 3 und nr. 42. (Emil Henrici). Edlinger lit. bl. m, 73. 

108. Karl Theodor Kriebitzsch, Lehr- und lesebuch zur li- 
teraturgeschichte vornehmlich für seminarien, höhere bürger- und mädchen- 
schulen. in drei stufen, vierte aufläge. Berlin, Stubenrauch. 1878. VI, 
296 s. 8. 

109. Heinrich Kurz, Leitfaden zur geschichte der deutschen li- 
teratur. fünfte aufl. nach des verf. tode überarbeitet und erweitert von 

•G. Emil Barthel. Leipzig, Teubner. 1878. XX, 356 s. gr, 8. 3,60 m. 

schon die vierte aufl. des weit verbreiteten leitfadens hatte sich der 

Unterstützung G. Emil Bartheis zu erfreuen, nach des verf. tode hat der- 



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22 Literaturgeschichte. 

selbe das buch behuf8,einer fünften aufl. gänzlich überarbeitet und wesentlich, 
erweitert, die bibliographischen angaben, welche von jeher diesen leitfeden 
auszeichneten, sind vermehrt und z. t. um die neuesten erscheinungen be- 
reichert, dass mängel und irrttimer nicht ausgeschlossen blieben, gibt der 
herausgeber selbst zu. am meisten bedürfen §§ 2—4 (spräche — hoch- 
deutsch — Charakteristik der sprachperioden) mit ihren confusen auf- 
stellungen der neugestaltung: aus § 4 ließe sich z. b. schließen, dass das 
gotische eine directe Vorstufe des ahd. ist. — angez. in bl. f. das bayer. 
gymnw. 1878. heft IX. Lit. rundschau nr. 13. 

110. 0. V. Leixner, Illustrirte literaturgeschichte in volkstümlicher 
darstellung. mit 300 illustrationen zahlreichen tonbildem bildnissen und 
porträtsgruppentafeln. Leipzig, Spamer 1879. 

das buch erscheint in lieferungen zu 4—5 bogen und hat ähnliche 
tendenz wie Königs lit. gesch. die abbildungen stammen aber meistens nicht 
aus handschriften oder büchem sondern sind phantasiegebilde (z. b. Ekkehart 
dichtet den Waltharius), jaber in künstlerischer ausführung. — der text 
ist ganz wertlos. — Edlinger lit. bl. III, 217. 

111. W. Lindemann, Geschichte der deutschen literatur. 5. auf- 
läge. Freiburg i. B., Härder. 743 s. 8. 

112. Hermann Menge, Geschichte der deutschen literatur mit 
besonderer berücksichtigung der modernen kulturbestrebungen, im umrisse 
bearbeitet. Wolfenbüttel, Zwissler. 444 s. 8. 

ang. z. f. d. österr. gymn. XXX, 656 f. (R. v. Muth). z. f. d. gymn. 
wesen XXXIII, 608 f. 

113. G. Othmer, Vademecum des literaturfreundes. Hannover 1878: 
Vin, 604 s. 

ang. V. Imelmann zs. f. d. gymn.wesen 33, 142 — 144. 

114. Giacomo Parmendero, -Storia generale della letteratura 
tedesca. vol. 1 dalle origini sino al 1750. Torino, Löscher. 1878. 
232 s. 12. 1. 2,50. 

ang. von Giovanolli, Herrigs arch. LXII, 114—116: 'mit besonderer 
Vorliebe und großer klarheit hat verf. es verstanden, seinen landsleuten 
jene alten sagen des Artushofes, des heiligen Grals mit ihrem mystischen 
hintergrunde darzulegen, eine nicht leichte aufgäbe, da der Italiener für 
dergleichen gar kein Verständnis hat. bei Gudrun und dem Nibelungenliede 
hat sich verf. des längeren und mit sichtlichem wolgefallen aufgehalten, 
und es ist ihm gelungen, ein recht anschauliches bild dem leser vorzuführen.* 

115. Wilhelm Reuter, Literaturkunde, eifthaltend abriss der poetik* 
und geschichte der deutschen poesie. 9. aufläge. Freiburg i. B., Härder 
1878. Vm, 208 s. 8. 



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LiteratoTgeschicbte. 28 

116, Otto üoquette, Geschichte der dentschen dichtung von den 
äUesten denkmftlern bis auf die neazeit. 3. durchgesehene anflage. Stuttgart, 
Ebner und Seubert. 1879. bd I. V u. a75 s. bd. ü. m u. 450 s. lex 8. 
7,20 m. 

der geschichte der mittelalterlichen poesie sind I s. 1—165 gewidmet. 
Eoquette behandelt seine aufgäbe als ästhetiker und dichter, darum sind 
seine urteile über Walther, Wolfram und Gotfrid interessant, ein philolog, 
der nur niederschreibt, was er als resultate der neuesten forschung vor- 
gefunden und — so weit es möglich — durch nachprüfnng selbst sich er- 
worben, ist er nicht, er steht über seinem stoff, nicht in ihm. das ist 
überall ein lob, für die behandiung der poesie des mlttelalters nicht, 
hier rächt sich die philologie an dem, der sie von oben ansieht, mag 
der Kero auf s. 8 noch hingehen, aber die datirung des Anno und die 
Verweisung des Rolandsliedes an den hof Heinrichs des löwen sind heut- 
zutage arge fehler, man muss das freilich jedesmal sagen, wenn man über 
ein literarhistorisches handbuch redet, aber vielleicht gelingt es noch diese 
fehler auszumerzen, schlinmi ist auch die Verwechslung Wemhers von 
Tegemsee mit dem verf. des Marienlebens: das Tegemseer liebesliedchen 
jenem zuzusehrdben ist kühn, was gelegentlich über die entwickelung der 
spräche gesagt wird, hinkt oft bedenklich; s. 8: 'die gotische spräche, 
in welche einst Ulfilas die bibel übersetzt hatte, (nur eine mundart der 
deutschen, so wie die hochdeutsche, die niederdeutsche und die angel- 
sächsische), hatte keine längere dauer als das bestehen der gotischen 
reiche.* s. 31: 'zwischen der mhd. und ahd. mundart liegt eine Über- 
gangszeit, in welcher hochdeutsche und niederdeutsche demente mit ein- 
ander ringen' n. s. w. — der Schwerpunkt des Werkes ruht natürlich in 
der behandiung der späteren zeit, aber es ist doch traurig, dass die Schil- 
derungen der älteren periode, die man jetzt nicht mehr Temachlässigen 
kann, so ohne eingehendes Studium, wir möchten sagen ohne liebe zur sache 
gefertigt werden. 

117. Daniel Sanders, Geschichte der deutschen spräche und 
literatur bis zu Goethes tod. Berlin, Langenscheidt. 142, IX s. 8. 

bei der fülle der schon vorhandenen literaturgeschichten ist es wol 
berechtigt von einer neuen zu verlangen, dass sie etwas gutes vollkommenes 
und gewiss nur als richtig anerkanntes bietet, die vorligende, welche auch 
eine geschichte der deutschen spräche sein will, behandelt die ältere literatur 
auf wenig mehr als zehn selten, dann folgen noch ein paar allgemeine re- 
densarten über die ausläufer der mhd. epoche. dass von Vollständigkeit 
nidSit die rede sein kann, versteht sich bei so geringen räume von selbst, 
jeine blüteniese von dem, was Banders tfter die ältere literatur lehrt, möge 
hier folgen: § 4 die älteste literatur zer&llt in <üe 'gotische altnieder- 
deutsche und althochdeutsche zeit\ § 11 aus heidnischer zeit besitzen 



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24 Literatorgescbicbte. 

w aoBer einigen Zaubersprüchen auch 'ein scblummerliedchen'. § 12 
tancht Eero mder auf. § 16 Otfrid schrieb den 'Krist' in oberdeutscher 
mnndart'. § 18 Notker Labeo starb 1023 und war abt. § 28 Eilhart y. 
Oberge lebte 'gegen den beginn des 13. jahrhnnderts\ § 34 Heinrich der 
OHchezare. § 35 Dietmar von Aist, ans dem Thnrgan. § 36 Wemher 
von Tegemsee ist der Verfasser von du bist min. § 38 heißt wörtlich: 
der Kttrenberger (vielleicht ans dem Breisgan) dichtete volkstttmliche lieder. 
§ 39 der pfaffe Konrad, kapellan bei Heinrich dem stolzen oder bei dessen 
söhne Heinrich dem löwen. § 60 Beinmar von Zweter soll mit Konrad 
Mamer 'neuem forschungen zufolge ein und dieselbe person sein'. § 61 
Konrads von Wttrzburg werke sind: goldene schmiede, legenden wie der 
heilige Alexius, Silvester, Pantaleon, das herz, kaiser Otto mit dem hart, 
Engelhart und Engeltrut, der schwanritter, fabeln, klage der kunst, der 
weit lohn, und sein größtes gedieht der trojanische krieg, an 6000 verse 



trotz dieser gänzlichen Unkenntnis ist der verf. mit eigenem urteil 
nicht zurückhaltend: § 39 der pfaffe Konrad übersetzte 'unselbständig'. 
§ 49 GotMds Tristan behandelt 'leider einen durchaus unsittlichen stoff 
in sinnlicher glut'. § 29 Walther v. d. Yogelweide besitzt 'gläubige 
frömmigkeit'. — Lit. cbl. 1571. 

118. Alexander Schöppner, Kleine literaturkunde mit proben 
aus den meidCerwerken der alten und neuen literatur. zum unterrichte 
für töchter der gebildeten stände, vierte aufläge von Karl Zettel. München, 
Lindauer. YDI, 392 s. 8. 

119. Ferdinand Seinecke, Lehrbuch der geschichte der deutschen 
national-literatur. nach dem tode des Verfassers herausgegeben von Hermann 
Dieckmann, dritte aufläge. Hannover, Schmorl und v. Seefeld 1878. 
Vm, 25Ö s. ' 8. 

120. Silberstein, Denksäulen im gebiete der cultur und literatur. 
Wien, Braumüller 1879. VH, 344 s. gr. 8. 7 m. 

darin eine abhandlung über Ulrich von Lichtenstein, über teufel und 
hexen in geschichte und sage, 'nicht in wissenschaftlicher oder halbwegs 
erschöpfender weise, sondern mehr aphoristisch behandelt.' Lit. cbl. 1879. 
sp. 925. 

121. Paul Strzemcha, Geschichte der deutschen nationalliteratur. 
zum gebrauche an höheren lehranstalten und zum Selbstunterricht. 2. um- 
gearbeitete aufläge. Brunn, Knauthe. YHI, 159 s. 8. 

122. A. F. C. Yilmar, Geschichte der deutschen national-literatur. 
19. verm. aufi. Marburg und Leipzig, Elwert 1879. XH, 558 s. g8. 7 m; 

gleich der 18. aufläge wurde die vorliegende von K. Goedeke besorgt, 
dem ausdrücklichen willen Yilmars gemäß ist an dem texte nichts ge- 



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Literaturgeschichte. 25 

lüidert worden; nur die anm. erfuhren zusätze ^um das literarisch-biblio- 
graphische material zu ergänzen und außerdem etwa die noch von neueren 
forschem aufgestellten ansichten oder resultate anzuführen, ohne dieselben 
erörtern zu wollen.* daher sind die ursprünglichen anmerkungen überall als 
Yilmars eigentum kenntlich gemacht: Goedekes Zurückhaltung verdient volle 
anerkennnng. doch hätte anm. 40 die ausgäbe des Eilhart QF XIX, anm. 64 
die ausgäbe des Pilatus durch Weinhold zs. f. d. phil. YIII, 253—88, anm. 
104 die ausgäbe Walthers durch Wackemagel und Rieger, anm. 109 neben 
J. Grimms rec. als paralleles citat 'kl. sehr. IV, 296—360', vielleicht 
auch anm. 93 die Freidankausgabe von Sandvoss erwähnung verdient. 

123. W. Wackernagel, Geschichte der deutschen literatur, ein 
handbuch. 2. verm. und verb. aufläge besorgt von £. Martin. Basel, 
Richter. 1878 I. bd. vierte u. fünfte lieferung. ä 2 m. 

vergl. bibl. 1878 no. 68. diese lieferung umfasst s. 289—384 (der 
ersten aufläge s. 224—302) § 67—83, und steht den früheren an Sorgfalt 
der nachtrage nicht nach, es wäre nur zu wünschen, dass eine schnellere 
Vollendung des Werkes ermöglicht würde, auffällig ist, wie schon an an- 
derer stelle gezeigt wurde, dass anm. 15 zu § 71 die frage nach der 
heimat Walthers, als welche im texte Franken gilt, und für die alle mög- 
lichen und unmöglichen Vermutungen mitgeteilt werden, nicht etwas klarer 
gestellt worden ist, während doch Martin die frage, ob Walther den kreuz- 
zug mitgemacht habe, entschieden verneint, in betreff der Freidank- 
Walther -hypothese wird s. 312 auf diese anm. 22 hingewiesen, wo vom 
kreuzzuge die rede ist. wir zweifeln, dass diese Verweisung jedem ver- 
ständlich ist; es hätte leicht § 79, 35 hinzugefügt werden können, die notiz 
im anz. f. d. a. V 305 zur lit. gesch. s. 384, dass Herborts heiliger Otto 
kein drama ist, kam leider zu spät. 

die soeben ausgegebene 5. lieferung enthält den schluss des I. bandes 
8. 385—460 nebst Inhaltsangabe und register und schließt mit § 90 (1- 
a. 8. 361) die altdeutsche zeit ab. die elf spalten nachtrage und Ver- 
besserungen s. 161 flgd. sind eine dankenswerte zugäbe, das register hat 
an umfang bedeutend abgenommen, die vorgenommene reinigung war heil- 
sam, aber ob es nicht zur leichteren handhabung des buches beigetragen 
hätte, wenn noch mehr nachgetragen worden wäre als das allemötigste, 
bleibe dahin gestellt. 

124. Hugo Weber, Deutsche spräche und dichtung oder das 
wichtigste über die entwickelung der muttersprache das wesen der poesie 
und die nationalliteratur. zugleich ein ratgeber zur fortbildung durch 
lectüre. zunächst für die oberklassen der Volksschulen mit beziehung 
auf die mit Dr. Jütting herausgegebenen lesebücher dargestellt, (pä- 
dagogische Sammelmappe. 30. heft), Leipzig, Siegismund und Volkening. 
64 s. 8. 



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26 Literaturgeschichte. 

125. Georg Weber, Lesebuch zur geschichte der deutschen li- 
teratur alter und neuer zeit. 4. aufläge. Leipzig, Engelmann. 1B78. 
ang. bll. f. d. bair. gymn. u. realschulwesen 15, 35 f. (Baldi). 



126. Karl Meyer, Das geistliche Schauspiel des mittelalters (öffent- 
liche vortrage gehalten in der Schweiz. Y. band 7. heft). Basel, Schweig- 
hauser. 32 s. 8. 

behandelt in populärer weise die entstehung der geistlichen Schauspiele, 
moralitäten und mirakelspiele aus den an hohen festtagen üblichen seenischen 
darstellungBi der heiligen geschichte, sowie die äußere einrichtnng und aus- 
stattung der älteren theater und Schaubuden. 

127. Gustav Milchsack, Die oster- und passionsspiele. eine 
literarhistorische Untersuchung über den Ursprung und die entwickelung 
derselben bis zum siebzehnten Jahrhundert, vornehmlich in Deutschland. 
I. die lateinischen osterfeiem. (Leipziger dissertation). Wolfenbüttel, 
Zwissler. 36 s. 4. 

bildet einen teil einer größeren abhandlung, die im selben vertage er- 
scheinen soll, die vorliegende schrift behandelt zunächst die bisherigen au- 
slebten besonders Mones, und geht dann s. 23 zu den fragen nach Ursprung 
und entwickelung der latieinischen spiele über, die vorhandenen stücke 
werden zusanmiengestellt und ihre älteste form untersucht. 

128. Karl Aug. Beck, Geschichte des katholischen kirchenliedes 
von seinen ersten anfangen bis auf die gegenwart. Köln, Du Mont-Schau- 
berg. 1878. Vn, 288 s. gr. 8. 

für einen größeren leserkreis bestimmt. — ang. Lit. cbl. 442 — 443. 

129. E. Cruel, Geschichte der deutschen predigt im mittelalter. 
Detmold, Meyersche hofbuchhandlung, 1879. XVI, 663 s. 8. 

außer den abhandlungen in Wackemagels altdeutschen predigten gab 
es bisher wenig brauchbares über die geschichte der dtsch. predigt, daher 
verdient das vorliegende buch beachtung. es führt die geschichte der pre- 
digt in Deutschland von den missionspredigten der bekehrer bis auf die 
reformationszeit. es ist anzuerkennen, dass der verf. mit tüchtiger Sach- 
kenntnis und benutzung der neuesten erscheinungen gearbeitet hat. finden 
sich auch nicht gerade zahlreiche resultate eigener Untersuchungen, so 
ist doch das ganze ein trefflicher führer durch die entwickelungszeit der 
deutschen predigt, auch gegen manches alte Vorurteil kämpft der verf. 
mit erfolg so z. b. gegen den alten Irrtum, dass Honorius Augustodu- 
nensis ein Fransose sei (aus Autun), gegen die meinung, dass es eine 
zeit gegeben habe, wo den lalen lateinisch gepredigt wurde, allerdings 
leidet das buch an einer gewissen breite, es verdient sicherlich alles 



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Aitertumskunde. 27 

lob, dass der verf. sich nicht mit dürftigen zahlen und namen sowie 
yerzeichnissen von predigtsanunlungen begnügt hat; zu einer geschichte 
der deutschen predigt gehört gewiss eine characterisimng der zelten und 
predigten, und nichts characteriskt besser als anekdoten. aber der verf. 
hat nach dieser richtung vielleicht des guten zu viel getan, indessen ist 
ein zuviel immerhin besser als ein zu wenig, und deshalb bleibt das 
werk doch das beste, was im zusammenhange über die deutsche predigt 
geschrieben ist. 

130. E. Kölbing, Zur legendenforschung. Kölbing, Engl. Studien 
II, 281 f. 

ein allgemeines wort über mischredactionen bei legenden, d. h. fälle, 
wo zwei redactionen einer legende auf gich eingewirkt haben. 



ISli K. Müllenhoff, Altdeutsche sprachproben, dritte aufläge. 
Berlin, Weidmann. 1878. VI, 152 s. 8. 

die texte sind revidirt, Otfrid ist vermehrt, und aus der ersten auf* 
läge ist wider aufgenonunen der abdruck der Urkunden, ganz neu sind: 
Pilatus, Jüdel, Spervogelische sprüche aus der Heidelberger Freidankhs., 
Tirol und Fridebrant, beispiele des Strickers und der Mantel, dagegen 
sind die stücke aus Konrad v. Würzburg ganz weggefallen. 

ang. Jen. Iz. 1879 nr. 21 von Emil Henrici. 

Altertnmsknnde. 

132. Wilhelm Arnold, Deutsche urzeit. Gotha, Perthes. 1879. 
441 s. 8. 8,40 m. 

klar und deutlich sagt der verf. — freilich nicht in besonderer vor- 
rede, 'wie der ref. im lit. cbl. sp. 264 begehrt — im ersten capitel des 
ersten buches, was er mit seiner arbeit beabsichtigt: er will einen wissen- 
schaftlichen gegenständ einem nichtgelehrten publicum zur Unterhaltung und 
belehmng vortragen und dadurch Interesse für unsere älteste geschichte 
erwecken, auch wünscht er, dass die fachgenossen das buch nicht ganz 
ohne nutzen, die laien nicht ganz ohne freude lesen mögen, (s. 7 und 8.) 

der vorliegende band zerfällt in zwei bücher. I. geschichte der urzeit bis 
zur grftndung der fränkischen monarchie. U innere zustände während dieser 
zeit. I berichtet vonderasiatischenheimat, von der ausbreitung und Wanderung 
der arischen Völker gen westen, von der spräche und cultur dieser Völker; 
die darstellung wendet sich dann speciel zu den Germanen, geht auf ihre 
kämpfe mit den Bömem ausführlich ein und scMld^ die gewaltige schuts- 
w^ir der letzteren gegen die andringenden barbaren, den pfahlgraben, und 
seine bedeutung für die Deutschen, den ersatz der zahlreichen stamm- 



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28 Altertumskunde 

Damen dnrch allgemeinere, wie Alemannen, Franken, Schwaben, sucht der 
Verfasser zu erklären, die bildung der neuen stamme historisch zu be- 
leuchten. II behandelt in vier capiteln die cnltnrstufe (darin eine inter- 
essante parallele zwischen Kelten und Germanen zur zeit ihrer berühmng 
mit Bom), kriegswesen, Verfassung und recht, glaube und geistiges leben, 
vielfach gründet verf. seine ansichten auf die Ortsnamen, die ihm fUr die 
Verbreitung der stamme, alte besied^lung etc. fingerzeige geben, ähnlich 
wie es in seinem werke ^ansiedelnngen und Wanderungen deutscher stamme^ 
geschah. 

den zweck, dem fachgenossen nicht ohne nutzen zu arbeiten, würde 
verf. besser erreicht haben, wenn er sein buch nicht aller anmerkungen und 
quellennachweise bar in die weit geschickt hätte, eine gelegentliche po- 
lemik (s. 206) entschädigt dafür nicht, diesen gegenständ zu popularisiren 
scheint uns die zeit noch nicht gekommen: die vorsieht und strenge ge- 
wissenhaftigkeit, die ernste Selbstkritik mit der andere auf diesem gebiete 
arbeiten, zeigen dies zur genüge, mag dies manchem nicht anstehen, mag 
er glauben, dass MüUenhoffs altertumskunde verdammt ist ein torso zu 
bleiben (cbl. a.a.O.) — gerade Müllenhoffs vorarbeiten zum zweiten bände 
in der zs f d a bestätigen unsere meinung. gewiss hält A. jetzt nicht mehr 
fest, was er über Sicambern und Franken gesagt hat. 

die besprechung im cbl. sp. 264 misst mit recht dem pfahlgraben 
die bedeutung für die entwickelung des deutschen lebens nicht bei, die ihm 
A. hier gegeben hat; auch wünscht sie die unterschiede zwischen Ost- und 
Westgermanen, welche die deutsche philologie erschlossen, historisch genau 
verfolgt zu sehen, mit gleichem rechte wird die entsetzliche widergabe von 
framea durch Streitmeißel gerügt. 

133. M. Eichheim, Neue Schlaglichter auf die Urgeschichte der 
Germanen in Belgien. München, F. A. Finsterlin. 40 s. 8. 

134. S. Backhaus, Die Germanen ein semitischer volksstamm. ge- 
schichtlicher und sprachlicher nachweis. Berlin, M. Driesener. 57 s. 8. 

das buch beginnt s. 5 damit Esau, den bruder Jakobs, zum Stamm- 
vater und namengeber der Sueven zu machen, denn Esaw ^= Eswaw = 
Swew. etymologien ähnlicher oder noch besserer art bilden sammt den 
daraus gezogenen Schlüssen den hauptteil der schrift, welche für den Ver- 
fasser kein schlechter witz sein soll. 

135. M. Rosenstock, Germanen und Juden auf dem boden des 
früheren weströmischen reiches. Wolfenbüttel, Zwissler. m, 46 s. 8. 

136. Heinrich Böttger, Wohnsitze der Deutschen in dem von 
Tacitus in seiner Germania beschriebenen lande etc. Stuttgart Grttninger. 
1877. XX, 78 s. 3 karten. 

das buch ist besprochen von W. Tomaschek, zs. f. d. öst. gymn. 
XXIX, 8^ 862—65 ff. ein ^offenes Sendschreiben an den herm prof. W. T. 



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Altertamskimde. 29 

in Gratz als recensenten meiner kleinen schrift' von Böttger ist dem 2. heft 
des XXX. Jahrganges der genannten zs. beigegeben. 

137. L. Erhardt, Älteste germanische Staatenbildung, eine hi- 
storische Untersuchung. Leipzig, Duncker und Humblot. 82 s. 8. 2 m. 

die beiden ersten abschnitte des Werkes erschienen in gleichem Ver- 
lage u. d. t: 

L. Erhardt, Kelten, Beiger und Germanen, inaugural. diss. z. erl. 
d. phil. doctorw. an der univ. Leipzig. — 1878. 28 s. 8. 

diese beiden abschnitte sind Voruntersuchungen und erörtern I die 
nationalität der Belgi. es gelingt fUr einige belgische Völkerschaften, be- 
sonders die Nervier und Treverer, germanische abstammung zu erweisen. 
II. die Kelten waren durchaus nicht den Germanen an cultur überlegen* 
ihre cultnrstufe war zu Caesars zeit wesentlich dieselbe; wie denn auch 
in der religion große ähnlichkeit zu erkennen ist. Lit. cbl. 1519. 

138. Fligier, Die ursitze der Goten, mitteilungen der anthro- 
pologischen gesellschaft iü Wien IX, no. 1—3, s. 15--17. 

139. Karl Wieseler, Zur geschichte der kleinasiatischen Galater 
und des deutschen volks in der urzeit. Greifswald, Bamberg. 1879. 
52 8. 8. 1,20 m. 

Wieseler hat, nicht ohne auf Widerspruch zu stoßen, den kleinasiatischen 
Galatem deutsche nationalität zugeschrieben, nachdem er sich mit seinen 
die keltische herkunft des Volkes verteidigenden gegnem auseinandergesetzt, 
geht er in seiner neuesten arbeit über die Streitfrage dazu über, seine an- 
ficht einer prüfung zu unterziehen u. dieselbe mit teilweis neuen argumenten 
zu stützen, stellen verschiedener Schriftsteller werden zuerst herangezogen, 
dann zustände, einrichtungen und spräche der Galater. so ist der name 
des von Cicero verteidigten Dejotarus = dem deutschen Diut-hari, Dieter 
{s. 28); der hauptort der Trogmer Taoüiov r= an. tun, engl, totm; sogar 
die gal. worte 5; und s'itßpsxxov werden aus dem deutschen erklärt: ersteres ist 
in Vos-gau, Vogesen und wahrscheinlich in Usi-petes enthalten, letzteres 
ist das eingebrockte, vgl. got. hrikan, — das fehlen der Druiden bei den 
Galatem, der umstand, dass bei ihnen die fürsten, nicht die priester recht 
sprechen, sind andere gründe, in dem volke Germanen, nicht Kelten zu 
erkennen. 

ang. Jen. Iz. s. 257 (W. Grimm). Lit. cbl. 832. 

140. Müllenhoff, Die Sugambem und Sicambera. zs. f da XXIII 
26-43. 

der immer noch, auch von Waitz verf. gesch. 11* 24 angenommene 
historische Zusammenhang zwischen den Sigambem und den salischen 
Franken bemht auf falscher auffassung der geschichte des Volkes und 
: seines namens, die älteste und allein echte form desselben lautet Svgamber 



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30 Altertamskande. 

(su bene, auch im got. svikns an. syhnt nvA gamber strennus nndsagax); 
die form Sygamber entstand durch lautliche erhöhung des tt wie in Cha- 
rydes und Lygii; unberechtigte Schreibung dafür ist Sigamber, und auf 
fehlerhaftem lesen und schreiben der uncialschrift beruht die form mit c, 
deren weiteste entstellung in Sicamber vorliegt, dies ergeben die in chro- 
nologischer Ordnung aufgeführten Zeugnisse für den volksnamen. 

141. Jul. Neudeck, Germanische befestigungen des oberen Waag- 
tales in Ungarn, mitteilungen der anthropologischen gesellschaft in Wien 
IX, 1—3, s, 29 f. 

142. Frz. Krones, Handbuch der geschichte Österreichs von der 
ältesten bis zur neuesten zeit, mit besonderer rücksicht auf Iftnder- 
Völkerkunde und culturgeschichte. 5. band, (zusätze und register). a. u. 
d. t: bibl. f. wissensch. u. lit. bd. 28 (histor. abt. IX) Berlin, Th. 
Hofinann. IH, 263 s. 8. 

143. Otto Eaemmel, Die entstehung des österreichischen deutsch- 
tums. erster band, die anfange deutschen lebens in Österreich bis 
zum ausgange der Earolingerzeit. Leipzig, Buncker und Humblot. 1879. 
Vm, 331 s. 8. 7,20 m. 

das buch istT die weiterführung einer programmabhandlung (bibl. 1877 
no. 105), welche im lit. cbl. 1878, sp. 218 in anerkennender weise be- 
sprochen wurde, ^es soll nachweisen, wie die landschaften, welche den 
historischen kern der österreichischen monarchie gebildet haben, durch die 
deutsche herrschaft und colonisation aus slavischen zu deutschen oder 
halbdeutschen ländem geworden sind\ 

144. F. Krones, Zur geschichte des deutschen Volkstums im 
Karpatenlande mit besonderer rücksicht auf die Zips und ihr nachbar- 
gebiet festschrift der k. k. univei-sität Graz aus anlass der Jahresfeier 
am 15. november 1878. Graz, Leuschner u. Lubensky 1878. 33 (1) s. 
4. 1,20 m. 

schließt sich der ansieht an, dass die deutschen colonien Ungarns nicht 
aus der Völkerwanderung, sondern erst aus dem XII jh. stammen. 

145. F. Krones, Zur geschichte der ältesten, insbesondere deutschen 
ansiedelung des steiermärkischen Oberlandes mit .nebenläufiger rücksicht 
auf ganz Steiermark. Separatabdruck aus dem XXVII. hefte der mit- 
teilungen des bist. ver. f. Steiermark. GraZj selbstverl. d. verf. 1879. 
78 s. g8. 2 m. 

verf. bezeichnet seine arbeit als ^skizzenhafte Vorstudien zur klärung 
einer der zweckwürdigsten aufgaben innerösterreichischer geschichts- 
forschung, einer aufgäbe, zu deren lösung bereits namhafte leistungen vor- 
liegen, welche aber immerhin räum genug lässt für den fleißigen spaten 
und ehrlichen willen jedes fachmannes im engeren u. weiteren sinne.* 



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Altertumskonde. 31 

sie sollen den historischen gang der bevölkerong Obersteiermarks verfolgen 
H. die Schichtung der Ortsnamen in diesem gebiete erörtern. Lit. cbl. 1556. 

146. Sigm. Eiezler, Geschichte Baiems. 1. band, bis 1180. Gotha, 
F. A. Perthes 1878. XXXII, 880 s. 8. (a. n. d. t. : Heeren, ückert und 
Y. Giesebrecht, geschichte der europäischen Staaten, XL. lieferong, 1. ab- 
teilnng). 

besonders die älteste geschichte ist behandelt und zwar mit rücksicht 
anf cnltnr und Wissenschaft. Riezler hält entschieden an der rein deutschen 
herkonit der Baiem fest: Bojnarii nach ihrer heimat Böhmen, das seinen 
namen von den Ureinwohnern den keltischen Bojem hat. — ang. Lit. cbl. 
987—988. 

147. C. Mehlis, Studien zur ältesten geschichte der Bheinlande. 
vierte abteilung. mit tafeln und Zeichnungen. Leipzig, Duncker und 
Humblot. 8. 4 m. 

148. Kolberg, Pytheas. geographisch-historische erörterungen über 
das bemsteinland der ältesten zeit, in zs. f. d. geschichte und altertums- 
künde Ermlands. VI. 3 und 4 (Braunsberg und Leipzig 1878. 8.) 

149. Georg Wendt, Die nationalität der bevölkerung der deutschen 
ostmarken vor dem beginne der germanisirung. Göttinger dissertation. 
Göttingen 1878. 63 s. 8. 

die arbeit behandelt eine firage, die von wichtigen stimmen ganz ver- 
schieden beantwortet ist: saßen im XI. jh. zwischen Elbe und Oder atis- 
scUiefilich Slaven oder war der hauptteil der bevölkerung germanisch, die 
herrschende classe nur slavisch? der verf. weiset die 'urgermanentheorie' 
fQr die einzelnen gebiete des bezeichneten landstriches zurflck. s. 45 f. 
excurs ttber die älteren Brandenburgischen Chroniken. 

150. Bartels, Beitrage zur ostfriesischen cultur- und literatur- 
geschichte 11. die apokryphische geschichtschreibung in Friesland im Zeit- 
alter des Ubbo Emmius. Jahrbuch d. gesellsch. f. bildende kunst u. 
vaterländische altertümer zu Emden lU, 1 — 25. (abdruck eines Vortrags). 

von friesischen geschichtschreibem sind schon in früherer zeit wider- 
holt quellen für die geschichte ihres Volkes fingirt, zum teil in friesischer 
spräche: Chroniken, bardenlieder etc., aus denen die abstammung des 
Volkes und seine ältere geschichte dargestellt wurde, die Ostfriesen sollten 
von Trojanern oder Macedoniem abstammen; auch von den Juden, die bei 
der Zerstörung Jerusalems durch Titus das stück für zwei pfennig zu 
kaufen waren (so behauptete spottend ein karthäusermönch in Köln.) den 
Friesen wurde ihr Ursprung auch in Phrygien nachgewiesen, am meisten 
Sorgfalt verwandte man auf die geschichte des Friso, des stammesheros. 
dieser sollte ein enkel Tuiscos und aus der Kölner gegend gekommen sein, 
oder er stammte aus Indien, hatte bei Plato studirt und war nach 



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32 Altertamskunde. 

Alexanders d. gr. tode nach der Nordsee gekommen, sein geschlecht 
wnrde his auf Heber, den söhn Sems hinanfgeführt. — die letzten und 
bedeutendsten Verbreiter dieser Irrtümer, Suflfridus Petrus und Hamelmann, 
wurden ende des 16. Jahrhunderts von Ubbo Emmius widerlegt, und mit 
diesem beginnt die wirkliche friesische geschichtschreibung. er erklärte, 
dass einheimische berichte älterer zeit nicht vorhanden wären, und dass 
über die Friesen das älteste in römischen autoren zu finden sei. 

151. Victor Langhans, Über den Ursprung der Nordfriesen. anti- 
quarische Studie. Wien, Gerold 1879. 59 s. 8. 1,60 m. 

die frage, mit der sich der kern vorliegender Studie beschäftigt, schien 
durch Mttllenhoff, Grimm, Waitz u. a. entschieden, nach den genannten 
gelehrten war an eine einwanderung der Nordfriesen nicht zu denken. 
Waitz sagt (Schlesw. Holst, gesch. s. 10); 'man hat die Friesen (in 
Schleswig) für spätere einwanderer gehalten, doch weiß die geschichte 
dafür kein zeugnis, und viel wahrscheinlicher ist es, dass sie hier seit alten 
zelten angesessen waren.' verf. unternimmt es dagegen an der band der 
mittelalterlichen quellen darzulegen, dass die Nordfriesen der Westküste 
Schleswigs sowie der uthlande in ihre jetzigen sitze eingewandert sind, 
nach und nach, in verschiedenen Impulsen, überwältigten diese colonisten 
die frühere bevölkerung, so dass schlieBlich aus dem von ihnen über- 
schwemmten lande ein Nordfriesland wurde, die anfange der einwanderung 
fallen ins 9 jh. was sich aus historischen aufzeichnungen für diese ansiebt 
ergibt, wird durch tradition, sage und epos bestätigt — obgleich man 
nicht leicht dem verf. in seinen mythologischen combinationen, die er an 
die Sylter sage vom kämpfe gegen könig Finn knüpft, folgen wird, die 
schwierigen differenzen in den angaben der alten hinsichtlich der Beudigni, 
Aviones, Anglii etc. werden im beginne der abhandlung dargelegt, auch 
für die Identität der Nerthusinsel mit Helgoland eingetreten. 

152. Okko Leding, Die freiheit der Friesen im mittelalter und 
ihr bund mit den Versammlungen beim Upstallsbom. Göttinger disser- 
tation. Emden, Haynel. 1878. 57 s. 8. 

zur geschichte der Friesen im mittelalter fließen nur dürftige quellen, 
um so mehr blieb sie phantastischen combinationen als tummelplatz über- 
lassen, so nimmt Ubbo Emmius einen freien einheitsstaat mit republika- 
nischer Verfassung an, und neuere sind ihm wenn auch nicht ohne Wider- 
spruch zu finden darin gefolgt, um klarheit in diese Verhältnisse zu bringen 
legt verf. zunächst (I) dar, dass nach der Unterwerfung Frieslands unter 
die Franken auch dort die fränkische grafenverfossung eingefährt wurde, 
von der mitte des XI. jhs. an sind die friesischen gaue nicht mehr an 
einheimische, sondern an fremde, sächsische oder holländische herren ver- 
liehen, die aber aus mangel an persönlichem einfluss ihren alten amts- 



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Altertamskunde. 33 

Charakter verloren und mit ihm jede einwirkung auf innere Verhältnisse, 
recht und gericht einbüßten, die Umwandlung vollzog sich in den ver- 
schiedenen gebieten zu verschiedener zeit, in den gauen zwischen Lauwers 
und Weser c. 1100. recht und Verfassung wurden nun in selbständiger 
weise fortgebildet; das lehnswesen blieb dem lande fremd, im ü. abschnitt 
werden die nachrichten über die Versammlungen beim Upstallsbom geprüft 
und auf grund derselben die entwicklung dieses Instituts und seiner Ver- 
fassung geschildert, auf die Untersuchungen Hölschers im vorjährigen progr. 
der realschule zu Bützow (bibl. 1878 nr. 168) konnte noch nicht rücksicht 
genonmien werden, angez. Lit. cbl. 1878, sp. 1534. GGA s. 936 — 941. 
(Runeberg). 

153. Steenstrup, Danske kolonier i Flandern og Nederlandeme i 
det 10 de Aarhundrede. Khvn. Luno. 

Academy 1878 p. 357 (12 oct): *Mr. S. argues that the King Sig- 
fred who is said in the Anglo-Saxon Chronicle to have killed himself in 
962, and to have been buried at Wimbome, was a certain King Sifred of 
a Danish colony at Guines, mentioned as conmiitting suicide by Lambert 
of Ardres, a chronicler writing in 1203.' 

153a. Johannes C. H. R Steenstrup, Normanneme. Kjebenhavn 
Rudotf Klein. 1876. 1878. 2 vol. 8. a. u. d. t: 

Inledning i Normannertiden. 1876. IX, 381 s. kr. 6. 

Vikingetogene mod Test i det 9^« aarhundrede. 1878. V, 406 s. kr 6. 

der erste band von Steenstrups umfassenden Studien zur geschichte 
der Normannen, die einleitung, zerfällt in vier abschnitte, der erste be- 
schäftigt sich mit den quellen, besonders mit Saxo, von dem nachgewiesen 
wird, dass er mit der Normannenzeit gänzlich unbekannt war; femer mit 
Dudo Yermendensis, GuiUelmus Gemmeticensis, Ordericus Yitalis, Wace 
und Benoit. der zweite, Normannemes Hjemland überschriebene abschnitt 
bringt zunächst eine Untersuchung über norm, volksnamen, resp. über die 
frage: mit welchem hauptnamen wurden die nordischen Vikinger in Deutsch- 
land und Frankreich bezeichnet? verf. entscheidet sich zu gunsten des 
namens Normanni. auf eine auseinandersetzung mit G. Storms aufsatz 
*om Ynglingatal og de Norske Ynglingekonger i Danmark' folgt ein capitel 
über Bagnar Lodbrog und seine söhne, aus dem umfangreichen sagenschatz 
sucht der verf. die historischen bestandteile auszuscheiden, Übertreibungen 
und missverständnisse anzudeuten, das folgende capitel ist Bollo, dem er- 
oberer der Normandie, gewidmet, die letzten abschnitte beschäftigen sich 
mit den Ursachen der Normannenzüge, dem beere und seiner Verfassung, 
mit könig Frodes Satzungen und mit der kriegskunst der Normannen. 

nach dieser erledigung der Vorfragen geht der zweite band auf die 
geschichte der Normannenzüge ein. die einzelnen capitel beschäftigen sich 

Jahresbericht für Germanisch« Philologie. L (1879). 3 



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34 Altertumskunde. 

mit den ersten Yikingsfahrten, mit könig Alfreds kämpfen gegen die Dänen, 
mit Halfdans und Ennds herrschalt in Northomberland, mit den Normannen 
in Irland, Frankreich, Spanien, Africa, Italien und Schottland, drei capitel 
allgemeineren Inhalts machen den schluss: die folgen der Normannenfahrten 
in hinsieht auf Europas politische gestaltung, heerwesen und kriegskunst 
in Westeuropa, die cultur des heidentums und des Christentums. 

vgL Jen. Iz. 1879, 51. (K. Maurer). 

154» G. Storm, Normanneme i Vikingetiden. N. norsk. Tidsk. I 
140—160. 

die bedeutende Stellung, welche das nordische volk während des 9. und 
10. jhs. in Europa einnahm, legt die frage nahe, welchen einfluss dasselbe 
auf andere Staaten und nationen geübt, welchem einfluss es selbst seitens- 
dieser ausgesetzt war. die Vikingszeiten nehmen in der historischen ent- 
Wickelung des nordens dieselbe Wichtigkeit in ansprach wie die Völker- 
wanderang fttr den Süden, verf. praecisirt die aufgaben der geschichts-- 
Schreibung ihnen gegenüber und beleuchtet die dahin gehörenden arbeiten 
Munchs, Jessens und besonders Steenstraps (Indledning til Normannertiden). 

155. Charles Merivale, Conversion of the West. The continental 
Teutons. with map. (published under the direction of the Committee of 
general literature and education etc.) London: Society for promoting 
Christian Knowledge, s. a. pp. 180. 12. 3,60 m. 

eine populäre darstellung der christianisirung der germanischen stamme 
des continents. das dritte capitel ist Ulfilas und der bekehrung der Goten 
gewidmet, eine kurze Charakteristik der Teutonic religion^ auf grund der 
Edda im elften capitel. 

156. G. F. Maclear, Conversion of the West. The Northmen.. 
with map. (publ. under the direction of the Committee of general literature 
and education etc.) London: Society for promoting Christian Knowledge.^ 
s. a. pp. 202. 12. 3,60 m. 

beschäftigt sich mit der bekehrung der skandinavischen Völker und 
führt in scharfen zügen die gestalt Haralds Härfagr, Hakons, Olafs Tryggva- 
son, Olafs des heiligen, Haralds Hardrädr u. a. vor. das achte capitel 
enthält eine skizze: Christianity in Iceland. 

157. Dietrich Schäfer, Die Hansestädte und könig Waldemar 
von Dänemark. Hansische geschichte bis 1376. gekrönte preisschrift.. 
Jena, Gußtav Fischer. XYI, 607 s. 8. 

besonders wichtig für die geschichte des Vordringens der Deutschen 
nach norden und osten. 

158. Oswald Moosmüller, Europäer in Amerika vor Columbus- 
nach quellen bearbeitet. Regensburg, Manz. 1879. XH, 251 s. 8. 3,50 m. 

wenn wir von den speciel der kirchengeschichte dienenden capiteln 
absehen, so enthält das werk des P. Moosmüller 0. S. B. eine auf die 



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Altertomskunde. 35 

bekannten quellen gestützte ansfClhrliche darstellnng der beziehnngen 
Europas zu Amerika vor Columbus. es wird die geschichte Eiriks des 
roten, Björns, des Lei£r und porvaldr, endlich des porfinnr KarlseM er- 
zählt, im weiteren verlauf wird des An Marson und andrer nach dem 
westlichen continent verschlagener Seefahrer gedacht, verf. macht den 
versuch aus den in isl. berichten erhalt^en angaben über die Schiffahrt, 
die landesbeschaffenheit, das dima und die producte die entsprechenden 
örtlichkeiten auf dem boden des heutigen Amerika nachzuweisen, auch 
verbreitet er sich kurz über die daselbst aufgefandenen inschriften, z. b. 
den Dightonstein. 

über manche einzelheit lieDe sich freilich rechten, wir ^berühren nur 
die behauptung, dass unter Björns b^leitem mehrere priester — und 
zwar Benedictiner — waren und dass bereits im Xu. jh. Amerika ein 
Benedictinerkloster aufzuweisen hatte, tadeln es auch nicht, dass die angst 
der westwärts verschlagenen Friesen durch einige Strophen *nach einem 
Marienliede der gräfin Jda Hahn-Hahn' anschaulich geschildert wird; nur 
das sei erwähnt, dass die namen oft recht ungenau widergegeben werden, 
auch böse erklärungen begegnen; Eirichsfarth, Flateya, Bjame; Eirich = 
Errich, s. v. w. Heinrich von herr und reich s. 22. manches scheint 
Rafos Übersetzung in den Ant. Am. verschuldet zu haben, so hätte verf. 
wol in des christlichen porvaldr Worten: her er fagrt ok hir vilda ek bce 
minn reisa ein citat erkennen und die Übersetzung 'hier wünsche ich 
meine vüla zu erbauen' etwas würdiger gestalten können, (s. 89). Leifr 
wird 8. 85 mit dem beinamen Fortunatus bedacht, s. 110 caecia flaute 
als erklärung in den text gesetzt, die namen, welche die Grönländer 
den neu entdeckten orten geben, müssen oft den geographischen auf- 
stellungen des verf. als stütze dienen; doch werden sie ndtunter falsch er- 
klärt: so erhielt Kjalames nicht diesen namen, weil es mit einer schiffs- 
kielspitze Ähnlichkeit hat (s. 110), sondern entweder weil porvalds geehrten 
dort ihr schiff ausbesserten oder weil Karlsefois begleiter fundu hjöl af 
skipi, ok kölludu par Ejalames. eine andere als des verf. erklärung von 
Furdusirandir enthalten die sogleich folgenden werte pviat la^ngt var med 
at sigla, wir haben noch mancherlei notirt; doch wird der wert des 
buches durch diese kleinigkeiten nicht geschmälert. 



159. Georg von Hirschfeld, Geschichte und topographie des 
Rheins und seiner ufer von Mainz bis Holland, mit besonderer berück- 
sichtigung der Römerzeit, monatsschr. f. d. gesch. Westdeutschlands V, 
168—192. (fortsetzung folgt). 

geologische und geographische feststellung über den zustand des Rheines 
und seiner ufer in den verschiedenen zeitepochen, besonders in 'der ältesten, 
das historisch-politische ist ausgeschlossen. 

3* 



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85 Altertamskonde. 

160.^ A. Dederich, Überflatong der NordseekOste am lande der 
Chanken. monatsschr. f. d. gesch. Westdeutschlands IV, 721 — 724. 
über eine stelle des 16. bnches von Plinins bist. nat. 
vgl. hierzu eb. V, 240. 

161. J. Schneider, Böniische heerwege zwischen Lahn vndRuhr. 
monatsschr. f. d. gesch. Westdeutschlands V, 21—29. 

im anschluss an seinen aufsatz ttber die Bheinübergänge Gäsars (eb. lY) 
betrachtet vf. die einzelnen alten heerwege, welche er selbst untersucht hat. 
eine karte stellt die ei^bnisse dar. 

162. J. Schneider, Komische heerwege zwischen Yssel und Buhr. 
(mit karte) monatsschr. f. d. gesch. Westdeutschlands Y, 140 — 145. 

163. J. Schneider, Die römischen militärstraßen des linken Rhein- 
ufers, c. von Göln bis Bingen (mit einer tafel). Jahrbücher des Vereins 
von altertumsfreunden im Bheinlande. heft 68, 1 — 16. 

164. G. Mehlis, Der grenzfluss Obringa und die einteüung (xer- 
maniens. correspondenzblatt des gesammtvereins der deutschen geschichts- 
und altertumsvereine. juli 1878. no. 7. — Jahrbücher des Vereins von 
altertumsfreunden im Rheinlande, heft 68, J88— 189. 

165. K. Ghrist, Der fondort des Teutonensteines, monatsschr. f. d. 
gesch. Westdeutschlands V 93—94. 

zur limesfrage, vgl. Schneider eb. 225—226. 

166. Albert Duncker, Beiträge zur erforschung und geschichte des 
pfahlgrabens (Limes imperii Bomani Transrhenanus) im unteren Main- 
gebiet und der Wetterau. mit einer kartenskizze und zwei cartons (separat- 
abdruck aus bd. Ym n. f. der Zeitschrift d. ver. f. hessische geschichte 
und landeskunde). Kassel, Freyschmidt in comm. Y, 104 s. 8. 

ang. Lit. cbl. 604—605. Jen. Iz. no. 26, s. 366 (J. Schneider), vgl. 
correspondenzbl. d. gesammtver. der deutschen gesch. u. altertumsvereine 
27, 31. eb. s. 44—45. 

167. A. Fahne, Neue beitrage zum Limes imperii Bomani Germa- 
niae secundae und culturhistorisches. mit (eingedr.) holzschnitten und 5 lith. 
karten (aus der zs. d. Bergischen geschichtsvereins). Düsseldorf, Schaub. 
88 s. 8. 

168. E. Hübner, Der römische grenzwall in Deutschland. Jahr- 
bücher des Vereins von altertumsfreunden im Bheinlande. 68, 17—56 
(mit einer karte). 

169. J. Schneider, Zur limesfrage, monatsschr. f. d. gesch. West- 
deutschlands Y, 225—226. 

gegen Ghrist, eb. Y, 94 und für des vf.'s ansieht eb. III, 329. 618. 
635, dass der vom Hohenstaufen kommende limes bei Miltenberg am Main 
aufhörte. 



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Altertamskunde. 37 , 

170. Über das Bonner castram. anz. f. d. knnde der deutschen 
Vorzeit. 1878, 407. 

171. Bück, Über römische Ortsnamen in Wirtenberg, mitteilun- 
gen d. ver. f. knnst u. altertnm in Ulm u. Oberschwaben. 

172. Carl Christ, Trajanische anlagen am. Neckar imd Main, im 
anscbinss an Brambachs schrift: Trajan am Rhein, correspondenzblatt des 
gesammtver. d. deutschen gesch. u. altertumsvereine 27, 50—53. 

173. Carl Christ, Die civitas Aelia Hadriana am untern Main, 
corespondenzbl. des gesammtver. der deutschen gesch. u. altertumsvereine 
27, 33—36. 41—44. 

zugleich ergänzung zu des Verfassers aufsatz über die civitates des 
Dekmnatenlandes in den Heidelberger Jahrbüchern 1872 nr. 36 — 42. 

174. A. V. Cohausen und L. Jacobi, Das Römercastell Saalburg, 
auszug. mit einer münztafel und zwei lith. planen. Homburg v. d. h., 
Fraunholz 1878. 30 s. 4. 

angezeigt im anz. f. künde der deutschen vorzeit 1878, s. 339—340. 

175. A. Deppe, Wo haben wir die beiden lager und das Schlacht- 
feld des Varus zu suchen? correspondenzbl. d. gesammtver. d. deutschen 
gesch. u. altertumsvereine 27, 12—13. 

176. A. Deppe, Wo haben wir das Sommerlager des Varus a. 9. 
und das feld der Hermannsschlacht zu suchen? Heidelberg, Weiß. 7 s. 8. 

177. M. F. Esselen, Das röndsche kastell Aliso und ort der nieder- 
lage des römischen heeres unter Q. Yarus. zwei abhandlungen. Hamm, 
Grote 1878. 47 s. 8. 

178. F. X. Kenner, Die Römerorte zwischen der Traun und dem 
Inn. Wien, Gerolds Sohn, in comm. 1878. 76 s. 8. (mit 5 figuren im text). 

179. G. A. B. Schierenberg, Zur literatur über die Römer- 
kriege und das kastell Aliso. correspondenzbl. des gesammtver. der 
deutschen gesch. u. altertumsvereine 27, 36—37. 

180. L. Hölzermann, Localuntersuchungen die kriege der Römer 
und Franken sowie die befesügungsmanieren der Germanen, Sachsen und 
des späteren mittelalters betreffend. Münster, Itegensberg 1878. VTH, 
123 8. 4. 

181. J. Schneider, Das römische lager zu Asbach. monatsschr. 
f. d. gesch. Westdeutschlands V, 92—93. 

182. R. Wagener, Die läge des Schlachtfeldes von Idistaviso. zs. 
f. vaterländische gesch. u. altertumskunde (Westfalens) 1878. 

183. K. von Veith, Die kämpfe des Labienus mit den Treverem an 
der Semois und Alzette 54/53 v. Chr. monatsschr. f. d. gesch. Westdeutsch- 
lands V, 145—159 (mit drei planen). 



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38 Kulturgeschichte. 

184. Bartels, Drasus Tiberius und Germanicus an der Niederems. 
Jahrbuch der gesellsch. f. bildende kunst u. vaterländische altertümer zu 
Emden 3, 1—26. 

enthält einige versuche aus den angaben der röndschen und griechischen 
historiker die läge dentscher Völkerstämme festzustellen, eine karte gibt 
erläuterungen dazu. 

185. A. Dederich, Wo sind die Usipeten und Tencterer über den 
Rhein gegangen? monatsschr. f. d. gesch. Westdeutschlands IV, 688 — 693. 

gegen Watterich, die Germanen des Rheins s. 19, werden einige 
stellen des Caesar und Tacitus interpretirt, welche aufschlösse über die 
Völkerverhältnisse am Unterrhein geben. 



Kulturgeschichte. 

186. Johannes Scherr; Deutsche kultur- und Sittengeschichte 
siebente aufläge. Leipzig, Otto Wigand 1879. XII, 652 s. 8. 

diese siebente aufläge des werkes enthält wider einige Verbesserungen, 
neben femer liegenden kulturhistorischen fragen und der literatur seit der 
reformation berührt der verf. s. 46 lieder und sagen der vorzeit, s. 68 die 
dichterische hinterlassenschaft des deutschen heidentums, die nationalen 
heldensagenkreise, die lieder von Hildebrand und Hadubrand, von Beowulf 
u. von Walther von Aquitanien, s. 77 geistliche dichtung: Ludwigslied, 
Heiiand, Otfrid. ^ 90 Roswitha, s. 127—152 die ritterlich-romantische 
dichtung. s.^180 das kirchliche theater. s. 231 meistergesang. s. 241 das 
deutsche Volkslied. 

187. F. Schönfeld, Über die kulturgeschichtliche bedeutung der 
älteren religiös-ethischen dichtungen in der deutschen literatur. wissen- 
schaftliche beilage zum programm der großherzoglichen realschule zu 
Darmstadt, herbst 1878. [pr. no. 521.] 40 s. 4. 

verf. sucht an Heiiand, Otfrid, der summa theologiae, der legenden- 
dichtung, an Parcival, Walther, Freidank, den anfangen des dramas nach- 
zuweisen, dass die kulfurentwickelung der germanischen Völker mit der 
sittlich religiösen durchbildung gleichen schritt hielt. 

188. Ludwig Daae, Norges helgener. med 3 plancher. Christiania, 
Cammermeyer. 1879. VI, 229 s. 8. 6,30 m^ 

angez. Jen. Iz. 1879, 137 (K. Maurer). Anzeiger V, 415 (Brenner). 
Lit. cbl. 1222. Mag. f. d. lit. d. auslands no. 35, 548. das buch bietet 
eine übersieht über die in Norwegen u. Island geübten heiligenkulte, sowie 
ßtellenweis eine kurze geschichte der heiligen, besonders eingehend, wird 
könig Olaf Haraldsson behandelt. 



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Eultorgeschichte. 39 

189; Karl S. Just, Zur padagogik des mittelalters. (a. u. d. t.: 
pädagogische Studien von W. Rein. 6. heft). Leipzig, H. Pfeil. 48 s. 8. 

nimmt stets rQcksicht besonders auf das in mhd. gedichten enthaltene 
material. 

190. Bergemann, Das höfische leben nach Gotfrid von Straßburg. 
Berlin 1876. 51 s. 8. 

lobend besprochen von B. Bechstein, Germania 24, 429 — 432. 

191. Alwin Schultz, Das höfische leben zur zeit der minnesinger. 
I. band mit 111 holzschnitten. Leipzig, Hirzel 1879. XYm und 520 s. 
8. 13 m. 

das von einem kunsthistoriker geschriebene werk behandelt das höfische 
leben des 12. und 13. jhs. in sieben capiteln. der zweite band soll das 
leben unter den waffen schildern, benutzt sind die uns erhaltenen denk- 
mäler und kunstschätze, welche zum teil in gelungenen abbildungen dem 
texte eingefügt sind, besonders aber in ausgiebiger weise die lateinischen, 
französischen, englisdien und deiftschen quellen jener zeit, es gereicht 
dem buche zum großen vorteile, dass weitaus die meisten stellen, welche 
dem texte zur unterläge dienten, unter demselben abgedruckt sind, der 
text ist im ganzen kurz und klar und enthält sich im allgemeinen aller 
Phrasen, so dass sich das buch gut liest, zugleich aber dem forscher stetige 
controle ermöglicht, das I. cap. beginnt mit dem burgenbau und schließt 
daran die besprechung aller einzelnen teile, welche zu einer ritterwohnung 
und ihrer ausstattnng gehören, das IL cap. handelt von geburt und er- 
ziehung der kinder bis zu ihrer Vermählung, das HE. von der toilette, 
kleidung und allen bekannten kleiderstoffen, das lY. von essen, trinken, 
gefäßen und vom verhalten beim mahle, das Y. von der jagd und den 
tieren, das YI. vom reisen und allem was dazu gehört, von der gastlichen 
au&ahme u. dem Zeitvertreib durch spiele und musik, fahrende und gaukler, 
das Yn. endlich von der minne und ihren auswüchsen, von der ehe und 
allen gebrauchen, welche mit ihr zusammenhangen« dass der verf. im all- 
gemeinen sorgfältig gearbeitet hat, kann unter anderem der excurs zu 
cap. I zeigen, wo s. 102—107 in tibersichtlicher form angegeben wird, 
was sich der verf. über die Witterungsverhältnisse von 1100—1315 aus 
den quellen angemerkt hat. 

192. Wesemann, Cäsarfabeln des mittelalters. programm der höh^ 
btirgerschule zu Löwenberg i/Schl. [pr. nr. 190] 1879. 35 s. 4. 

eine interessante Zusammenstellung der fabeln, welche deutsche ge- 
lehrte des mittelalters an die person Gäsars kntipften. die erwähnung der 
siege Gäsars über germanische Völkerschaften veranlasste sie, ohne jede 
kritik, der oft ganz klaren etymologie der namen zum trotz die gründungen 
der bedeutendsten deutschen städte auf Gäsar zurttckzuftthren. derartige 



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40 Kaltui^eschichte. 

versnclie datiren schon von Widukind von Corvey an, aus dem jähre 967, 
der Jülidi auf Jvlms Cäsar zurückführte, weitere beitrage liefert Thietmar 
von Merseburg (1012), der in seiner chronik alles für römisch erklärt, 
was über Heinrich I hinauszuliegen scheint, ja Merseburg selbst auf die 
Eömer zurückführt (Martisburgum). 

diese seine Vorstellung von den Körnern schreibt sich aus seiner 
Vaterstadt Magdeburg her, wo die Cäsarfabel ihren eigentlichen boden 
hatte, die 'chronik der erzbischöfe* und die 'Magdeburger annalen' liefern 
dazu beweise, nach ihnen ist Magdeburg selbst gründung Cäsars (= Par- 
thenopolis, stadt der magd d. i. der jungfräulichen göttin Diana), bald 
gilt ganz Sachsen als von Cäsar unterworfen und mit bürgen versehen, 
(Eresburg — Marsburg), ja auch unter den Wenden werden seine spuren 
gefunden von den missionaren, wie die Slavenchronik zeigt (Wollin, Wolgast). 
bei den Polen und Dänen finden sich anklänge, für Ostsachsen ist die 
hauptquelle die sächsische (Repgowsche) weltchronik, die eingehender 
analysirt wird, großen einfluss auf die geschichtschreiber des 16. jh. 
hatte auch die 1492 zu Mainz gedruclcte niederdeutsche Sachsenchronik 
von Conrad Botho, in der 7 Cäsar-städte genannt und mit den 7 planeten 
in Verbindung gesetzt werden. 

endlich gehört hierhin das Annolied und die kaiserchronik, deren Ver- 
hältnis zu einander dargelegt wird. 

ein weiteres bestreben der Chronisten war, deutsche Privilegien auf 
Cäsar zurückzuführen/ z. b. das lehnswesen und die kaiserwahl; und ganz 
besonderes Interesse zeigt sich, deutsche geschlechter aus römischen adels- 
familien abzuleiten. 

193. Karl Blind, Fire-Burial among our Germanic Forefathers: 
a Record of the Poetry and History of Teutonic Cremation. London, 
Longman. 

194. M. Much, Baugen und ringe, eine studio über das ringgeld 
und seinen gebrauch bei den Germanen, mitteilungen d. anthropol. ge- 
sellsch. in Wien. IX. nr. 4—6. s. 89 f. 

195. Max Jahns, Atlas zur geschichte des kriegswesens von der urzeit 
bis zum ende des 16. Jahrhunderts, bewaffiiung, marsch- und kampfweise, 
befestigung, belagerung, Seewesen, zu seinen Vorlesungen an der k. 
kriegsakademie zusammengestellt, lief. 2—4. Leipzig, Grunow. o. j. 
text s. 49—224. 8. taf, 2—33, quer fol. 

die vierte lieferung enthält neben anderem auch tafeln über das 
germanische kriegswesen. 

ang. Lit. cbl. 1184. — lieferung 5—8 ist gleichfalls erschienen. 

196. Hans Hildebrand, Hjelmar med vildsvinsbild. 1. Kongl. 
Vitterhets Historie och Antiqvitets Akad. Manadsblad. 1879. s. 1—3. 



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Kultargeschichte. 41 

197. J. Franck, Weib und frau. Z f d a XXm 85—87. 

es wird über die Wörter weib fran dame gehandelt und aus Walther 
48, 38 'herausgelesen, dass vnp als geschlechtsname angefangen hatte in 
der achtnng zn sinken und frowe platz zu machen.' dafür sollen zwei 
andere steUen sprechen: Jan Boendale Testeye 2988 flg. u. ein Jahr- 
hundert später Dirc Potter Minnen loep IV 1839 fl. 

198. K. Hoffmann, Hunnische Trauben. Z f d a XXIH, 207. 208. 
einige bemerkungen zu Anz. f d a lY 138 über balanitae als 

name hunnischer trauben. dtirt wird Golers hausbuch und Frisch, 
diese bestätigen die auffassung, das der heunische wein eine geringere 
Sorte war. 

199. K. Kinzel, Hiunisck min. Z f d ph X 382. 

es wird hingewiesen auf Z f d ph IX 141, Nemnich, Polyglotten- 
lexicon der nat. gesch., und eine stelle aus Albertus magnus angeführt, 
welche den heunischen wein erklärt. 

200. Frz. Brendel, Geschichte der musik in ItaUen Deutschland 
und Frankreich von den ersten christlichen zelten bis auf die gegenwart. 
25 Vorlesungen, sechste, von F. Stade neu durchgesehene aufläge. 10 
lieferungen. Leipzig, Matthes. 1878. XH, 684 s. 8. 

201. Baymund Schlecht, Geschichte der kirchenmusik. zugleich 
grundlage zur vorurteilslosen beantwortung der frage: was ist echte 
kirchenmusik. Begensburg, Coppenrath. YIII, 638 s. 8. 

von dem texte (s. 1—215) behandelt der erste abschnitt (bis s. 68) 
die älteste musik einschließlich der Sequenzen und des deutschen kirchen- 
liedes. die s. 219—632 sind musikbeilagen, 633—638 register. das 
ganze ist ^katholisch^ d. h. die entwicklung des protestantischen kirchen- 
liedes nicht dargestellt. — ang. im literarischen handweiser s. 252 — 254 
von W. Bäumker. 

202. Hugo Biemann, Studien zur geschichte der notenschrift. mit 
zwölf lithographirten tafeln. Leipzig, Breitkopf und Härtel. XVI, 316 s. 8. 

das deutsche alterthum betreffen nur wenige teile des buches, beson- 
ders 8. 105 f. über die neumen, s. 221 f. über deutsche Volkslieder und 
die minnesänger. bemerkenswert ist, dass vf. (s 1) eine stelle aus dem 
tractat über die musik, welcher dem Notker Labeo zugeschrieben wird, 
mit Notker Balbulus bezeichnet und statt des überlieferten Uuuizzin ein 
unmögliches Y uvdzzin hat. ang. Lit. rundschau 15. 

203. Bud. Voss, Der tanz und seine geschichte. eine cultur- 
historisch-choreographische Studie, mit einem lexikon der tanze. Erfurt, 
Bartholomäus VI, 402 s. 8. 

nach der anzeige un Lit. cbl. 924—925 enthält das buch im histori- 
schen teil einen größeren abschnitt über Deutschland von den ältesten 



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42 Kaltargeschichte. 

Zeiten ab sowie notizen über den tanz im deutseben sprichworte, in der 
Yolkssage n. s. f. 

204. Jnlins Bintz, Die volkstümlichen leibesübungen des mittelalters. 
Programm der gelehrtenscbale des Jobanneums zu Hamburg. 1879 [pr. nr. 
612] 34 s. 4. 

die arbeit beschäftigt sich ndt dem mittelalterlichen fünfkampfe, dem 
springen, laufen, steinstoßen, ringen, lanzenwerfen. während sie das 
frühere mittelalter ganz yemachlässigt, berührt sie mehrfach entsprechende 
erscheinungen im 16 u. 17 jh. sie schöpft ihre berichte aus der epik 
der mhd. zeit, ohne zu fragen, wie weit die fähigkeit in dieser sache 
Zeugnis abzulegen den höfischen dichtem zuzusprechen ist; femer werden 
Hans Sachs, der verf. der reise Rozmitals, Luther u. a. herangezogen. 

205. Walter de Gray Birch and Henry Jenner, Early 
Drawings and Illuminations. An Introduction to the Study of Illustrated 
Manuscripts; with a Dictionary of Subjects in The British Museum. 
London, Bagster 1879. LXIV, 310 pp. 8 vo. 16, (m 19. 20). 

die einleitung orientirt über die verschiedenen an wertvollen hand- 
schriften reichen Collections des B. M. (Sloane, Cottonian, Harley, Old 
Boyal, Amndel etc.). brauchbarer als die specialcataloge dieser Collections 
erweist sich ein Ciassed Catalogue der gesammten bibliothek. die Illumi- 
nationen finden sich zunächst in ndssalen, psaltern und hören (gebets- 
btichera), später erst in büchem weltlichen Inhalts und sind culturhistorisch 
von großer Wichtigkeit, es folgt eine skizze über die entwicklung der 
miniaturmalerei. Verzeichnis der illustrirten hss. des BM. als ältestes ms. 
deutsches urspmngs erscheint Tib. A U Gospels mit abbüdungen der 
vier evangelisten. den haupttheil des buches bildet ein Dictionary of 
Principal Subjects, ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis der dargestellten 
Personen, ereignisse und gegenstände mit angäbe der fandstellen, zwölf 
abbüdungen geben characteristische proben verschiedener stile. 

206. Hans Hildebrand, Mälningaraa i Valö kyrka i Roslagen. 
Kongl. Vitterhets Historie och Antiqv. Akad. Mänadsblad. 1878 s. 599 
bis 607. 

207. Hans Hildebrand, Nyfunna medeltidsmälningar ebenda s. 
694—700. 758—765. 

bespricht maiereien aus kirchen, außer darstellungen aus der heiligen 
geschichte begegnen auch profane, z. b. figuren aus der sage von 
Salomo und Morolf. 

208. A. von Eye, Ein buntdmck aus dem 14. Jahrhundert, im 
anz. f. künde der deutschen vorzeit. 1879 sp. 7, 

beschreibung einer stola im St. .Georgs-hospital am Harz. 



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Recht. 48 

209. H. Luchs, Schlesische inschriften vom XTTT bis XVI jahr- 
htindert (mit acht tafeln abbildungen) Schlesiens vorzeit in bild und schrift 
(40) 329—342. 

interessant als Schriftproben. 

210. Carl Faulmann, Das buch der schrift, enthaltend die Schriften 
Tind alpbabete aller Zeiten und aller Völker des gesammten erdkreises. 
etc. Wien, k. k. hof und staatsdruckerei 1878. Xu, 272 s. 4. 

ang. Lit. cbl. 913. — das deutsche altertum ist vertreten durch 
runen, lateinische, buchschriften des mittelalters. 

211. Carl Faulmann, Illustrirte geschichte der schrift. populär- 
wissenschaftliche darstellung der entstehung der schrift, der spräche und 
der zahlen, sowie der schriftÄysteme aller Völker der erde, mit 14 tafeln 
in färben und tondruck und vielen in den text gedruckten schriftzeichen 
Schriftproben und inschriften. in 20 lieferungen. Wien, Pest und Leipzig, 
A. Hartleben. 1879. üef. 1—15 gr. 8. ä 0,60 m. 

a. f. d, a. V, 426 macht auf des verf. verliebe fttr schlimme etymo- 
logien auftnerksam. 

212. V. d. Kopp und Koppmann, Zur Verbreitung der lesekunst im 
mittelalter. mitteilungen des ver. f. Hamburgische gesch. I, nr. 10—12. 



Recht. 

213. J. W. Planck, Das deutsche gerichtsverfahren im mittelalter. 
nach dem Sachsenspiegel u. den verwandten rechtsquellen, zwei bände. 
X, 855; IV, 424 s. gr. 8 Braunschweig, Schwetschke. 1879. 32. m. 

die erkenntnis dass das recht poetisch ist durchweht Jacob Grimms 
rechtsaltertümer. das werk ist ein product der romantik; es ist fttr die 
kenntnis des altdeutschen geisteslebens unentbehrlich, aus der modernen 
rechtswissenschaft verschwand, wenn nicht die poesie, so doch die ro- 
mantik. Planck citirt Jacob Grimm kaum ein einziges mal. nur das 
geschriebene recht benutzt er als quelle, der Sachsenspiegel und die sich 
ihm anschließenden arbeiten sowie die verwandten stadtrechte des 13. u. 
14. jhs. insbesondere das von Magdeburg, Goslar, Lübeck, Hamburg, 
Bremen, Statuten, weistümer von Hamburg bis Kulm bilden die basis 
seiner sehr ausführlichen darstellung. den geschichtlichen Zusammenhang 
mit den älteren perioden der deutschen rechtsgeschichte zu untersuchen 
unterließ der verf., um das bild nichts an schärfe und deutlichkeit ein- 
büßen zu lassen, 'die absieht war, ein möglichst getreues, eng an die 
quellen sich anschließendes bild deutschen gerichtsverfahrens zu liefern, 
wie es sich bereits über die anfange hinaus zu voller kraft, aber noch un- 



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44 Recht. 

beirrt durch den einflnss des später recipirten fremden rechts, auf natio* 
naler grundlage entwickelt hat.' 

214. Bichard Schröder, Untersuchungen zu den fränkischen volks- 
rechten, festschrift etc. Würzburg 23 s, 4. 

I. zur lex Salica. II. die heimat der lex Chamavomm. 

215. Lex Salica mit der Mallobergischen glosse nach den band- 
Schriften von Tours Weißenburg Wolfenbüttel und von Fulda Augsburg 
München herausgegeben von Alfred Holder. Leipzig, B. Gr. Teubner. 
VI, 92 s. 8. 

216. Lex Salica emendata nach dem codex Yossianus Q. 119 
herausgegeben von Alfred Holder. Leipzig, B. G. Teubner. 64 s. 8. 

217. Henrici de Bracton, De legibus et consuetudinibus Angliae, 
libri quinque in varios tractatus distincti, ad diversorum vetustissimorum 
codicum collationum typis vulgati. Edited by Sir Travers Twiss. Q. C, 
D. C. L. Vol. L 8. 10 sh. 

218. Maurer, Die armemt des altnorwegischen rechtes. Sitzungs- 
berichte der philosophisch-philologischen und historischen classe der k. b. 
academie der Wissenschaften zu München. 1879. 1. heft. s. 49—138. 
(1, 20 m.) 

eine darstellung der amtsbefagnisse der ärmenn oder vögte während 
der zeit der provinzialrechte, der wesentlich die rechtsquellen zu gründe 
liegen, zunächst wird die etymologie des Wortes besprochen und die an- 
knüpfang an ar =annona abgelehnt; M. ist geneigt im ersten demente ärr^= 
minister, nuntius zu erkennen, ein wort, das besonders in der poesie, selten 
in der prosa vorkommt, etwas bestimmtes drückt demnach das wort 
nicht aus, doch sind ihm andere — yfirsöhmrmenn^ konüngsmenn — darin 
analog; erindrekar bezeichnet zuweilen dasselbe wie ärmenn, ärmadr 
scheint zunächst so viel wie güterverwalter zu sein: 'sie sind vom könige 
über bestimmte höfe gesetzt, welche sie in dessen aufkrag zu verwalten 
(vardveita) haben*, s. 72. doch geht ihre competenz noch weiter, die 
rechtsquellen lassen die Obliegenheiten der ärmenn konimgs und a. biskups 
unterscheiden, die ersteren vertreten ihren herm zunächst auf strafrecht- 
lichem gebiete; sodann fallen ihnen bestimmte functionen bei den ver- 
schiedenen dingversammlungen zu. sie vertreten den könig hinsichtlich 
des heerwesens und sind befugt für dessen Privatinteressen einzutreten, 
die bischöflichen vögte sorgen für die einziehung der bischöflichen einkünfte 
und erheben klage wegen kirchlicher vergehen, das amt des ärmadr bezog sich 
stets auf einen bestimmt begrenzten bezirk, wenn auch anzunehmen ist, dass 
ihm derselbe nur von fall zu fall, nicht ein für allemal angewiesen wurde, 
'das ansehen, das der vogt des königs um seines dienstes willen genoss, 
war groß genug, um ihn mehrfach mit dem landherm gleich behandeln 



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Recht. 45 

zu lassen — doch werden beide stets scharf getrennt gehalten, und lassen 
sich in bezug auf die allgemeine Stellung beider characteristische unter- 
schiede nachweisen.' (s. 114.) die functionen des drmadr knüpfen sich 
also zunächst an die Verwaltung eines königshofes, gehen aber dann über 
diese hinaus, so dass, was zuerst hauptsache einer späteren zeit nur noch 
die form war, 'in der sich die ablöhnung dieser classe von staatsdienem 
vollzieht, ujdd es konnte demnach fortan vorkommen, dass beamte, welche 
ganz denselben dienstlichen Wirkungskreis hatten, bald als ärmenn be- 
zeichnet wurden, bald nicht, je nachdem sie nämlich in der für jene ersteren 
characteristischen weise (durch den ertrag des hofes) das entgelt für ihre 
dienstleistungen bezogen, oder nicht.' seit der mitte des 13. jh. wird der 
ausdruck in den Urkunden seltener. 

219. August von Kries, Der beweis im strafprocess des mittel- 
alters. Weimar, Böhlau. 1878. 290 s. 8. 5 m. 

das buch stellt sich die aufgäbe das beweisrecht im strafprocesse für 
die zeit von der entstehung des Sachsenspiegels bis zum ausgange des 15. 
jhs. darzulegen, es beschäftigt sich I mit dem ursprünglichen beweisrecht, 
II mit seiner fortbildung. I erörtert die beweismittel: eid und gezeugen, 
nämlich eideshelfer, schreimannen, zeugen; gerichtszeugnis und richterlichen 
augenschein; kämpf und gottesurteil, (kämpf ist nur in drei föllen, gottes- 
nrteil in einem vorgeschrieben) und die beweisverteilung unter den 
Parteien, unter n werden zunächst die Veränderungen der beweismittel 
beschrieben: die vom^chtsteig an zu beobachtende einschränkung des Zwei- 
kampfes, das eindringen modemer zeugen an stelle der eideshelfer, bedeu- 
tung des geständnisses (folter); die Veränderungen des beweissystems werden 
nach den verschiedenen rechtskreisen dargestellt. 

220. H. Habicht, Die altdeutsche Verlobung in ihrem Verhältnis 
zu dem mundium und der eheschließung. Jena, Fischer. 1879. 75 s. 8. 
2 m. 

die Schrift behandelt unter I die Verlobung in ihrem Verhältnis zum 
mundium und zeigt, dass zunächst die frau lediglich rechtsobject, mithin 
Sache war, das mundium aber ein Vermögensrecht, die Verlobung ein sachen- 
rechtlicher vertrag, dies änderte sich dahin, dass die firau zum rechts- 
subject wurde, sich das mundium zu einem familienrechtlichen Verhältnis, 
die Verlobung also zu einem familienrechtlichen vertrag gestaltete, verlober 
und muntwalt sind parentes; mangeln sie, der könig. bei der frage nach 
dem falle der widerverheiratung einer wittwe, bestreitet verf. Sohms 
auffassung des Reipus der Lex Salica und führt denselben auf den alten 
muntschatz zurück, er ist ihm symbolischer muntschatz bei der Verlo- 
bung der wittwe. das verlobungsrecht steht dem muntwalt zu, doch ist 
er an die zustinmiung der frau gebunden; indessen kann unter umständen 



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46 Recht 

der muntwalt umgangen werden, wenn auch das älteste deutsche recht zu 
einer selbstverlobung der frau nicht gelangt zu sein scheint, unter n 
wird gegen Sohm die frage verneint, ob die Verlobung unmittelbar ehe 
(unvollkonunene ehe) begründet. 

221. C. Fipper, Das beispruchsrecht nach altsächsischem recht, ein 
rechtsgechichtlicher versuch. Breslau, Köbner. 1879. VII, 103 s. lex 8 
2,80 m. a. u. d. t. Untersuchungen zur deutschen Staats- und rechts- 
geschichte herausg^eben von 0. Gierke. III. 

222. Brock, Die fehde und das fehderecht, zweiter teil, progranmi 
des königl. gymn. zu Conitz. [pr nr. 22] Conitz 1879. 30 s. 4. 1,20 m. 

der erste Neumark 1874 erschienene teil dieser abhandlung suchte 
zu zeigen, *dass die annähme eines fehderechtes unverträglich ist mit dem 
wesen der germanischen gemeinde vor der Wanderung, dass selbst aus den 
so ruhigen Zeiten der Merowinger sich durch keinen fall die gesetzlich- 
keit der fehde dartun lässt und dass die so reiche karolingische gesetzgebung 
mit einem fehderechte im widersprach steht.' die vorliegende abhandlung 
begreift die zeit von Arnulfs regierungsantritt bis auf Heinrich IV und ge- 
langt für dieselbe zu den gleichen resultaten. 

223. Alf. Baldamus, Die anfange der ndnisterialen unter den Ka- 
rolingern, inauguraldiss. der phil. fac. der univ* Leipzig u. s. ^. Wann- 
brunn. 1879. 29 s. 8. 

die Untersuchung bildet einen teil des werkes: 

Alf. Baldamus, Das heerwesen unter den späteren Karolingern. 
Breslau, Koebner 1879 a. u. d. t. Untersuchungen zur deutschen staats- 
und rechtsgeschichte. herausg. von 0. Gierke. IV. 

der begriff des ministerialen beschränkt sich zunächst auf unfreie 
persönliche diener und dienerinnen, vorzüglich die im Wohnsitz des herm. 
in der frühesten Karolingerzeit erweitert sich dieser begriff, so dass in 
den damaligen ministerialen nicht ohne weiteres der ursprang der späteren 
gefanden werden kann. Nitzsch sucht denselben in den scarariis und ca- 
ballariis; diesen wird hier eine eingehende Untersuchung gewidmet und 
gezeigt, dass die annähme von Nitzsch zurückzuweisen ist. dagegen hält 
verf. die haistalden und die fiscalini für die Vorgänger der späteren mini- 
steriales. 

224. Ignaz Jastrow, Zur strafrechtlishen Stellung der sklaven bei 
Deutschen und Angelsachsen. Breslau, W. Köbner, 1878. 8. IV, 84 s. 
2,40 m. ^ 

ang. von K. Maurer, Kölbing, Engl. Studien 11 s. 476—488. ref. 
bezeichnet das buch als nicht mit gehöriger schärfe verfasst, sowol in 
philologischer als juridischer beziehung. 



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Recht. 47 

225. Jac. Grimm, Weistttmer. 7. teil, namen and Sachregister 
verfasst von Rieh. Schröder, herausgegeben durch die historische com- 
mission bei der königlichen akademie der Wissenschaften zu München. 
Ööttingen, Dietrich 1878. IV, 418 s. 8. 

ang. Lit. cbl. 549—551, wo einige znsätze gemacht werden. 

226. F. Bischoff, Dritter bericht über weistümerforschnngen in 
Steiermark. Wien, Gerold 1878. 50 's. 8. (aus dem Januarheft der 
sitzungsber. d. phil.-hist. classe der Wiener akad. bd. 99, 189 f.). 

vgl. bibl. f. 1878, 189, ang. Jen. Iz. 1879, 71 (Schulz) (vgl. 
1878 art. 226). — das ergebnis ist wesentlich negativ: in Kämthen ist 
nicht mehr viel zu finden. 

227. Die tirolischen weistümer. im auftrage der kaiserlichen aka- 
demie der Wissenschaften herausgegeben von Ignaz V. Zingerle und K. 
Theod. V. Inama-Sternegg. 2. teil. Oberinntal. Wien, Braumüller. 
1878. IX, 404 s. und 3 lithogr. tafeln. 8. (a. u. d. t. Österr. weistümer 
bd. 3). 

das meiste war bisher ungedruckt, vieles betrifft die ältere zeit. — 
ang. Lit. cbl. 412. 

228. G. Christ, Weistum der landsiedehi zu Offkall (Oberkahl), 
Laudenbach und Scheltkrepffen (Schöllkrippen), monatschr. f. d. gesch. 
Westdeutschlands V, 231—236. 

das weistum, dessen niederschrift hier abgedruckt wird, ist zwar erst 
1540 aufgezeichnet, geht aber auf ältere zeit zurück, es betrifft bäuer- 
liche rechtsverhältnisse in Unterfranken; die handschrift (original) befindet 
sich in Mannheim. 

229. Georg Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte. 8. band, die 
deutsche relchsverfassung von der mitte des neunten bis zur mitte des 
zwölften Jahrhunderts. 4. band. Kiel, Ernst Homann 1878, Vm, 550 s. 8. 

der vierte band der reichsverfassung enthält (von der Verfassung des 
deutschen reichs bis zur vollen herrschaft des lehnswesens) 13. das ge- 
richtswesen 14. das heerwesen 15. das finanzwesen 16. die gegensätze im 
reich und die Umbildung der Verfassung. — den beschluss macht ein 
Wortregister für bd. I — IV der reichsverfassung. besondere Sorgfalt ist 
auf die aufaahme der deutschen werte verwendet. — ang. Lit. cbl. 551 
bis 552, Literar. handweiser s. 123, und in einer selbstanzeige von 
Waitz G. G. A. s. 65—70. 

230. Wilhelm Sickel, Geschichte der deutschen Staatsverfassung 
bis zur b^gründung des constitutionellen Staats, in drei abteilungen. 
erste abteilung: der deutsche freistaat. Halle, Waisenhaus 1879. 206 s. 8.. 

beginnt mit dem letzten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und 
reicht bis zur nahenden Vollendung der Souveränität des fränkischen könig- 



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48 Recht. 

tnms. freistaaten nennt Sickel die ftHesten dentschen gemeinwesen, weil 
die versammlang der freien männer in allen, anch den monarchischen, 
die letzte entscheidnng hatte. 

231. P. C. Planta, Yerfassongsgeschichte der Stadt Gnr im mittel- 
alter. abgedruckt ans dem Jahresbericht der hi8t.-antiq. gesellschaft des 
kantons Granbttnden. 64 s. 8. 

behandelt die zunftver&ssnng, die gemeindeorganisation nnter bischöf- 
licher herschaft, die bischöfliche gerichtsbarkeit, die bischöflichen regalien, 
die befreinng der stadt von der bischöflichen gewalt. 

232. Karl Zeumer, Die dentschen städtestenem, insbesondere die 
städtischen reichssteuem im 12. und 13. Jahrhundert, (a. u. d. t.: staats- 
und socialwissenschaftliche forschungen. herausgegeben von Gustav 
Schmoller. bd. I, 2.) Leipzig, Duncker u. Humblot 1878. VUI, 162 s. 8. 

ang. Lit. cbl. 445—447, vgl. bibl. 1878, 344, — unter stadtesteuem 
sind gemeint die von den stadtgemeinden an den könig gezahlten abgaben. 

233. E. Hartfelder, Die alten Zunftordnungen der stadt Freiburg, 
in B. herausgegeben und mit anmerkungen versehen, teil I. prog. d/ 
gymn. zu Freibuig, 46 s. 4. . 

234. von Huber-Liebenau, Das deutsche Zunftwesen im mittel- 
alter. (sammlung gemeinverständlicher wissenschaftl. vortrage herausg. 
von Virchow und von Holtzendorf. XTTT serie heft 312) Berlin, Habel. 
1879. 40 s. 8. 1 m. 

nur die erste entwickelung des Zunftwesens kommt zur darstellung, 
auf ihre blute wird wenig, auf ihren verfall gar nicht eingegangen, das 
ganze ist äußerst gemeinverständlich, aber nichts weniger als wissen- 
schaftlich, des altdeutschen unkundig gefällt sich der Verfasser in etymo- 
logien schlimmster art. (zunft ^entweder eine in der fortentwickelung der 
deutschen spräche vielfach vorkommende zusanmienziehung des wertes Zu- 
sammenkunft oder es bildet den gegensatz des altdeutschen ungezunft => Un- 
ordnung'; Innung ist ebenfalls zusammenziehung des Wortes einigung; die 
benennung der ehegatten als gemahle von dem gemeinschaftlichen hoch- 
zeitsmahle; nichte stammt von knecht, engl, knight, kürschner von corpus, 
da die kürschner die am leibe anliegenden unterleibchen zu füttern hatten.) 

235. Ernst Berner, Zur Verfassungsgeschichte der stadt Augsburg 
vom Untergang der römischen herrschaft bis zur kodification des zweiten 
Stadtrechts im jähre 1276. Göttinger diss. 43 s. 8. 

der anfang einer größeren arbeit Zur Verfassungsgeschichte der stadt 
Augsburg, welche das 5. heft der Untersuchungen zur deutschen staats- 
und rechtsgesch. von 0. Gierke bilden soll. 

236. Gustav Schmoller, Die Straßburger tucher und weberzunft. 
Urkunden und darstellung nebst regesten nnd glossar. ein beitrag zur ge- 



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Mythologie. Sagen. 49 

schichte der deutschen weberei und des deutschen gewerbefleißes vom 
Xm—XVn Jahrhundert. Straßburg, KarlJ. Trttbner. XXI, 588 s. kl. fol. 
der wichtigste teil, die Urkunden (s. 3—349), enthält ein lateinisches 
document von 1217, dasselbe in deutscher redaction 1270; von 1330 an 
fortlaufend deutsche stücke. — ang. Lit. cbL 569—571. 

237. Karl Schulz, Das urteil des königsgerichts unter Friedrich 
Barbarossa ttber die Porstendorfer besitzung des klosters Pforte, ein bei- 
trag zur geschichte des fränkischen rechts in Thüringen und dem Oster- 
land. zs. des Vereins f. thüringische gesch. u. altertumskunde IX, 153 
bis 240. — nachtrag ebenda s. 430—438. 

238. Sally Meyer, Beiträge zur geschichte der fideicommissarischen 
Substitutionen, insbesondere der bürgerlichen familienfideicommisse in 
Deutschland. Bonn, dissertation 1878. 

ang. Lit. cbl. 770. — behandelt besonders die rechtsquellen des 
mittelsQters. 

239. K. Th. von Inama-Sternegg, Die ausbildung der großen 
grundherrschaften in Deutschland während der Earolingerzeit (a. u. d. t: 
Staats- und socialwissenschaftliche forschungen. herausgegeben von Gustav 
SchmoUer. bd. I, 1) Leipzig, Duncker u. Humblot 1878. VI, 188 s. 8. 

ang. Lit. cbl. 445 - 447. 

240. K. Th, von Inama-Sternegg, Deutsche Wirtschaftsgeschichte 
bis zum schluss der Earolingerperiode. Leipzig, Duncker u. Humblot. 
XXBI, 526 s. 8. 



Mythologie. Sagen. 

241. J. Minckwitz, Hlustrirtes taschenwörterbuch der mythologie 
aller Völker, fünfte aufläge. Leipzig, Arnold. 620 s. 16. 

242. J. Minckwitz, Katechismus der mythologie aller culturvölker. 
4. verbesserte und vermehrte aufläge, mit 72 in den text gedruckten ab- 
büdungen. Leipzig, Weber. 1880. Yin, 302 s. 8. 

243. Jacob Grimm, Deutsche mjrthologie. vierte ausgäbe, in. band, 
nachtrage und anhang. herausgegeben von Elard Hugo Meyer. Berlin, 
Dümmler. 1878. XII, 540 s. g 8. 

seit der zweiten ausgäbe der mjrthologie (1844) hat sich das materiai 
an sagen und märchen reichlich vermehrt, aus ihnen wie aus einer fülle 
anderer, zum teil schon früher benutzter quellen — indischer, romanischer 
deutscher, nordischer — sammelte Grimm selbst zahlreiche ergänzungen, 
die es ihm schon ein jähr nach der publication der zweiten aufläge leicht 
erscheinen ließen, hundert blätter beträchtlicher nachtrage zu dem werke 

Jabresbericlit fOr Germanische Philologie. I. (1879). 4 



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60 Mythologie. Sagen. 

zu liefern, was in gestalt von randbemerknngen oder auf losen zetteln 
den nachkommen vererbt wurde, ligt nun als stattlicher dritter band vor. 
besonders die capitelanfönge, ^wo es galt, den ursprünglichen sinn eines 
mythisch bedeutsamen Wortes oder die mit demselben verbundenen an- 
schauungen nach allen seiten hin darzulegen/ erfuhren wesentliche znsfttze 
und erweiterungen. 

ang. von Bartsch, Germania XXIY, 248—49, der mangel an soi^falt 
in den citaten rügt. — zs. f. d. gymnw. XXXTTT, 493— 495. — Jen. 
Iz. s. 275 (Pfannenschmidt). 

244. Karl Simrock, Handbuch der deutschen mythologie mit ein- 
schluss der nordischen, fünfte verbesserte aufläge. Bonn, Marcus. Xn, 
642 8. g 8. 9 m. 

die Verbesserungen dieser aufläge bestehen in der Unterdrückung des 
absatzes: ^In Useners Bemer schollen' auf s. 287 und in der einschaltung 
des nachtrags der vierten aufläge auf s. 299 und 300. sonst decken sich 
die beiden letzten ausgaben seite für seite. 

aug. Edlinger, lit.bl. ffl, 120. 

245. Hermann Göll, Illustrirte mythologie. göttersagen und 
kultusformen der Hellenen, Römer, Ägypter, Inder, Perser und Germanen, 
nebst zusanmienstellung der gebräuchlichsten Symbole und allegorischen 
bilder. vierte aufläge mit 260 in den text gedruckten Illustrationen und 
zwei tonbildem. nach Zeichnungen von G. F. Klimsch, H. Leutemann 
u. a. Leipzig, Spamer. X, 400 s. 8. 

246. A. Winter, Walhalla, mythologie der alten Deutschen.- mit 
acht colorirten tafeln, neunte aufläge. Langensalza, schulbuchhandlung. 
22 s. 8. 

247. Much, Über die kosmogonie und anthropologie des germanischen 
mythus. Vortrag gehalten am 10. dec. 1878. in den mittheilungen der 
anthropol. gesellschaft in Wien. bd. YHI, nr. 10—12. 

248. Felix Dahn, Bausteine, gesammelte kleine Schriften, erste 
reihe. Berlin, Otto Janke 1879. 547 s. 8. 7 m. 

wir reihen unbedenklich Felix Dahns Bausteine an dieser stelle dem 
Jahresberichte ein, da die mehrzabl der aufsätze sich mit der deutschen 
mythologie und mit der deutschen sage beschäftigt, unter ihnen begegnen 
alte bekannte: aber aus dem losen heft einer Zeitschrift oder gar aus 
einem zeitungsblatte in den festeren rahmen des buches gefügt erfreuen 
sie aufs neue, den eingang der Sammlung bilden die briefe aus Thule, 
die Dahn nach seiner berufang nach Königsberg in der Augsburger AUg. 
Zeitung veröffentlichte, sie beschäftigen sich mit dem bemstein, der in 
' dem einsamen bald poetisch, bald kritisch gestimmten küstenwanderer 
mannigfache beobachtungen hervorruft, mit *herm Obermüllers entdeckungen'. 



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Mythologie. Sagen. 51 

denen fast zu viel ehre geschieht, wenn sie mit so köstlicher kaustik ab- 
gelesen werden, endlich mit dem ^angespttl der see', in einer stimmungs- 
Yollen erörtenmg, der ihr im trockenen tongehaltenerabschlass, bemerkungen 
aber das eigentamsrecht am aaswurf der flat, nicht übel steht ähnlich 
wie Obermüller ergeht es Pallmann in dem essay über pfahlbautentheorien. 
zu reizenden ausführungen, die den dichter verraten, gaben Hübners 
Inscriptiones HispaniaeChristianae undSchöppners sagenbach der baierischen 
lande anlass. unserem rubrum aber entsprechen die aufsätze: die Sym- 
bolik in der deutschen myüiologie, eine darlegung des wesens der Sym- 
bolik nebst vielen belegen, der feuerzipfel auf dem Kesselberg bei Kochel, 
das tragische in der germanischen mythologie, scepticismus und götter- 
leugnung im nordgermanischen heidentum, "Wodan und Donar als ausdruck 
des deutschen volksgeistes, der aberglaube des mittelalters, wald- und 
feldculte, u. a. beitrage zur deutschen Staats- und rechtsgeschichte ent- 
halten *die ältestete rechtsverfassung der Bajuwaren' und *zur geschichte 
des Staatsbegriffs der Germanen'; speciel der altertumskunde dienen 'die 
Germanen vor der sogenannten Völkerwanderung* und 'gesellschaft und 
Staat in den germanischen reichen der Völkerwanderung*. 

249. Lundgren, Spräkliga intyg om hednisk gudatro i Sverge. 
in Göteborgs kongl. vetenskaps- och vitterhets-samhälles Handlingar. Ny 
tidsfoljd. 16 hft. utg. tili kongl. samhällets hundraarsjubelfest ar 1878. 
Göteborg, D. F. Bonnier. 8. kr. 8. (nr. 7. 86 s. kr 1,50.) 

angez. Lit. cbl. 1879. 905 (Edzardi). danach ist die schrift *ein 
schätzenswerter beitrag' zur lösung der frage, ^i» wie weit die grundzüge 
der eddalehre auch in Schweden und Dänemark bekannt waren und im 
Volksglauben wurzelten'; sie stellt die sprachlichen spuren des eigentlichen 
asenglaubens für Schweden zusammen. 

250. MüUenhoff, Über Irmin und seine brüder. gelesen am 
4. märz 1878 in der phil. bist. Masse der Berl. akad. — Zs. f. d. a. 
XXm, 1—23. 

handelt von der erklärung der in Herminones, Istvaeones, Ingvaeones 
enthaltenen göttemamen. in der zweiten silbe des wertes irmin erscheinen 
die kurzen vocale aeiu\ dieser Wechsel beweist dass diese silbe erst geöffiaet 
und vocalisirt worden ist, als das wort nach dem accentgesetze seinen 
thematischen vocal verlor, als grundform wird ermnas aufgestellt, der 
einzige rest eines medialen particips im deutschen, dieser form wird die 
bedeutung excelsus vindicirt. — Is-tv ist ein gerundium oder participium 
necessitatis auf tva. die herleitung aus der wurzel idk brennen hat 
mancherlei für sich: da aber die Istvaeones am Bhein als ihren höchsten 
gott Woden verehrten, so ist nicht zu ersehen, wie diesem die bezeichnung 
eines herdgottes zukam, dagegen ergibt die wurzel is für Istv die be- 



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52 Mythologie. Sagen. 

dentung: der zu verehrende. — ingv geht auf die wurzel «ä (txvcw^ai) 
zurück: der gekommene gott ist Sceäf, der stammyater der Ingvaeones, 
der aus der fremde über die see kam. dem abschnitt über bildung der 
namen Istvaeones und Ingraeones (Helvaeones, Frisaeo) wird eine erörterung 
über die m schw. conjug. eingefügt, der. gemäß der volle zweisilbige 
themacharakter derselben ostgermanisch nicht unbekannt, westgermanisch 
umfangreich gebraucht wurde. 

251. Müllenhoff, Taafana. Zs. f. d. a. XXTTT, 23—25. 

in Tanfana ist, nach Müllenhoffs auffassnng, durch römische zungen 
der nasal aus dem suffix in den stamm gedrungen, das wort, eigentlich 
Tabana, entspricht also buchstäblich gr. BoocoIvt]. T. ist somit eine opfer- 
göttin, deren fest die Marsen und ihre stammesgenossen im Spätherbst 
nach der ernte und gegen den anfang des winters feierten, als Germanicus 
sie überfiel, die bezeichnung der monate october und november wird 
ags. schwed. dän. vom opfern und einschlachten genommen (blötmönad, 
slagtmänad). die benennung der göttin erklärt sich denmach aus ihrer 
festzeit bei den rheinisch-istvaeischen Völkern. — andere deutungen 
Simrock myth. »s. 398. 

252. Müllenhoff, Ein gotischer göttemameV Zs. f. d. a. XXHI, 
43—46. 

der Bobienser palimpsest 73 der Ambrosiana enthält reste eines 
alten tractats zum evangelium Lucae. in dem darin vorkommenden worte 
Höre hat man einen gotischen göttemamen oder doch den anfang eines 
solchen finden wollen, dies blieb fraglich, neuere lesung hat ergeben, 
dass die hinter dem worte befindliche Iticke nie beschrieben war. 

253. Raszmann, Güngnir. in Ersch und Gruber Encycl. I sect. 
bd. 97. s. 281—285. 

Odins Speer Güngnir wird in der liederedda nur einmal Sigrdr. 17 
genannt, während die prosaedda und Völs. S. ihn öfter erwähnen, der 
name kehrt im longobardischen geschlecht der Gunginge wider, die her- 
kunft der waffe berichtet Skaldskp. 35. mehreren märchen ist Odins 
Speer wenn auch in veränderter gestalt noch bekannt. 

254. Holmboc, Edda og Avesta om Oterens Vserd. Christiania 
Vidensk.-Selsk. Forhandl. 1877. no. 7. sep. abdr. Chra 1879. 75. 8. 

Zeugnisse übereinstimmender Wertschätzung der otter aus indischen 
und nordischen quellen. 

255. C. 0. Berg, Yggdrasilsmyten i Nutidens Belysning. Ett 
föredrag hallet i Stockholms arbetareförening Annandag Pask 1875. 
Andra Upplagan. Stockh. Norman, o. j. 28 s. 12. 20 öre. 

nichts weniger als mythologisch, sondern ein 'NykterhetsfÖredrag* 
wie sie Berg unter verschiedenen bezeichnungen und in verschiedenen 
kirchen und vereinen zu halten pflegt, der mythus von der weltesche 



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Mythologie. Sagen. 53 

dient nnr als anpgangsptmct; dann heiLt es der furchtbare bmnnen 
Hvergelmir sei *ein treffendes bild für unsere vierhundert branntwein- 
brennereien* u. s. w. 

256. F. L. W. Schwartz, Wolken und wind, blitz und donner. ein 
beitrag znr mythologie und culturgeschichte der urzeit. (der 'poetischen 
naturanschanungen der Griechen Römer und Deutschen in ihrer be- 
Ziehung zur mjrthologie* zweiter teil.) Berlin, W. Hertz. 1879. 6 m. 

257. E. W. Heine, Die germanischen, ägyptischen und griechischen 
mysterien. Hannover, Hahn 1879. VIII, 111, 109, 16 s. 8. 3 m. 

der erste teil des buches erschien bereits im jähre 1850, zehn jähre 
später der zweite, die tatsachen, welche verf. darin vortrug, redeten in- 
dessen nicht, wie er hoffte, klar und eindringlich für sich selbst, sondern 
'verhallten in der wüste der gleichgiltigkeit'. *nun kommt er, angeregt 
durch einflnssreiche Intelligenz, und getrieben durch innere unruhe, eine 
wichtige aufgäbe seines lebens ohne aussieht auf erfolg zurücklassen zu 
müssen, nochmals auf sein thema zurück', hat er doch durch Zusammen- 
stellung historischer momente ganz andere grundlagen unserer cultur ent- 
deckt, als geschichte und die darauf gegründete Wissenschaft jetzt an- 
nehmen, vom Numen Alois des Tacitus ausgehend schließt er durch 
combination des namens Alke, eines sagenhaften dämons des Giersfeldes, 
und der auf diesem felde liegenden steinkreise auf ein deutsches götter- 
planetensystem. * das Giersfeld und das Lohfeld erweisen sich dem verf. 
als alte statten des Wodandienstes, dessen höhere lehren früher in 
mysterien (Plutarch, de defectione oraculorum 14 und 22) vorgetragen 
YTurden. die fortsetzung dieser mysterien findet verf. in der *noch heutiges 
tages fortlebenden freimauerei, die notorisch dem sächsischen stamme 
(England) wesentlich ihre erhaltung verdankt' u. s. w. 



258. Müllenhoff. Die alte dichtung von den Nibelungen, I von 
Sigfrids ahnen, zs. f. d. a. XXUI, 113—173. 

von Sigfrids ahnen berichten in zusammenhangender erzählung nur 
die ersten zwölf capitel der Yölsungasaga. an sie knüpfen sich Müllen- 
hoffs Untersuchungen. 1. von Sigi (VS. c. 1—2) 2. von Rerir und Völsung 
(c. 2) 3. von Sigmund, Signy, Sinfiötli (c. 3—8). ergebnisse über die 
alte form der sage s. 147 fg.: sie ist, wie sie im norden überliefert wurde, 
fränkisches Ursprungs, fftr die nordische Überlieferung ergeben sich zwei 
epochen; zuerst wurde die sage nordischen Verhältnissen angepasst; dabei 
blieb mancherlei dunkel und lückenhaft bis in Norwegen die anknüpfung 
der Helgensage erfolgte und damit die zweite epoche eintrat, die der 
dichterischen emeuerung und derjenigen gestaltung, auf der die uns vor- 
liegende schriftliche aufzeichnung beruht. 



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54 Mythologie. Sagen. 

259. A. Raszmann, Gunnar. Ersch und Gruber Enc. I. bd. 97 
s. 286-288. 

schildert den character Gunnars nach der ältesten gestalt der 
Nibelungensage sowie sein auftreten im Nibelungenliede, von seinem aus- 
sehn, wesen und seiner waffenrttstung handelt speciel pidr. S. cap. 183: 
mit ihren angaben werden andere nachrichten verglichen. 

260. H. Brandes, Gundahari. Ersch und Gruber Enc. I. bd. 97 
s. 108—111. 

die Schilderung der abstammung des burgund. königsgeschlechts stützt 
sich auf H. Dietrichsweiler, burgundische ansiedlungen auf gallischem 
boden fanden seit 413 statt, doch besaß das volk terrain im linksrheinischen 
Germanien etwa von Mainz aufwärts bis zuui Elsass: die hauptstadt kann 
recht wol Worms gewesen sein; auch am rechten Rheinufer mögen ihm 
ausgedehnte gebiete zu eigen gewesen sein, die in der heldensage ver- 
herrlichte niederlage Gundaharis wird in das jähr 436 oder 437 gesetzt; 
ihr Schauplatz ist ungewiss. 

261. Ernst Snell, Vorwort zu einem kritischen versuch über die 
mjTthischen grundbestandteile der Nibelungensa^e. im programm des 
gymnasiums zum heiligen kreuz in Dresden, [pr. nr. 446.] Dresden 
1879. 21 s. 4. 

Vorbemerkungen zu einem für spätere Veröffentlichung bestimmten 
versuche, unter den mythischen grundbestandteilen der sage versteht der 
verf. *nicht vereinzelte mythische züge oder das vorkommen mythischer 
wesen, sondern gewisse zusammenhangende partieen der sage selbst, die sich 
als niederschlage altgermanischer naturmythen zu erkennen geben, in der sage 
selbst aber durchaus keinen besonderen mythischen character mehr bean- 
spruchen, sondern, als rein menschliche begebenheiten aufgefasst und so 
als bloJßer erzählungsstoff weiter getragen, sich mit den übrigen factoren 
der sage vereinigt haben*, (s. 6.) manche sagenforscher betrachten das 
mythische element der sage als ihren grundkem, das historische als secundär, 
während von anderer seite besonders durch Gervinus, die annähme eines 
mythischen Ursprungs der sage verworfen wird. verf. legt dem mythus einen 
bedeutenden anteil an der sagenbildung bei; seine Untersuchungen über die 
mythischen grundlagen der Nibelungensage werden es im wesentlichen nur 
mit der sage von Sigfrid zu tun haben, *wie wir sie uns als den grund- 
kem der ganzen Nibelungensage zu denken haben werden', (s. 21.) 

262. Richard von Muth, Untersuchungen und excurse zur ge- 
schichte und kritik der deutschen heldensage und volksepik. Wien 1878. 
in comm. bei Karl Gerolds söhn. 34 s. 8. 

aus dem juliheft des Jahrgangs 1878 der Sitzungsberichte der phil.- 
hist. classe der kaiserl. acad. der wissensch. (bd. XCI, 223) besonders 



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Mythologie. Sagen. 5 5 

abgedruckt. I. Die frenndschaftssage im Engelhard Konrads Ton 
Würzburg (s. 1—10). *es soll untersucht werden, ob der yielbehandelte 
Stoff, der dem Engelhard Konrads zu gründe liegt, auf einheimischer oder 
ausländischer Überlieferung fuße, oder wenn etwa auf beiden, nach welchen 
gesichtspunkten er, bewusst oder unbewusst, sagengemäß oder willkürlich 
überliefert sei.' Haupt hat jedes deutsche dement geleugnet; Scherer 
teilt das gedieht einer classe der sagenbearbeitungen zu, welche freier 
redigirte, und findet, dass sie ihre fort- und Umbildung außerhalb Deutsch- 
lands vollzog, dem gegenüber erkennt v. Muth wenigstens im ersten 
teile nationale bestandteile und stellt das eigentümlich deutsche in der 
*erzählung fest. 11. Zur frage um heimat und alter des Laurin. 
(s. 10 — 14). die heimat des Laurin ist vielleicht Aggstein in Ostreich; 
Gotfrids Tristan scheint das gedieht durchaus vorauszuzetzen. XU. S. 
Nicolaus und Rümolt der kuchenmeister (s. 14—21) die burgun- 
dischen hofbeamten Sindolt, Hunolt und Rümolt der kuchenmeister werden 
als glieder einer alten mythischen trilogie gedeutet, die beiden ersten 
entsprechen dem ältesten sonnen- und meeresgotte; Rümolts mythische 
grundlage ist Loki. 'so fällt mit einem male volles licht auf seine doppel- 
rolle, wie er einerseits, gleich Loki, als der vorschauende berater [nämlich 
im Nibl.] (Prometheus), andrerseits als komische person [Wolfram], gleich 
dem teufel in vielen schwanken erscheint.' Excurs über zahlen und 
zahlenwerte, (s. 21—34.) handelt von den Zahlenangaben im epos. 
verf. unterscheidet eigentliche, große und versteckte zahlen. 

263. Friedrich Bangert, Beitrag zur geschichte der Floovent- 
sage. Heilbronn, Henninger. 1879. 23 s. 4. 

eine nachprüfang der arbeiten Pio Rajnas und A. Darmesteters 
(bibl. 1878, 366) über denselben gegenständ, die aber zu wesentlich 
anderen ergebnissen gelangt, der fragmentarisch erhaltene französische 
text der sage geht auf ein gegen die mitte des 12. jhs. verfasstes original 
zurück, ihm stehen die mnl. bruchstücke nahe, die Bartsch Germania 
IX, 407 veröffentlichte: sie beruhen auf einer im 13 jh. vorgenommenen 
erweiternden Überarbeitung einer älteren redaction der chanson de geste. 
die italienischen compilationen verarbeiten Versionen, welche der franz. 
und mnl. fremd waren, fließen aber alle aus derselben quelle, einer franco- 
italischen compilation, welche teilweise eine chanson de Flovent benutzte, 
diese chanson bildet auch die grundlage der isländischen Floventsaga. 

264. A. Tanner, Die sage von Guy von Warwick. Untersuchung 
über ihr alter und ihre geschichte. der philosophischen facultät zu Heidel- 
berg als Inauguraldissertation vorgelegt, in commission bei gebr. Henninger 
1877. 8. 68 s. 2 m. 

ang. von J. Zupitza, Anglia II s. 191—199. 



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56 Mythologie. Sagen. 

< 
265. R. Heiligbrodt, Zur sage von *Gormund und Isembard' in 

Böhmer, romanische Studien. IV, 119—123. 

verf. veröffentlichte im vorigen (zwölften) heft den text eines Fragment 

de Gormund et Isembard. die sage ist noch in einem Hamburger mscr. 

in niederrhein. dialect erhalten, in der einleitung heißt es : *dis Imch ist 

von latin in welsche und von welsche in Hitsche gemacht/ am Schlüsse wird 

als datum der bearbeitung das jähr 1437 angegeben, die mit anderen 

Versionen übereinstimmenden puncto werden vom verf. hervorgehoben. 

26$^ Birch-Hirschfeld, Die sage vom gral. ihre entwickelung 
und dichteriche ausbildung in Frankreich und Deutschland im XII und* 
XTÜ jh. eine literarhist. Untersuchung. Leipzig 1877. 291 s. 8. 

vgl. die inhaltsangabe bibl. 1877 nr. 150. — ang. von Martin, 
Anz. V, 84—88. nach einer kurzen erwähnung der franz. dichtungen 
die auf den Gral bezug haben, weist M. die Vermutung Bs als unsicher 
zurück, dass Helinand den Grand SGraal erwähne, und dass das ge- 
dieht Roberts de Boron die quelle fttr Chrestiens und Gautier de Doulens 
sei. ^Chrestiens und seiner fortsetzer werk bleibt unter den uns erhaltenen 
altfranzösischen bearbeitungen der gralsage die älteste und keine der 
andern hat auf Deutschland eingewirkt' . . . dass Wolfram den Kiot 
nicht erfunden hat, wird durch vergleich einer stelle mit Gerbert gestützt, 
auch die existenz einer lat. bearbeitung des 12. jhs. ist wahrscheinlich, 
zuletzt eine notiz über prinsantiere und von Sprunge vam. — angezeigt 
auch von E. Koschwitz, z. f. roman. phil. II, 617—623. 

267. L. Kraussold, Die sage vom heiligen Gral und Parceval, 
Vortrag im polytechnischem verein zu Bayreuth gehalten. Erlangen 
Deichert, 1878. 32 s. 8. 0,50 m. 

veranlassung des Vortrages war das neugeschaffene musikalische drama 
R. Wagners Tarsifal*. der Verfasser will das durch dieses werk an- 
geregte interesse des publicums dadurch befriedigen, dass er die sage vom 
Gral und von Parcival übersichtlich darstellt, wie sie uns Wolfram gegeben 
hat. voraus schickt er ein kurzes referat über die persönlichkeit Wolframs 
sowie über die bekanntesten Versionen der Grals-sage, wenn der vertrag 
daher auch nichts neues enthält, so hat er doch den oben ausgesprochenen 
zweck erreicht* — einzelne irrtümer sind zu bemerken: aus P. 827 fin. wird 
s. 7 geschlossen, dass Wolfram verheiratet gewesen sei und seiner gattin 
den Parcival dedicirt habe; das letztere aber stimmt nicht zum character 
des minnedienstes und wird außerdem durch P. 114 u. 115 widerlegt; 
das erstere kann nicht aus dieser stelle, sondern allenfalls aus P. 185, 
1 ff. vermutet werden. — s. 14 wird Herzeloyde nur als nebenform von 
Herzeleide betrachtet. — s. 30 führt verf. die verschiedenen auffassungen 
der frage, die P. in Munsalväsche zu tun hatte, an, ohne ein resultat zu 



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Mythologie. Sageo. 57 

finden, das einfachste dürfte doch die annähme sein, daas W. die frage 
als wichtigen bestandteil der sage vorfand und sie daher nicht fallen 
lassen konnte, obgleich sie dnrch die Vertiefung, die er der sage gab, 
überflüssig wurde. — außer einigen druckfehlem finden sich im text 
eigentümlichkeiten wie *blütenzeit' s. 7 ^alljährich' s. 10 'greisse' (=greise) 
s. 21 *gralsbötin' s. 24 u. 28 ^änderst' s. 32. 



268. Henne -Am Rhyn, Die deutsche volkssage im Verhältnis 
zu den mythen aller zeiten und Völker, mit über 1000 eingeschalteten 
originalsagen, zweite aufläge. Wien, Hartleben. XYI, 720 s. 8. 

269. Karl Bartsch, Sagen, märchen und gebrauche aus Meklen- 
barg. erster band: sagen und märchen. Wien, Braumüller. 1879. 
XXV, 524 s. 8. 8 m. 

bereits im jähre 1867, so berichtet das vorwort, entwarf der heraus- 
geber in gemeinschaft mit G. C. F. Lisch den plan zu einer Sammlung 
Meklenburger sagen, märchen und gebrauche, ein aufruf erweckte in allen 
kreisen der bevölkerung für das unternehmen Interesse und setzte die 
Sammler bald in den besitz eines reichhaltigen materials, dessen publication 
freilich durch mancherlei umstände verzögert wurde, der vorliegende 
band enthält auf s. 3—466 im ganzen 653 sagen, auf s. 469—524 acht- 
unddreißig märchen und legenden, die sagen sind nach der Verwandt- 
schaft des Inhalts in größere gruppen geordnet (Wode, wilder Jäger, riesen, 
lindwurm, unterirdische, teufel, hexen, gespenstische tiere, glocken u. s. w.): 
innerhalb der gruppen waltet geographische anordnung. auf ähnliche 
Sammlungen aus nachbargebieten — Kuhn und Schwarz, Temme, MüUen- 
hoff — ist bei gelegenheit paralleler sagen hingewiesen, unter den märchen 
und legenden nehmen die unter nr. 1. zusammengestellten Zeugnisse für 
das fortleben der Kudrunsage im volke besonderes Interesse im ausspruch. 
nr 2, ein Sigfrid-märchen, könnte mit gleichem rechte auch ein Tristan- 
märchen heißen. 

angez. Lit. cbl. 1425—29, wo einige ergänzungen gegeben werden. 

270. Anton Birlinger, J. B. Schöttle, Karl Doli, Volkstümüches: 
sagen VI. Alemannia VII, 137—158. 

55 sagen aus mündlichen mitteilungen und gedruckten quellen. 

271. Ernst Deecke, Lübische geschichten und sagen. 2 verb. 
und mit einem anhang vermehrte aufläge. Lübeck, Dittmer. 1878. XVI, 
318 s, kl 8. 3,50 m. 

angez. Lit. cbl. 683. 

272. F. W. E. Both, Nassaus künden und sagen aus dem munde 
des Volkes, der chronik und deutscher dichter gesammelt und kritisch be- 
leuchtet. Wiesbaden, Limbarth. 3 teife. VH, 239. IV, 176. IV, 224 s. 8. 6 m. 



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58 Mythologie. Sagen. 

273. Die Mitteilungen des Vereins für geschichte der Deutschen in 
Böhmen XVII, 4 enthalten: Hübler, Sagen aus dem südlichen Böhmen. 
— Die sagen vom Bistritzer oder schwarzen see. — Sage voa der Stiftung 
der kreuzcapelle bei Erumau. — Das gespenst von Moldautein. 

274. R von Freisauff, Salzburger volksagen, mit 900 Illustrationen, 
initialen und Vignetten in volkstümlicher art gezeichnet von J. Eibl. Wien. 
Pest. Leipzig, A. Hartleben 1880. VIII, 663 s. 8. 

aus mündlichen und schriftlichen quellen, letztere s. 654—658 von 
Nicolaus Huber zusammengestellt, eine gute, populär gehaltene Sammlung 
von sagen, von denen manche auch für die mythologie und die heldensage 
wichtig ist. 

275. J. und W. Grimm, Kinder- und hausmärchen. große aus- 
gäbe 16. aufl. Berlin, Besser. 1879. XX, 704 s. 8. 6 m. 

276. J. und W. Grimm, Kinder- und hausmärchen. kleine aus- 
gäbe. 26. aufläge mit 8 bildem etc. Berlin, Düihmler 1880. IV, 311 
s. 16. 1,50 m. 

277. B. Müldener, Märchen aus süd und west. mit Illustrationen. 
4 aufl. Langensalza 1879. 200 s. 1,50 m. 

278. Heinrich Pröhle, Deutsche sagen, mit Illustrationen, zweite 
neu bearbeitete aufläge. Berlin, Friedberg u. Mode. 1879. XVI, 333 s. 8. 

die ^deutschen sagen' waren ursprünglich allein erschienen, dazu als 
besondere schrift 'anmerkungen und Sachregister zu den deutschen sagen.* 
die zweite aufläge vereint beide bücher und setzt dazu noch die *refor- 
mationssagen' aber ohne die theologischen bemerkungen, mit denen sie 
auch einst als besondere abhandlung gedruckt waren. — die Sammlung ist 
vielfach vermehrt, besonders durch märkische sagen. 

279. Karl Simrock, Rheinsagen aus dem munde des Volkes und 
deutscher dichter, für schule haus und Wanderschaft. 8. aufläge. Bonn, 
Weber. XII, 469 s. 8. 6 m. 

280. Storch, Die sagen und legenden des Gasteinertales. Salzburg, 
Mayr. IV, 119 s. 16. 1,20 m. 

281. Aug. Witzschel, Kleine beitrage zur deutschen mythologie, 
Sitten und heimatskunde in sagen und gebrauchen aus Thüringen. 2 tl. 
a. u. d. t. Sagen, sitten und gebrauche aus Thüringen, herausgegeben von 
G. L. Schmidt. Wien Braumüller 1878. XV, 342 s. 8. 6 m. 

angez. zs. des Vereins f. thüringische gesch. u. altertumskunde IX, 
459—461 (Lommer). — Lit. cbl. 1878, s. 803 (Reinh. Köhler). 

282. Svend Grundtvig, Dänische Volksmärchen, nach bisher un- 
gedruckten quellen erzählt, erste Sammlung übersetzt von Willibald Leo; 



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Mythologie. Sagen. 59 

zweite sammlnng übersetzt von Adolf Strodtmann. Leipzig, Job. Ambr. 
Barth. 1878. 1879. XIV u 328 , 308 s. 8. jeder band 4 mark. . 

'dieses kleine buch' — hebt das vorwort an — 'ist die erste reife 
frucht einer mit günstigem beistand vieler meiner landsmänner und frauen 
durch mehr als zwanzig jähre fortgesetzten Sammlung von dänischen Volks- 
märchen, wie sie noch heutzutage im volke, besonders im munde und in 
der erinnerung der landleute fortlebend, in allen gauen Dänemarks ge- 
fanden werden können.' im volkstümlichen tone erzählt Grundtvig diese 
märchen dem großen publicum, alle gelehrsamkeit bleibt ausgeschlossen: 
dennoch bemerkt W. Leo mit recht, dass das werk dem germanisten und 
mythologen manchen schätzbaren beitrag zur sagenforschung darbietet. — 
dank dem interesse, welches die erste Sammlung in Dänemark hervorrief 
war Gr. bald in der läge ihr eine zweite, gleich starke folgen zu lassen. 

angez. Jen. Iz. 1879, s. 139. (F. Bender), mag. f. d. lit. d. aus- 
lands. no. 25, 389. 

283. S. J. V. Dodds, Stories from Early English Literature, with 
some account of the origin of fairy tales, legends, and traditionary Lore. 
Adapted to the use of young students. Griffith u. Farran 1879. 286 s. 
8. 5 sh. 

284. John Thackray Bunce, Fairy Tales: their Origin and Mea- 
uing. with some Account of Dwellers in Fairy -land. London, Mac- 
millan 1878. 

märchen nebst erläuterung ihres Ursprungs und ihrer bedeutung. ab- 
weisend beurteilt in The Academy 1878. p. 535 (dec. 7.) 



285 Angelo de Gubernatis, La Mythologie des Plantes, ou, Les 
Legendes du Rägne V^g^tal. Tome I. XXXVI, 295 s. Paris. G. Rein- 
wald. 

Academy 1879. mrz. 22. p. 255 f. revue critique nr. 21. mag. f. 
d. lit. d. auslands nr. 26,405 f. Jen. Iz. nr. 19 (Schwarz). 

286. Ludwig Laistner, Nebelsagen. Stuttgart, Speemann 1879. 
366 s. gr 8. 9 m. 

sechs umfangreiche aufsätze, begleitet von fast ebenso umfangreichen 
anmerkungen bilden dies interessante buch. *ist es richtig', sagt der verf. 
im nachwort s. 208, 'dass aller mythus seinem kern und wesen nach 
naturdichtung ist, so muss ja seine authentische interpretation aus dem 
naturvorgang zu entnehmen sein, zu diesem müssen sich die sagentexte 
als zu einem urtexte verhalten, und je mehr sich der mytholog mit natur- 
schilderungen vertraut macht, desto häufiger wird er Übereinstimmungen 
zwischen mythus und natur beobachten, die für ihn denselben wert haben, 
wie für den hieroglyphen- und keilschriftenforscher die zweisprachigen 



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60 Mythologie. Sagen. 

Urkunden.' nicht alle sagen, die sich hent auf indogermanischem boden 
ündeu, sind altes gut ans der nrzeit; die größere menge ist in der 
späteren heimat selbst erzeugt, 'so lange der Germane in der nralisch- 
karpathischen niedemng saß, konnte er solche nebelsi^en, wie sie anf 
den schroffen kanten der schwäbischen alp spielen, nicht erzählen'; erst 
die ansiedelnng in einem an niederschlag reichen, nebeligen lande gab zn 
ihrer ausbildnng anlass. 

gewöhnlich verföhrt der verf. so, dass er an die erzählung einer be- 
stimmten sage ihre dentnng aus meteorologischen Vorgängen, besonders 
ans dem nebel als dem Vermittler zwischen himmel und erde, knüpjpt und 
nun eine reihe von ähnlichen und verwandten sagen folgen lässt. so er-^ 
klärt er in dem abschnitt Sisyphus in Deutschland (33 — 70) einige sagen 
des Murgtales vom teufel, der auf dem berge eine mühle baut und wasser 
hinaufechleppt, für verwandt mit der Sisyphussage; von den deutungen 
dieser erscheint die von Forchhammer aufgestellte allein haltbar, der in 
berganschwebenden nebelballen ihre grundlage erkennt, von wolken- 
schiebem und nebelwälzem wissen aber sagen von den Alpen bis zum 
Harz, wie sie in großer zabl beigebracht werden, in dem aufsatze Stein 
und wasser (141 — 174) handelt es sich um die erklärung von sagen durch 
abziehende, steingebildeund felsennadeln ^durch aufhebung' vor das menschen- 
äuge stellende, andrerseits durch alles tiberiktende nebel (riesenflut, aus- 
tretender fluss). Wolf und fuchs (s. 1 — 32) geht von einer tiersa^e der 
schwäbischen alp aus und belegt durch verschiedene Zeugnisse die glei- 
chungen wolf=nebel, wolf==wind. die letztere erklärt sich durch annähme 
eines kornwolfes, der sein wesen im winde treibt, 

ein sehr reiches material ist in den anmerkungen niedergelegt, welche 
teils weitere ausftihrungen des textes, teils auslaufe in nachbargebiete ent- 
halten: auch sprachliche Untersuchungen begegnen hier, und nur recht 
geben können wir dem verf. wenn er zu seinem zwecke mehr die Volks- 
etymologie heranzieht als die 'canonische/ ang. Lit cbl. 1573. 

287. T. F. Thiselton Dyer, Englisch Folk-Lore. London, Har- 
dwicke and Boyne 1878. Vm, 290 s. 8. 5 sh. 

ang. Academy nov. 9. 1878 s. 441 f. von E. Peacock. 

288. F. Liebrecht, Croyances et superstitions populaires norv6- 
giennes (extrait du Journal Folkvennen Vül. IX Christiania 1859—62). 
Rivista di lett. popolare 1, 291—296. 

kurze angaben aus 1. amt Romsdal 2. district Guldal. fortsetzung 
soll folgen. 

289. F. Liebrecht, Zur Volkskunde, alte und neue aufsatze. 
Heilbronn, Henninger. 1879. XVI, 522 s. 8. 12 m. 

außer einer reihe von aufsätzen zur sagenkunde, zum märchen, zur 



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Mythologie. Sagen. 61 

novellisük, zum yolksliede u. s. w., die schon vor längerer oder kürzerer 
zeit in verschiedenen Zeitschriften, besonders der Germania, veröffentlicht 
wurden, bietet der band eine Sammlung norwegischer, deutscher und 
schottischer abei^nben. unter der ttberschrift 'Einige sitten u. ge- 
brauche verschiedener Völker' behandelt L. den maibaum, den Inltgang, 
den frauenabend, das mitbegraben u. a., indem er darüber aus ver- 
schiedenen quellen notizen zusammenstellt, auch eine kleine Sammlung 
rechtsaltertümer ist neu. über *eine mhd. fabel' vgl. unter bruder Wemher. 
angez. Engl. Studien III, 172 (E. Kölbing). Academy 1879. 30 aug. 
(Ralston). Rev. celt. IV, 118 f. (Gaidoz). 

290. R. Andree, Zur Volkskunde von Felix Liebrecht. Globus 36, 
nr. 14—16. 

291. F. Liebrecht, Zur schwedischen volksliteratur. Germania 
XXIV, 129—139. 

ergänzungen zu Bäckströms Svenska Folkböcker Stockholm 1845. 

292. C. Will, Zur mäuseturmsage. anz. f. künde d. d. vorzeit. 
t)d. XXVI, 111. 

ein Zeugnis für die sage aus dem 15. jh. bedeutend ältere in Lie- 
brechts aufsatz 'der mäuseturm' zur Volkskunde s. 1 — 16. 

293. Th. Lindner, Zur sage von der bestattung Karls des großen. 
Forschungen zur deutschen Geschichte, bd. XIX, s. 181 — 186. 

294. Casp. Decurtius, Rätische Studien I. das rätoromanische 
märchen. in Alpina, organ für alpenkunde etc. Ghur. nr. I. 

Verfasser, herausgeber einer Sammlung rätorom. Volksmärchen, weiset 
die auMellung zurück, dass das rätorom. märchen bloBe copie des deut- 
schen ist. als stütze seiner ansieht teilt er das märchen von den drei 
winden mit (romanischer text in Böhmers Studien IX), welches scharf aus- 
geprägte alpine züge trägt, während es andere mit dem märchen der ebene 
gemein hat. 

295. Arturo Graf, La Leggenda del Paradiso terrestre. Lettura 
fatta nella R. üniversitä di Torino addi 11. Novembre 1878. Torino. 
Loescher 1878. 8. 1,60 m. 

beschäftigt sich zunächst mit afrz. versen über den tod Adams, die 
aus einer bibelparaphrase herrühren und hier zum ersten male publicirt 
werden, die paradieslegenden des mittelalters zerfallen in vier klasseu, 
je nachdem in ihnen die combination der alten Überlieferung, der reli- 
giöse mysticismus, der geographische Wunderglaube oder endlich der ritter- 
liche geist herrscht.' das verwertete material ist sehr umfangreich, 
vgl. mag. f. lit. d. ausl. 1879, s. 126. 



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62 Mythologie. Sagen. 

296. Georg NöUe, die legende von den fünfzehn zeichen vor dem 
jüngsten gerichte. Panl u. Braune btr. VI, 413—476. 

anlass zu der legende sollen die stellen des apocryphen lY. buches Esra, 
welche sich mit Weissagungen über die Vorgänge des jüngsten tages beschäf- 
tigen, gegeben haben; wahrscheinlich ist, dass Christi worte Matth. 24 
widerum diese Weissagungen veranlassten, bei den kirchenvätem werden häuüg 
zeichen vor dem jüngsten tage erwähnt; so von Hippoljrtus von Ostia und 
Lactantins. obgleich im mittelalter mehrfach auch Hieronymus als gewährs- 
mann fOr die legende genannt wird, lässt sich doch unter seinen Schriften 
heut nichts entsprechendes auffinden, besonders aber haben die unter sich 
differirenden darstellungen des Beda, Petrus Comestor und Thomas von 
Aquino vielen poetischen und prosaischen erzählungen der legende zum 
muster gedient, daraus ergeben sich drei gruppen, eine vierte geht auf 
das normannische gedieht des XII. jhs.: Oez trestotis communementy eine 
fünfte auf ein acrostichon Augustins zurück, unter diese gruppen werden 
nicht weniger als 45 bearbeitungen verteilt; sechs weitere lassen sich nicht 
auf gleiche weise unterbringen, der anhang A (s. 457 f.) enthält texte, 
darunter aus den Münchener gel. anz. abgedruckt eine altenglische predigt, 
die K. Hofinann zuerst nach einer hs. der Bodleiana bekannt machte, 
anhang BC verzeichnet nach den sprachen geordnet die benutzten und die 
unbenutzten texte, (die ersten 31 s. der arbeit erschienen separat als 
Hau. diss.) 

297. Robert Reinsch, Die pseudo-evangelien von Jesu und Marias 
kindheit in der romanischen und germanischen literatur. mit mitteilungen 
aus Pariser und Londoner handschriften. Halle, Niemeyer 1879. 138 s. 
g. 8. 3,60 m. 

nach einer einleitenden betrachtung der grundlegenden griechischen 
und lateinischen kindheitsevangelien wendet sich die Untersuchung zunächst 
Frankreich und der Provence zu; geringeren räum nehmen in dem buche 
die entsprechenden Schilderungen auf germanischem gebiete ein. mehrere 
afrz. inedita werden mitgeteilt. 

Eugen Wolter, Die legende vom Judenknaben. 

s. unter Mhd., Jüdel. 

298. Poeschel, das märchen vom schlaraffenlande. in Paul und 
Braunes beitr. V, 389—427. 

haben die meisten märchen ihre heimat in Indien und gelangten sie 
von dort auf bestimmten bahnen nach Europa, so ist das vom schlaraffen- 
lande an Ursprung und Wanderung von jenen verschieden, es wird auf 
drei gebieten beobachtet, nämlich im griechischen, wo es an die Vorstellung 
eines goldenen Zeitalters anknüpft, das in komödien geschildert wurde: 
auch auf das leben nach dem tode übertrug sich die anschauung, und be- 



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Mythologie. Sagen. ß$ 

schreibangen entlegener länder machten sie sich gern zn nntz. im ro- 
manischen (Cnccania, etymologie s. 405) begegnet das Fabliau de Go- 
qnaigne, Boccaccios beiläufige ansführang Dec. VIII 3; anf roman. ein- 
flnsse beruhen ein niederl. und ein englisches gedieht, im deutschen be- 
zeichnet Hans Sachsens schwank y. j. 1530 und ein anderer v. j. 1534 
den. gipfelpunkt in der entwickelung des märchens. rückblick s. 416. 427. 

299. Eduard Jacobs, Der Brocken in geschichte und sage, neu- 
jabrsblätter herausgegeben von der historischen commission der provinz 
Sachsen III) Halle, Pfeffer in comm. 1879. 52 s. 8. 1,20 m. 

ang. Lit. cbl. 968—969 (Edzardi.) — vf. neigt der erklärung des 
namens als mons ruptus zu. die schrift gibt eine geschichte des berges und 
seiner sagen. 

30Ö. C. M. Blaas, Vom unzufriedenen wolf. märchen aus äem Böh- 
merwald. Germania 24,412—414. 

verwandt dem träum des wolfes' in I. W. Wojfs deutschen haus- 
märchen s. 419. ein wolf hatte einen träum, dass er etwas gutes zu fressen 
finden würde, er verschmähte daher geringere speise und wurde beim 
suchen nach dem geträumten getötet. 

301. V. Lommer, Volkstümliches aus dem Saaltal. 1 heft: aber- 
glaube und volksmittel. Orlamünde, Heyl. 1878. VIII, 60 s. 

Spruchsegen, geschriebene segen. zauberdinge, tagewählerei. — 
ang. zs. d. ver. f. thüringische gesch. u. altertumskunde IX, 464. 

302. A. Birlinger, Volkstümliches: aberglauben IV. Alemannia 
Vn, 80—83. * 

zwölf geheimmittel und ähnliche anweisungen. 

303. F. Woeste, Aberglaube und gebrauche in Südwestfalen, ndd. 
. Jahrb. 3, 127—151. 

eine gedrängte äußerst reichhaltige Zusammenstellung von gebrauchen, 
na^h folgenden rubriken geordnet: 1. grafschaft- märkische hochzeitsge- 
bräuche im ersten viertel des 19. jh. (Vorbedeutungen, Werbung, Verlobung, 
Verkündigungstage, brautkauf, hochzeit und trauung). 2. gebrauche bei 
Schwangerschaft, gehurt, taufe, Säuglingen. 3. aberglaube und gebrauche 
bei sterbefällen (Vorbedeutungen, gebrauche bei und nach einem sterbefalle), 
ein Zeugnis für das hohe alter der s. 147 verzeichneten sitte, das zeichen 
des kreuzes vor dem gähnenden munde zu machen, bietet auch die in dem- 
selben bände s. 79 abgedruckte stelle aus einem nd. passional. 

304. Ph. Wegen er, Hochzeitsgebräuche des Magdeburger landes, 
geschichtsbl. f. Magdeburg 13, 225—255. 14, 68—100. 184—222. 

während Woeste (no 303) kurz registrirt was sich abergläubisches 
in diesem Jahrhundert erhalten hat, schildert Wegener in ausführlicher dar- 



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64 Gotisch. 

Stellung die sämmtlichen gebrauche von der brantwerbnng bis zur hochzeit 
und geht, unter benntznng von Magdeb. rechtsordnnngen des 16. jh., 
Spangenbergs £hespiegel y. j. 1567 (!) u. a., mit Vorliebe anf die ältere 
zeit zurück, gern auch die gebrauche benachbarter gegenden herbeiziehend. 

305. F. Voigt, Osterfeuer und osterwasser. mitteilungen des Ver- 
eins für Hamburgische geschichte. n. 

306. K. Bartsch. Wurmsegen, kleine mitteilungen 7. Germania 
24, 200. 

abdruck der schon von Paul Evrald im neuen archiv d. gesellsch. f. 
ältere deutsche geschichtskunde 3,164 mitgeteilten zeilen (hochdeutsch, 
aufgeschrieben im 14 — 15. Jahrhundert). 

307. A. Birlinger, Bairische besegnungen. aus einer papierhand- 
schrift 15 jhd. pfianzenbuch, ehemals Hasslers bibl.*in Ulm. Germania 
24,73—76. 

einfacher abdruck von mittein gegen 14 übel. 

308. Adalbert Jeittel-es, Zu den 'hairischen besegnungen'. Ger- 
mania 24, 311—312. 

zu Birlingers mitteilungen gibt Jeitteles eine parallele und einige ähn- 
liche geheimmittel aus einer Innsbrucker pergamenthandschrift des 14. Jahr- 
hunderts. 

309 J. Haupt, Zwei fündlinge. z. f. d. a. XXffl, 353—357. 

1. de virtutibus quarundam herbarum. hier nach einer hs. der 
Wiener hofbibl. aus dem 13. jh., doch schon bekannt aus einer Innsbrucker 
(Germania XII, 463 f) und aus etner Münchener hs. (Germ. VIH. 298). — 
2. Adam de octo partibus creatus. ebendaher, es ist die lateinische 
quelle der bisher allein bekannten französischen bearbeitungen: Grimm, 
mythol * I, 470. 

vgl. auch die segen unter Mittelhochdeutsch, prosa. 



Gotisch. 

310. Friedr. Naber, Gotische präpositionen I. progr. d. gymn. 
zu Detmold (pr. nr. 594) 26 s. 8. 

die Schrift beschäftigt sich nur mit den gotischen präpositionen, welche 
den accusativ regiren: and pairh undar vipra faur mu (inuh), welche 
nur dieseja casus haben; ana in ufar at afar und afhindar hi nehv, welche 
auch mit anderen casus verbunden werden. — zur erklärung der form 
werden die. verwandten dialekte stets herbeigezogen, zur feststellung der 
construction wird auf den griechischen text zurückgegangen. 



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Gotisch. 05 

311. Adalbert Bezzenberger, Hvaiva, Bezzenberger beitr. HI, 
80—82. 

312. Leo Meyer, Grotiscbes hn. Bezzenberger beitr. m 152—154. 
312 a. W. L. van Helten, Das p in got. kunpa, kunp und das 

ßuffix st z. f. d. a. 23,418—432. 

313. Isaac Taylor, Greeks and Goths. A Study on the Runes. 
London, Macmillan u. Co. 1879. YII, 139 s. 8. 9 sh. 

Müllenhoff, Ein gotischer göttemame? Z. f. d. a XXIXI, 43 f. — 
8. mythologie no. 252. 



314. Friedr. Ludw. Stamms ülfilas oder die uns erhaltenen 
denkmäler der gotischen spräche, text, grammatik und Wörterbuch, neu 
herausgegeben von M. Heyne. 7 aufl. Xu, 440 s. 8, a. u. d. t: biblio- 
thek der ältesten deutschen literatur-denkmäler. 1 band. Paderborn, 
F. Schöningh. 1878. 

die neue aufläge hat k/eine wesentliche Veränderung erlitten, doch 
ist der text nach der ausgäbe von Bernhardt revidirt worden, dabei kam 
noch Ohrloffs aufsatz in Zachers zs. VII, s. 251 — 295 und eine nicht in 
den buchhandel gekommene arbeit Die bruchstticke der Skeireins, herausg. 
V. A. Vollmer. München 1862. 16 s. 8 in betracht. Heyne macht in der 
vorrede auf zwei bisher wenig bekannte gotische glossen aufmerksam: 
fenea = polenta und uisdilem (accus, latinisirt) = isatis aufinerksam, 
zu deren erklärung er jedoch nichts beibringen kann. 

315. C.Marold, Vulfila oder die gotische bibel . . , herausgegeben 
von Ernst Bernhardt. Halle 1875. in wissenschaftl. monatsbll. 1879, s. 
81—93. 

Marold, in einer art recension, bestreitet, dass Bernhardts ausgäbe 
ihren zweck in der weise erfülle, wie in allen übrigen anzeigen des buches 
behauptet ist. er greift besonders drei punkte in Bernhardts arbeit an: 
die reconstruction des griechischen textes, das Verhältnis der Itala zum 
gotischen text, die missverständnisse und falschen Übersetzungen des Ulfilas. 
— zum schluss führt Marold eine anzahl druckfehler an, die er in der 
ausgäbe noch gefanden hat. 

316. Ignaz Peters, Gotische conjecturen zu Matth. 9,16. Lucas 
1,4 und 5. 3,5. 8,6 und 14. Marc. 6,19. aus den Jahresberichten des 
Leitmeritzer gymnasiums von 1876 und 1879 besonders abgedruckt. Leit- 
meritz, Hermann Blömer 14 s. 8. 

der erste teil der conjecturen ist 1876 erschienen und in Z. f. d. ph, 
7,484 von Gering angezeigt, er enthält: I Luc. 1,5 ist statt us afar zu 
lesen us afaram (diese Veränderung hält auch Gering fftr wahrscheinlich) 

Jahresbericht f&r Germanische FhUologie. I. (1879). 5 



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ßß Gotisch. 

nLac. 1,4 vaurdei stap für vaurde astap der handschrift. III Marc. 6,19 naip 
für naiv. lY Luc. 8,14 gafrisqand für gavrisqand. Y Luc. 3,5 vraips 
für vrcdqo. — der zweite, neue, teil enthält zwei coiyecturen. 1 Matth. 
9,16 in den werten nihvashun lagjip du plata fanan parihis ana snagan 
faimjana ist statt parihis vielmehr unparihis zu erwarten; Peters schlägt 
jedoch als wirklich die Schwierigkeit lösende Verbesserung vor unparidis, 
unparips in der bedeutuug von intritus, indetritus. — 11 Luc. 8,6 in der 
stelle ni habaida qrammipa schlägt Peters framipa statt des letzten wertes 
vor, für noch besser hält er gaframipa, 

317. A. Schaubach, Das erste capitel des Lucas nach Yulfila und 
Luther, über das Verhältnis der gotischen bibelübersetzung des Yulfila zu 
der Lutherischen mit Zugrundelegung von evang. Luc. 1. einladungsschrift 
des gymnasium Bemhardinum zu Meiningen zur feier des Henflingischen 
gedächtnistages. 24 s. 4. 

Verfasser will die frage erörtern, wie sich die beiden großen zeitlich 
durch über 1000 jähre geschiedenen Übersetzer der bibel zu ihrer vorläge 
gestellt haben, ob und wie treu sie sich d^m Wortlaut des griechischen 
textes anschlössen , ob und wie sie die eigentümlichkeiten der muttersprache 
gewahrt haben, er will damit dem fachgelehrten nicht etwas neues bieten, 
sondern hofft, dass eine solche betrachtung auch für diejenigen kreise, 
denen die kenntnis der gotischen spräche abgeht, nicht ohne Interesse sein 
wird. — die vergleichung wird s. 4 — 24 vers für vers durchgeführt. Ver- 
fasser hat das I. cap. des Lucas gewählt, obwol er die abweichungen des- 
selben von den übrigen evangelientexten der gotischen Übersetzung kennt, 
weil er diese abweichungen nicht für wesentlich hält. 

318. C. P. Y, Kirchner, Die abstammung des Ulfilas. abhandlung 
zum Jahresbericht der städt realschule zu Chemnitz, (pr. nr. 460). 26 s. 4. 

vf. erklärt die angäbe des Philostorgius , dass Ulfilas kappadoMscher 
abkunft war, für völlig unglaubwürdig, Ulfilas sei vielmehr ein echter Gote. 
dies wird erwiesen zunächst durch die Schwierigkeit, dass kappadokische 
gefangene sollten zu den Donaugoten gekommen sein (sie kamen nach der 
Krim), s. 5 f. wird gezeigt, dass Ulfilas das gotische sehr gut verstand, 
(s. 8 f.) das griechische weniger vollkommen — das umgekehrte müsste 
bei den angaben des Philostorgius erwartet werden, endlich wird (s. 13 f.) 
die Zuverlässigkeit des gewährsmannes auch in anderen angaben als höchst 
zweifelhaft dargestellt und gezeigt, dass er als Kappadocier ein Interesse 
hatte den Gotenbischof zu einem landsmanne zu machen, während ihm als 
Arianer daran liegen musste den gotischen arianismus aus einer echt katho- 
lischen gegend herzuleiten. 

319. I. W. Schulte, Gotica minora. erster artikeL Z. f. d. a. 
XXm 51— 64, 



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ScandinaTiflche sprachen. g7 

anknüpfend an Massmanns artikel Gotica minora, z. f. d. a. 1,306 
fl. gibt Schnlte eine reihe interessanter nachrichten über die älteste 
kmide von gotischen handschiiften, welche er ^bei gelegenheit von 
forsehongen über die gelehrtengeschichte des 16. jhs/ gefanden hat. er 
teilt sie *in der bofihang mit, dass dieselben einen antrieb geben, die älteste 
geschickte des für die deutsche philologie so wichtigen codex argentens 
abermals einer genaueren Untersuchung zu unterziehen.' er teilt die be- 
treffenden stellen aus den briefen Conrad Gessners (1516—1565) mit, be- 
leuchtet sie und berichtigt danach die seit Massmanns forschungen bekannten 
tatsachen. 'aus dem mitgeteilten erhellt (s. 59) dass Cassander und Gualther 
schon vor 1554 kenntnis von der existenz einer gotischen bibelübersetzung 
gehabt und aus dem codex, der nur der Werdener codex argenteus sein 
kann, das aiphabet, das vaterunser und einige andre stellen in abschritt 
besaßen.* darauf folgen einige nachrichten *über den kaiserlichen rat Nied- 
bruck, wie über die ersten entdecker des Vulfilacodex, soweit sie unsre 
frage und ihre Stellung zu den germanistischen Studien betreffen.' 

320. Schulte, Gotica minora. zweiter artikel. z. f. d. a. xxmr 
318—336. 

verf. handelt von den stücken, welche JohannesGoropiusBecanus(t 1572) 
aus dem nachlasse Anton Morillons abdrucken ließ und zeigt wie willkür- 
lich dieser den text behandelte, die frage, woher die copien stammten, 
wird von Massmanns ansieht abweichend beantwortet: 'die Gotica Arnold 
Mercators können aus verschiedenen gründen der publication des Becanus 
nicht zu gründe gelegen haben.' (s. 322). dies wird aus einer vergleichung 
der texte beider und aus der hinfälligkeit der Massmannschen hypothese 
erwiesen, die letzten abschnitte beschäftigen sich mit der verwickelten 
Untersuchung, woher Morillons fragmente stammen und kommen zu dem 
resultat, dass sie 'aus den bänden der ersten entdecker Cassander und 
Wouters oder des mit ihnen eng befreundeten Metellus an Anton Morillon 
gelangt sind.' 



Scandinavische sprachen. 

Wörterbücher. 

321. Jon porkelsson, Supplement til IslandskeOrdboger. Reykjavik 
1878. 8» 

das erste heft, 48 s. stark, reicht bis hönarmadr; benutzt sind die 
neu edirte Tristram S., biblische stücke, Heilagra manna Sögur u. a. vgl. 
die notiz Brenners, Anz. Y, 414. 

322. Hans Ross, Till«g til den Norske ordbog. N. norsk Tidsk. I 
55—68; 207—216; 277—289; dazu TillKgsmateriale til den Norske ord- 

5» 



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gg ScandinaviBche spnchen. 

bog von demselben ebenda III, 416— 431 (Bettelser og tilgifter til det i 
Iste bind meddelte.) 

ergänzungen zum nordischen wörterbnch meist ans den dialecten. 

323. Sophns Bngge, Etymologische beitrage ans dem nordischen. 
Bezzenberger beitr. m, 97—121. 

324. Adolf Norreen, Nordiska etymologier, Nord. Tidsk. f. Filol. 
IV, 8. 28—38. 

1. Lödurr'Vrtra: ausgehend von der offenbaren wesensgleichheit 
zwischen dem indischen Yrtras, dem dämon der Sommerhitze, und Loki^ 
versucht der verf. den etymologischen Zusammenhang des ind. Yrtras mit 
LoMs beinamen Lödurr nachzuweisen. — 2. Isl. hüsfreyja — hüspreyja — 
hüsirü. die vielen verschiedenen formen des wertes, welche die scandi- 
navischen dialecte aufweisen, werden classificirt und von einander ab- 
geleitet — 3. Sv. likstol — isl. (eld)si6 — ags. stov. das schwed. wort wird 
als volksetymologische Umbildung eines alten liksto anerkannt — 4. isl. 
sly^lsLt säliva 5. Sv. Äpo/*— isl. spöt^fr. ags. spövan. 

325. Sophns Bugge, Sproglige Oplysninger om Ord i gamle nor- 
diske Love. I. Svenske Ord. N. Tidsk. f. Fil. III, 258—275. 

erklärung einer anzahl schwieriger werte in verschiedenen rechts- 
quellen. 

326. Schlyter, Corpus juris Sueo-Gotorum, vol. Xni (ordbok), 
angez. Nordisl^ tidskrift for vetenskap, konst och industri 1879, heft 4« 

327. Det aeldste danske skriftsprogs ordforräd. Af G. F. V. Lund. 
Kbh. 1877. VI, 176 s. 

abweisend beurteüt von V. Säby. Nord. Tidsk. f. Filol. Xni, 284—289. 

328. Aasen, Norsk Navnebog eller Sämling of Mandsnavne og 
Kvindenavne. Chra. 1878 kr 1,20. 

Grammatik. 

329. M. Ny gaard, Oldnorsk Grammatik til Skolebrug. Anden Udgave. 
Bergen. 1878. Giertsens Forlag. 80 s. 8. 1 kr. 20 0. (2 m.) 

Nygaard ist Verfasser einer reihe von schritten, deren zweck die 
pflege des Studiums an. spräche und literatur in der schule ist. wir nennen 
hier sein *01dnorsk Laesebog for Begyndere. Til Brug paa Skoler og ved 
Selvundervisning, 1872' und *Udvalg af den norrene Literatur for Latin- 
og Eealgymnasier 1875'. noch vor dem Lsesebog erschien *Kortfattet 
Fremstilling af den oldnorske Formisere'; eine ausführlichere darstellung 
desselben gegenständes, durch eine syntax vermehrt, bildet die an. gram- 
matik, welche nunmehr in zweiter aufläge vorliegt, das buch ist recht 
sauber gearbeitet und erscheint wol geeignet in das Studium der alt- 
nordischen spräche einzuführen. 



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Scandina\iBche sprachen« 69 

330. L. G. Nilsson, Fornisländsk grammatik, Ista haftet. Stock- 
holm 1879. 88 s. 2tab. 8. 50 ere. 

angez. von J. Hoffory Nord. Tidskrift for filologie, N. R. IV, 154 
bis 168. der rec. versucht nacteuweisen, dass das vorliegende werk in 
allen wesentlichen teilen als plagiat nach Winuners aldnordischer gram- 
matik (fomnordisk formlära, Lnnd 1874) betrachtet werden mnss. er be- 
hauptet femer, dass an vielen stellen zahlreiche und verschiedenartige 
proben von der nnwissenheit, Verworrenheit und grammatischen Unfähig- 
keit des Verfassers vorkommen. 

331. S. Söderberg, Fomgutnisk Ijudlära. Lund 1879. 

S. auch G. Vigfasson und Powel, An Icelandic Prose Reader, (scan- 
dinavische sprachen no. 361,) 

332. J. Hoffory, Lydforbindelsen fst i det Amamagnseanske 
handskrift 674 A. 4* in Det philoL-histor. samfunds mindeskrift. Kjoben- 
havn 1879' s. 140—146. 

der buchstabencomplex in der genannten hs., den man bisher als fft 
auffasste (z. b. effter, offt) muss notwendig als fst gelesen werden, (also 
efster, ofst). 

333. Axel Kock, Ljudförsvagning i akcentlösa ord. Nord. Tidskr. 
for Filol. XIII, 241—257. 

die resultate des aufsatzes sind: 1. in tonlosen Worten geht im nor- 
dischen wie im englischen nicht tönender consonant oft in einen tönenden 
über; die gleiche entwicklung findet sich sporadisch auch in anderen 
sprachen. 2. in tonlosen worten geht in den meisten german. sprachen stamm- 
haftes a zuweilen in ce oder e über. 3. das pron. han entstand aus dem 
accus, pan, hon aus dem accus, pa, 

Academy 1879, p. 35 (11. jan.) 

334. M. Nygaard, Betydningen og Brugen af Verbot munu. in 
Aarböger for nordisk Oldkyndighed. 1878. s. 259—303. 

eine ausftthrliche Untersuchung, die den übrigen germanischen dialecten 
gleichfalls rechnung trägt. 

335. Ludv. F. A. Wimmer. Smäbidrag til nordisk sproghistorie 
in: Det philologisk-historiske Samfunds Mindeskrift i Anledning af dets 
femogtyveaarige Virksomhed 1854—1879. Kjbhv. Klein 1879. 8. 

I Oldislandsk ^. s. 174—181. n Oldnordisk selja seißa. s, 181—184 
ni. Den nordiske middelart (medium), s. 184—193. IV. Et , gammelt 
gullandsk sprogmindesmserke i Danmark. s. 193 — 196. die Inschrift auf 
dem taufstein- in Akirkeby auf Bomholm ist das älteste gotländische 
Sprachdenkmal. 

336. Sievers, Kleine beitrage zur deutschen grammatik. V. alt- 
nordisch Jmta heißen. Paul u. Braune beitr. VI, 561 — 563. 



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70 SeandinaviBche tpradien. 

Scherer erblickte in kriti eine dem ae. hätte yerwandte yerstOmme- 
Inng einer alten medialform, got. haitada. Sievers führt mit Bngge keüi 
auf die gnmdlonn *hadtai zurück, das nichts anderes ist, als eine uralte 
medialform der ersten person; es entspfieht der bedeutang nach vollständig 
dem griech. xaXouyLat. 

337. L. F. Leffler, Bidrag tili svcnsk sprakhistoria. in Antiq. 
Tidakr. för Sverige V, 216—288. 

1. Uppkomsten af koi^onctionen um (am), 2. Landskapslagames eUf 
(half), 3. Gutalagens taJd launSj flri heptalauns, 

338. Fr. Tamm, Trftnne tyska ftndelser i svenskan. Göteborg 
1878. 33 s. 8. 75 ö. 



339. Isidor Flodström, Strödda anmärkningar öfver nysvenska 
konsonantljud. Nord. Tidsk. f. Füologi. N. R. IV, 168—174. 

behandelt die lautverbindnngen c^' ij kj, den palatalen nasallaut n 
(wie in f^ta, uniform), den schwedischen sogenannten sche-lmt u. a. 

Betonung und verskunst. 

340. Joh. Storm, Tonefaldet (Tonelaget) i de skandinaviske Sprog. 
(Sserskilt aftrykt af Christiania Videnskabs- Selskabs Forhandlinger for 
1874 s. 286—297, Chra 1879. 14 s. 8. 

für das schwedische und norwegische werden zwei betonungen unter- 
schieden, eine einfache (enkelte Tonefald) der einsilbigen werte und eine 
zusammengesetzte, die regelrecht betonten zweisilbigen werten zukommt, 
im ersteren falle geht die stimme, indem sie schwächer wird, in die höhe; 
im anderen beginnt sie tiefer als der grundton, sinkt, und steigt auf der 
letzten silbe plötzlich zum grundton empor, besonders diese betonung 
gibt beiden sprachen ähnlichkeit mit dem gesange. das dänische teilt 
diese eigenttimlichkeit der schwestersprachen nicht u. nähert sich dadurch 
den übrigen germanischen sprachen, auch das heutige isl. hat die Unter- 
scheidung beider accente aufgegeben. ^ 

341. A. Kock, Om nägra atona. Lund, Gleerup 36 s. 8. 
vgl. Anz. f. d. a. V, 428. 

342. Sievers, Beiträge zur skaldenmetrik. I in Paul und Braun^, 
beitr. V, 449—518; ü ebenda VI, 265—376. 

diese 'beitrage zur skaldenmetrik' bilden die grundlage fftr die metrische 
behandlung der skaldenstrophen, zunächst des dröttkvsett. da die angaben 
des commentars zu Snorris Hdttatal nicht genügen, betrachtet Sievers auf 
grund eines reichhaltigen, durch drei Jahrhunderte sich erstreckenden 
materials — die einschlägigen Strophen der Heimskringla, Morkinsskinna, 
Fagrskinna, Olafs S. Tryggv., Olaf S. Helga u. a. — den dröttkvsettvers. 



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Scandinayische sprachen. 71 

derselbe besteht aas sechs silben, welche sich in drei tacte zu je zwei 
Silben grappiren. innerhalb des ersten und zweiten tactes können anf- 
lösnngen stattfinden, so dass dervers scheinbar ans mehr als sechs »Iben 
besteht, andererseits führen elision meist im zweiten tact nnd einsetzung 
kürzerer wortformen zu lange verse, einführung Älterer längerer wortforraen, 
sehwacher snbstantivformen statt starker zu kurze zeilen auf das richtige 
maß von sechs silben zurück. 

n erörtert die frage wie die gewonnenen regeln sich zu den übrigen 
scandinavischen metren verhalten, ob silbenzählung auch für die nicht eigent- 
lich skaldischen metra angenommen werden darf, es wird zunächst die stro- 
phenform des Hdttatal betrachtet und gezeigt, dass mit geringen ausnahmen 
die für das dröttkvsett aufgestellten regeln über die aufiösung einer länge 
in zwei kürzen auch in Snorris übrigen strophenformen widerkehren; 
ebenso verhält es sich mit dem Hättalykill Bögnvalds und mit einigen 
skaldischen dichtungen, die sich der formen des Hdttatal bedienen, auch 
für die s. g. volkstümliche dichtung der eddalieder nimmt S. das princip 
der silbenzählung an, wie er denn eine feste grenze zwischen eddischer 
und skaldischer poesie weder in formeller noch stofflicher beziehung aner- 
kennt, er wählt Hymiskvida um die Übereinstimmung mit den regeln des 
Versbaues der kunstskalden festzustellen, die Untersuchung wendet sich 
zunächst dem fomyrdalag zu, in dessen gebrauch zahlreiche freiheiten gegen- 
über dem skaldischen gebrauch zu constatiren sind, während sich anderer- 
seits aus den gewonnenen gesetzen eine stattliche reihe von besserungen 
ergibt; femer werden die im Mdlahattr, endlich die in Ljödahdttr und 
Galdralag erhaltenen gedichte in ausführlicher weise behandelt. — eine 
notiz über die arbeit in The Academy 1879 p. 35 (11. Januar). 

343. Edzardi, Die skaldischen versmaße und ihr Verhältnis zur 
keltischen (irischen) verskunst. ebenda V, 570—589. 

die künstlichen formen der skaldendichtung beruhen auf keltischer 
anregung. skizze der entwickelung des dröttkvsett und der runhenda. 
£. findet eigentümlichkeiten derselben in den gebräuchlichsten formen der 
keltischen Strophe wider, besonders scheint ihm das princip der silben- 
zählung keltischer verskunst entlehnt zu sein, dagegen hat die skalden- 
poesie die germanische alliteration beibehalten, binnen- und endreime 
sind schon in der edda nicht selten: auch zwischenreime in keltischer 
weise werden in verschiedener form nachgewiesen. — Nachtrag VI, 262 — 
264. — eine notiz über die arbeit in The Academy 1879 p. 35 (11. jan.). 

Über an. metrik s. auch no. 365, 370 und unter Merseburger 
Sprüche no. 399. 



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72 Scandinavuche sprachen. 

Runen. 

344. P. Köbke. Om Rnnerne i Norden. Almenfattelig Fremstilling. 
Kjobenhavn, Wroblewsky 1879. 72 s. g 8. 2 m. 

wie der zusatz auf dem titel andeutet, hat man es hier nicht mit 
einem die Wissenschaft mehrenden werke zu tun, sondern mit einer jener 
zusammenfassenden arbeiten, wie sie von zeit zu zeit mit mehr oder 
minder geschick für weitere kreise unternommen werden, es liegt dem 
verf. daran eine kurze übersieht über entstehung, entwickelung und 
' späteres Schicksal der runen zu geben und besonders dänische runenin- 
schriften kennen und verstehen zu lehren, er fußt dabei auf den vortreff- 
lichen arbeiten seiner landsleute Rafn, Wimmer, Thorsen u. a., ignorirt 
dagegen die deutsche forschung vollständig, der erste abschnitt (De seldre 
Runer) geht daher trotz Dietrich vom Vatstenabracteaten aus, der genau 
die älteste runenreihe widergibt, die man 'früher angelsächsisch oder 
deutsch nannte.' 'die acht ersten zeichen — luva tuva — sind überflüssig 
und ihre erklärung unsicher.' aus dieser älteren runenreihe entwickelt 
sich dann im zweiten abschnitt (De yngre Runer) die kürzere: 'früher 
war die ansieht allgemein, dass das aiphabet der 16 runen das ältere, 
ursprüngliche sei oder doch, dass sich beide unabhängig von einander ent- 
wickelten; aber nach dr. Wimmers gründlicher Untersuchung über den 
gegenständ waltet kein zweifei mehr, dass das kürzere fuj)ark einfach aus 
dem längeren entwickelt wurde'. verf. reproducirt denn auch Wimmers 
hypothese von der Verwandtschaft der ältesten runen mit den zeichen auf 
den inschriften der frühesten römischen kaiserzeit. unter m (Middel- 
aldemes Runer) ist vom einflusse des Christentums auf die runen die rede: 
König Waldemars runen bezeichnen ein neues Stadium, träger der runen 
sind kirchliche gegenstände, wie rauchfässer, glocken, taufsteine; an die 
stelle des grabsteins tritt das steinkreuz, officielle Verwendung fanden die 
runen auf münzen, ihren volkstümlichen character bestätigen viele Volks- 
lieder. 

eine reihe guter holzschnitte schmückt das büchlein. als anhang ist 
ein Verzeichnis dänischer runeninschriften auf steinen und anderen unbe- 
weglichen dingen beigegeben, sowie ein zweites derjenigen in Schonen, 
Hailand und Bleckingen. 

345. Hans Hildebrand, Kronologiska anteckningar om vära run- 
stenar. Kongl. Yittertiets Historie och antiqvitets akademiens Mänadsblad. 
1878. (Stockh. 1879) s. 710—713 und Jahrgang 1879 s. 8—18. 

die gewöhnlichen runeninschriften enthalten meist wenig mehr als 
bloBe namen und entbehren daher jeder bestimmten Zeitangabe, höchstens 
eine andeutung auf christliche Verhältnisse vermag nach dieser richtnng 
hin einen fingerzeig zu geben, nun aber sind die runensteine so zahlreich 



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Seandinavische sprachen. 78 

und bieten so bedeutende Verschiedenheiten dar, dass es wichtig erscheint 
einen weg zn ihrer chronologischen bestimmnng ausfindig zu machen, 
einen solchen meint Hildebrand in der manichfachen beschaffenheit einmal 
der schleifen, innerhalb deren die Inschrift eiii^egraben ist, dann der 
ronenzeichen selbst entdeckt zu haben, die ursprüngliche A-rune wird 
allmählich zur bezeichnung des verwendet, an ihre stelle tritt die alte 
I-rane. das neue zeichen für wurde dann auch auf U ausgedehnt, so 
dass die Schreibung hropvr, porkü u. a. sich als jünger verrät denn 
brupur, purkü; die Yppersteine, welche o-formen aufweisen, sind z. b. 
jünger als die mehrzahl der steine, welche von Ingvar u. seinen begleitem 
auf der ostfahrt berichten, einzelne der Ingvarsteine zeigen indessen gleich- 
falls o-formen, beweis dafür dass sie in einer zeit des Überganges, des 
schwankenden gebrauches entstanden, nach isl. annalen starb Ingvar i. j. 
1041; die Inschriften sind also um 1150 anzusetzen. 

unter den schleifen bemerkt man verschiedene Variationen, die sich 
in gruppen sondern lassen, von der einfachsten anordnung in geraden 
oder krummen linien weichen die Ingvarsteine ab, indem sie die linien 
der schlangengestalt nähern j das üer hat ein eingerolltes schwänzende, 
einen dreieckigen köpf und runde äugen, die an der außenseite des kopfes 
stehen, in engem Zusammenhang mit dieser form steht eine andere: der 
schlangenkopf ist unregelmäßig geformt und trägt hömer. einen eigenen 
typus zeigt der Tierpstein im nördlichen üppland. ein vergleich dieser 
schleifentypen und der Verwendung der alten A-rune in den dazu gehörigen 
Inschriften ergibt, dass die schlänge mit dem dreieckigen köpfe der a-pe- 
riode angehört, während sich die Weiterbildungen auch über die Übergangs- 
zeit und die o-periode erstrecken. 

346. George Stephens, Pilgärdarrunstenen i Böge socken pä 
(Jotland. Eongl. Vitterhets Historie och Antiqvitets Akademiens Mänads- 
blad. Stockholm 1879 s. 593—598. 

abbildung des steins auf s. 593. derselbe wurde 1871 aufgefunden. 
Stephens liest: 

lAIÜKA A STATU 

SI SA STAIN! 

UFUK, SAR KIARN, BRüpUR (? sini) RüpUISL, 

AUSTAIN I MÜNU (? han) KIFR STAIN pIS. SKAL LIFA 

LIKA (? ift) RUpUISL, BRüpR «SINI. 

KUNU-RÜNA IFÜR UIFIL FIUpE. 

d. h.: Ewig auf dem grabhügel stehe dieser stein! zum gedächtnis an 
(seinen) lieben bruder RuJ)uisl Austain in Mun(er) gibt stein diesen, er 
soll stehen lange (nach) RuJ)uisl| bruder seinem, [diese] erinnerungsrunen 
über [ihn] Uifil fertigte. 



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74 ScaDdina^che sprachen. 

347. Alb. Kohn und C. Mehlis, Materialien zur Yorgesehichte 
des Menschen im östlichen Europa. Bd. 2. Jena, Costenoble. 8. 

8. 177 — 184 wird Alex. Szumowskis bericht (Wiadomosci archeolo- 
giczne IH, 49) Aber eine 1858 bei Eowel in Yolhynien gefundene lanzen- 
spitze mit runenschrift, von der eine abbildung gegeben wird, im auszuge 
mitgeteilt, nach Wimmers gntachten, das zum abdruck gebracht ist, ge- 
hören die mnen unzweifelhaft zu den ältesten und sind den Müncheber- 
gischen ungewöhnlich ähnlich. W. liest BAN(I)NGA, was ein gotischer 
name sei. 

348. 0. Rygh og S. Bugge, En i Norge fanden Spsende med 
Buneindskrift fra Mellemjemalderen. in Arböger for nordisk Oldkyndighed 
1878. s. 59—72. 

im jähre 1877 in Norwegen gefunden, vier zeilen runen der längeren reihe. 

349. Bunsten. Eongl. Yitterhets Historie och Antiq. Akademiens 
Manadsblad 1879, s. 33 notirt zu der sitzung vom 18. febr. d. j.: 

Eyrkoherden 0. Larsson hade insändt teckning af inskriften pä den 
runsten han, med Akademiens bifall, uttagit ur kyrkogärdsmuren vid Leksbergs 
kyrka och rest Mstäende pä samma kyrkogärd, hvaijämte han meddelat 
upplysning om ätskilliga andra i trakten befintliga fomlemningar. — 
8. 34 abdruck der runen. 

350. P. Gr. Thorsen, De Danske Bunemindesmserker beskrevne og 
forklarede. Anden Afdeling. Jyllands Bunemindesmserker, tilligemed 
Meddelelser em alle eemes. Afbildninger og Text. 1 Afbildninger. Kjeben- 
havn, Hagerup 1879. gr. 8. 

während die erste 1864 in gleichem yerlage erschienene abtcilung 
der Bunemindesmserker (B. i Slesvig) die abbildungen an den entspre- 
chenden stellen des textes einreihte, ist für die zweite der plan in so fem 
geändert, als nunmehr abbildungen und text gesondert erscheinen, der 
Torliegende teil mithin einen atlas zu dem hoffentlich bald publicirten text 
bildet, es finden sich gegen hundert abbildungen, alle höchst sauber und 
genau von J. Magnus Petersen ausgeführt, der am anfang der siebziger 
jähre mit Unterstützung der Egl. dänischen Yidenskabemes Selskab die 
Zeichnungen nach den originalen ausführte, die denkmäler sind nach geo- 
graphischen gesichtspunkten in vier hauptgruppen geordnet: 1 — 20 aus dem 
Süden Jütlands, 21—77 aus dem osten, 78—85 aus dem norden, 86—89 
aus dem westen. 

Literaturgeschichte. 

351. Frederick Winkel Hörn, Geschichte der literatur des skan- 
dinavischen nordens von den ältesten Zeiten bis auf die gegenwart. Leipzig 
Schlicke. 1879. gr. 8 in fünf lieferungen zu m. 1,80. 

verf. will die geschichtliche entwickelung der älteren und neueren 
literatur darstellen und nicht eine bloße nomenclatur geben, 'sondern eine 



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Scandinaviscbe sprachen» . 75 

mit dem nötigen bibliographischen apparat begleitete schilderang der 
literarischen erscheinnngen an und fOr sich nnd in ihrem zusammenhange, 
unter fortwährender berücksichtigung der mit ihnen in Verbindung stehenden 
kulturhistorischen verhältaisse.' (s. 7.) die skandinavische literatur, denn 
als solche fasst er die dänische, schwedische und norwegische als einheit 
zusammen, zerfällt ihm in zwei hauptteile, in eine literatur des altertums 
und der neuzeit. diese einteilung beruht aber weniger auf chronologischer 
als genereller Verschiedenheit: jene stellt den reinen volksgeist des nordens 
dar, diese steht unter außerskandinavischen einflüssen, die sich bekanntlich 
auf Island relativ frühzeitig geltend machen. 

die erste abteilung des Werkes führt den sondertitel: altnordisch- 
isländische literatur: die altnordische lit. wird s. 11—67, die neuis- 
ländische 68—85. behandelt, mithin ist der rahmen der ersteren nicht ge-. 
rade weit gespannt, es wird daher manchen wichtigen denkmälern nur 
geringe beachtung gewidmet, so sind die bemerkungen zu den eddaliedem 
äußerst dürftig, Alvismäl, Hymiskvida, Harbardsliöd werden gar nicht er- 
wähnt; Eyrbyggja und Laxdsela müssen sich jede mit kaum vier zeilen 
begnügen, andere mit noch weniger, so dass die bloße nomenclatur doch 
nicht vermieden ist. angez. von Eonrad Maurer Lit. cbl. 1879 sp. 876—79 
Jen. Iz. s. 508. 

bei weitem ausführlicher bespricht dieselben Verhältnisse Gudbrandr 
Vigfüsson in den *Prolegomena' zu seiner ausgäbe der Sturlunga, über 
welche no. 374. die dän. und norw. literatur des mittelalters behandelt 
Hom s. 89—129. — 

352. A. E. Eriksen, Dansk og norsk Literaturhistorie til Skole- 
brug. Kristiania, Mailing 1878. 195 s. 8. 3 m. 

der altnord. literatur ist nur sehr geringer räum zugemessen: kurze 
bemerkungen über runen und runeninschriften, Stabreim, starkadarlag und 
liödahättr, recht wenig über die poetische edda, etwas mehr über skalden 
und kenningar. ein zweiter abschnitt handelt nicht eben ausführlicher über 
die saga, über Snorre Sturlasson und Sturla Tordsson. (s. 1 — 13). 

353. Boesen, Snorre Sturlescn. Et nordisk Tidsbilled fra det 13. 
Hundredär. a. u. d. t. Kulturhist. Personligheder. VIII, 160 s. 8. 2,50. kr. 

Liederedda. 

354. B. Sijmons, Uit de Edda. Taalkundige Bijdragen IL 

1. GrfmnismÄl s. 105—113. die als Grimnismäl bekannte *vorrat8- 
kammer mythologischer specialia' zerfällt nach Lüning in zwei teile, er 
rechnet zum ersten liede str. 4 — 25 und 36; Bugge fügt noch str. 26 
hinzu. Str. 1—3 sind epische einkleidung. der grundgedanke dieses liedes 



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76 ScandiiiaTiBche sprachen. 

ist die Schilderung der herrlichkeit Odins o. der äsen. Simons greift die 
überlieferte strophenfölge an n. ordnet 4—7. 11— -17 (die asenwohnnngen, 
die von drei bis elf numerirt sind) 8 (ValhöU) 9—10 (von außen) 22 23. 
(von innen) 18 — 20. 25. 26 (die tiere darin). -— 21 und 24 sind In- 
terpolationen; die von den Yalkyrien handelnde str. 36 ist Sijmons nicht 
geneigt dem ursprünglichen gedieht zuzusprechen, von den übrigen Strophen 
widersprechen sich 27—41. 43. 44. sie sind auszuscheiden; an 26 reihen 
sich 42. 45. 51—54. indessen ist die möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass 
zwischen 26 und 42 eine oder mehrere Strophen verloren gegangen sind. 

2. prymskvida. s. 302—310. zunÄchst werden die bisher vorge- 
schlagenen, sehr geringen äJiderungen erwähnt, welche die achtzeilige 
Strophe überall herstellen, es folgen einige bemerkungen zur textkritik. 
Grundtvigs änderung 3, 2 Freyju finna für Freyju tüna scheint durch die 
analogie von str. 12 nicht genügend motivirt; sein zweites argument, dass 
ganga iitna=ganga tu tüna eine ganz vereinzelte erscheinung sei, wird 
durch hinweis auf Helr. Brynh. 8, 4. Atlam. 56, 9. Sölarlj. 60, 1. 2 sowie 
durch die mit got. ahd. mhd. nhd. an. belegen gestützte behauptung ent- 
kräftet, dass der genetiv in den germanischen sprachen ursprünglich die 
kraft besaß bei verben der bewegung die richtung nach einem orte auszu- 
drücken. 12, 1 will S. gengu lesen, da das praes. bist, im gedichte sonst 
nicht vorkommt. Holtzmanns übersetsung von 15, 4 wird getadelt; (auf 
das richtige wies übrigens schon Lüning hin). 15, 3 wird vorgeschlagen 
vissi kann vel fr am. denn die Vanen vermögen nicht in die zukunft zu 
blicken. 

3. Skirnismäl. s. 310—314. zu 1, 6 wird auf Bugges erklärung von 
afi verwiesen, zu str. 3 wird über die verschiedenen auffassungen von 
endlanga sali gehandelt und der von Bugge der vorzug gegeben, (acc. plur. 
abh. von sitr), hinsichtlich 7, 2 scheint es 'mehr als wahrscheinlich, dass 
der archetypus von RA las en man mannt hveim.^ 

355. Edzardi, Kleine beitrage zur geschichte und erklärung der 
Eddalieder IV. Germania XXIV. 46—64 

nr. I dieser beitrage steht Germania XXIII, 158—188; II 314—341; 
m 406—440. vgl. bibl. 1878, nr. 268. IV enthält 12. Zur Voluspä 
und Vegtamskvida. der verf. beschränkt sich auf die besprechung 
einzelner stellen und auf kurze bemerkungen allgemeines Inhalts, er 
spricht sich gegen die Stellung von str. 23 R=Hild. 1 an den anfang des 
liedes aus; obgleich die beiden Überlieferungen in anordnung der Strophen 
mehrfach differiren, ist die ansieht von einer gemeinsamen schriftlichen 
vorläge nicht abzuweisen, doch sieht Edz. in den str. 7—9 und 11 — 12 
Störungen der ursprünglichen anordnung. die halbstrophe 37 stellt er vor 
40, die ganze gruppe 38—40 aber zu 66 an den schluss des liedes. nach 
Edz. zerfällt V. in zwei durch ton und stil verschiedene teile, im zweiten 



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Seandinavische sprachen. 77 

yermntet er ein einst selbständiges, später interpolirtes lied von ragnarok, 
der alte eingang dieses Uedes ist in den einleitnngsstrophen der Yegtams- 
kvida erlialten. — 13. Zu den Vaf J)rtidnismäl. wie Gylfaginning zeigt, 
gerieten Strophen dieses liedes in die Grimnismäl, anch die Fafoismäl 
werden ans dem liede interpolirt. Gylfg. kennt also einen besseren text 
der Yaf^. als er uns ttberliefert ist. yermutong ursprünglicher anordnung. — 
s. 62. 63. nachtrage. 

Sievers' nr. 342 angefahrte Untersuchung zur skaldenmetrik geht 
spedel auf Hymiskvida (s. 298 f.) ein, behandelt die metrischen licenzen 
der eddalieder und gibt s. 317 f. zahlreiche Verbesserungen, über Atlamäl 
s. 344, Atlakvida s. 350. 

356. Friedr. Wilh. Bergmann, Die Edda-gedichte der nordischen 
heldensage. kritisch hergestellt, übersetzt und erklärt. Straßburg, Trübner 
1879. Vm, 384 s. 8. 8 m. 

Bergmanns frühere auf die poetische edda bezüglichen publicationen 
beschäftigten sich mit den mythologischen liedem. der vorliegende band 
ist den heldenliedem gewidmet, eine allgemeine einleitung behandelt 1. Ur- 
sprung und natur der sage, 2. die an. heldensage und die heldenlieder der edda. 
textkritik, Worterklärung, Übersetzung und Sacherklärung folgen: das vor- 
handene poetische material ist in acht cyclen zerlegt: Niflungenhort, Helgis 
Hiorvardsohn, Helgi Sigmundsohn, Sigurd Fafhistödter, Atli, Gutrun, 
Yölundr, Frodi. einen selbständigen zusammenhangenden text ließ B. 
nicht drucken, 'da jedem eddisten die ein$ oder die andere ausgäbe zur 
band ist'; doch verlangt er, dass seine textkritik und worterklärung allen 
bisher erschienenen textausgaben als correctiv beigegeben werden, die 
überlieferten lieder werden in eine stattliche anzahl kleinerer zerlegt, die 
eigentümliche namen tragen: zum Nibelungenhort-cyclus gehört a. Andvara- 
nauts ^f(?<f=Sigurdarkv. 11 1—4; b. Andvara wem-or£f=Sigurdarkv. II, 
5 (gehört nicht zum vorigen liede aus metrischen gründen); c. Hreidmars- 
waZ=Sigkv. n, 6—9. (*der titel fehlt in den abschriften'); d. Hreidmars- 
hefndar Ät;ö/=Sigkv. II 10 C*der titel fehlt in den abschritten; das ge- 
dieht ist ein fragment'); e. Hreidmarr roedr hefndi^Sigky. ü, 11 (auch 
hier lassen die bösen abschritten den titel aus); f. Lyngheidr rcedr iafnadi, 
Sigkv. n, 12 (dsgl.; das fragm. gehört nicht zum ^vorigen, weil es im 
liodahdttr abgefasst ist), was also dem 'eddisten^ in seiner ausgäbe als 
Sigkv. n 1—12 vorliegt, zerMlt nach B. in sechs lieder oder fragmente 
die sich auf die hortsage beziehen, der rest des zweiten Sigurdliedes wird 
in den cyclus von Sigurd Fafiiistödter eingereiht und dort in gleicher weise 
zerstückelt. 

357. Theodor Fuchs, Über die bedeutung des Rigs-Mäl. Mitt. 
der anthrop. gesellsch. in Wien. IX, 142—154. 



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78 Scandinaviflche sprachen. 

ein ganz populär gehaltener anfsatz, welcher der gelegentlich vorge- 
tragenen meinnng, dass das lied allegorisch die alhnflhliche entwickelnng 
des germanischen Volkes darstellt, entgegentritt, veri bezieht das lied auf 
den stftndeonterschied, der die gmndlage des altgermanischen staatslebens 
bildete, eigentümlich ist die anfiassnng von str. 40: meir kunni kann 
mönnum biarga: *znmal erlernt er menschen zn bergen', d. h. zn fangen, 
zn ranben; 'nnd so sehen wir denn, wie das K. den menschenraub zn einer 
hanptbeschäftignng des herm macht' 1 

358. Charles G. Warnford Lock, The home of the £ddas. 
London, Sampson Low etc. 348 p. gr. 8. 

keine philologische nntersnchnng, sondern die beschreibnng einer reise 
durch Island, appendix A enthält Explanation of Icelandic words and 
names occurring in the Journal, wo u. a. zu lesen: the eider (Snorri's) 
£dda, is an ars poetica^ the newer, prose (or Ssemundar) Edda, is a 
collection of old mythological poems. (p. 297.) 

Prosa. 

359. L. F. A. Wimmer, Oldnordisk laesebog med anmserkninger og 
ordsamling. anden omarbejdede udgave. Kbhvn 1877. XXXI, 324 s. 

eingehend besprochen von Julius Hoffory, Nord. Tidsk. f. Filol. 
Xm, 289—301. von Edzardi Lit. cbl. sp. 1201. 

360. Th. Möbius, Analecta Norroena. auswahl aus der isländischen 
und norwegischen literatur des mittelalters. zweite ausgäbe. Leipzig Hinrichs 
1877. XXI, 338 s. 8. 

angez. von E. Wilken, GGA. 1878. s. 1304-1311. jrec. bringt 
einige bemerkungen zur an. lautlehre bei. femer treten zu den bibl. 1877, 
nr. 175 angeführten anzeigen: The Academy 1878, oct. 27. — Bode I, 4. 

361. Gudbrand Vigfusson and F. York Powell, An Icelandic 
Prose Reader with Notes, Grammar, and Glossary. Oxford Clarendon Press. 
(London. Macmillan ) pp. VIII, 559. 8. 

An Icelandic Prose Reader, ein seitenstück zu Möbius', Ungers und 
Wimmers lesebüchem, ist für Engländer u. Amerikaner bestimmt, das 
buch enthält texte, anmerkungen, grammatik und glossar. die reihe der 
ersteren eröffiiet ein abschnitt *Ari the Historian'; es bietet stellen aus 
Landnäma, Libellus, Kristni-saga, Konunga-bök. repräsentanten der (11) 
größeren isländischen sagas sind das letzte drittel der Laxdsela nach cod. 
AM 158 und 309 (s. 20—82), ein kleines stück der Egils S., das 74. und 
75. cap. der Njäla nach cod. AM 468 und proben aus Eyrbyggja cap. 4 
und 11, von denen nur die letztere mit dem text der Vigfussonschen aus- 
gäbe übereinstimmt, unter III sind abschnitte aus zwölf kleineren sagas 
vereinigt, darunter der größere teil der Eireks sagarauda(s. 123—140) 



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ScandinaTische sprachen« 79 

hauptsächlich nach cod. AM 557. den schhiss dieses capitels bflden einige 
p»tÜT. nnter IV Konnnga sögnr abschnitte aus den beiden Olafe sagas, 
Mi^üs 8., Jomsvikinga n. a. einige stellen ans Gytfaginning, d^r Grettis 
s. und die beiden letzten capitel des Nornagests}). vereinigen sich zn Y: 
Mythical and Heroical sagas. YI. anszfige ans Stnrlnnga nnd den bischofis* 
leben, TU. ans den grammatischen tractaten; Vm. ans norwegischen n. 
isi. hss. — daran sdiließt sich eine sammlnng von Sprichwörtern n. redens- 
arten, zn der Njdla nnd Grettis S. am meisten beigestenert haben, das 
evangelinm Matthäi in Odds Übersetzung (s. 265'-328) nnd stellen ans 
anderen nentestamentlichen büchem. 

Die noten (s. 337—443) kommen durch Übersetzung schwierigerer 
stellen, durch wort und Sacherklärungen dem Verständnis zu hilfe. sie 
geben mehrfach rechenschait über die für den text benutzten hss., ver- 
weisen aber in betreff literarhistorischer fragen den leser meist an die 
Prolegomena zur Stnrlnnga. sehr willkommen sind die ausfahrungen zu den 
evangelien; sie gestalten sich zu einer geschichte der isl. bibel. 

8. 444—457 mnen, mnentexte und anmerkungen; 458—463 proben 
schwedischer und dänischer gesetze. die kurze grammatik (s. 464—520) 
nmfasst in vier capiteln lautlehre, formenlehre, Wortbildung und eine Zu- 
sammenstellung syntactischer eigentümlichkeiten. glossar s. 521—557. 
— vgl. die anzeige von Sweet, Academy 6 sept. 

Prosa Edda. 362. Die prosaische Edda im auszuge nebst Yöl- 
snngasaga und Nomagests|)attr. mit ansfahrlichem glossar herausgegeben 
von Ernst Wilken. teil I. text. Paderborn 1877 Schöningh. CYIU, 
264 s. 8. a. u. d. t Bibliothek der ältesten deutschen literatur-denk- 
mäler. bd. XI. 

vgl. bibl. 1877. nr. 173. — ausführliche anzeige von Edzardi, 
Grermania 24, 352—363. hinsichtlich des.textes der aus SE ausgehobenen 
stücke wünscht Edzardi hs. U. noch mehr berücksichtigt zu sehen als dies 
bei Wilken geschah, 'unter allen umständen hat r=U die richtige lesart 
gegenüber W, wenn die Übereinstimmung nicht auf geringfQgige dinge sich 
bezieht u. daher zufällig sein kann.' mit der behandlung des YS ist E. 
im allgemeinen einverstanden, bedauert dagegen, dass Wilken im Np die 
Flateyarbök der von Bugge benutzten hs. S vorzog. 

der bei weitem größere teil der anzeige ist der einleitung gewidmet, 
Edzardi steht zu den von Wilken vorgetragenen ansichten im direkten 
Widerspruch, er begründet denselben gegenüber den aufetellungen Ws über 
das Verhältnis des YS zu den Eddaliedern, der YS zur Snorra, zur pidreks- 
saga; gleich starken Widerspruch erfahren die Untersuchungen über Np. 

363. E. Wilken, Untersuchungen zur Snorra Edda, als einleitung 
zur prosaischen Edda im auszuge. Paderborn, Schöningh. 296 s. 8. 6 m. 



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80 Scandinaviscbe sprachen. 

vgl. bibl. 1878 nr. 269. Lit. cbl. 1878, sp. 1448 (Edzardi). — Jen. 
Iz. 1879, s. 509. — in der «elbstanzeige GGA 1878, p. 1217 bis 
1224 fahrt Wilken ans, dass die aufgäbe des buches, abgesehen von der 
in cap. I gegebenen übersieht über die handschrifken und ausgaben, eine 
dreifache sei: den kritischen Standpunkt der ausgäbe erläuternd zu recht- 
fertigen, bei der behandlung des mythologischen Stoffes über alle wichti- 
geren fragen im anschlusse an die quellenschriften zu handeln und 'in den 
literarhistorischen capiteln (5 und 7) für eine gerechte Würdigung der 
mündlichen erzählung u. der prosaischen form überhaupt gegenüber der 
oft so einseitig bevorzugten poetischen form der Überlieferung' einzutreten, 
zum schluss bemerkungen über die aufgaben des Wörterbuchs, das 
bald erscheinen soll. — Germania 24, 363—67 geht Edzardi besonders 
auf des verf. begründung eines textkritischen Standpunktes ein, worauf 
er in seiner anzeige der ausgäbe verzichtete. 

364, Eugen Mogk, Untersuchungen über die Gylfaginning. Erster 
teil, das handschriftenverhältnis der Gylfaginning. inauguraldiss. zur erl. 
d. phil. doctorw. a. d. Universität Leipzig. Halle 1879. Karras. 61 s. 8. 
auch in Paul und Braune, btr. VI, 478—537. der zweite teil dieser 
Untersuchungen soll über die quellen der Gylfaginning handeln und gleich- 
falls in Paul und Braunes beitr. erscheinen. 

im vorliegenden ersten teile untersucht der verf. »zunächst das Ver- 
hältnis der hss. W und r zu ihrer vorläge, eine vergleichung der nur in 
ihnen überlieferten stellen zeigt ihm, dass *wir von diesen stellen bei den 
meisten in W das ursprüngliche finden.' diese hs. ist jünger, aber be- 
deutend besser als r. U stellt sich öfter zu W als zu r. die frage, ob U 
eine kürzung oder Wr eine Überarbeitung des ori^nals repräsentirt, be- 
antwortet eine eingehende Untersuchung dahin, dass kein grund vorliegt 
in U eine principiel gekürzte arbeit zu sehen, während in Wr stellen be- 
gegnen, die teils sicher teils wahrscheinlich interpolirt sind, ist U auch 
eine leichtfertige abschrift der vorläge, so gibt sie doch einen besseren und 
vollständigeren text als Wr. sie ist nicht nur die älteste sondern auch 
die dem originale am nächsten stehende handschrift. (s. 58) dem bear- 
beiter der gruppe Wr (=x) kann U nicht vorgelegen haben, beide sind 
mithin aus einer gemeinsamen quelle abzuleiten, eine Charakteristik dieser 
quelle s. 59. — der hypothese dass Olaf pordarson bearbeiter von x ist, 
wird Wahrscheinlichkeit eingeräumt: W steht dem originale nahe, differenzen 
im Inhalt reizen zwischen letzterem und r eine Zwischenstufe anzunehmen. — 
unbequem ist es, dass verf. von der allgemein recipirten Bezeichnung der 
in frage kommenden hss. abweicht. 

365. Hättatal Snorra Sturlusonar herausgegeben von Th. 
Mob ins I (gedieht). Halle a. S. 1879 buchh. des Waisenhauses. 121 s. 
8. 2,40 m. 



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Scandinavische sptacben $1 

eine atisgabe des metrisch interessanten gedichtes, dem in einem 
zweiten teile der commentar folgen soll, die abhandlungen beschäftigen 
sich mit Snorres poetischer tätigkeit und der zeit der entstehnng des ge- 
dichts, die nach dem Winter 1221—22 und vor den sommer 1223 verlegt 
wird; Inhalt und form werden in ausführlicher weise behandelt, ang. Jen. 
Iz. s. 509. . . 



366. Droplaugar-sona-saga. porleifr Jönsson gafüt. Reyk- 
javik 1878. VI, 42 s. 8. 

367. Gull-J>oris-saga. porleifr Jönsson gaf üt. Reykjavik 
1878 IV, 52 s. 8. 

368. Njäls-saga, öfvers. af A. U. Bääth. a. u. d. t: Isländska 
Sagor. I svensk bearbetning för allmän läsning. I. Stockholm, 1878, 79. 
Seligmann. VIII, 356 s. 8. 4 kr. 

369. Die Njdlssage, nach der dänischen widergabe von H. Lefolii 
übersetzt von J. Claussen. Leipzig, Barth 1878. VII, 223 s. 8. 3, 60 m. 

vgl. bibl. 1878 nr. 277. ang. von E. Maurer, Jen. Iz. nr. 46. (s. 658 
bis 659). 

370. Njäla udgivet efter gamle haandskrifter af det kongelig nor- 
diske Oldskriftselskab. bd. II, heft 1. Kjbh. Gyldendal 333 s. 8. 3 kr. 

enthält: Njäll eller Niall? En undersögelse om femstavelsede verslinier 
i ssedvanlig *drottkv8ßdr hdttr' af Konrad Gislason. 

371. Finnboga Saga hins ramma herausgegeben von Hugo Gering. 
Halle, Waisenhaus. XL u. 115 s. 8. 3, 60 m. 

die vorrede beschäftigt sich ausführlich mit der basis des textes, dem 
wichtigen cod. AM. 132, fol., auf dessen inhalt und Orthographie (vocale 
s. V — X, consonanten X— XV, formenlehre, Schreibfehler, abkürzungen) 
sie besonders eingeht, auf gleicher grundlage ruht cod. AM. 510, 4. 
einen kürzeren text bietet ein einzelnes blatt in cod. AM. 162 B, fol., 
das s. XXI. f. wortgetreu abgedruckt wurde, mehrere für die construction 
des textes minder wichtige hss. schließen sich entweder einer der zwei 
genannten hss. an oder nehmen eine mittelstellung ein. s. XXXVIH wird 
geschlossen, dass die saga *das werk eines mannes ist, der den aus 
Vatnsdoela bekannten, daneben aber auch wol in der volkstradition fort- 
lebenden Stoff mit einem romantischen gewebe umspann, dessen einzel- 
heiten er zum teil aus anderen sagas entlehnte, zum teil selber erfand.' 
die saga darf also auf historische glaubwürdigkeit keinen anspruch er- 
heben; chronologische verstoße, Widersprüche mit Landnäma und Vatnsdoela 
S., Übertreibungen verbieten es. dagegen ist sie von culturgeschichtlichem 
mteresse. — unter dem texte verzeichnet der herausgeber zuerst seine 
abweichungen von cod. 132, dann die Varianten aus cod. 510. die inter- 
Jahresbericht für Germanische Philologie. I (1879). 6 



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82 Scandinavische spracben. 

panction beschränkt sich auf den punct; 'nm dem Verständnis des lesers 
zn hilfe zu kommen* scheint uns dies nicht ansznreichen. — den schlnss 
machen glossar und namenverzeichnis: ersteres ergänzt Möbins' Wörter- 
buch, das auf die Finnboga S. keine rttcksicht nahuL — angez. Lit. cbl. 
1879 sp. 779 (Edzardi). — Germania 24, 368— 373 (Oscar Brenner). 
— Maarer, Jen. Iz. s. 138. macht dem verf. den Vorwurf, dass er die 
Orthographie einer haupthandschrift beibehalten, im glossar hingegen die 
normalisirte Schreibweise anwendet, so dass manche worte im text und 
im glossar verschieden aussehen. 

372. Die sage von Fridthjofr dem verwegenen, aus dem altis- 
ländischen Urtexte übersetzt von Willibald Leo. Heilbronn 1879 
Henninger. XXTT, 93 s. 12. 1, 50 m. 

373. Fridthjofs Saga aus dem alt-isländischen von Jos. Cal. 
Poestion. Wien 1879 Gerold XVH, 97 s. 12. 2 m. 

Leos Übersetzung schlieJßt sich seiner 1878 in demselben verlage er- 
schienenen Hovard IsQordings-sage (bibl. 1878 nr. 282) und Kölbings 
Gunlaug-sage (ib. nr. 280. 281.) an, das vorwort enthält ein Verzeichnis 
der textausgaben und Übersetzungen der saga nach G. von Leinbnrg (s. XI) ; 
unter den ersteren fehlt der abdruck in Ettmüllers altnordischem lese- 
buche, Zürich 1861, s. 46—61. die anmerkungen (s. 65—93) beruhen 
auf tüchtigen Studien. — Poestions Übersetzung erinnert schon äußerlich 
an die eben genannten bücher des Henningerschen verlags. sie will den 
zahlreichen lesem und freunden des Tegn^rschen meisterwerks dessen 
original zugänglich machen; dem Verständnisse kommen die etwas 
elementaren notizen des vorberichts und die anmerkungen zu hilfe 
(s. 75—97), die meist aus Weinholds altn. leben schöpfen. 

374. Sturlunga Saga, including the Islendinga Saga of Lawman 
Sturla Thordsson and other Works. Edited, with Prolegomena, Appen- 
dices, Tables, Indices and Maps by Dr. Gudbrand Vigfusson. Oxford 
1878, At the Clarendon Press. (London, Macmillan) 2 vol. 8. pp CCXIX, 
409, 516. 42. sh. 

die römisch bezeichneten selten enthalten Prolegomena, nichts ge- 
ringeres als eine wertvolle, eingehende* und genaue darstellung der isländ. 
literatur. nachdem kurz doch in scharfen zügen von der besiedelung 
der insel gehandelt worden, bespricht V. die ihren bewohnem eigene be- 
gabung für das erzählen und characterisirt ganz meisterhaft stil und an- 
läge der saga. er widerholt die schon früher vorgetragene einteilung der 
literarisch interessanten zeit in Sögu-öld (Heroic age 890—1030), Story- 
telling age, Bit-öld (age of writing, seit c. 1140). eine besonders ein- 
gehende Schilderung wird Ari und seinen^ werken zu teil: die geringen 
nachrichten über das leben des geschichtschreibers lassen viele fragen 
offen, (A. lebte nicht auf dem familiengut Helgafell, sondern wol in Stadr 



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Scandinavische sprachen. SB 

auf der sttdküste des Snsefellsnes); das fyr utan des Libellus fasst Vig- 
fasson = excepting und schließt, dass die Islendinga-bök mehr enthielt, als 
der Libellus; für einen vollständigeren text in der ersteren sprechen auch 
entlehnungen daraus in einigen sagas. von Zeitgenossen Aris werden 
Saemund, Brand und Kolskegg Asbiömsson, der Ari bei der Landnama 
bök half, erwähnt. § 6 weist den im prolog zur Skalda genannten 
poroddr Büna-meistari nach (vgl. Maurer zs. f. d. phil. 1, 46) und weiset 
ihm den ersten tractat der Skalda zu. § 7 — 9 beschäftigen sich mit den 
sagas. sie werden in fünf geographische gruppen geteilt: eine karte 
markirt den Schauplatz von 31 sagas. ausführlich behandelt werden 
Njäla, Eyrbyggja, Laxdaela, Egils und Grettis saga; kürzer etwa dreißig 
kleinere. § 10 verzeichnet die vorzüglichsten psettir, § 11 handelt von 
den Skrök-sögur, von denen einige aus historischen sagas hergestellt 
wurden (z. b. Finnboga), andere rein auf phantasie beruhen. 

nachdem die geschichtschreiber zwischen Ari und Snorri Sturlason 
(Eirik Oddzson, der benedictiner Karl Jonsson, der verf. der Sverris 
saga; Gunnlaug) erwähnt, widmet Vigfusson dem letzteren und seiner 
tätigkeit einen ausführlichen abschnitt, außer seinem anteil an der pro- 
saedda werden ihm die biographien der norwegischen könige bis Sigurd 
dem kreuzfahrer einschließlich beigelegt. §15—18 behandeln die königs- 
sagen überhaupt, auch Knytlinga s., Jomsvikinga s., Orkneyinga und 
Fsereyinga s. § 19 über Sturle pordsson, die Sturlunga s. und ihre be- 
standteile: die Islendinga s. von St. im alter verfasst. die Überlieferung 
der Sturlunga ist sehr confus, über das verfahren, sie zu entwirren und 
die ausgäbe herzustellen, der schluss des §. — 

es folgen ausgedehnte angaben über die sagas von beiden und 
bischöfen, annaJen und sterbebücher, verlorene sagas, homilien und heiligen- 
leben, Biddara sögur, gelehrte arbeiten; § 27 enthält ein stück isländischer 
gelehrtengeschichte im 16. und 17. jh. und belehrt über die vorhandenen 
handschriftensammlungen. § 29 sammelhss. § 30. 31 Inhalt und hss. der 
Sturlunga. plan der ausgäbe. § 32 drucke nordischer denkmäler. § 33 
über die eddischen gedichte. der name Edda kommt zunächst allein 
Snorris werk zu (vgl. Wilken, Untersuchungen s. 200). den Ursprung der 
meisten lieder verlegt V. auf die westlichen insehi u. in eine zeit, die später 
ist als die besiedelung Islands von diesen inseln aus. die Sammlung der 
lieder fand wahrscheinlich auf einer der westlichen inseln statt. § 34 
mythische sagas: Volsunga, Noma Gests pdttr, FriJ)iofs s. u. a. §35 
das recht in Island und Norwegen. § 36 verschlag betreffend eine muster- 
ausgäbe an. denkmäler; *and it is hoped that the present Prolegomena 
may some day serve as a General Introduction to such a Series, when, 
as must happen, it is undertaken.' 

dem text der saga folgen appendices: Hrafns s., Arons s., Annales 

6* 



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g4 Scandinaviscitie sprachen. 

Regii Q. a.; ausführliche indices, Stammtafeln beschließen das ganze, 
angez. Academy 1879 p 218 (8 märz) von Edmund W. Gosse. 

375. Biskupa sögur, gefaar ut af hinu islenzka Bökmentafälagi. 
Annat bindi. Kaupmannahöfn, i prentsmidju S. L. Möllers, 1878. Y, 
804 s. 8. 

Jen Iz. 1879, 206 (Maurer), die bischofssagen, deren erster band 
1858 erschien, sind in diesem bände bis über die reformationszeit herab- 
geführt. 

376. Leifar fornra kristinna froeda islenzkra: Codex Arna 
Magnaeanas 677, 4. auk annara enna elztu brota af Islenzkum gnd- 
froedisritum. Prentaljet porvaldur Bjarnarson. Kaupmannahöfn 1878. 
(I) XX, 207 s. mit 5 tafeln. 10 kr. 

zu der bibl. 1878 nr 273 angegebenen recension von Th. Möbius, 
zs. f. d. phil. IX, 484—488 tritt die von Dahlerup, Nord. Tidsk. 
f. Filol. N. R. IV, 149. 

377. Snorre Sturleson, Norges Konge-Kronike, fordansket ved 
Nik. Fred. Sev. Grrundtvig. Tredje Udgave. Kjebenhavn, Schenberg 
1878. 5 hefte. 828 s. 5 kr. 

378. Die nordische und die englische version der Tristan-sage. 
herausgegeben von Eugen Kölbing. Erster teil. Tristrams Saga ok 
Isondar. Heilbronn Henninger 1878. CXLVIH, 224 s. gr8. 12 m. 

dieser erste teil ist der Vorläufer einer neuen ausgäbe des Sir Tristrem. 
die saga wurde 1226 aufgezeichnet: ^Ur hodi ok skipan virdtdigs herra 
Häkonar konungs. En brödir Robert efnadi ok upp skrifadi epUr sinni 
kunndttu med pessum ordtökum, der text (s. 5 — 112) ist überliefert 
(A) auf zwei fragmenten einer pergamenthandschrift aus dem 15. jh. 
cod. AM 567, 4 und vollständig in der papierhs. cod. AM 543, 4, aus 
dem 17. jh. beide sind nahe verwandt: a erscheint als kürzende copie von 
A. die ausgäbe folgt a, doch tritt für c. 15—18 und 26 ende bis mitte 28 
ablösend A ein. s. 113 — 204 Übersetzung; s. 205 f. kritische und er- 
klärende anmerkungen, bemerkungen über die Orthographie der ausgäbe, 
register u. s. w. 

s. XI — CXLVni abhandlung über die quellen der saga (S), 
Grotfrids von Strasburg (Gr) und des Sir Tristrem (E). von vorarbeiten 
beruft sich K. besonders auf Heinzeis aufsatz: Gotfrids von Str. Tristan 
und seine quelle, z. f. d. a. XIV, der jedoch auf S nicht rücksicht 
nehmen konnte. Ks. Untersuchungen schließen sich formell dieser arbeit 
an, gelangen aber zu völlig verschiedenen resultaten. der stof wird in 
28 abschnitte zerlegt und innerhalb derselben die Übereinstimmung aller 
drei texte oder nur zweier gegenüber dem dritten nachgewiesen, stellen- 
weis konnten auch fragmente der afr. Tristandichtung herangezogen werden, 
so gelangt K. auf einem mühsamen u. langen wege zu dem ergebnis, dass 



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Scandinavische sprachen. 85 

die drei Versionen auf das französische gedieht als quelle hinweisen, 
welchem die beiden größten jener fragmente angehören und dessen dichter 
der Thomas von Britanje Gotfrids, der Thomas of Erceldoune des E ist. 
freilich geht jede version auf eine andre redaction dieser dichtung zurück, 
unter diesen Verhältnissen vermag S das original zu ersetzen, wo es für 
G. ausbleibt; da ergibt denn ein vergleich, 'dass G. sich in allem, was 
den sachlichen inhalt seiner vorläge angeht, peinlich genau an dieselbe 
gehalten, ja lange stellen fast wort für wort übertragen hat. u. s. w. 
(s. CXLVm).' angez. Jen. Iz. s. 351. — Lit. cbl. 1879 sp. 738. — 
G.G.A. st. 14 s. 447—48 (Wilken). — Anz. V, 405—413 (Oscar 
Brenner), wo ein excurs über die behandlung südländischer stoffe im 
norden auf gmnd der norwegischen und der isländischen bearbeitung der 
Tristrams saga, der Magus. saga u. a. — s. auch E. Kölbing, Nach- 
trägliches zum Tristan, in seinen Engl. Studien II, 533. 

379. Saga af Tristram ok Isönd samt Möttuls Saga udgivne af det 
kongelige nordiske Oldskrift-selskab. Kjöbenhavn 1878 Thieles bogtrykkeri. 
(Gyldendalske boghandel). 456 s. 8. 10 m. 

als Verfasser dieses bandes nennt der kurze vorbericht Gisli Bryn- 
jülfsson, der bereits 1851 in den Annaler for Nordisk Oldkyndighet og 
Historie eine jüngere isländische fassung der Tristramsaga veröffentlicht 
hat. (vgL Kölbing s. XV.) während Kölbing den text der von ihm mit A 
bezeichneten handschrift in den der hs. a einflicht, gibt Brynjülfsson die 
saga vollständig nach a aufs. 1—199, die fragmente aus A auf s. 200 bis 
213. darauf folgt die Möttuls saga nach cod. AM 179 foL (und 598 4.) 
ein zweiter teil enthält eine kurzgefasste widergabe beider sagen nebst 
abhandlungen: die letzteren behandeln dänische, isländische und faeröische 
lieder von Tristram. von den dänischen ksempeviser werden zwei haupt- 
redactionen unterschieden: mitteilung des die erste repraesentirenden liedes 
nach neun hss. s. 340—342, von sechs liedem der zweiten redaction 
s. 343—362. ein isl. lied s. 362 f., ein faeröisches, von Hammershaimb 
mitgetdlt, s. 366 f. die abhandlung I auf s. 371—417 bespricht unter I 
fremdländische bearbeitungen der sage von Tristram: die keltische, englischei 
französische, italienische, spanische, deutsche (von Eilhart nur zwei kleine 
bruchstücke s. 386), dänische; unter II wird das Verhältnis der saga zum 
afr. roman (ms. Douce) behandelt, bruder Bobert folgte einem franz. 
original) das den erhaltenen fragmenten nah stand, doch ist seine Über- 
setzung nicht völlig treu (s. 413). II über die Möttuls saga (bekanntlich 
schon 1877 von Cederschiöld und Wulff veröffentlicht, Lit. cbl. 1879, sp 21.) 
s. 417 — 422. anmerkungen, sagenhistorischen Inhalts s. 423 — 456. 

ang. Academy 1879, p. 218 (8. märz) von Edmund W. Gosse. — 
Jen. Iz. s. 351. — Lit. cbl. 1879, sp. 738 (H. Paul). — GGA. st. 14. 



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86 Scandinavische sprachen. 

s. 447—448. (Wilken).) — Anz. V, 413 (Oscar Brenner) — Rev. crit. 21. p. 
378 (Fr. Yetter.) 

380. Glarns Saga. Clari fabella islandice et latine edidit G. Geder- 
schiöld. Lundae 1879 Grleerup VI, 38 p. 4. 3 m. sep. abdr. aus Festskrift 
tili Kgl. Universitet i Köpenhavn vid dess 400 ars jubileum fram Kgl. 
Garolinska Un. i Lund. 

die saga geht auf ein lat. gedieht zorück, das dem bearbeiter — Jon 
Halldörsson, bischof von Skdlholt — aufgezeichnet vorlag, sie ist in zehn 
handschriften überliefert, die in zwei classen zerfallen. — ang. Mag. f. d. 
lit. d. auslands nr. 46. 

381. Fornsögur Sudrlanda. Isländska bearbetningar af främmande 
romaner frän medeltiden. Efter gamla handskrifler utgifiia afG. Geder- 
schiöld. Lunds üniversitets ärskrift XIV. 

enthält Bserings saga, eine vollständige Flovents saga und den anfang 
einer zweiten. 

382. Sechs bearbeitnngen des altfranzösischen gedichts von Karls 
des groJßen reise nach Jerusalem und Gonstantinopel, herausgegeben von 
Eduard Ko schwitz. Heilbronu, Henninger 1879 XIX, 185 s. 8. 5,40 m. 

Koschwitz, dessen frühere arbeiten zum teil schon der afr. chanson 
du voyage de Gharlemagne (Böhmers romanische Studien 11; Überlieferung 
und spräche der eh. d. v. d. Gh. Heilbronn 1876) zu gute kamen, ver- 
öffentlicht hier 1) die Ystoria Gharles aus dem roten buch des Hergest, 
nebst englischer Übersetzung, 2) Karls reise aus einer Pariser arsenaihaud- 
schrift, 3) Galien restor^ aus einer hs. der nationalbibliothek, 4) Galien 
rethor^, Widerabdruck der alten ausgäbe; sodann mit Unterstützung 
Kölbings 5) die Geiplur, d. h. isländische rimur, welche den stoff des 
afr. gedichtes behandeln und die in vier hss. erhalten sind, 6) den Geipa- 
tättur, ein fseröisches lied. über die Geiplur vgl. Kölbing Germania 
XX, 232. 

vgl. Academy 1879, p. 222 (8. märz). 

383. Kölbing, Geistliche auslegung von schiff und regenbogen. 
isländisch zs. f. d. a. XXTTI, 258—261. 

Kölbing gibt zunächst einige Verbesserungen zu Möbius' abdruck eines 
isl. physiologus-fragments aus cod. AM 673, 4 in seinen an. nor. ' aus 
derselben handschrift macht er eine auslegung des sehiffes imd seiner 
teile und eine gleiche des regenbogens durch diplomatisch genauen abdruck 
bekannt, es sind 66 druckzeilen. 



384. Grdgäs efter det Amamagnaeanske Haandskrift nr. 334 fol., 
Stadarhölsbök. udgivet af Kommissionen for det Amamagnseauske Legat. 
Kbhv. Gyldendal 1879. XXXV, 538 s. gr 8. 



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ScandiBavifiche sprachen. 87 

diese sehr handliche ausgäbe der Grägäs ist das werk des mitglieds 
der Amm. commission V. Finsen und wurde von derselben der Kopen- 
hs^ener Universität gelegentlich der feier ihres vierhundertjährigen be- 
gtehens überreicht, der text folgt der genannten hs. möglichst genau, doch 
hat das streben nach correctheit zu mancher besserung und zu manchem 
Zusatz anlass gegeben, die anmerkungen unterhalb des textes geben da- 
rüber auskunft; auch wird beständig auf die entsprechenden capitel in 
der ausgäbe des Christenrechts von 1776 und der der Grägds von 1829 
hingewiesen und jede abweichung von der letzteren notirt. 



Altschwedisch. 

385 Äldre Yästgötalagen. Normaliserad text utgifven af E. Schwär tz 
och A. Noreen. Upsala 1876 Schultz. Vm, 67 s. 

eine ausführliche anzeige von Isidor Flodström, Nord. Tidsk. f. 
Füologi N. K. IV, 60—70. 

386. M. B. Kichert, Om den rätta betydelsen af Yästgötalagens 
inleänings- och slutord. Nord. Tidsk. f. Filol. N. K. IV, 1—28. 

I. die von Schlyter und Gollin im glossar zu Yästgötalag s. v. 
kristna gegebene Übersetzung der eingangsworte pa cer krisina var 6k 
(Mir ftn>^zr=sedan kristendomen blef antagen och alla blefvo kristne 
wird von mehreren Seiten angegriffen. R. fasst mr nicht als relativpartikel, 
sondern als praesens von vara^ das folgende var aber als pronomen pos- 
sessivum; er erklärt: Kristus är först i vära lagar, Därpä (1. dar näst) 
är det, d. v. s. därefter i ordningen kommer vir kristna lära och alla 
kristne o. s. v. — n. beschäftigt sich hauptsächlich mit dem am Schlüsse 
des gesetzbuches vorkommenden werte hvemleper. isl. hvimleidr, 

387. E. Maurer, Zum alten schwedischen hofrechte. Germania 
XXIV, 64—65. 

fragment von geringem umfange aus einer c. 1400 gefertigten hs., 
die von Gustav Storm im norwegischen Staatsarchive gefunden wurde. 



388. Steingrimur Thorsteinssön. Isländische Volkslieder mit 
Übersetzungen und erläuterungen. proben einer größeren Sammlung inedita. 
sonder-abdruck aus den Brassai-Meltzlschen 'Összehasonlitö Irodalomtör- 
t^nelmi Lapok' (zs. f. vergl. litteratur) bd. III (1878>. Kolozsvär. uni- 
versitätsbuchdr. Johann Stein. 1879. 12 s. 12. 

enthält drei anmutige Volkslieder I vögguvisur, n gimblis-raun, 
m draumur. 

38a Sophus Bugge, Bidrag til den nordiske Balladedigtnings 
Historie, in Det philoI.-hist. Samfnnds Mindeskrift. Ejbhv. 1879. 



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88 Altbochdeutech. 

I. Marsk Stig. s. 64—74. der Stoff ist verwandt mit der deutschen 
sage von Sibiche. II. Holofemes s. 75—92. 

390. P. E. Kristian Kälund, Bidrag til en historisk-topografisk 
Beskrivelse af Island. Udg. af komm. f. d. Amamagn. Legat. Eblin. 
Gyldendal. 1877—1879. 

I. Syd- og Yest-Fjserdingeme. med 9 litogr. kort. XÜ, 638 s. 8. 
angez. von K. Maurer, *znr topographie Islands. Grermania XXIV, 88 — 102. 
n. 1. Nord-Fjaerdingen. med 4 litogr. kort. 192 (1) s. 8. angez von 
K. Maurer, im literaturblatt s. 14—17. 

das werk fördert durch anschauliche Schilderung der einzelnen gegenden 
der insel, besonders aber durch erklärung der in den sagen erwähnten 
Ortsnamen und topographischen Verhältnisse das Studium der sagaliteratnr. 

Althochdeutsch. 

39 L Die althochdeutschen glossen, gesammelt und bearbeitet von 
Elias Steinmeyer und Eduard Sievers, erster band: glossen zu 
biblischen Schriften, mit Unterstützung des kgl. preußischen coltus- 
ministeriums und der kgl. preußischen akademie der Wissenschaften. 
Beriin, Weidmann. XVI, 821 s. lex. 8. 

der erste band benutzt 101 handschriften, 13 zum ersten male, 5 in 
abschriften von Sievers, während die übrigen Steinmeyer abgeschrieben 
oder verglichen hat: die Keronischen glossen sind von beiden verglichen, 
aufgenommen sind die glossen bis zum beginn des 12. Jahrhunderts in. der 
reihenfolge der biblischen Schriften, diplomatisch abgedruckt und zum teil 
mit entsprechender erklärung und beisatz der zugehörenden bibelsteUe. — 
ein althochdeutsches Wörterbuch wird die Vollendung des ganzen wert- 
vollen Unternehmens iverden. 

ang. von Max Roediger, zs. f. d. gynmasialwesen XXXTTT, 320 — 322. 
Lit cbl. 908—911 (Braune). Literaturblatt, nr. 1, 8—12 von Piper. 

392. Rudolf Koegel, Über das Keronische glossar. Studien zur 
althochdeutschen grammatik. Halle. Niemeyer. L, 192 s. 8. (die ein- 
leitung auch Leipziger dissertation). 

die mleitung behandelt das handschriftliche Verhältnis, die entste- 
hungszeit und heimat der hss. — die arbeit selbst ist eine grammatische 
Statistik auf grund des textes in Steinmeyer-Sievers glossen. — ang. von 
H. Paul, üteraturblatt nr. 1, 3—8. — Lit. cbl. 1463 f. 

393. W. Arndt, Glossen zu den canones. Z. f. d. a. XXm 95—99. 
mitgeteilt aus einer hs. der Leipziger Stadtbibliothek. Steinmeyer hat 

die stellen, die sich auf die gU. beziehen, und besserungsvorschiäge hin- 
zugefügt. 



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Althochdeutsch. 89 

394. Johannes Rost, Die syntax des dativus im althochdentschen 
und in den geistlichen dichtungen der Übergangsperiode zum mittelhoch-^ 
deutschen. I. teil: der eigentliche dativus bei verben. Halle (dissertation) 
1878. IV, 82 s. 8. 

bibl. 1878, 46. — ang. z. f. d. ph. XI, 256. 

395. Karl Tomanetz, Die relativsätze bei den ahd. Übersetzern 
des 8. u. 9. jhs. Wien, Gerold 1879. IV u. 102 s. 8. 2,40 m. 

die ersten beiden teile schließen sich an Erdmanns syntax Otfrids an. 
vf. hat wichtige unterschiede zwischen dem gebrauche des dichters und 
den ahd. prosaikem (den Übersetzern) bemerkt und legt die ergebnisse 
dar nach folgendem schema: I entwicklung der relativsätze (abhängiger 
relativsatz ohne eigenes pronomen. ther als relativum im relativsätze, 
im, hauptsatze aufgenommen durch ein pronomen oder Substantiv, die 
relativpartikel thar, thär als selbständige relativpartikel. relativsätze mit 
bloßem thär eingeleitet, ^er hat sich mit thär schon zu einem relativum . 
verbunden und wird im hauptsatz aufgenommen durch ein pronomen oder 
nomen. Vertretung des relativpronomen durch so), II der modus in den 
relativsätzen, — der dritte teil, die Wortstellung in den relativsätzen, ist 
unabhängig von Erdmann. — 

ang. von Oskai Erdmann, anz. f. d. a. V 371—373. 



396. Trautmann, Lachmanns betonungsgesetze (bibl. 1877 nr. 78). 

das buch welches widerholt (bibl. a. a. o., Germania 23, 365) nach- 
drücklich verworfen ist, hat R. v. Muth in der zs. f. d. österr. gymn. 
30, 46—48 noch einmal und besonders auf das mhd. hin widerlegt. 

397. E. Wilken, Metrische bemerkungen. I. zur alliterations- 
poesie. Germania 24, 257^292. 

anknüpfend an F. Vetters arbeit zum Muspilli und zur germanischen 
alliterationspoesie skizzirt der vf. in kurzen zügen seine rhythmische auf- 
fassung des alliterationsverses. er kommt im ganzen zu denselben resul- 
taten wie jener, in einzelheiten aber gibt er eine etwas andere formulirung 
mancher metrischen grundsätze. er verwirft mit ihm die vierhebungstheorie, 
aber auch für d^n vers von zwei hebungen ist es Vetter nicht gelungen, 
die wünschenswerte beweiskraft beizubringen, vf. erkennt nur den vers 
mit einer hebuiig als a priori gegeben an und sucht diese behauptung zu 
begründen. 

Kleinere d<»ik]iiäler. 398. F. G. C. Grosz, Über den Hildebrands- 
lied-codex der Kasseler landesbibliothek nebst angaben und Vermutungen 
über die Schicksale der alten Fnldaer handschriftenbibliothek überhaupt. 



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90 Althochdeutsch. 

separatabdmck a. d. zeitschr. f. hess. gesch. n. landesk. N. F. bd. YIIL 
Kassel 1879. 37 s. 8. 

eine gelegenheitsschrift die über das Hüdebrandslied und seinen codex 
nichts neues bringt, die geschichte der ehemaligen Fuldaer bibliothek 
wird ohne benutzung neuer quellen erzählt; mit Kindlinger wird ange- 
nommen, dass der nuntius Caraffa zugleich mit den Heidelbergern auch 
die Fuldaer hss. nach Bom entfahrt habe, (die Yon Eomp, Fürstabt 
Johann Bernhard. Fulda 1878 erhobenen einwände scheinen dem Verfasser 
noch unbekannt gewesen zu sein), das von Grein, das Hildebrandslied 
s. 14. 15 gegebene Verzeichnis einer anzahl nach Kassel gelangter hss. 
wird unter zufügung kurzer Inhaltsangaben widerholt und um cod. theol. 
f. 65 Historia Josephi vermehrt. 

399. Ernst von der Eecke, Zur altgermanischen metrik. Z. f. d. a. 
XXm, 408—418. 

verf. versucht den nachweis, dass im ersten Merseburger spruch ein 
dröttkvsedi vorliegt, das freilich von dem an. in mancher hinsieht ab- 
weicht, er schließt, dass die genannte form uraltes eigentum des gotisch- 
germanischen Stammes war. 

400. K. A. Barack, Althochdeutsche funde. Z. f. d. a. XXm 
209—216. 

diese hochwichtigen ahd. gedichte fand B. in einer jetzt Straßburger 
perg. hs. des 11. jh, welche die Moralia Gregorii Magni enthalten, 
das erste ist eine ältere fassung des nur in überarbeitetem texte be- 
kannten Ezzoleiches, leider unvollständig, da es mit z. 76 abbricht, 
es enthält MSD XXXI von der einleitung vers 13—20 (es fehlt also der 
eingang mit den namen Gunter, Ezzo, Wille), femer str. 1, 1—8, doch 
so, dass vers 1—4 auf vers 5—8 folgen und str. 1, 33—44. str. 2, 1 — 12. 
dann str. 3. 4. 5 ganz bis 5, 12 tvider vbele, es zeigt alemannische 
formen wie das folgende von demselben Schreiber geschriebene, von B. 
memento mori genannt, es besteht aus 152 verszeilen. am ende ist nach 
Bs Vermutung vielleicht der dichter genannt in den deutlich geschriebenen 
Worten: daz mackot allein noker. kühn ist «s dabei an Notker zu denken. 

401. K. A. Barack, Ezzos gesang von den wundem Christi und 
Notkers 'memento mori' in phototypischem facsimile der Straßburger 
handschrift herausgegeben, vier tafeln. Straßburg, K. J. Trübner. fol. 

die einleitung (2 selten) widerholt und ergänzt, was der herausgeber 
in der zs. f. d. a. 23, 209 f. über die handschrift angegeben hat. zu be- 
merken ist, dass Barack im titel den Verfasser des 'memento mori' jetzt 
wirklich Notker nennt. 

ang, Lit. cbL 1356—1357. — anz. f. d. a. V 431-^32: Steinmeyer 
ist der conjeetur Notker nicht zugetan. — Literaturblatt nr. 1, 13—14 
von Bartsch. 



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Althochdeutsch. 91 

402. Eduard Samhaber, Das Lndwigslied. jahresber. d. gymiu 
in Freistadt (Österreich) 1878. XTV s. 8. 

behandelt ausschließlich die spräche im Ludwigslied, lautbestand, 
flexion, mundart. — das Ludwigslied gehört der rheinfränkischen mundart 
an, aus welcher die karolingische hoj&prache hervorging, es ist selbst ein 
Zeugnis für die Verbreitung derselben. 

403. Nestor Girschner, Das Ludwigslied, das EQldebrandslied 
und die beiden Merseburger Zaubersprüche ins neuhochdeutsche übertragen, 
im progr. des Königl. domgymn. u. der realsch. I Ordnung zu Colberg 
1879. [pr. nr. 102] 23 s. 4. 

die arbeit will dem deutschen Unterricht in der prima dienen; der 
commentar soll helfen das Sprachgefühl wider lebendig zu machen, die 
einleitung beschäftigt sich mit der lautverschiebung, mit unserem th in 
germanischen Wörtern, mit der majuskel der appellativa, gegen deren ge- 
brauch schon 'unser großer germanist Schleicher' geeifert hat. die texte 
sind im ganzen correct, die anmerkungen erfüllen in ihrer breiten und 
elementaren fassung ihren zweck. 

404. K. Lucae, Zum Weingartner reisesegen. Z. f. d. a. XXin, 94. 
in MSD' rV 8 off^in st dir diz sigidor samt $i dir diz selgidor wird 

für sdgidor següdor conjicirt u. erklärt, das ursprünglich übergeschrie- 
bene gi wurde bisher falsch eingereiht. 

405. M. Heyne, Althochdeutsches aus dem 11. Jahrhundert, anz. 
f. künde der deutschen vorzeit nr. 9, s. 257. 

eine anweisung zum gebet und messopfer, aus der hs. der Züricher 
stadtbibUothek C. 171. 

Sine den saltare unde tuo dine uenie zu iegelichemo salinen tmt sprich 
Gla patri unt Beqit et Gip zu iegelicher uenie ein almuosen unt ein cherzen 
gemezzen näh dem mitteristemo uingere diner zesewen hant unt tuo daz 
nähtes. unt friume das morgenes alle die seimisse die duo megest unt 
Ut die brieste daz si die sele dines friuntes dem almahtigen gote beuelhen 
mit uoUemo ambahte alsame da tnen den lichnamen der erde beualch. 
daz tu an dem sibenten unt zu iegelichemo drizegisten so chumet dir 
diu sele zegesihte alnah so ir dinc stet 

Noiker. 406. Ernst Henrici, Die quellen von Notkers psalmen. 
QF XXIX. Straßburg, Trübner 1878. 

ang. Anz. f. d. a. V 216—21 von Steinmeyer, in der anerkennenden 
besprechung wird die frage angeregt, ob 'Notker selbständig aus den ver- 
schiedenen psalmenauslegungen schöpfte, oder ob er nicht bereits eine 
ähnMche compilation, wie er sie selbst lieferte, vor sich hatte*, wenigstens 
fOr die den psalmen Notkers angehängten cantica glaubt St. dies nachzu- 
weisen, was an einer probe geschieht, allein wenn sich die Vermutung 



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92 Althocfadeatsch. 

auch bei den psalmen bestätigte, so hätte Notker doch ^jedesmal die 
erläuterungsschriften Augustins, Cassiodors u. des Bieronymns nachge- 
schlagen n. benutzt.' 

zs. f. d. ph. X, 228—238 von Seiler, der besonders nachzuweisen 
sucht, dass der text Notkers auf Augustin zurückgeht. — vgl. bibl. 
1878, 336. 

407. Ernst Henrici, Der lateinische text in Notkers psalmencom- 
mentar. Zs. f. d. a. XXm s. 217—258. 

verf. hatte in seiner ausgäbe der 'Quellen von Notkers psalmen' ver- 
sprochen, den gesammten kritischen apparat zu Notkers psalmtext zn 
veröffentlichen, dies ist in dem vorliegenden aufsatz geschehen. Notkers 
text stellt sich als eine mischung von Augustins Itala-text, dem psalterium 
gallicanum und wahrscheinlich auch des psalterium romanum dar. Hen- 
rici meint, dass das Gallicanum die grundlage sei, und dafür spricht 
der umstand, dass Wortfolge und unwesentliche partikeln zu demselben 
stimmen. Seiler in der recension der 'Quellen' zs. f. d. ph. X s. 232 
meint dagegen, dass Augustin die grundlage sei, da die aus diesem ge- 
zogenen Worte durchweg gewichtig wären, ein nicht überzeugendes ar- 
gument, da es sich ja nur um abweichung vom ausdruck des Gallicanum 
dabei handelt: der character des textes ist der des Gallicanum. 

Otfrid. 408. Seemüller, Otfrids Evangelienbuch hrsg. von Piper 
I. teü. Paderborn Schöningh 1878. (\gl. bibl. 1878. nr. 333) Anz. f. d. 
ä. Y 186—216. 

die recension weist Pipers combinationen über bischof Salomo und 
Otfrids SGallischen aufenthalt als unhaltbar nach u. geht dann auf die 
beschreibung der hss. besonders V ein, für welche Seemüller aus eignem 
augenschein manches sicher zu stellen weiß, er hebt aus der zu breit 
angelegten Untersuchung die hauptpunkte hervor, denen er anerkennung 
zollt: *der hauptabschnitt, in welchem P. das handschriftenverhältnis nach 
der inneren beschaffenheit der texte imtersucht, ist der nützlichste u. beste 
teil der einleitung. aus der entstehungsgesch. des in VP überlieferten 
textes ergibt sich unwiderleglich das Verhältnis der beiden hss'. 'einzel- 
heiten seiner Untersuchung sind sicher controvers, die hauptzüge des re- 
sultats darf man aber mit entschiedener billigung dankbar annehmen', das 
resultat ist: *in der hauptmasse des werks darf man ohne bedenken der 
hs. P folgen', ebenso wird die anläge, des apparats u. die erklärenden 
anmerkungen im allgemeinen gebilligt: s. 212 fl. werden einzelne stellen 
besprochen, 

409. Otto Behaghel, Zu Otfrid. Germania 24,382 

die randbemerkung der hs. P (Otfrid ed. Piper einl. p. 45) ist zu 
lesen Kicila diu scona min filo l(a)s d. h. *Kizila die schöne hat viel von 
mir gelesen'. Seemtillers conjectur anz. V, 190 wird abgewiesen. 



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Althochdeutsch. 93 

410. G. Meyer von Knonau, Die beziehungen des Otfrid von 
Weißenburg zu St, Gallen. Forschungen zur deutschen geschichte 19, 
187—191. 

versuch einer Widerlegung der behauptung, dass Otfrid dreimal (823. 
840. 854) in St. Gallen gewesen sei, wie Piper in der ausgäbe angibt, 
vf. kritisirt die einzelnen nachrichten, aus denen diese angäbe geflossen 
ist, und findet, dass diese nachrichten sämmtlich nichts beweisen, er leugnet 
zwar nicht, dass Otfrid einmal in St. Gallen gewesen, nur hält er den 
versuch fttr erfolglos, die zeit dieses aufenthalts zu bestimmen. — zum 
schluss greift er noch andere punkte an, wo Piper die St. Galler Urkunden 
für Qtfrids leben benutzt hat. 

411. Johann Kelle, Glossar zu Otfrids evangelienbuch. der aus- 
gäbe des evangelienbuches dritter band. I. heft. Regensburg, Manz. — 
96 s. 8. 2,80 m. 

von Keiles lange ersehntem glossar liegt nunmehr das erste heft vor, 
welches bis elichör reicht; die beendigung des druckes wird als nahe be- 
vorstehend bezeichnet, damit wird einem lange gefühlten bedürfnisse ab- 
geholfen und zwar in einer so vortrefflichen weise, wie es von dem Ver- 
fasser nicht anders zu erwarten war. das glossar ist überaus sorgfältig 
angelegt, Wörter fehlen keine, auf composita ist durch kleineren druck 
bereits unter den simplicia verwiesen, die stellen sind nahezu alle ge- 
sammelt und ausgiebig erklärt, die citate sind, so viele auch verglichen 
wurden, als richtig befunden worden, nur deckt sich die lesart des glossars 
nicht in allen stellen mit dem texte, indem in jenem die lesart der hs. J^. 
den Vorzug erhalten hat. 

ang. Lit. cbl. 1030. — Z. f. d. ph. XI 238—239 von Oskar Erd- 
mami. 

Williram. 412. Willirams deutsche paraphrase des hohen liedes mit 
einleitung und glossar herausgegeben von Joseph Seemüller (Q F. XXVIII). 
Straßburg, Trübner. XTV, l47 s. 8. 

der herausgeber hat zum ersten mal den versuch gemacht, auf grund 
des gesammten handschriftlichen materials einen kritischen text herzu- 
stellen, die einleitung handelt kurz von Willirams leben, quellen, eigen- 
tümlichkeiten seines stils und von den handschriften. dem mit einem 
kritischen apparate ausgerüsteten texte folgt ein glossar. — anz. f. d. a. 
V, 254 — 256 von Wagner angezeigt, welcher nur in der beurteilung der 
Freherschen handschrift D abweicht, ohne dadurch etwas an dem Ver- 
hältnis der hss. zu ändern. — z. f. d. ph. X, 214—227 erklärt Pietsch 
besonders den Variantenapparat für unvollständig und unzuverlässig; auch 
das glossar sei nicht genügend. 

413. Das cartular des klosters Ebersberg, aus dem fnndationsbuche 
des klosters unter erörterung der abtreihe, dann des Überganges der 



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94 Mittelhochdeutsch. 

schinnvogtei auf das haus Scheyern-Wittelsbach, sowie des Vorkommens 
von mitgliedem dieses hauses herausgegeben von Friedrich Hector grafen 
Hundt, abh. d. bist. cl. d. kgl. bairischen ak. XIV, 3, s. 115—196. 

eine ausgäbe des von Williram angelegten (lateinischen) cartulars nach 
der handschrift im bairischen reichsarchive. ein register dazu s. 181 f. — 
in den Vorbemerkungen vermutet der herausgeber, dass nicht nur dies car- 
tular, sondern auch die im selben bände stehende geschichte des klosters 
in ihrer jetzigen gestalt ein werk WilliÄms sei, dem er jedoch ältere auf- 
zeichnungen zu gründe legte. 



Mittelhochdeutsch« 

414. M. Lexer, Mittelhochdeutsches handwörterbuch, zugleich als 
Supplement und alphabetischer index zum mittelhochdeutschen wörterbuche 
von Benecke-Müller-Zamcke. 3 bände und nachtrage. Leipzig, Hirzel 
1872—78. 2262, 2050, 1226 und 406 spalten, lex. 8. 66 m. 

das ganze unschätzbare werk, für welches ebenso dem Verfasser wie dem 
verstorbenen Verleger dank gebührt, ist viel mehr eine selbständige leistung 
ersten ranges als ein Supplement, es besteht ^aus c. 34000 neuen artikeln 
nebst einer reichen ergänzung des meisten schon im mhd. wörterbuche be- 
handelten Stoffes.' das alte Wörterbuch ist freilich für den forscher nicht zu 
entbehren, und es hat ja in seiner die benutzung erschwerenden anordnung 
nach Stämmen auch seine vorteile, dem jetzigen stände der deutschen Philo- 
logie entsprach es längst nicht mehr und seine mängel lagen zu tage, die 
meisten derselben sind durch Lexer gebessert und die ganze anläge und aus- 
arbeitung verspricht dem neuen werke eine längere und reichere Wirksamkeit, 
es ist interessant zu erfahren, dass der Verleger schon ein jähr nach dem 
1866 erschienenen letzten bände des mhd. Wörterbuchs (112 S) dem Ver- 
fasser die ausarbeitung des neuen tibertrug, wdche nach absolvirung der vor- 
arbeiten vom 1. Jan. 1869 bis zum 16. juni 1878 gedauert hat. dass ein 
Wörterbuch der art mehr als andre menschlichen leistungen spuren der 
unvollkommenheit an sich trägt, ist selbstverständlich, die nächste aufgäbe 
der mhd. lexicographie würde es sein, auch die weniger bekannten werke des 
13. 14. jh. sorgfältig auszubeuten. 

rec. Z. f. d. ph. XI. 239 fl. (Kinzel). Lit. cbl. 1879. s. 718. 

412. M. Lexer, Mittelhochdeutsches taschenwörterbuch mit gramma- 
tischer einleitung. Leipzig, Hirzel. 1879. XXUI, 314 s. 8. 4 m. 

seinem großen werke ließ der Verfasser unmittelbar den vorliegenden 
auszug folgen, den er besonders für anfänger der deutschen Studien und 
für femer stehende, Juristen, historiker u. a. bestimmte, ohne frage war 
dies ein glücklicher gedanke und die billigkeit macht es jedem, der mit 



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Mittelhochdeutsch. 95 

mhd. texten zu tun hat und sich das mhd. handwörterbuch nicht anschaffen 
mag, zur pflicht, fortan hieraus seine kenntnisse zu bereichern, in den 
einzelnen artikeln sind alle citate weggelassen und nur die wichtigsten 
bedeutungen angegeben; unter den mit präfix versehenen Wörtern ist eine 
gute auswahl getroffen, sodass diejenigen, deren bedeutung nicht modificirt 
ist, unter dem simplex aufzusuchen sind, weniger ist es vielleicht zu billigen, 
dass auch manche seltene Wörter, selbst solche, die bei Wolfram vorkommen, 
in dem taschenwörterbuch ausgefallen sind, studirende werden solche bis- 
weilen vermissen; sie werden aber dem verf. für die voraufgeschickte gramma- 
tische einleitung dank wissen, die ziemlich ausführlich und wol im stände 
ist, anfönger zu orientiren. 

rec. Z. f. d. ph. XI 243 fl. (Kinzel). Lit. cbl. 1878 s. 1545. — Zs. f. 
öster. gymn 30, 275 (Lambel). Jen. Iz. 1879, 53. Anz. f. d. a. VI 97 
(Steinmeyer.) 

416. FedorBech, Besserungen und nachweise. Germania 24, 
139—151. 

lexicalische nachweise zu den mhd. Worten: ansldkt, anslahte. drob- 
gercete. verdrozzen. veriremmen. vesenböum, vinster. fiwersot gewate, geivat 
isen kiuwen. reisen, satm. scMun, schozel. sete. swäsheit tinne. tucht. unge- 
bant. üz unde üz. wurmeldge, wirmeläge. zer denen (zerdennen). 

417. R. Sprenger. Zum mittelhochdeutschen Wortschatz. Bezzen- 
berger beitr. IH 82—87. 175—177. 



418. K. Weinhold, Mittelhochdeutsche grammatik. Paderborn 1877. 

rec. von Roediger Anz V 40 — 47. die recension spricht sich in aner- 
kennender weise über das vortreffliche buch aus. es wird gezeigt, dass die 
anordnung des Stoffes nicht gerade dem bedürfhis studirender entspreche, 
über des verf. auffassung der Spracherscheinungen und seine grenzbestimmung 
der mhd. periode, seine ansieht von mhd. Schriftsprache u. a. gehandelt, zu 
§ 4 wird mit recht noch einmal (vergl. Kinzel Zs. f. d. ph. VI 487) darauf 
hingewiesen, dass Hartmanns mundartliche reime ihn als Alemannen kenn- 
zeichnen, laschte: glaste hat aber Weinhold jetzt selbst (s. 167) anders auf- 
gefasstals al. gr. s. 156. — vgl. auch Herrig. arch. 60, 228. DeBode 1,4. 

wir bemerken, dass s. 143. z. 7. gelove Alex. 2069. zu tilgen ist. 
die hs. hat nach Weismann gelobe, ebenso s. 144 z. 13: die hs, hat starb 
Alex. 3240. die stelle ist also in die klammer zu verweisen, s. 147 z. 2 
lies Alex. 1540 für 1534. was soll das citat 'bezeichnote 1101' § 364 
z. 10 V, unten? s. 448 z. 10 v. u. lies Danwm für darum, 

419. E. Bernhardt, Abriss der mittelhochdeutschen laut- und 
flexionslehre zum schulgebrauche. Halle, Waisenhaus 1879. VI und 
30 s. 8. 



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96 Mittelhochdeutscb. 

der abriss ist wie die vorrede sagt ein außzug aus Weiiüiolds nüid. gramm. 
und Schleicher, die deutsche spräche, u. soll *dem lehrer und schüler er- 
möglichen, die an das lesen des Nibelungenliedes und Walthers angeknüpften 
grammatischen bemerkungen schließlich zu vervollständigen und zu einem 
gesammtbilde abzurunden.' unter den schon vorhandenen Schriften hat 
verf. keine passende gefunden, der *etwas ausführlichere anhang', welcher 
auf nicht ganz drei selten vom mhd. versbau und der Nibelungenstrophe 
handelt, wird, wie der verf. hofft, ^manchem coUegen willkommen sein.' 

im anz. f. d. a. YI, 113 wegen der fehler abfällig beurteilt. 

420. B. Schulz, Leitfaden beim Unterricht in der laut- und flexions- 
lehre der mittelhochdeutschen spräche. Paderdom, Schöningh 1878. (I^) 
120 s. 8. 

das buch ist für schulen unbrauchbar, da es viel zu breit ist und der 
vf. in den dementen der lautlehre und metrik unsicher ist. zum beweis 
diene, dass vf. s. 112 den vers a. Heinr. 33 dehdner der tügent als ein beispiel 
für einen regelmäßigen vers von vier hebungen anführt. 



Ava. 421. Ad. Langguth, Zu den gedichten der Ava. Leipziger 
dissertation. 36 s. 8. 

Biblische bUder. 422. J. Haupt, Biblische büder. Z. f. d. a. XXHI, 

359—382. 

es sind 69 gereimte Unterschriften biblischer Wider von vier und 
meist mehr zeilen mitgeteilt aus einer pergamenthandschrift der hof- 
bibliothek zu Wien, über den Inhalt der büder, ihfe anordnung etc. 
wird s. 378 flg. gehandelt, der ^vorhandene deutsche text ist nicht vor 
der mitte des 13. jahrhup;!..Ats .eingetragen worden*, ihm zu gründe liegt 
ein älterer text. eine große anzahl seltener worte, Wendungen u. fügungen 
macht die reimereien wertvoll. 

Dalimil. 423. Eymovand kronika ceskä tak recen6ho Dalimila. 
Di tutsch kronik von Behemlant (Fontes rerum Bohemicarum tom. HI 
1—3) vy dal Josef Jirecek. Prag. 1878. XXVIII und 302 s. 4. — 

Toischer in seiner rec. (Anz. V 348—58) tadelt die ausgäbe der 
Cantilena de rege Bohemiae, geht dann näher auf die abgedruckte und 
die übrigen hss. der prosaischen Übersetzung des Dalimil ein u. legt das 
Verhältnis dar, in welchem dieselbe zu der vom herausgcber neben den 
cechischen text gedruckten gereimten Übersetzung steht, weiter wird über 
diesen Übersetzer u. sein verhalten zur vorläge gehandelt s. 352 fl. es 
war ein deutscher geistlicher, der in Böhmen lebte u. sein werk in den 
vierziger jähren des 14. jhs. verfasste. zum Schlüsse wird eine teilweise 
coUation der hs. für den abriss und den anfang der chronik gegeben. 



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Mittelhochdeutsch. 97 

Dietrichs flucht. 424. v. Ottenthai, Ein fragmcnt aus Dietrichs 
flucht, z. f. d. a. XXTTI 336—344. 

zwei eine läge bildende pergamentblätter in folio aus dem archive 
des Schlosses Kasten im Yinschgau (Tyrol), zu einem einbände von zins- 
Terzeichnissen benutzt, das erste von einem Schreiber des 13. jhs, das 
zweite des 14. jhs, enthalten von Dietrichs flucht (Martin DHB 11) v. 
5178 — 5341 und v. 5968—6123. sie zeigen Verwandtschaft mit der 
Ambraser hs.; beide gehen auf eine Urschrift zurück, der diplomatische 
abdruck folgt s. 339—344. 

Eilhart von Oberge. 425. Eilhart von Oberge hrsg. von Lichten- 
stein. QF XIX. Straßburg, Trübner 1877. und Zur kritik des prosaromans 
Tristrant u. Isalde von dems. Breslau, comm. Maruschke 1877. 

Anz. V 227 — 238 angezeigt von Strobl. nach einigen bemerkungen 
zur erörterung des Verhältnisses der bruchstücke zu den jüngeren hss. 
macht Str. auf widerholungen wie in der ^Zusammenkunft der liebenden im 
Blankenlande' aufmerksam u. vermutet, dass Eilhart ursprünglich nur 
franz. einzellieder von Tristan kannte u. sie selbst in ein ganzes brachte, 
zum schluss zeigt er s. 236, was Lichtenstein nur andeutete, das Verhältnis 
Eilharts zum Grafen Rudolf. 

vergl. bibl. 1878, 397. — ang. zs. f. d. öster. gymn. 30, 360 
(ß. V. Muth). Edlinger lit. bl. III 119. 

426. Eilhart von Oberge. herausgegeben von Franz Lichtenstein 
s. 468a— 468d. [Straßburg, Karl J. Trübner 1879] carton zu Q. F. XIX, 
den käufem dieses bandes gratis nachzuliefern. 

durch eine recension im lit. cbl. 1878, 26 auf die ungenauigkeit des 
kritischen apparates aufinerksam gemacht, teilt vf. das ergebnis einer ver- 
gleichung des gedruckten textes mit seinen abschriften mit. für die ab- 
solute genauigkeit der letzteren glaubt er einstehen zu können. — zum 
schluss werden noch einige fehler der einleitung und des textes berichtigt. 

Fn^mente. 427. E. Martin, Mariae himmelfahrt. z. f. d. a. XXTII 
438—40. 

aus der Hohenfurter hs. des lebens des hl. Hieronymus, wo das stück 
'vielleicht von einer frauenhand' des 15. jh. nach dem datum des Schreibers 
angefügt ist. heimat Mähren, es sind 59 gereimte Zeilen ohne schluss. 

428. K. Bartsch, Kleine mitteilungen. 8. verse des XII Jahr- 
hunderts Germania 24,297. 

sechs Zeilen eines gebets an die Maria aus einer Müncbener handschrift. 

429. Gerss, Bruchstück einer Katharinenlegende. zs. f. d. phil. 
X, 488. 489. 

ein blatt aus einer duodezhs. des 14. jhs. im Egl. archiv zu Hannover 
aufgefunden. 

Jahresbericlit für Germanische Philologie. I. (1879). 7 



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98 Mittelhochdeutsch. 

Freidank. 430. R. Sprenger, Zu Freidank, (kleine kritische bei- 
trage 2). Germania 24, 419—420. 

will 12, 7 f. nach der anführong der pflanzen auch die minerale flnden 
und ändert griiene in grien^griez. — 19, 21 f. soll irrechet für irret 
gesetzt werden. — 50, 7 gezogenes für gelückes. 

Gotfrid von Strassburg. 431. Steinmeyer, Eine neue Tristanhand- 
schrift, z. f. d. a, XXm 112. 

nähere mitteilung, dass die von Böhmer und nach a. f. d. a. Y 
305 auch von P. Heyse erwähnte Tristanhs. zu Modena wirklich Gotfrids 
werk enthalte, der kritische wert scheint nach den abgedruckten elf 
Zeilen, welche Trist 1, 1—14 entsprechen, gering zu sein. 

432. Reinhold Bechstein, Zu Gotfrids Tristan 15246 fg. Ger- 
mania 24, 9—12. 

Sprenger hat in der Germania 22, 412 die worte da von wänd'^ 
er untcBte von sinem neven äne sin falsch verstanden, da er untcete^^ne- 
gation der tat' setzte und äne sin statt äne sin schrieb. Bechstein gibt 
die einzige mögliche erklärung: deshalb wähnte er einer untat von seiten 
seines neffen tiberhoben zu sein. — Germania 24, 432 verbessert Bech- 
stein einen druckfehler, s. 11z. 17 muss sin statt sin stehen. — Kotten- 
kamp (vgl. no. 435) s. 30. 31 stimmt Bechstein bei. 

433. Gotfrid von Straßburg, Tristan und Isolde. Germania 24, 
106—110. 

Reinhold Bechstein beschäftigt sich in einer recension der neu- 
bearbeitung vonWilhehn Hertz (bibliogr. •f. 1877 nr. 272) mit denjenigen 
erklärungen, in denen dieser von Bechsteins ausgäbe abweicht. 

434. Otto Behaghel, Germania 24, 110—111 bemerkt in einer 
recension von Kurz* Übersetzung (bibliogr. f. 1877, 271): in dem Godo- 
fredus Rodelarius de Argentina einen Gotfrid von Straüburg, notar, zu 
finden, wäre dasselbe 'als wenn sich etwa A. v. Keller Adelbert professor 
von Keller nennen würde.' [diese Wortstellung ist aber im mittelalter 
üblich, wie in Wolfgers reiserechnungen: Walthero cantori de Vogelweide]. 

435. Johannes Kottenkamp, Zur kritik und erklärung des Tristan 
Gotfrids von Straßburg. (Göttinger dissertation). 36 s. 8. 

nach einer kurzen beschreibung der handschriften und drucke folgt 
8. 7 — 22: I zur kritik. ausgehend von den arbeiten Th. von Hagens und 
anderer bespricht vf. eine anzahl stellen in denen er den text des Tristan 
für verbesserungsbedürftig hält. — s. 22—36, 11 zur erklärung, bespricht 
ebenso einzelne stellen nach ihrem inhalt, zum schluss das häufige vor- 
kommen der hendiadyis bei Gotfrid. 

436. Emil Lobedanz, Das französische element in Gotfrids von 
Straßburg Tristan. Rostocker dissertation, gedr. bei Herberger in Schwerin 
1878. 45 s'. 8. 



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Mittelhochdeutsch. 99 

der verf. 'versucht zu ergründen, wie weit sich Gotfrid von der fran- 
zösischen poesie im allgemeinen und von einem französischen Tristandichter 
im speciellen ahhängig zeigt', er hehandelt I das formale französische 
Clement, 'französische und dem französischen nachgebildete deutsche 
Wörter und Sätze, einwirkung des französischen auf stil, metrik u. poetische 
darstellung bilden hier die einzelnen categorien'. s. 10—32. 11 das sach- 
lich-französische element. abhängigkeit des dichters in poetischen u. mo- 
ralischen anschauungen von seinen Vorbildern, verf. kommt zu der an- 
nähme, 'dass auch der allgemein-französische einfluss zum großen teil auf 
einen französischen Tristandichter zurückzuführen sein wird, den Gotfrid 
in form und Inhalt reichlich benutzte'. 

Bergemann, Das höfische leben nach Gotfrid von Straßburg. s. 
kulturgeschichte nr. 190. 

Hartmann von Aue. 437. Franz Kocian, Die bedeutung der über- 
arbeiteten handschriften B» und B^ und der St. Florianer bruchstücke 
für den text des armen Heinrich, progr. des k. k. deutschen staats- 
gymnasiums in Budweis, veröffentlicht am Schlüsse des Schuljahres 1878. 
29 s. gr. 8. 

die arbeit ist im wesentlichen eine Zusammenstellung der zwischen 
den hss. vorhandenen abweichungen. nach einer etwas breit angelegten 
einleitung in der der dichter Hartmann von der Aue heißt, wird s. 5— -10 
ein vergleich des versbestandes der drei vollständigen hss. gegeben; die 
beiden B (Palat. und Kolocz.) stimmen oft zusammen gegen A (Straßburger) 
und stammen aus einer vorläge, s. 11 — 16 enthält die abweichungen der 
beiden B von einander; da diese nur gering sind, haben beide B nur den 
wert einer hs. doch dürfen sie für den text nicht ganz vernachlässigt 
werden (s. 17). stellen, an denen B wichtig ist, werden s. 17—23 aufge- 
führt. — s. 23 f. beschreibung der in Germ. 3,347 f. von Pfeiffer heraus- 
gegebenen bruchstücke aus S Florian ; s. 25 f. ihr Verhältnis zu A B. das 
resultat ist, dass die stücke dem original näher standen als die hss. und 
im anfang des 13 jh. geschrieben sind. B wird durch sie manchmal gegen 
A bestätigt. Pfeiffers urteil wird im allgemeinen angenommen. 

438. E. Sievers, Mhd. seljnvege. PB beitr. V 544—47. 
ausgehend von der behauptung, dass selpwege Hartm. büchl. 1, 352 

flg. nicht als beweis dafür betrachtet werden könne, dass Hartmann an 
einem kreuzzuge teilgenommen habe, zeigt S., dass das technische wort 
für die eigentümliche von Hartmann geschilderte meresbewegung schon im 
9/10 jh. in Deutschland anzutreffen sei. die wahrscheinlich damals schon 
existirenden volkstümlichen sagen über derlei naturereignisse entstammen 
wol einem bericht des Hegesippus. 

439. Adalbert Baier, Über Hartmanns von Aue heimat und kreuz- 
zuge. Germania 24, 72— 73._ 

7* 



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100 Mittelhochdeutsch. 

MSF. 218, 20 soll niemer (kein zweites mal) gelesen werden statt 
niemer] Hartmann soll also zwei kreuzzüge mitgemacht haben, den ersten 
1189 den zweiten 1197; 1189 war Hartmann in Franken, 1197 aber in 
Schwaben. — nach Baier hat also Hartmann in Schwaben gesagt: ^wenn 
Saladin noch lebte würde er mich nicht ans Franken herausbringen'. 

440. L. Blnme, Über den Iwein des Hartmann von Aue. ein Vor- 
trag. Wien, Holder 1879. IV, 31 s. 8. 

der grundgedanke des Iwein soll nach meinung des vf. der Wider- 
spruch zwischen den ehelichen pflichten und dem rittertum sein, dies 
thema soll schon der frz. dichtung zu gründe gelegen haben, vf. sucht 
seine behauptung an einer analyse von Hartmanns Iwein zu beweisen und 
kommt hierbei zu einer theorie über die entstehung des rittertums, die 
vielleicht nicht neu aber sonderbar genug ist: das rittertum entstand (s. 7) 
vor beginn des 12 jh. in romanischen ländem als (s. 22) eine ^nachblute 
des heroischen Zeitalters der Völkerwanderung' bei den *in die Pyrenäen 
zurückgeworfenen Gotengeschlechtem Spaniens', man kann dem vf. seine 
meinung lassen, obgleich wol jeder das rittertum aus dem feudalwesen 
ableitet und nicht mit der Völkerwanderung in Verbindung bringt, einem 
'vortrage' muss man vieles zu gute halten, aber in einem solchen hätte 
sich vf. der unbegründeten angriffe auf F. Bech enthalten können, dass 
er ehaftiu not (s. 21) für ein größeres publicum mit 'unüberwindlicher 
zwang* übersetzt, ist unzulässig; wenn er (s. 17) vü schone (Iw. 743) 
mit 'kunstgerecht' widergibt, so ist das falsch. — der gedanke schließlich, 
dass der deutsche Iwein viel mehr vom frz. entlehnt hat als die ersten 
herausgeber glaubten, ist nicht neu. — 

die Schrift ist in der Germania 24, 252 f. von Lambel wolwollend 
besprochen. — angez. Jen. Iz. 1879 no. 21 (Emil Henrici). G G A. 605 — 
608 (E. Wilken); an letzterem orte wird der arbeit wissenschaftlicher 
wert abgesprochen und dieselbe für einen feuilletonartikel erklärt, 

441. Friedrich Heibig, William Shakespeare und Hartmann von der 
Aue als die repräsentanten männischer und frauenhafter geschichtsperioden 
bei der lösung eines dichterischen problems. AUg. literar. correspondenz 
nr 33 (15 jan. 1879). 

Heinrich der LSwe. 442. K. Bartsch, Gedicht über Heinrich den 
löwen. Germania 24,421. 

Bartsch vermutet, dass eine von Waitz im neuen archiv 4,614 f. 
beschriebene hs. in England ein bisher unbekanntes gedieht auf Heinrich 
den löwen enthalte. 

Heinrich von Freiberg. 443. Tristan ed. Bechstein 1877. 

wird Jen. Iz. nr. 13,179 von Paul ziemlich abfällig beurteilt. 

444. Friedrich Wiegandt, Heinrich von Freiberg in seinem Ver- 
hältnis zu Eilhart und Ulrich. (Rostocker dissertation) 41 s. 8. 



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Mittelhochdetttsch. 101 

die abhandlnng soll zeigen, dass Heinrich sich nicht direkt an Eilhart 
anschloss and wenigstens auJßer ihm noch eine andere vorläge gehabt haben 
muss; dass diese nicht allein Ulrich gewesen sein kann, wenn auch Heinrich 
den Tristan Ulrichs von Türheim kannte und benutzte. 

Heinrieh von der Neustadt. 445. Mes smer. Der Sigmaringer brettstein, 
anz. f. künde der deutschen vorzeit 26, 132 — 134. 

auf diesem stein soll eine abbildung einer scene aus Apollonius von 
Tyrus stehen. 

Heinrich von dem Türlin. 446. K. Reissenberger, Zur Krone Hein- 
richs von dem Ttirlln. Jahresbericht der staatsoberrealschule zu Graz 
(daraus als sonderabdruck, Graz, Leuschner und Lubensky). 34 s. 8. 

der hauptteil der schrift hat den zweck die heimat des dichters im 
innem Österreich nachzuweisen: vf. tut dies s. 20—34 dadurch, dass er 
die laut und formlehre des dichters darlegt, urkundlich ist der Verfasser 
der kröne nicht nachgewiesen; dagegen gibt Reissenberger s. 18 urkundliche 
bezeugungen anderer von dem Türlhi und de Porta aus Kämthen und Steier- 
mark. — der anfang der schrift (s. 1 f.) beschreibt die handschrifben und 
drucke oder ausgaben des gedichtes. s. 6 f. handelt, von dem poetischen 
werte der dichtung, der, übereinstimmend mit den früheren beurteilem, 
als nicht sehr hoch angegeben wird. s. 11 f. wird auf die gelehrsamkeit 
des mannes hingewiesen, der lateinisch und französisch verstand, auch in 
der antiken mythologie wol bewandert war, obgleich er, wie vf. annimmt, 
im übrigen eine höfische bildung hatte. — zu bemerken ist noch, dass 
Reissenberger ihn s. 7 den *Türllner* nennt, eine nicht zutreffende be- 
zeichnung, wenn der dichter seinen namen nicht von einem orte trägt. 

HeinzeHn von Konstanz. 447. Reinhold Köhler, Von den zwei 
St. Johannsen. Germania 24, 385—391. 

die geschichte von dem streite zweier nonnen über den vorzug eines 
der beiden Johannes, des täufers oder evangelisten, wie sie Heinzelln von 
Konstanz in seinem gedichte dargestellt hat, findet sich auch bei Gäsarius 
von Heisterbach, der ganz wol die quelle für das gedieht sein kann, ähn- 
liche Streitigkeiten haben auch zwischen klerikem stattgefunden, wie Thomas 
Cantimpratanus erzählt u. a. — Köhler hat die stellen, welche diese an- 
gelegenheit betreffen, abgedruckt und ihre abhängigkeit von einander 
untersucht. 

Heldenbneh. 448. K. Reissenberger, Siebenbürgen im deutschen 
heldenbuche. korrespondenzbl. f. Siebenbürg, landesk. 1878, s. 126. 

vgl. anz. f. d. a. V, 428. 

Herrand von Wildonie. 449. Karl Ferdinand Kummer, Das mi- 
nisterialengeschlecht von Wildonie. archiv f. österr. gesch. 59, 177 — 322. 

die arbeit beginnt mit einer beschreibung der jetzt in trümmem lie- 



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102 Mittelhochdeutsch. 

genden burg am rechten Murgufer südlich von Graz. s. 188 f. werden 
die älteren glieder der familie behandelt, deren erster 1173 nachweisbar 
ist, Hertnidus de Wildonia. der dichter, Herrand 11, erscheint zuerst neben 
seinem vater Ulrich 1248, 1255 war er noch unter des vaters botmäßig- 
keit. 1278 ist er das letzte mal urkundlich und 1282 war er gewiss tot, 
da sein söhn bereits seine ämter hatte. Herrand und sein bruder Hertnid 
sind in hervorragender weise an den großen ereignissen des Interregnums 
beteiligt und ihre namen begegnen oft besonders auch in den reimchroniken 
zb. Otackers. bald es mit Böhmen bald mit dem Habsburger haltend 
nahmen sie in den parteiwirren eine wichtige stelle ein. — interessant sind 
auch die aufschlüsse, welche Kummers Untersuchungen über Ulrich von Lich- 
tenstein geben, mit dessen Tochter Perchta Herrand verheiratet war. nach 
s. 209 f. ergibt sich, dass Ulrichs behauptungen im frauendienst vielfach 
falsch sind und den unzweifelhaften historischen tatsachen widersprechen. 
— der aufsatz, welcher sich mit den gedichten Herrands nicht beschäftigt, 
ist ein wichtiger beitrag zur kenntnis der späteren dichter des 13. Jahr- 
hunderts und V. d. Hagen IV 294 f. wird danach zu corrigiren sein. vf. 
stellt eine neue ausgäbe von Herrands poetischen erzählungen in nahe aus- 
sieht. — zu erwähnen ist noch, dass am Schlüsse des aufsatzes eine anzahl 
deutscher Urkunden abgedruckt ist, ein teil noch aus dem 13. Jahrhundert 
und bisher nicht bekannt gemacht. 

Jüdel. 450. Eugen Wolter, Die legende vom Judenknaben. Halle, 
dissertation. 31 s. 8. 

die geschichte von dem Judenknaben, der ohne erlaubnis seiner eitern 
zur communion geht, ist in deutscher spräche erhalten in dem gedichte 
vom Jüdel und bei Pfeiffer in den Marienlegenden, außer diesen 
deutschen gedichten weist Verfasser die geschichte nach in griechischer 
lateinischer französischer spanischer arabischer und äthiopischer spräche, 
zusammen 33 Versionen, von diesen teilt vf. zwei (griechische) mit. die 
Schrift ist ein teil von desselben Verfassers arbeit 

Der Judenknabe. 5 griechische, 14 lateinische und 8 französische 
texte, a. u. d. t.: Bibliotheca Normannica. denkmäler normannischer literatur 
und spräche, hrsg. von H. Suchier. II. Halle, Niemeyer. 1879. 128 s. 8. 

König vom Odenwalde. 451. Möller, Zum König vom Odenwalde. 
Germania 24, 128. 

eine lexicalische bemerkung zu Germania 23, 313, rHzen. 

Konrad. 452. C. Liersch, Ein neues bruchstück des Rolandsliedes. 
Z. f. d. phil. X, 485—488. 

pergamentblatt in gr. 8, aus dem ende des 12 oder dem anfang des 13 
jh, zu Erfurt gefunden, der Inhalt entspricht 116, 8— 119, 11 ed. Grimm, 
der text bietet den beiden bekannten hss. gegenüber mancherlei eigentüm- 
lichkeiten. 



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Mittelhochdeatsch. 108 

453. Wilh. Wald, Über Konrad, den dichter des deutschen Rolands- 
liedes, (progr. Wandsbeck). Halle, Waisenhaus in comm. 20 s. 4. 

vgl. anz. f. d. a. V 430—431. 

Ronrad Dangkrotzheim. 454. Das heilige namenbuch von Konrad 
Dangkrotzheim herausgegeben mit einer Untersuchung über die cisio- 
jani von Karl Pickel. Straßburg, Trübner 1878. 124 s. 8. 3 m. A. 
u. d. t. : Elsässische litteraturdenkmäler aus dem XIV — XVII. jh. herausg. 
von Ernst Martin und Erich Schmidt. I. bd. 

das heilige namenbuch (s. 79—97) ist ein gedieht des Hagenauer 
ßchuUehrers Konrad Dangkrotzheim (c. 1372—1444) und handelt in 556 
Versen v. d. kalenderheiligen, voran geht eine umfangreiche einleitung 
über die cisio-jani, die kalender des mittelalters, und zwar s. 19 über die 
lateinischen, s. 43 über die deutschen, s. 71 über die in andern sprachen 
abgefassten cisio-jani. s. 74 folgt eine vergleichung des namenbuches mit 
den cisio-jani. an das gedieht schließen sich anmerkungen und ein register. 
ein sauberes, sorgfältiges werk. 

ang. von Fedor Bech, Germania 24, 422—427, der zu den anmerkungen 
beiichtigungen und nachtrage macht, vgl. bibl. 1878, 137. 

455. Kindler von Knobloch, Elsässische Studien III. in: der 
deutsche herold X, heft 6 u. 7. s. 86. 

das Wappen des Conrad von Dankratzheim hatte einen engel als 
schildhalter. 

Konrad von Fnssesbnmnen. 456. K. Bartsch, Ein fragment aus 
Konrad von Fußesbrunnen, kleine mitteilungen. 6. Germania 24, 200. 

in der Kölner Wigaloishandschrift stehen vier zeilen auf dem letzten 
blatte, die den anfang der kindheit Jesu bilden. 

Konrad von Megenberg. 457. C. M. Blaas, Zu Konrad von Megen- 
berg. Germania 24, 414—415. 

zwei mitteilungen. 1. zu s. 228 (Pfeiffer) werden ähnliche angaben 
über das Verhältnis des kukuks zum Wiedehopf aufgeführt, wie sie Megenberg 
hat. 2. zu s. 178 wird ein lied, das vom kukuksschrei handelt, mitgeteilt 

Konrad von Wttrzbnrg. 458. Hertzberg und Zacher, Der weisen, 
zs. f. d. phü. X 383—385—389. 

dem aus Otte mit dem harte 280 bekannten mhd. weisen vindicirt 
Hertzberg die bedeutung 'die gurgel*, entsprechend dem engl, weasen, ahd. 
weisunt = arteriae. Zacher weist nach wie die falsche erklärung, die 
sich bis auf Lambel erstreckt, entstand und bemerkt, dass Ziemanns mhd. 
wb. die richtige bedeutung gibt, er vermehrt Hertzbergs belege des wertes. 

Eichard von Muth, Untersuchungen u. excurse. — s. mythologie 
und sagen no. 262. 

Kadnm. 459. Alex. Kolisch, Die Kudrun-dichtnng nach Wilmanns 



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1 04 Mittelhochdeatsch. 

kritik. pTogramm der städtischen real-lehranstalt zu Stettin, ostern 1879. 
[pr. no. 120] 22 s. 4. 

die arbeit yersncht Wilmanns annähme zweier in der 20. aventiore 
vorhandenen selbständigen dichtungen als anhaltbar darzustellen, ebenso 
beruht dem verf. Wilmanns behauptung, dass in der 25. aventiure die 
contamination zweier dichtungen a und b vorliegt, auf ^vielfachen missver- 
Ständnissen und irrtttmem'. mangel an räum nötigte, die kritik auf diese 
beiden puncto zu beschränken. 

460. C. Martinius, Das land der Hegelinge widei^efnnden im 
ostfriesischen Harlingerlande. beitrage zur erklärung des Gudrungedichtes. 
Norden, Soltau 1880. 36 s. 8. 0,75 m. 

wie schon der titel andeutet versucht der verf. die Identität von 
Hegelingenland mit dem Harlingerlande wahrscheinlich zu machen, auch 
die übrigen localitäten des epos weist er nach u. erkennt z. b. in Tene- 
mark das ROstringer land im heutigen Oldenburg, in Ortland (Hortlaad, 
Nortland) den Nordigau mit Norden, der ältesten Stadt OstMeslands, in 
Gtvers das land Jever mit friesischen bewohnem im Oldenburgischen, 
der Wttlpensand ist ihm=Seehundssand, engl, wkelp^ höll. welp junger hund. 

Zeugnisse für die Kudrunsage auch bei Karl Bartsch, Sagen 
märchen und gebrauche aus Meklenburg. r— s. mythologie und sagen 
no. 269. 

Lamprechts Alexander. 461. A. Miller, Zu Lamprechts Alexander- 
üede. Z. f. d. ph. X, 1—14. 

M. will in dem aufsatze zeigen, dass 'um zu einem richtigen Ver- 
ständnisse der Alexandersage zu gelangen, nicht bloß ein zurückgehen auf 
Jul. Yalerius und Pseudokallisthenes notwendig ist, sondern es lässt sich 
an manchen stellen aufklärung und Verständnis einzig und allein nur aus 
Plutarch gewinnen, an andern stellen lässt sich die sage auf ihn zurück- 
leiten, so dass wir bei ihm entweder schon sage vorfinden oder die anlasse 
zu solcher.' beleuchtet werden folgende stellen: Alex (Massm.) 133 flg. 
150 flg. 201 flg. 308 flg. 318 flg. 446 flg. 473 flg. (conjectur Zachers z. 
487 so irre) 498. femer zu Vor. Alex. 195, 15 flg. 198. 10. 200, 15 flg. 
über die richtung des kriegszuges gegen Darius (s. 9 — 14). 

462. K. Kinzel, Lamprechts Alexander. Z. f. d. ph. X, 14—89, 

I die Straßburger bearbeitung in ihrem Verhältnis zur Vorauer. 
s. 14—47. *die Untersuchung stellt sich die aufgäbe, mit berücksichtigung 
aller einzelheiten ein bild von der entstehung des StraOburger textes zu 
geben.^ sie knüpft an die abhandlung Harczyks z. f. d. ph. lY 1 flg. 
an u. zeigt *wie ein Überarbeiter gegen einen wenige jarzehnte älteren 
text vorging, welche anforderungen der Vertreter der fortgeschrittenen 
kunst stellte u. wie er ihnen genüge zu tun verstand.* A. die fehler der 
Vorauer handschrift. es wird nachgewiesen, dass V eine abschrift sei, auf 



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Mittelhochdeutsch. 105 

welcher der text S nicht beruhe. B. die formalen änderungen der Straß- 
burger handschrift werden unter folgenden rubriken behandelt: a. streben 
nach einsilbiger hebung u. Senkung, b. Senkungen ausgefüllt, c. reime 
gebessert, .d. lange verse gekürzt oder durch drei widergegeben; lange 
verse geteilt u. flickvers eingeschoben; zwei verse in vier umgeformt; die 
länge durch freie änderung beseitigt. C. die freie Umgestaltung der Straß- 
burger handschrift s. 28—47. hier werden alle die stellen besprochen, 
in welchen der Überarbeiter materieUe änderungen vorgenommen. 

n. Die Baseler handschrift s. 47—89. die durch Wackerhagel be- 
kannt gewordene bisher ungedruckte handschrift wird auf grund einer 
abschrift Zachers für den text des Alexander ausgenutzt, der weg der 
darstellung ist derselbe wie im I. teil, um ein bequemes nachschlagen 
jeder stelle zu ermöglichen, das resultat, welches die Untersuchung über 
das Verhältnis der drei handschriften ergab, ist vorweg angegeben: aus 
stellen, in welchen sich eine übereinstimmende besserung des ursprünglichen 
textes in BS zeigt, wird geschlossen, dass diese beiden hss. einer gemein- 
samen vorläge L2 entstammen, da die Übereinstimmung von BY aber 
sonst gegen S sehr groß ist, so erhellt, dass die vorläge von V und von 
B sehr nahe gestanden haben, obgleich B nur eine späte verstümmelte 
bearbeitung dieser vorläge, ist sie doch für den text von wert, besonders 
da sie auch den größeren teil des gedichtes enthält, welcher V fehlt, 
größere stücke werden als proben mit nebenstehendem texte S mitgeteilt. 

463. J. Zacher, Zur Basler Alexanderhandschrift. Z. f. d. ph. X 
89—112. 

Zacher gibt im anschluss an Kinzels arbeit eine genaue beschreibung 
der Basler hs. und ihres ganzen inhalts: 'eine art weltchronik, welche zwar 
in fortlaufenden zeilen wie prosa geschrieben, aber in ihrem ersten drittel 
fast durchweg aus versificirten vorlagen geschöpft ist' (s. 89—93). dann 
folgt eine historische übersieht über die mittelalterlichen behandlungen der 
Alexandersage vom archipresbyter Leo an mit besondrer berücksichtigung 
von Rudolfs von Ems Alexandreis, aus welcher zwei wichtige stellen aus- 
gehoben werden, buch V s. 96 und buch IV s. 99 flg. von s. 103 an 
sucht Z. dann die quellen für diejenigen sieben abschnitte am Schlüsse 
der Bas. hs. nachzuweisen, welche sich bei Lamprecht nicht finden, einige 
derselben finden sich ebenso behandelt in einer fortsetzung von Rudolfs 
weltchronik (Heidelberger hs.), während einer nachweislich, vermutlich 
also alle andern, aus Enenkel geschöpft sind, oder aus einer späteren 
dnrch einschiebsei und anhänge erweiterten gestaltung der Rudolfschen 
weltchronik. 

464. R. M. Werner, Die Basler bearbeitung von Lambrechts 
Alexander. Wien 1879. commission bei Karl Gerolds Sohn. 118 s. 8 



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106 Mittelhochdeutsch 

2 m. (aus dem jännerhefte des Jahrgangs 1879 der Sitzungsberichte der 
kais. östr. academie der wiss. 93. bd. besonders abgedruckt.)- 

eine einleitung zu dem von Werner versprochenen abdruck der Basler 
hs. die beiden ersten capitel handeln über das Verhältnis dei: drei band- 
Schriften, die Untersuchung will besonders aus correspondirenden fehlem 
in B (Basler) und V (Vorauer hs.) erweisen, dass beide eine gemeinsame 
vorläge haben, dies wird gestützt dadurch, dass sich fehler in B aus Y 
erklären lassen u. dass B V im richtigen übereinstimmen, wo B zu M 
(Straßburger hs.) gegen V stimmt, sollen B M das ursprüngliche bewahrt 
haben (cap. II). der schluss in V wird s. 45—50 gesondert betrachtet, 
cap. 111 handelt vom zustand der Basler hs., ihrem lautstande etc. im 
letzten cap. s. 76 flg. werden die quellen untersucht in drei abteilungeu: 
1) ^die bei Lambrecht fehlende, von seiner französischen quelle mit absieht 
zurückgewiesene Vorgeschichte, 2) der historisch-strengere teil, der von 
VMB gemeinsam überliefert ist und 3) die mehr sagenhafte darstellung 
von Alexanders zügen, welche in V nicht mehr erhalten ist'. Kinzels 
arbeit ist dem Verfasser erst während des druckes bekannt geworden, 
über die beziehungen Lambrechts zu den gleichzeitigen werken zu handeln 
"wird versprochen. 

rec. Rödiger anz. V 416 — 425. der recensent nimmt an einer reihe 
von Werners emendationen nnd aufstellungen, auf die jener seine ansieht 
stützt, anstoß; so an der beurteilung von M 1398 (s. 6), 1598 (s. 8), 
1256 (s. 10), 1772 (s. 11) u. a. Rödigers conjecturen u. vorschlage sind 
meist wolgelungen u. viel ungezwungener als Ws. um so auffallender ist 
es, dass er Werner bezüglich des handschriftenverhältnisses zustimmt, wenn 
auch mit der beschränkung: *nach dem vorgelegten material.' denn ab- 
gesehen davon, dass R. an einigen stellen, auf welche Werner seinen be- 
weis stützt, mit recht bemerkt; *sie beweisen für einen näheren Zusammen- 
hang von VB nichts' (zu M 1256), oder *die lesart von B lasse sich aus 
M ebenso gut erklären wie aus V* (zu M 1380), — so erkennt er in 
andern stellen ausdrücklich änderungen in BM an. s. 420 heißt es zu 
W. p. 42: *B und M haben geändert', ebenda zu p. 43: 'BM änderten', 
solche übereinstimmenden änderungen beweisen aber zweifellos, dass B 
und M derselben vorläge entstammen. 

Laurin. Richard von Muth, Untersuchungen und excurse usf. — 
s. mythologie und sagen no. 262. 

Legendär. 465. Busch, Ein legendär aus dem anfange des zwölften 
Jahrhunderts. Z. f. d. ph. X 129—204. fortsetzung 281—326. u. 390—485. 
(schluss folgt). 

I einleitung. der unter no. 11 s. 134—160 gedruckte text, bestehend 
aus 764 verszeilen ist zusanunengestellt aus den schon von Schade (frag- 
menta carminis theotisci veteris Königsberg 1866) veröffentlichten 6 blättern 



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Mittelhochdeutsch. 107 

der Universitätsbibliothek zu Halle u. vier 1875 dazu gefundenen Halber- 
städtem derselben handschrift, bisher ungedruckt, daneben gedruckt sind 
die von Barack Genn. XII veröffentlichten Donaueschinger bruchstücke 
einer jüngeren hs. sie werden s. 129 — 134 eingehend beschrieben, unter 
dem texte stehen kritische, nach demselben no. III s. 160—68 erklärende 
anmerkungen. 

der Inhalt ist ein bruchstück von Veronilla, Petrus u. Simon magus 
vor Nero, Petri versuchte flucht u. kreuzestod, ende der mutter Maria; 
von V. 313 an werden die apostel mit den orten ihrer Wirksamkeit u. ihrem 
tode und von 419 an einige märtyrer aufgezählt, darauf die - Zerstörung 
Jerusalems u. strafe der Juden, sancta Helena u. das heilige kreuz, raub 
und rückeroberung des kreuzes durch Eraclius 594—691 u. endlich der 
reiche 'Batulus' und der arme Lazarus. IV. spräche und heimat des 
dichters. nachdem B. die literatur verzeichnet, die er seinen eingehenden 
grammatischen Untersuchungen zu gründe gelegt hat, gibt er in einer ein- 
leitung eine Übersicht über die bisherigen fränkischen forschungen u. tritt 
der ansieht Scherers über die Leydener Williram-hs. (Z. f. d. a. XXH 
321—22) entgegen, er schließt sich der Brauneschen terminologie (beitr. I) 
an, scheidet aber von dem eig. nfrk. einen grenzdistrict zwischen Mörs- 
Kempen und Gladbach noch besonders ab. so sind wir nun, wie es scheint, 
über die gruppirung des frk. klar, die termini sind folgende: im Süden 
oberdeutsch sind östlich ostfrk, westlich südfrk. dann folgt nach norden 
(mittelfrk;) im Moselland süd-mfr. (Trierer mundart), nordmfr. (mittelpunkt 
Cöln). endlich ndfrk: der grenzdistrict u. das eigentliche ndfrk. 

die kurzen vocale werden §§ 1—14 s. 175—204, die langen bis 
§ 30 s. 281 - 94 so ausführlich behandelt, (die consonanten bis § 51 
8. 319) weil Braune seinem zwecke entsprechend die vocale des mfrk. 
gar nicht berücksichtigt hatte, wir haben hierin eine ziemlich umfassende 
lautlehre des mfrk. mit steter berücksichtigung des ndfrk. dialects. die 
flexion wird s. 320—326 abgehandelt. 

die fortsetzung im letzten hefte des X. bd. behandelt adjectiva pro- 
nomina, adverbia, numeralia, conjunctionen. wir heben hervor die be- 
merkungen über mir dir — mich dich, her, ihie für ther. die Untersuchung 
über die heimat des Originals s. 398 flg. kommt zu dem resultat, dass der 
verf. ein Niederfranke war, der in Süd-Mittelfranken (etwa Moselgegend) 
schrieb, ein Oberdeutscher fertigte dann die vorligende abschrift. V. metrik 
u. abfassungszeit des gedichtes. s. 405— 23* von 664 versen fügen sich 
nur 392 den mhd. gesetzen des Versbaues, es wird nachgewiesen, dass u. 
wie die regel des dichters abwich, die mnl. verskunst zur erklärung her- 
beigezogen u. der gebrauch doppelter Senkungen angenommen, ohne dass 
dadurch alle Schwierigkeiten zu heben waren, die reime sind nach Bödigers 



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108 Mittelhochdeutsch. 

einteilung zusammengestellt, aus ihnen wird geschlossen, dass das gedieht 
in den anfang des .12. jh. zu setzen sei. 

VI. inhalt u. quellen s. 424—485. es würde zu weit führen die 
resultate der auf breitester hasis angelegten Untersuchungen hier aufzuführen. 

Lyrik. 466. Deutsche liederdichter des zwölften bis vierzehnten 
Jahrhunderts, eine auswahl von K. Bartsch, zweite vermehrte und ver- 
besserte aufläge. Stuttgart, Göschen, 1879. LXXIV, 407 s. 8. 

die texte sind um einen spruch des Friedrich von Sonnenburg und 
den leich des Rugge vermehrt, die lieder Veldeckes soll Behaghel in der 
ursprünglichen mundart hergestellt haben, wie das vorwort angibt, welche 
mundart das sei, wird nicht mitgeteilt, ebensowenig wie das bei den dialekt- 
herstellungen anderer dichter geschah; auch fehlt die angäbe der 'verwandten 
denkmäler und handschriften', welche nach s. 311 für. die mundarten be- 
nutzt sind, endlich ist ein bestimmter dialekt überhaupt nicht erkennbar 
denn 130. 132 reimt lenden: venden, dagegen 163. 165 winde: linden, 
hat denn nun, um bei diesem beispiel zu bleiben, Veldecke linde oder 
lende gesagt? beides doch wol nicht. — die einleitung bis s. XXX ist 
unverändert, in den notizen über das leben der dichter sind die alten 
fehler stehen geblieben und neue dazu gekommen, die Urkunde (s. XXXII) 
ist 1128 ausgestellt, nicht 1228, wie in beiden auflagen steht. Friedrich 
V. Hausen starb nicht 6. mai 1189 (s. XXIV) sondern 1190. der fehler 
steht übrigens auch in Bartschs Koberstein- ausgäbe, in Germania 22, 
70 f. 195 f. hat nicht Bötticher über Reinmar geschrieben sondern Becker 
(G. Bötticher dagegen in Germania 21 über Wolfram). — in der angäbe 
der literarischen hülfsmittel werden ganz wertlose aufsätze und populäre 
Schriften citirt, wichtige dagegen fortgelassen, so die arbeit von Sievers 
über Friedrich V. Sonnenburg in Paul-Braune beitr. 5,539 f. — die artikel 
in und VIII (über Spervogel und Hausen) entsprechen nicht dem stände 
der forschung, sondern geben antiquirte ansichten unverändert wider. 

ang. Lit. cbl. 1190—1191. hier wird bemerkt, dass unter den li- 
teratumachweisen fehlt: Martin Z. f. d. a. 20, 46, u. anderes. — Edlinger 
lit. bl. m, 247. 

567. Minnesinger, deutsche liederdichter des 12. 13. und 14. Jahr- 
hunderts etc. von F. Heinrich von der Hagen. Leipzig, Joh. Ambr. 
Barth. 

nach angäbe eines von der Verlagshandlung herausgegebenen prospectes 
sind die schon seit jähren vergriffenen musikbeilagen neu gedruckt und 
vollständige exemplare des ganzen Werkes wider zu haben, preis 50 mark, 
exemplare ohne musikbeilagen werden nicht mehr abgegeben, ebensowenig 
letztere allein. 

468. Spreu erste hampfel ausgeworfen vcm Xanthippus. Rom, 
Loescher u. co. 14 s. 8. 



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Mittelhochdeutsch. 109 

drei nicht untereinander zusammenhängende betrachtungen. I. ein lied 
herm Walthers von Metze. beginnt mit den Worten; ^es lautet — wenn 
man es taubstumm liest, lautet es freilich nicht, aber man wird sich einen 
wahren genuss schaffen, es laut zu lesen — es lautet also' usf. — s. 7 
steht: *ich gestehe, dass ich kein Verständnis für diese erklärung finde, 
aber da es sich um Lachmann handelt, so werde ich. mich wol hüten zu 
sagen dass ich . . . anzi! sagt der Italiener in solchem falle*, vf. will 
schließlich M S F 6, 26 ich niwan weinen von dir han lesen — accente 
zur längenbezeichnung setzt er nicht. — II. ein sonderbarer heiliger, in den 
von Lambel, steinbuch s. IX besprochenen schreiberversen macht vf. so- 
lamen aus Soleman der handschrift. — III. ein sonderbarer ritterlicher 
minnesinger. in M S IV, 871 soll hetzijnc verändert werden in yetzund. — 
es könnte zweifelhaft sein, ob die schrift des anonymen Verfassers ernst 
gemeint sei. dass der herr Xanthippus identisch ist mit herm Franz Sand- 
voss in Sestri Levante, vermutet jeder, der den anfang von nr. III. list: 
'einen gewissen herm von Absalone hat, wie mir scheint Franz Sandvoss 
in seinem Freidank (Berlin 1877) s. "370— 73 aus der deutschen literatur- 
geschichte glücklich entfernt, wenn auch herr Steinmeyer sein credat Judaeus 
Apella zu der entdeckung Sabione d. i. Leutold von Sähen ausmft. seine 
begründung der Zurückweisung ist kaum ernsthaft zu nehmen, ^damit hat 
noch niemand etwas rechtes anzufangen vermocht' sagt er, selbst er nicht, 
und selbst J. Schmidt habe ihn ebensowenig wie Paul weiter gefördert, 
es versteht sich also für ihn ganz von selbst, dass auch Sandvoss das 
richtige nicht getroffen haben kann, doch wer die heutigen wissenschaft- 
lichen Umgangsformen in Deutschland kennt, darf sich über so etwas nicht 
wundem'. 

469. E. Martin, Zu minnesangs frühling. Z. f. d. a. XXIII 440. 
die heimat des Ulrich von Gutenburg, welche Haupt bei Thiengen 

im Klettgau suchte, will M. vielmehr am Mittelrhein bei Bergzabem suchen, 
gestützt auf den urkundlichen nachweis bei Schöpflin, Alsatia illustr. für 
• das jähr 1170. 

470. Clemens von Hausen, Zur frage der abstammung des miune- 
sängers Friedrich von Hausen. Der deutsche Herold X, heft 6 u. 7 
(8. 77). 

ein Zeitungsartikel, welcher den minnesänger zu einem angehörigen 
der familie des Verfassers machen will; er müsste danach ein Lothringer 
sein, von der literatur über den dichter kennt der Verfasser nur bemerkungen 
in einigen literaturgeschichten (Gervinus, Vilmar) und einen aufsatz im 
Daheim. 

471. Clemens Menzel, Die wappen in der St. Ulrichskirchc zu 
Sangerhausen, der deutsche herold X, nr. 6 u. 7 (s. 79. 80). 



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110 Mittelhochdeutsch. 

beschäftigt sich mit dem wappen der Mornnger, welches sich an 
einem grabdenkmal der familie in der genannten kirche befindet, auf 
eine in aussieht gestellte monographie über die Morunger darf man etwas 
neugierig sein, da vf. den dichter nach 1276 leben lässt. 

472. M. Mayr, Über Heinrich von Morungen. Jahresbericht 
der kaiserl. königl. staats-ober-realschule zu Linz. Linz, vertag der k. k. 
staats-ober-realschule. 52 s. 8. 

die arbeit behandelt I. s. 5—20 des dichters leben, II. s. 21—29 
den inhalt der dichtungen, HI. s. 30 — 51 die form. s. 52 enthält be- 
richtigungen. — der aufsatz soll, wie Verfasser s. 5 angibt, weder neues 
bringen noch macht er anspruch auf Vollständigkeit; er sei nur für jüngere 
fachgenossen bestimmt, der gelehrte möge ihn ungelesen bei seite legen. 
aber auch diesen bescheidenen ansprüchen genügt die schrift nicht, denn 
sie übergeht wichtige arbeiten wie Pauls in den beitr. n, weil der Ver- 
fasser nach seiner eigenen angäbe s. 37, anm. 2. ^leider dieses werk nicht 
selbst einsehen konnte'; sie gibt aber nicht einmal das wirklich mitgeteilte 
richtig, so taucht s. 10 ein dichter *der Nürnberger' auf, es ist der 
Kürnberger gemeint; und von der Hagen heißt consequent van d. H. — 
endlich ist die citirung der gedichte des Heinrich von Morungen nach v. 
d. Hagen statt nach MSF ermüdend und erschwert die durchsieht. Ver- 
fasser wird doch schwerlich annehmen, dass die Minnesinger dem leser 
leichter als M S F zugänglich sind, besonders wenn er auf anfänger rechnet. 

473. Ph. Strauch, Egregiusdictator Marnarius dictus. Z. f. d. a. 
XXm, 90-94. 

abdruck und besprechung eines vierten lateinischen gedichts des 
Mamers (4 Strophen zu 10 versen) aus der Cronica Bohemorum des 
Heinrich vom Heimburg, gerichtet an den bischof Bruno von Olmtitz. dazu 
fügt der vf. noch eine bemerkung zu Mamer XFV, 282. er vermutet, dass 
der dort genannte herr von Heinberc, auf den sich der dichter beruft, 
identisch sei mit dem minnesänger Albrecht von Hohenberg, dem schwager 
K. Rudolfs. 

474. Ph. Strauch, anz: Gotfrid von Neifen und seine lieder. 
eine literarhistorische Untersuchung von Gustav Knod. Tübingen, Fues. 1877. 
Anz. V 246—52. 

eigene bemerkungen des referenten finden sich besonders zu 34, 26 
(ed. Haupt). 29, 36 u. der gruppe von liedem, welche Knod s. 9 ff. ge- 
sondert betrachtete, auch die lieder, welche die flachsbereitende geliebte 
erwähnen, werden der niederen minne zugerechnet, im allgemeinen wird 
der wert der Untersuchung anerkannt. 

475. Hesse von Rinach. die Strophe Ä%eßcÄe wö^ M S H 1, 210 
ist auf einem jetzt nicht mehr zu findenden blatte o. o. u. j. wahrscheinlich 



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Mittelhochdeutsch. 111 

aus der Pariser liederhs. abgedruckt. E. Bartsch im anz. f. künde der 
d. Vorzeit 1879, nr. 3 (s. 86). 

Walther von der Vogelweide. 476. Anton Nagele, Zur Chronologie 
der Sprüche Walthers von der Vogelweide. Germania 24, 151—166. 
298—310. 

die erste abhandlung macht den versuch die beiden spräche ich saz 
üf eime steine und ich hörte ein wazzer diezen (8, 4. 28) in das jähr 1200 
zu setzen (statt 1198). im weiteren werden alle Sprüche des Wiener hof- 
tons in die jähre 1198. 1199 gesetzt. Nagele geht dabei von der Voraus- 
setzung aus, dass die angäbe in den reiserechnungen sich auf das jähr 1199 
bezieht, wie Winkelmann angibt, wogegen jetzt Zamcke, Zur Waltherfrage, 
zu vergleichen ist und Wackerneil, Zs. f. d. phil. XI, 65. — der zweite 
teil soll den Wiener aufenthalt Walthers 'in frage stellen', den man allge- 
mein 1217—1220, Menzel 1207—1209 annimmt. — es bleibt abzuwarten, 
wie weit solche einzeldatirungen im zusammenhange mit den übrigen liedem 
und dem ganzen leben Walthers stich halten werden, bemerkenswert bleibt 
noch, dass dem verf. nach seiner eigenen angäbe, Zingerles reiserechnungen 
nicht zur Verfügung standen. 

477. Zamcke, Zur Waltherfrage. berichte über die Verhandlungen 
der kgl. sächs. gesellsch. der Wissenschaften zu Leipzig. philoL-hist. classe. 
1878. I abteilung I. II. Leipzig, Hirzel 1879. s. 32—40. 

^ im anschluss an seine recension von Zingerle, reiserechnungen (Lit. 
cbl. 1877, 654 f.) und gegen die anzeige von Winkelmann in Germania 

23, 236 f. entscheidet sich Zamcke dafür, dass die reise des bischof 
Wolfger, auf welcher er dem Walther von der Vogelweide geld zu einem 
rock schenkte, im winter 1203—04 statt fand. Walther soll die fünf 
solidi am 12 november 1203 empfangen haben. 

478. Anton Nagele, Walther und Wolfger von Passau. Germania, 

24, 392—399. 

Verfasser bestreitet hier noch einmal die Zingerle-Zamckesche datirung 
der reiserechnungen (1203) und hält an Winkelmanns bestimmung fest 
(1199)— jetzt mit bezug auf die ihm unterdes zugänglich gewordene ausgäbe 
der reiserechnungen. unter den beweisgründen findet sich der satz: *der 
name Winkelmann bürgt hinreichend dafür, dass die gründe nicht leicht- 
sinnig beigebracht, sondern wol erwogen waren' — als ob die gründe der 
gegner dies nicht wären. 

gegen Nagele wendet sich Wackemell Z. f. d. ph. XI, 62 f. 

479. Falch, Hat Walther von der Vogelweide einen kreuzzug mit- 
gemacht oder nicht? bll. f. d. bair. gymn. u. realschulwesen 15,251— 256. 

vf. verneint diese frage, indem er mit Lachmann auf den durchaus 
kühlen ton der kreuzlieder Walthers hinweist: als augenzeuge könnte 



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112 Mittelhochdeutsch. 

der dichter nicht so gesprochen haben, endlich vergleicht Falch auch 
Walthers krenzlieder mit denen anderer, and auch daraus folgt, dass er 
die gefühle nur imaginirte. — 

480. Eduard Winkelmann, Philipp von Schwaben und Otto IV 
von Braunschweig, zweiter band, kaiser Otto IV von Braunschweig 
1208—1218. Leipzig, Duncker und Humblot. 1878. Xn, 563 s. 8. 

von den Sprüchen Walthers werden für die Zeitgeschichte heran- 
gezogen und datirt: (s. 205) Walth. 12, 6 Äer Ämer, ich hin franebote, 
12,18 her heiser, swenne ir Tiuschen fride, beide 1209. — (s. 296 f.) 
25,11 künc Constanün der gap so vü. 10,25 solt ich den pf äffen raten 
an den triuven min. 11,18 dö gotes sun hien erde gie, lO,dS min alter 
Jddsenceref von dem ich so sanc, 12,30 got git ze künege swen er tau. 
11,6 her bähest, ich mac wol genesen, 11,30 her heiser, stt ir willekomen, 
sämmtlich 1212. — (s. 337) 31,13 ich hän gemerket von der Seine unz 
an die Mvxyre, 1213. -— (s. 397) 31,4 oM wie kristenliche nü der habest 
lachet. 34,14 sagt an, her Stoc, hat iuch der habest her gesendet, 1214. 
28,1 von Borne vogt, von Piäle künec, lat iiich erbarmen. 26,23 ich hän 
hem Otten triuwe, er welle mich noch riehen. 26,33 ich wolt hern Otten 
milte nach der lenge mezzen, 1214 — 15. — (s. 444) 105,13 nü sol der 
keiser here, 1212. 

481. G. Böse, Walthers von der Vogelweide patriotische dichtungen 
an den faden der geschichte seiner tage gereiht. 2. aufläge. Oldenburg, 
Bultmann u. Gerriets. 115 s. 8. 2 m. * 

482. Paul Wigand, Der stil Walthers von der Vogelweide. 
Marburg, Elwert VfU, 75 s. 8. (a. u. d. t.: Zur Charakteristik des 
Stiles Walthers von der Vogelweide. Marburger dissertation) 

in der art, wie dies für andere dichter widerholt geschehen ist, (bei 
Wolfram z. b. von Jänicke Kinzel Bötticher u. anderen) stellt Verfasser 
gewisse redewendungen, formelhafte ausdrücke u. dgl. zusanmien. — die 
arbeit zerfällt in zwei hauptteile: A. Walthers Sinnlichkeit in der wähl 
der Worte. B. lebendigkeit in der anordnung und Verbindung der werte, 
das resultat (s. 75) ist, dass von einer manier bei Walther 'durchaus 
nicht geredet werden kann, dass seine spräche aber ausgezeichnet ist 
durch die große Sinnlichkeit und lebendigkeit der worte* usf. — 

der Verfasser arbeitete mit fleiß, doch gibt er nicht immer richtiges, 
er verwendet zu einer darstellung von Walthers stil gedichte, die höchst 
wahrscheinlich unecht (122,24) und auch solche, die gewiss nicht echt 
sind (108,6; 119,11 u. a). die epitheta gruppirt er in stehende und 
momentane, hält aber in der Ordnung der beispiele die vorgesetzte ein- 
teilung selbst nicht ein. nr. 6 u. 8 'Wortspiel* u. 'hyperbeF stehen nicht 
am richtigen platze, dass Walther mit 15,4.5 habe Palästina umschreiben 
wollen, ist sehr unwahrscheinlich; dass er mit 31, 13—14 Deutschland 



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Hittelbochdeutsdi. 113 

umschneben, ist gewiss unrichtig, die teUung zwisehen vergleich und 
gleichnis ist nicht durchweg correct. in einer spedalarbeit hätte man 
Vollständigkeit wol erwarten dürfen, aber diese ist nicht erreicht, eine 
höhere kritik von Walthers stil ist gar nicht versucht, nur material dazu 
ist zusanunei^etragen. 

483. A. Lange, Un trouv^re aUemand. 6tude sur Walther von 
der Yogelweide. Paris, Sandoz et Fischbacher. 396 s. 8. 

das buch, dessen Verfasser einen deutschen namen trägt und sich 
professeur au coll^e Bollin nennt, gehört zu den französischen erzeug- 
nissen, welche auf wissenschaftlichen wert keinen ansprnch machen können, 
in der absieht, den Franzosen eine Vorstellung von einem groBen dichter 
des deutschen mittelalters zu geben, wird eine menge halbverstandenes 
und selbsterfundenes zusammengetragen, wimmelnd von verkehrten Vor- 
stellungen, wimmelnd auch von gradezu falschem, das buch stützt sich 
wesentlich auf die wie bekannt falschen anschauungen Wackemagels, afirz. 
lieder und leiche, und auf Pfeiffers ausgäbe des Walther. von den wichti- 
geren Schriften über Walther kennt Verfasser nur den geringsten teil, so 
citirt er die ausgäbe von Wilmanns sehr selten; gar nicht kennt er die für 
des dichters leben so wichtigen reiserechnungen, die er s. 127 f. und be- 
sonders s. 150 hätte erwähnen müssen, dagegen nennt er mit besonderer 
Vorliebe Zeitungsartikel und obscure französische arbeiten, denen er (s. 30) 
einen übermäßigen wert beilegt, die namen von Deutschen, die über den 
gegenständ geschrieben haben, werden, wie in Frankreich üblich ist, 
meistens falsch geschrieben, so besonders s. 29 Fedor Beck, M. Wilmann 
u. a. tatsächlich falsches häuft sich, nur weniges möge zur Charakteristik 
angeführt werden: die Pariser liederhandschrift (s. 19) hat die Manesse 
zum Verfasser, s. 185, anm. 2 soll Walther einen gedanken aus Eonrad 
von Würzburg, der weit lohn, entlehnt haben, s. 336 f. wird eine haar- 
sträubende formlehre des mittelhochdeutschen für die französischen leser 
vorgetragen, da soll ein mhd. verbum legen ahd. lesjan und got. lasjan 
sein, vor der endung des Präteritums der schwachen verba hat das mhd. 
ein 'e euphonique', welches auch sonst in conjugation und declination häufig 
spukt, s. 338 steht wörtlich: pour ^ter les consonnes nasales k la fin 
des mots, Walther y ajoute fr6quemment e: mime (abvrßviation [so] pour 
mineme, au mien). — 

von der lecture des buches wird ein deutsdier leser noch abgeschreckt 
durch das paradiren des französischen Patriotismus s. 53, und die aus- 
fälle gegen Deutschland: vf. hofft, dass der krieg von 1866 nicht der letzte 
bruderkrieg der Deutschen ist (s. 82). endlich hat herr Lange auch 
noch einen ganz besonderen hass gegen Uhland, den er (s. 68. 70), als 
einen groBen Franzosenhasser hinstellt, der sich Walthers objectivität zum 
Vorbild nehmen sollte. — ang. L'Atbenaeum Beige 1879, s. 146 f. von 

Jahresbericht för Germanische Philologie. I. (1879). 8 



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114 Mittelhochdeutsch. 

J. Stecher, der Langes arbeit bewundert, hier wird auch eine anzeige 
im Temps 31. mai erwähnt. 

484. Zingerle, Reiserechnungen Wolfgers von Ellenbrechtskirchen. 
ang. revue critique nr. 32. 

J. Franck, Weib und frau. z. f. d. a. XXm. 85 f. s. kultur- 
geschichte nr. 197. 

485. A. Grimjn, Über die politische dichtung Walthers von der 
Vogelweide, progr. 1876. 

ang. revue critique 1879 nr. 34, 155 f. (A. F6camp). 

486. Reinhold Bechstein, Ausgewählte gedichte Walthers von 
der Vogelweide und seiner schüler. Schulausgabe mit einleitung, anmer- 
kungen und Wörterbuch, a. u. d. t.: Schulausgaben deutscher classiker 
mit anmerkungen. Stuttgart, J. G. Cotta 1879. XTV, 134 s. 12. 1, 10 m. 

die einleitung gibt kurz den plan und Inhalt des buches sowie einen 
sehr kurzen abriss von Walthers leben mit den bekannten tatsachen. 
der text der gedichte Walthers gründet sich hauptsächlich auf Bartschs 
Schulausgabe, doch sind vor jedem gedieht die steUen in den gebräuch- 
lichen ausgaben angegeben. — von *Walthers schülem' werden s. 63— -77 
gedichte mitgeteilt, nämlich von Ulrich von Singenberg, Leutold von Seven, 
Rubin, Walther von Metz, Rudolf dem Schreiber, Reinmar von Zweter, 
bruder Wemher, Mamer, Reinmar [Reinmann] von Brennenberg, Sigeher, 
Meißner, s. g. Seifrid Helbling. — die anmerkungen s. 78 — 101 sind (vorr. 
s. Vn) 'mehr fttr die lehrer als für die schüler bestimmt', s. 97 f. enthält 
biographien der genannten schüler Walthers. s. 102 f. ist ein Wörterbuch. 

Margaretenlegende. 487. K. Bartsch, Margaretenlegende des XII. 
Jahrhunderts. Germania 24, 294 — 297. 

in der Berliner hs. von Enenkels weltchronik, papier, 15. jahrb. (cod. 
germ. fol. 927) steht der anfang (34 zeilen) einer unbekannten Margareten- 
dichtung. Bartsch gibt einen 'kritisch bereinigten' abdruck und an- 
merkungen dazu, als beispiel des textes diene v. 20 das nirgend belegte 
andereswar, conjicirt aus and'e war, 

Meistergesang. 488. Reinhold Köhler, Über ein meisterlied von 
dem roten kaiser. Germania 24, 13—15. 

ein inGermania23,51 mitgeteiltes lied erzählt, dass ein kaiser vompapste 
den beiden verraten und von diesen gefangen sei. nach seiner freüassung 
bekriegte er den papst. das lied ist unvollständig (doch bemerkt Bartsch 
Germania 24, 13 dass es mit etwas anderem anfange auch vollständig 
existire). Köhler sieht hierin eine Variante einer sage von kaiser Friedrich 
Barbarossa und papst Alexander lU, der er in mehren deutschen und 
italienischen fassungen begegnet ist. er teilt näheres darüber mit. 



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Mittelhochdeutsch. 115 

Nibelungen. 489. Der Nibelnnge not und die klage nach der ältesten 
Überlieferung mit bezeichnung des unechten und mit den abweichungen 
der gemeinen lesart herausgegeben von Karl Lachmann. 5. ausgäbe. 
Berlin, Reimer. 1878. XII u. 370 s. gr. 8. 

490. Das Nibelungenlied Herausgegeben von Karl Bartsch, fünfte 
aufläge, (a. u. d. t.: deutsche classiker des mittelalters band 3). Leipzig, 
Brockhaus. XXVI, 420 s. 8. 

nach s. XXIV ist die fünfte aufläge ein unveränderter abdruck der 
vierten. 

491. Das Nibelungenlied übersetzt von L. Freytag. Berlin, 
Friedberg u. Mode. XLVHI, 282 s. 8. 4 m. 

das buch enthält dreierlei: 1. einleitung, 2. die Übersetzung. 3. com- 
mentar. die einleitung gibt unter I die gesch^chte des Völsungengeschlechtes 
nach der gleichnamigen saga, unter II allgemein gehaltene ausführungen 
zum mythus und zu den mit ihm combinirten geschichtlichen facten. über 
die Übersetzung vermochte schon unsere bibl. 1878 nr. 468 aus einer probe 
zu urteilen, es werden nur die von jLachmann als echt anerkannten 
Strophen geboten, so dass es endlich möglich ist auch in einer Übersetzung 
das epos von allem störenden beiwerk frei zu lesen, der commentar dient 
zur erläuterung grammatischer, geographischer, cultur- und sagengeschicht- 
licher fragen. 

492. Les Nibelungen, poöme traduit de Fallemand par E. de La- 
veleye. nouvelle Edition. Paris, C. Marpon et E. Flammarion. 354 s. 12. 

eine prosaübersetzüng der Nibelunge not, welche sich bestrebt wörtlich 
zu sein und die namen in der Orthographie des Originals widergibt. 

493. H. Paul, Nibelungenfrage und philologische methode. Paul 
u. Braune beitr. V, 428—447. 

Worte der abwehr gegen Hennings anzeige der abhandlung *zur 
Nibelungenfrage.' anz. IV, 46. 

494. Hermann Fischer, Zur kritik der Nibelungen. Germania 
XXIV, 201—243 und 313—351. auch als separat-abdruck. 

eine *genau aufinerkende kritik' von W. Wilmanns, beitrage zur er- 
klärung und geschichte des Nibelungenliedes, Halle 1877. 

495. V. Muth, Über eine schichte älterer im epos nachweisbarer 
Nibelungenlieder, mit einem excurse über die innere geschichte des XTV. 
liedes und einem anhange über das Linzer bruchstück. Wien, Gerold. 
1878. 42 s. 8. 

aus dem februarheft des jahrg. 1878 der Sitzungsberichte der phil.- 
bist, classe der kaiserl. academie der Wissenschaften, bd. LXXXIX. s. 633 
besonders abgedruckt, vgl. über den Inhalt bibl. 1878, nr. 461 und die 
dort angeführte, im allgemeinen abweisende anzeige in der zs. f. d. gymnw. 
XXXIII, 243—247. 

8* 



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116 Mittelhochdeatsch. 

496. B. Sijmons, Naschrift op deel I. bldz. 309 vlg. Taalkimdige 
Bijdragen tweede deel, s. 113—115. 

gegen B. y. Muths Einleitung in das Nibelungenlied s. 292 macht 
verf. geltend, dass der dichter des Biterolf die Nibelnngendichtong in 
ihrer ans erhaltenen form und nicht, wie y. Math will, nur einige lieder 
derselben gekannt hat. yerf. beraft sich dabei auf seine ausfohrongen in 
dem obengenannten ao&atz, welchen y. Math noch nicht kannte, dass der 
dichter des Biterolf Volker nicht nennt erklärt yerf. allerdings fttr auf- 
fällig, aber er meint, auch dafür gebe es einen grund. die erklärung des- 
selben spart er sich für eine andere zeit auf. — eine nachschrift dazu in 
demselben hefte s. 209. 

497. Hermann Wentzlau, Über den gang und jetzigen stand der 
frage nach der entstehungszeit und nach einem dichter des Nibelungen- 
liedes, progr. der realschule I. Ordnung in Magdeburg, [pr. no. 223.] 
28 s. 4. 

eine einleitung in die Nibelungen in nuce yom standpuncte Pfeiffer- 
Bartsch, der yerf. glaubt fest an die autorschafb des Eümberger u. meint 
der beweis, dass die Nibelungenstrophe die erfindung eines dichters, sei 
geführt. 

498. Groth, Vergleich, metapher, allegorie und ironie in dem Ni- 
belungenlied und der Eudrun. progr. des kaiserin-Augusta-gynmasiums zu 
Charlottenburg. [pr. nr. 61]. Charlottenburg. 19. s. 4. 

Zusammenstellung der yergleiche u. s. w. in beiden yolksepen mit 
gelegentlichen hinweisen auf Homer. 

499. The Lay of the Nibelungen in: The Classic Poets. Their 
liyes and their times with the epics epitomised by W. T. Dobson. 
London; Smith, Eider & Co. 8. IX, 452 p. — s. 56—94. 

das werk besteht aus abhandlungen über die Hias, die Nibelungen, 
den Cid, über die großen epen des Dante, Ariost, Camoens, Tasso, Spenser 
und Milton. — der 'The Lay of the Nibelungen' überschriebene abschnitt 
enthält nach wenigen einleitenden notizen über die entstehung des ge- 
dichtes (a coUection of old ballads and romantic legends, gems of their 
kind, strung together by some troubadour of the twelfth Century) eine 
ausfuhrliche analyse, die sich oft der Strophen des liedes selbst bedient. 

MüUenhoff, Die alte dichtung yon den Nibelungen, zs. f. d. a. 
XXTTT, 113 f. — s. mythologie u. sagen no. 258. 

A. Raszmann, Gunnar. — s. mythologie u. sagen no. 259. 

H. Brandes, Gundahari. — s. mythologie u. sagen no. 260. 

Ernst Snell, Vorwort z. einem kritischen yersuch über die mythischen 
grundbestandteile der Nibelungensage. — s. mythologie u. sagen no. 261. 

Bichard yon Math, Untersuchungen und ezcurse etc. — s. mythologie 
und sagen no. 262. 



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MitteUioehdeutsch. 117 

Niclas von Wyle. 500. Joh. Müller, Zur biographie Niclasens von 
Wyle, anz. f. knnde d. deutschen vorzeit 1879 nr. 1. 

documente zu seinem leben, aufbewahrt in Stuttgart, und versuch 
einer datirung derselben. 

(hrendel. 501. Heinrich Harkensee, Untersuchungen über das 
spiehnannsgedicht Orendel. inaug, diss. Kiel. 79 s. 4. 2m. 

I. das Verhältnis der recensionen. es wird im einzelnen nachge- 
wiesen, dass und wie die Straßb. hs. (H ed. Hagen) das ältere ge- 
dieht (D Augsburger druck) umarbeitete*), nnd wo H gegen D das echte 
bewahrt, das letztere ist selten, dann wird H mit D verglichen an stellen, 
Vo das streben nach reimgenauigkeit ein Verderbnis nicht veranlasste' 
s. 11, und zuletzt wird von den plusversen und der länge der verse gehandelt, 
für H wird das bestreben der kürzung, für D Verlängerung durch ffick- 
wörter angenommen, an Übersichtlichkeit lässt die Untersuchung zu 
wünschen. 

8. 17. als H u. D gemeinsame quelle wird eine Überarbeitung des 
Originals angenommen, deren 'streben nach regelrechtem versbau u. reim 
sie ins 13 jh.' weisen soll, zum Schlüsse wird die prosaauflösung, von 
Hagen wenig benutzt, verglichen s. 20—28 u. gezeigt, dass P nicht auf 
H faßt, sondern *eine stufe über HD zu setzen', also für den text von 
gewicht ist. 

n. die strophische form s. 30—58. Hark, untersucht die stellen mit 
dreifachem reime, die sog. Moroltstrophen, waisen vor u. nach dem 
schlussreimpare. aUe diese formen auf die Moroltstr. zurückzuführen 
scheint ihm bedenklich, dagegen sprechen auch die siebenzeiligen. in 
den langzeilen findet er die erklärung. er führt diese s. 44 — 48 an u. 
unterwirft auch die andern längeren verse der prüfung. im allgemeinen 
schließt er sich der beurteilung Simrocks an: Übergang der Spielmanns- 
dichtung aus langzeilen in die reimpare. 

HI. zeit und heimat des gedichtes. die reime weisen den Or. ins 
12. Jh., er ist jünger als der Rother* in den *hist. beziehungen* wendet 
sich der verf. gegen Meyer z. f. d. a XH. er setzt den Or. vor 1187 
u. nach 1147. s. 68—78 handeln von dem dialect des gedichtes, das 
nach Trier gehört. 

Rosengarten. 502. Bruno Philipp, Zum Bosengarten. vier kleine 
aufsätze mit einem textabdrucke nach dem Berliner Ms. Germ, quart 744 
und dem Münchener Cod. Germ. 429. Halle, Niemeyer LXXT, 85 s. 8. 

die abhandlung beschäftigt sich mit den bisherigen Schriften über den 
Rosengarten und den redactionen des gedichtes, wobei vf. folgende unter- 

was soll die anmerkung s. 4 ^um ganz objectiv zu verfidiren, gebe ich 
den text frei von den dialectischen eigentümlichkeiten des gedichts'? 



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118 MittelhochdeutsclL 

Scheidungen macht: 1. Rosengarten I, die heransfordening des herren 
Dieterich. 2. Kg. II, die herausforderung des königs Etzel. 3. gemischter 
text. 4. Bg. ni, die redaction im höfischen tone, von diesen redactionen 
wird § 11 f. die üherlieferung I genauer heschriehen. § 18 f. behandelt 
zeit nnd ort der entstehnng in hinsieht auf die spräche, auf äußere Zeug- 
nisse und das Verhältnis zum Laurin und Biterolf. vf. ^ill hier wie auch 
sonst in der ganzen abhandlung weniger zu positiven resultaten kommen 
als das vorhandene material vorsichtig abwägen und übereilte Schlüsse oder 
festsetzungen entkräften, in der zeit folgt vf. im allgemeinen Jänicke, der 
etwa 1230 annahm. — den hauptteil des buches bildet der diplomatische 
abdruck des Rosengarten I nach den im titel bezeichneten handschriften, 
und eine collationstabelle, s. 69 f. 

Rothe. 503. Reinhold Bechstein, Zur neueren literatur über 
Johannes Rothe. zs. des Vereins f. thüringische geschichte und altertums- 
kunde IX, 259—267. 

zieht im wesentlichen die resultate dessen, was Fedor Bech in mehren 
abhandlungen über diesen thüringischen Chronisten aus dem anfange des 
15. Jahrhunderts mitgeteilt hat. 

Rudolf V. Ems. 504. Fragmente aus der Weltchronik des Rudolf 
von Ems. z. f. d. a. XXTTT 383—398. 

I von Karl Stejskal werden Znaimer fragmente aus seinem besitze 
mitgeteilt und darunter die Varianten von fünf andern handschriften an- 
gegeben, die bruchstücke sind von einbänden abgelöst und gehören dem 
14/15 Jahrhundert an. 

n von 0. Zingerle s. 394 fl. wird ein doppelblatt aus dem stifte 
Stams abgedruckt, das sich an die im ersten hefte der findlinge 
(sitz. b. d. Wiener akad.) anschließt, es sind acht mal 35 verszeilen. 

505. K, Bartsch, Die beiden literarhistorischen stellen bei 
Rudolf von Ems. Germania 24, 1—9. 

ein angriff auf die ausführungen von J. Schmidt in Paul - Braune 
beitr, 3,140 f. Bartsch bestreitet, dass die dem Türheimer gegenüber- 
gestellten dichter von Rudolf von Ems als schon gestorben bezeichnet 
werden; sie brauchen nur literarisch tot zu sein, die Urkunde femer, auf 
welche sich Schmidt (s. 162) stützt um Gotfrid von Hohenlohe vor 1219 
zu setzen, erklärt Bartsch für unecht; die conjectur Alsolon (s. 152) ver- 
wirft er als ganz unhaltbar und conjicirt sin üebete aus sin hebeie, so- 
dass ^seinen verstand, geist zeigte' zu erklären ist. 

Salomo und Morolf. Hans Hildebrand, Nyfunna medeltids mälningar. 
B. kulturgeschichte nr. 207. 

SecoBdns. 506. K. Hofmann, Hibenthene. z. f. d. a. XXTTT, 208. 

das wort Secundus 112 (z. f. d. a. 22, 391) wird aus Aiu äbundu 
erklärt. 



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Mittelhochdeutsch. 119 

Der söe cranz. 507. G. Milchsack, Der sele cranz. P. B. heitr. 
548—569. 

das bei Schade (geistl. ged. vom Niederrhein s. 229 %.) nach einem 
Kölner drack veröffentlichte gedieht von 342 zeilen ist hier mit benutzung 
einer Leipziger und Heidelberger hs. kritisch herausgegeben mit dem 
apparate unter dem text (s. 548 — 63). als Verfasser gilt ein mitteldeutscher, 
dessen dialect dem der Leipz. hs. nahe steht, über das Verhältnis der 
hss. u. die art ihrer benutzang wird s. 565 flg. auskunft gegeben, zum 
schluss wird^ auf Einklänge an andre ältere gedichte hingewiesen. 

Stricker. 508. Die streiche des pfaffen Ameis. aus dem mittel- 
hochdeutschen übersetzt von Karl Pannier. 2. aufl. 79 s. 16. a. u. d. t.: 
Universalbibliothek nr. 658. Leipzig, Ph. Reclam jun. 1878. 

Titnrel. 509. Zarncke, Der graltempel, Vorstudie zu einer ausgäbe 
des jtlngeren Titurel. abhandlungen der kgl. sächs. academie d. yr. phil.- 
hist. cl. bd. VII, 1879. p. 373—553. (Leipzig, Hirzel 1876. 181 s. gr. 8). 

die abhandlung hat den zweck, das Verhältnis der außerordentlich 
zahlreichen hss. des jüngeren Titurel in den auf den graltempel bezüglichen 
stellen klarzulegen und danach einen text dieser stellen mit anfiihrung 
sämmtlicher abweichender lesarten zu geben, diese stellen sind in der 
ausgäbe Hahns, welcher 1842 die Heidelberger pergamenthss. abdruckte, 
str. 311—415, die beschreibung des graltempels; ein Marienlob bei Hahn 
von 415 an, und die allegor. -myst. auslegung des tempels durch Titurel 
Hahn 492. 493 u. 504—559. Z. fasst die vorhandenen, zum teil schon von 
Grimm u. Bartsch publicirten und von jedem verschieden benannten 16 hss. 
in 2 gruppen zusammen, die er mit I u II bezeichnet, und stellt diesen 
gruppen parallel die Heidelberger papierhs. nr. 141, die er H nennt. 

die wichtigste hs. von I ist die Wiener pergamenths. nr. 2675 aus 
dem 13/14. jh. (A* bei Z, J bei Grimm, c bei Bartsch), zu H gehört 
der druck vom jähre 1477 (E* bei Zarncke, A bei Grimm, b bei Bartsch) 
imd als die älteste vollständige die Berliner pergamenths. (nr. 29) aus dem 
14. jh. (B* bei Z. H bei Gr. d bei B.), aus der betrachtung der strophen- 
folge und der lesarten ergibt sich dem vf. folgendes resultat: H und H 
stammen aus einer gemeinsamen vorläge; diese und I aber aus dem ver- 
lornen original, nachdem dann das Verhältnis der einzelnen hss. in ihren 
gruppen untersucht ist, folgen 2 excurse über die capiteleinteilung des 
gedichtes, und über das Verhältnis der Wolframschen bruchstücke zu den 
hss. des jüngeren Titurel. 

die capitel-einteilung mit Überschriften ist in gruppe I nicht durch- 
geführt und ungleichmäßig, in H u. H dagegen feststehend, zum teil ge- 
reimt, die vergleichung der Wolf ramschen bruchstücke bestätigt im wesent- 
lichen das schon oben festgestellte hss. — Verhältnis und sichert — was auch 
schon oben hervortrat — H eine hervorragende glaubwürdigkeit zu. — es 



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120 IGttelboehdeutBch. 

folgt schliefilich der text der oben bezeichneten stellen mit yoltetfiadigem 
yariantenapparat und anmerkongen, in denen E. Droysen n. Boisser^e z. t. 
berichtigt werden. 

510. Leipziger Titurelbmchstflcke von G. Milchsack. Germania 24, 
175—199. 

fianf doppelblätter in klein folio, pergament des 14. Jahrhunderts, tber 
welche schon im Serapeom 1867, 193 f. mitteilong gemacht ist, enthalten 
bmchst&cke des jüngeren Titorel. sie waren als nmschläge für stadt- 
rechnnngmi benutzt und befinden sich jetzt auf der Leipziger Stadtbibliothek, 
sie werden diplomatisch abgedruckt und beschrieben. 

Veterbveh. 511. C. G. Franke, Das Yeterbftch. ein beitrag zur 
kenntnis mitteldeutscher literatur und mundart. Leipziger diss. Paderborn, 
Schöninghsche druckerei. 48 s. 8. 

cap. I verzeichnet die literatur u. weist auf zwei neue fragm. des 
Werkes hin. U die quelle des veterbüchs und ihre benutzung. als solche 
werden im einzelnen die von Hieronymus aus dem griech. übersetzten 
vitae patrum nachgewiesen u. die art der freien u. poetischen bearbeitung 
gezeigt, cap. UI die Überlieferung des veterbüchs behandelt s. 17—48 in 
drei §§ die art der Überlieferung des Werkes, die einzelnen hss. u. ihr 
Verhältnis, von allen sieben md. hss. wird einzeln alter und Schreibweise, 
mundart, d. h. eine genaue lautlehre, und kritischer wert dargelegt. 

Volmar. 512. Das Steinbuch von Volmar hersg. von Hans Lambel 
Heilbronn, Henninger 1877. 

Martin, Anz. Y, 224—25. die kurze besprechung nimmt besonders 
rücksicht auf die bearbeitung im Erfarter druck von 1498. reim und 
Versmaß weisen sie ins 15. jh., wie aus gleichzeitigen gedichten bewiesen 
wird. 

Unser fronwM klage. 513. Unser frouwen klage von G. Milchsack. 
PBr. beitr. V 193—357. Halle Niemeyer. 1878. 

eine kritische ausgäbe des gedichtes von 1657 Zeilen, von dem eine 
hs. bei Mone Schauspiele des MA unter dem titel der spiegel^ gedruckt 
war. unter dem texte befinden sich der apparat, die abweichungen der 
beiden receösionen und die entsprechenden werte der lat. quelle (s. 193—281). 
daran schließt sich eine umfangreiche Untersuchung der 'Überlieferung', 
über <üe handschriften, die lateinische quelle, die lesarten und den 
dichter. 

die ausgäbe des gedichtes war ursprünglich von Schönbach beabsichtigt 
und schon widerholt angekündigt, dennoch hott der herausgeber, 'dass 
Schönbach die gegenwärtige ausgäbe nicht als einen einbruch in seine 
rechte betrachten >rerde'. den titel hat M. geändert, weil er unpassend 
ist und weil die stelle, in welcher sich das ged. selbst Spiegel nennt, ein 
späterer zusatz ist. 



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Mittelhochdeutsch. 121 

M. kennt 15 hss. des gedichtes nnd hat 12 benutzt, welche sich in 
zwei gruppen scheiden; sie werden s. 283—91 beschrieben, als Verfasser 
der lateinischen qnelle wird im gedieht ein cappelän Lucas genannt, dies 
kann weder der evangelist noch der sonst in der lat. lit. gesch. -bekannte 
schriftsteiler sein. M. hält die stelle welche sich nur in hs A findet fttr 
unecht und weist als quelle nach die interrogatio sancti Anshelnd de 
paßsione domini (ed. 0. Schade Halle 1870 cf. Germ 17, 231—35). die 
abweichung beider erklärt er aus ihrer verschiedenen tendenz: der deutsche 
dichter stellte den Planctus Mariae in den Vordergrund, aus dem ver- 
gleich beider hss. - gruppen nüt der vorläge ergibt sich, dass beide Über- 
arbeitungen sind, doch weicht I weniger vom originale ab als II. daraus 
folgt, welcher text zu gründe zu legen ^ar. M. hat 'den text von I als 
haupttext behandelt und die davon abweichenden stellen in n in ge- 
besserter gestalt unter denselben gesetzt', darunter stehen die lesarten 
von I und unter diesen die von n. eine gemeine lesart herzustellen hat 
M. nicht versucht, 'es bedarf dazu\ wie er sagt, 'einer solchen kenntnis 
u. bewundernswürdigen gewandtheit in der handhabung des mhd. wie sie 
Bartsch eignet'. 

s. 313—48 wird gehandelt über die Stellung von I u. 11 zum original, 
über die lesarten beider recensionen u. über die 'kreuzungen*, d. h. les- 
arten die 'durch berührung einzelner verschiedenen handschriftenfamilien 
angehörender hss.' erklärt werden, das schema der abhängigkeit wird 
334 gegeben. 

der dichter scheint ein geistlicher zu sein, das ged. in die 2. hälfte 
des 13. jh. zu gehören, die reime sprechen vielleicht für Alemannien. 
Hartmann u. Wolfram waren dem Verfasser bekannt. 

bruder Wernher; 514. F. Liebrecht, £ine mhd. fabel. in Liebrecht, 
Zur Volkskunde, (mythologie und sagen no. 289.) s. 122—123. 

zu der von bruder Wernher behandelten fabel vom äffen und der 
schorpen (MSH ni, 16. no. 26) werden parallelen aus dem Pantschatantra 
und aus Schie&ers ausführlichem bericht über baron P. von Uslars Eüri- 
nifichen Studien mitgeteilt. 

Wernher der gartennre. 515. A. Budloff , Untersuchungen zu Meier 
Helmbrecht von Wernher dem garteneere. Rostocker dissertation. 1878. 
71 s. 8. 

abschnitt l (s. 5 — 24) charakterisirt das Verhältnis des Meier Helm- 
brecht zur höfischen dorfpoesie* und findet starke berührungen mit 
Neidhart, der H abschnitt (s. 24 f.), Wernher der gartenaere und die 
höfischen didaktiker, soll in der denkrichtung Wernhers ähnlichkelt mit 
der didaktik des sogenannten SeiMed Helbling nachweisen, auch dieser 
handle in der weise Wernhers von den bauem und dem adel sowie von 



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122 Mittelhochdeutsch« 

der allgemeinen sittönverderbnis. ans diesen nnd andern gründen -wird 
im dritten abschnitt (s. 47—71) gefolgert, dass der dichter in Österreich 
lebte (s. 69 f.); die gründe, welche Keinz in der einleitnng zu seiner aus- 
gäbe dagegen beigebracht hat, hält vf. nicht für zwingend und sucht sie 
im einzelnen zu widerlegen, der übrige teil des dritten abschnittes handelt 
von der abfassungszeit, für die vf. nichts genaueres als 1234—1291 sicher 
annehmen wül, sowie von der person des dichters^ den Rudloff mit C. 
Schröder gegen Keinz für einen fahrenden hält, ohne aber C. Schröders 
identificirung mit bmder Wemher für ganz sicher zu halten, doch hält er 
sie für möglich und die gegengründe R. Schröders für unerheblich. — 
vgl. die notiz im anz. f. d. a. V, 429. 

516. Meier Helmbrecht von Wernher dem gärtner. die älteste 
deutsche dorfgeschichte. aus dem mittelhochdeutschen mit einleitung und 
erläuterung von Max Oberbreyer. (universal -bibliothek no. 1188) 
Leipzig, ßeclam jun. 71 s. 16. 0, 20 m. 

Wigamnr. 517. R. M. Werner, Fragmente einer pergamenths. des 
Wigamur. z. f. d. a. XXTTT, 100—111. 

zwei doppelblätter und zwei streifen von einem buchdeckel abgelöst 
enthalten die verse 4744—5658 des Wigamur ausgen. 5160—5409. die 
hs. gehört dem 14. jh. an. zum teil wird der text, zum teil nur eine coUa- 
tion gedruckt, bemerkungen sind vorausgeschickt, welche eine monographie 
über Wigamur von Ehull in Graz und die Veröffentlichung der Münchener 
fragmente ankündigen. 

518. G. Sarrazin, Wigamur. eine literarhistorische Unter- 
suchung. Berliner diss. (Q. F. XXXV.) Straßburg, Trübner 1879, 33 s. 
8. 1 m. 

im ersten teile sucht der Verf. nachzuweisen, dass der dichter ein 
spielmann war, auf dessen stil die höfische poesie im ganzen wenig em- 
gewirkt hat. das verfahren ist in sofern aufföJlig, als er zuerst s. 3 — 12 
(nachdem er kurz über die hs. nach dem abdruck Hagens in d. ged. des 
mittelalters gehandelt) über die berührungen des Wigamur mit höf. ge- 
dichten: Lanzelet, Parzival, Iwein, Tristan u. Wigalois handelt, welche 
meist als entlehnungen bezeichnet werden, es heiJßt sogar s* 11; 'die 
abhängigkeit von den Artusromanen zeigt sich auch in den entlehnton 
eigennamen Artus Caridöl Gabän etc.' erst dann folgt der nachweis, 
dass 'in stil u. darstellung die abhängigkeit vom volksepos und der Spiel- 
mannsdichtung viel größer sei', während man den umgekehrten weg er- 
wartet hätte, die Zusammenstellungen s. 12 fl. sind wertvoll, die ab- 
fassung wird nicht näher als zw. 1210-50 bestimmt, von s. 18—22 
wird über den bair. dialect des gedichts, weiter über den stil gehandelt 
und eine characteristik des dichters gegeben, zum schluss wird die in 



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Mittelhochdeutsch. 123 

dem Wigam. mit einem gedichte Suchenmrts stimmende stelle 4905 flg. 
ffir eine Interpolation des späten Schreibers der hs. erklärt. — es wäre 
wünschenswert gewesen, das Verzeichnis der ungenauen reime vollständig 
zu geben, das verzeichnete mochte für diesen zweck genügen, für jeden 
weiteren ist es unbrauchbar, weder sind die belege vollständig, noch 
die ungenauigkeiten, ohne dass dies angemerkt wird. 

es fehlt z. b. Wigamur.vür 765. 785. 2855, 2882 etc. güete:mmU 
2300 (ffuote: gemüete ohne zahl 934), $ten:jehen 2791, bort.geworht 
2112 u. manches andre, dieser tadcl der unvollständigkeit geht auch 
überall aus den nachtragen hervor, welche Ferdinand KhuU in seiner 
recension Anz. V, 358—63 beibringt. 

Wimt von Gravenberg. 519. A. Mebes, Über den Wigalois von Wrrnt 
von Gravenberg und seine altfranzösische quelle, programm der städtischen 
realschule zu Neumünster 1879. 20 s. 4. 

nach Pfeiffer war Wimts quelle nnr die erzählung seines knappen. 
Martin hat in einer note zu Wackemagels literaturgeschichte (I*, 243 
no. 16a) le bei inconnu von Renaud de Beaujeu ed. Hippeau als eine 
dieser erzählung verwandte quelle bezeichnet, der verf. hat nun le bei 
inconnu in seinem Verhältnis zum Wigalois untersucht und fasst seine 
resultate in folgenden 4 punkten zusammen: 

1. die verse 1523—3286 des Wigalois lassen sich inhaltlich und zum 
teil auch wöitlich mit den versen 1—315, 2471—2726 und 
687—1850 des bei iaconnu von Renaud de Beaujeu identificiren. 

2. die verse 1—1523 u. 3287—11708 des Wigalois sind inhaltlich 
vollständig verschieden von 1851 — 6122 des bei inconnu. diese 
beiden teile scheinen nach der mündlichen erzählung des knappen 
der den Inhalt des bei inconnu von Renaud de Beaujeu einmal 
erzählen gehört, aber fast vollständig vergessen zu haben scheint 
und sich nur hin und wieder ganz dunkel an die darstellung 
Beaujeus erinnert, gedichtet worden zu sein. 

3. Wimt von Gravenberg muss den ersten teil des bei inconnu 
1—315, 2471—2726, 687—1859 in einer handschrift besessen 
haben. 

4. der bei inconnu von Beaujeu ist als die französische quelle zu 
betrachten, die der knappe und Wimt von Gravenberg gekannt 
haben. 

no. 1 und 3 wird durch die nebeneinanderstellung des Inhalts sowie 
bezeichnender stellen aus den betreffenden abschnitten bewiesen, für 
no. 2 u. 4 jedoch erscheinen die grtlnde nicht ausreichend. 

Wolfram von Esehenbacli. 520. Wolfram von Eschenbach, vierte 
ausgäbe von Karl Lachmann. Berlin, Georg Reimer. XLY, 640 s. 8. 



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124 Ifittdhodideatcidi. 

ein abdrack der dritten ansgabe, drackfehler dersdben sind nach 
der ersten nnd zweiten berichtigt, die lesarten zmn Willehalm hat Endl 
Henrici dnrch eintragong der bmchstttcke von I vermehrt, welche Pfeiffer, 
qnellemnaterial n, 71—83 abgedrackt hat. dies .betrifft die stellen 79, 
25-^81, 17. 82, 1—83, 23. 103, 19—105, 16. 106, 1—107, 24. 152, 
27—154, 5. 154, 20—155, 29. 159, 28—161, 18. 161, 26—163, 12. 
163, 20—165, 7. 165, 15—166, 29. 165, 20—168, 26. 169, 17—170, 25. 
315, 22—324, 15. 333, 11—341, 21. Lachmann (vorwort zu Wolfram 
s. XXXIV) hatte nnr die Stacke zwischen 159, 28 nnd 165, 7 nach einer 
abschrift Beneckes benutzen können, deren lesarten er Yollst&idig an- 
geben wollte, die aufnähme der später erst gefandenen brudbistücke war 
daher in Lachmanns geiste und wegen der hohen Wichtigkeit der hand- 
schnft notwendig. Pfeiffers abdmck hat auch an einigen stellen eine 
correctur der Lachmannschen eintragung notwendig gemacht, besonders 
wo Pfeiffer ausdrücklich angibt, dass Benecke falsch gelesen habe, doch 
sind auch Pfeiffers angaben nicht durchaus zuverlässig: hinter 169, 20 
(quellenmaterial 11, 78) hat er zwei verse stehen, die erst 317, 22. 23 
(quellenmaterial n, 79) am richtigen platze sind, dies versehen ist selbst- 
redend bei der eintragung der lesarten in die vorliegende vierte ausgäbe 
berichtigt. — im zusatz zur vorrede bemerkt der herausgeber dieser aus- 
gäbe, E. Müllenhoff, einige noch zweifelhafte oder zu berichtigende text- 
stellen und steUt eine anfrage über den verbleib von Lachmanus hand- 
exemplar, welches aus Haupts bibliothek verkauft ist. 

521. Fr. Pichler, Gräzer bruchstück aus Wolframs Parzival. 
z. f. d. ph. X, 205—10. 

'ein doppelblatt in quart, geschrieben von einer festen deutlichen 
band des 14. Jahrhunderts', enthält vers 667, 21—671, 1 und 678, 
8 — 681, 22. der text gehört zur recension D. 

522. Chr. Beiger, Moriz Haupt als akademischer Lehrer, 
hierin ist die einleitung aus Haupts collegienheft über Wolfram von 

Eschenbach veröffentlicht, vergl. unten geschichte der germ. phil. 

523. K. Zettel, Zu einer Stelle im Parzival. blätter für das 
bair.' gymnas.-wesen 15, 53—54. 

Bartschs erklärung von P. 130, 14—16 wird angefochten, die neue 
erkl&rung erscheint jedoch noch weniger begründet. 

524. F. Bech, Zu Parcival IX, 915 f. (463, 15 ff) Germania 24, 297. 
die in Germ. 7, 298 von Bech gegebene erklärung der stelle wird 

durch belegsteilen gegen Sprenger (Beitr. z. künde der indog. sprachen 
ni, 175) aufrecht erhalten. 

525. Lachmann über den Inhalt des Parzivals. Z. f. d. a. XXTIT , 
2Ö0— 305. 



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Mittelhoehdeutsch. 125 

unter dieser Überschrift teilt G. Hinricbs einen vertrag Lachmanns 
mit, den derselbe in den monatssitzangen der k5nigl. deutschen gesell- 
schaffc zu Königsberg gehalten hat. das mannscript hat sich in der kapsei 
der Berliner königl. bibliothek gefanden, in der noch mehrere nachgelassene 
Schriften Lachmanns aufbewahrt werden, es ist nach Hs angäbe vom 
13. oct. 1819 datirt, fällt also mit der yoirede zur auswahl zeitlich zu- 
sammen, hinsichtlich des äußeren bemerkt H. dass die anfangsbuchstaben 
der substantiva groß geschrieben, dass die Schreibung der eigennamen 
schwankt und dass sich eine reichliche interpunction (gegen Lachmanns 
spätere' manier) findet. 

der Vortrag legt mit Übergebung der abenteuer Gawans die entwicklung 
der geschichte Parzivals dar mit der besondem absieht, darin den be- 
herrschenden epischen gnmdgedanken nachzuweisen, den er als das 
eigentum und als ein wirkliches verdienst Ws bezeichnet, dies gehe klar 
hervor aus der auswahl, die er in dem Stoffe des provenzalischen gedichts, 
dessen gestalt wir aus dem jüngeren Titurel noch klar erkennen können, 
getroffen habe, das von W. anfgestellte thema sei nämlich dies, wie 
Pamval die höchste glückseligkeit, das königtum im Gral, nur durch 
stätigkeit, durch das feste vertrauen auf gott zu teil werden konnte, der 
gral selbst bleibe als das ziel des strebens im dunkel, nur den weg 
dahin zu zeigen sei des dichters aufgäbe« es folgt nun Ps geschichte in 
ihrer entwicklung aus der tumpheit durch den zweifei und die Verzweiflung 
zur bewussten Sittlichkeit; hervorgehoben wird das zusammentreffen mit 
der reinen Sigune bei jedem abschnitte dieser entwicklung. die lange 
episode über die abenteuer Gawans erklärt L. damit, dass W. einmal 
seinen beiden in seinem bedauernswürdigen zustande (es ist der moment 
der Vertreibung vom Artushofe) dem anblicke und dem tadel der leser habe 
entziehen wollen und dass er andrerseits das rein weltliche üppige u. ober- 
flächliche rittertum des Gawan dem tie&innigen P. habe entgegensetzen 
wollen. 

526. Robert Lück, Über die abfassungszeit des Parzival« disserta- 
tion. Halle 1878. 32 s. 8. 

vf. versucht in dem 1. teile seiner arbeit nachzuweisen, dass der 
Parzival einige jähre vor 1216, dem angeblichen vollendungsjahre des 
Willehahn, abgeschlossen sein müsse, dass Wh. I— YDI 1216 vollendet ^ein 
müsse schließt vf. aus Wh. 393, 29 ff, da diese stelle (die erwähnung der 
prächtigen krönung Ottos IV in Bom) nur bei friedlichen beziehungen 
des landgrafen Hermann zu den Weifen geschrieben sein könne, dieselben 
hätten aber nur kurz vor dem 1217 erfolgten tode des landgrafen statt- 
gefunden >— abgesehen von den jähren 1209 u. 1211, die zu weit zurück- 
lägen, aber W. macht jene anspielung ohne jeden politischen neben- 



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126 Mittelhochdeutsch. 

gedanken, rein in dem dichterischen interesse, die Vorstellung unerhörter 
pracht zu erwecken, die pracht jener krönung lehte im volksmunde ala 
etwas noch nie dagewesenes; eine ohjective beziehung auf sie lag also 
sehr nahe, und landgraf Hermann war gewiss nicht so kleinlich, sich da- 
durch verletzt zu fdhlen; ebensowenig hätte sein nachfolger, trotzdem er 
der Parteigänger Friedrichs II war, dazu grund gehabt, wäre man darin 
wirklich so ängstlich gewesen, so wäre die steUe wol später auch wieder 
ausgemerzt worden, und sie würde dann in manchen hss. fehlen, für die 
Vollendung des P. lässt sich also aus dem Wh. nichts folgern. 

im 2. teile seiner arbeit constatirt vf. die schon bekannte tatsache, 
dass der P. nicht vor der voUendung des Erec (1192) begonnen sein könne; 
was er sonst über das langsame Zustandekommen des Werkes beibringt, ist 
unwesentlich. "W. hat schwerlich eine redaction einzelner teile oder des 
ganzen vorgenommen, in seiner ganzen art liegt es — und weiter sagen 
auch die vom vf. angezogenen stellen nichts — dass er sein werk ab- 
Bchnittsweise, so wie es entstand, zum vertrag brachte. 

etwas positives enthält nur der 3. teil der arbeit, in welchem 
vf. zeigt, dass das 6. buch, welches (297, 16 ff) einen aufenthalt Walthers 
bei Hermann voraussetzt, nicht erst nach 1204 (Lachmann) sondern schon 
1201 — 1203 entstanden sein könne. 

1199 am 15. aug. hat nämlich Hermann dem Philipp gehuldigt, und 
in dieser zeit war Walther bei Philipp (1198 in Mainz nach 18, 29; 1199 
am Magdeburger hoftage); er konnte also in dieser zeit auch am Thüringer 
hofe gewesen sein, allerdings nur vorübergehend, denn 1203 ist er laut 
den von Zingerle herausgegebenen reiserechnungen des bischofs Wolfger 
von Passau wieder in Österreich, vf. führt dazu noch einige stellen aus 
Walther an, welche auf einen 2 maligen aufenthalt desselben bei Hermann 
schließen lassen, ist dem so, so braucht man auch das 7. buch, welches 
397, 15 ff von der 1203 erfolgten Verwüstung des Erfurter gebietes als 
einer noch sichtbaren spricht, nicht erst nach 1204 zu setzen, wie Haupt 
in rücksicht auf P. 297, 16 ff lehrte, oder gar das 6. buch nach dem 
7. gedichtet sein lassen, wie Lachmann vörr. p. XIX angibt. 

• das 5. buch setzt 253, 10 den Iwein voraus, der wahrscheinlich erst 
um 1200 fertig geworden ist, und so ergibt sich dem vf. die mit allen 
gründen der Wahrscheinlichkeit gestützte Chronologie, dass buch 5—7 in 
den Jahren 1200—1203 aufeinander folgten. 

527. Karl Domanig, Parzival-studien. I. heft: über das Ver- 
hältnis von Wolframs Titurel und Parzival. Paderborn, Schöningh, 
1878. 64 s. 8. 1 m. 

verf. stellt neben Lachmanns und Pfeiffer -Bartschs hypothese über 
die chronologische Stellung des Titurel eine 'dritte auf: der Titurel finde 



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Mittelhochdeutsch. 127 

seinen platz weder vor noch hinter dem Parzival, sondern mitten in dem- 
selhen. die Zusammengehörigkeit des Parzival und Titurel zu einem ganzen 
schließt verf. aus der engen wechselheziehuug heider gedichte. der Titurel 
gebe alle wünschenswerten ergänzungen zum Parzival (z. h. über das 
Verhältnis der Anphlise zum Gahmuret) und finde selbst nur seinen ab- 
schluss im Parzival, indem z. b. dort das Schicksal des Schionatulander 
aufgeklärt werde, auf welches der schluss des Titurel nur gespannt macht 
näher weist der verf. dem Titurel seine stelle zwischen dem ü. 
und in. buche des Parzival an, d. h. vor der ersten begegnung 
Parzivals mit Sigunen, weil diese alles im Titurel enählte \'oraussetze und 
weil andrerseits die beziehung auf Anphlise im Titurel das II. buch des 
Parzival voraussetze. Die Titurelstücke seien daher fälschlich aTs brucb- 
stücke angesehen worden; sie bilden vielmehr in ihrer vorliegenden gestalt 
einen integrirenden teil des Parzival. die Verschiedenheit des tones und 
Versmaßes der Titurelstücke glaubt verf. genügend aus ihrem Charakter 
als einer lyrischen episode erklären zu können. 

das Schlusswort, in welchem verf. seine aufstellungen zusammenfasst, 
entspricht nicht ganz den erwartungen, die man sich nach der Sicherheit 
der behauptungen des Verfassers macht, es stellt die mit großem eifer 
bisher verfochtene ansieht von der Stellung des Titurel nur als Vermutung 
hin, über die die kritik richten möge, und will nur die tatsache der 
inneren Zusammengehörigkeit beider dichtnngen als erwiesen festhalten, 
dazu aber brauchte es nicht so vieler mühe, denn diese Zusammengehörig- 
keit liegt in dem gleichen Sagenkreise begründet, angez. Lit. cbl. 1880, 
50 f. zs. f. d. phü. XI 126—128. (Kinzel.) 

528. Ludwig Bock (f), Wolframs bilder und Wörter von freude 
und leid. Straßburg. Trübner (Q F. XXXm.) 74 s. 8. 1,60 m. 

der titel gibt die beiden teile der arbeit an. der erste teil be- 
schränkt sich nicht auf die bilder von freude und leid, sondern legt das 
eigentümliche der bildlichen darstellung "Wolframs dar, nur mit besonderer 
berücksichtigung von freude und leid. vf. findet, dass die personification 
Wolframs nicht auf beilegung der menschlichen gestalt ausgeht, sondern 
nur auf beilegung von Seelentätigkeiten oder handlungen, und zwar ist es 
vorzüglich das rittertum, in dessen Uchte sich ihm alles darstellt, in 
enger Verbindung damit steht aber auch das höfische leben, dazu kommen 
dann 2. allgemein menschliche prädicate, 3. bilder von unbelebten gegen- 
ständen, so stellen sich also freude und leid unter 1 dar als gegner, 
als herr und herrin, als kameraden, unter 2 als ratgeber und meister 
und als menschliche Schicksale erduldend, unter 3 als nutzpflanzen oder 
Unkraut oder auch als bearbeiter des ackerlandes, 4 als besitz, waffen, 
bänder, kränz etc. 

der IL teil erörtert die verschiedenen ausdrücke für freude und leid in 



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128 MittelhoehdeatBch. 

ihren verschiedenen bedeutungen philologisch, zum teil mit sprachver- 
gleichenden versuchen. 

dazu macht vf. schließlich noch 2 excurse, der eine handelt über 
den bei Wolfram häufigen reim irivwe:riuwe, den er unter bezugnahme 
auf die erzöhlung vom übelen weihe als unserm schmerz: herz ent- 
sprechend erweist. — der andere hat unter der Überschrift 'ein bedeutungs- 
übergang' die etymologie von 'liebe' zum thema, ohne jedoch zu einem greif- 
baren resultate zu gelangen. 

529. Karl Kant, Scherz und humor in Wolframs von Eschenbach 
dichtungen. Heilbroan 1878. 132 s. 8. 3 m. 

wenn die arbeit auch kein besonderes wissenschaftliches Interesse 
bietet, so ist ihr doch das lob zu zollen, dass sie uns die in dem titel 
bezeichnete seite der reichen Individualität Wolframs in einem klaren bilde 
erschöpfend und in ansprechender form vorführt. 

in wissenschaftlicher hinsieht freilich wäre es erwünscht gewesen, wenn 
vf. in anmerkungen noch mehr für die erklärung schwieriger stellen 
getan hätte; wo er es versucht hat, ist es ihm meistens nicht gelungen, 
unklar bleibt z. b. P. 292, 9 f {pugen ecke) p. 76 — ebenso die schwierige 
stelle vom sieget P. 180, 9 ff p. 77. — Wh. 4, 24 die baz ir rede 
wcehten (p. 83) kann nicht heißen 'die ihre dichterwerke für schöner hielten', 
denn *wcBhen' heißt 'gestalten', die stelle hat ironischen sinn. P. 115,25 
(p. 84) ist ^huoch* nur 'gelehrtes' oder 'wolredigirtes buch', in der stelle 
P. 445, 10 ff (p. 113) erklärt vf. teilen fälschlich als 'zweierlei zur wähl 
vorlegen', denn so kommt es nur c. dat. oder in Verbindung mit gein 
vor. die stelle hat vielmehr ironischen sinn und heißt: wollte er den ge- 
winn haben (teilen=teilnehmen oder sich die teilnähme an etw. verschaffen), 
den er nun an ihm erwarb, so wäre ihm der gral daheim besser bekommen. 

fOr das ästhetische Interesse ist jedoch das buch, besonders in 
seinem zweiten teile, welcher die lebenskreise und gegenstände vorführt, 
auf welche sich Ws humor erstreckt, unstreitig eine willkommene Studie, 
der gang der abhandlung ist kurz dieser: vf. beantwortet zuerst die frage 
'wie ist Wolframs humor an sich beschaffen?' indem er denselben in der 
Veranlagung und herbeiführung komischer Situationen sowie in der character- 
zeichnung aufzeigt, und ihn dann als zutat, zierde und würze der dar- 
stellung beobachtet, der 2. teil zeichnet sodann das gebiet, über welches 
sich Wolframs humor erstreckt. 4 kreise bieten sich ihm dar: Wolframs 
eigne Verhältnisse und seine zeit^ frauen und minne, das hof leben, endlich 
ritter und heerwesen, welche alle zu humoristischen beziehungen herhalten 
müssen, rec. GGA s. 605—8 (E. Wilken). 

530. Christian Stark, Die darstellungsmittel des Wolframschen 
humors. programm des gynmasiums zu Schwerin. 35 s. 4. 



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Mittelhochdeutsch. 129 

das in der arbeit Kants gebotene material wird hier insofern nutzbar 
gemacht, als der vf. die formen des Wolframschen humors beleuchtet und 
die beziehungen zwischen diesem und den sprachlichen eigentümlichkeiten 
Wolframs hervorhebt, indem er dadurch das verfahren Böttichers (in seiner 
abhandlung 'über die eigentümlichkeiten der spräche Wol^tuns' Germ. 
XXI, 257 ff) den dichtergeist in beziehung zu der form seiner werke zu 
bringen, fortsetzen wilL 

das hauptmittel der humoristischen darstellungsweise Wolframs findet 
er in der darstellung des komischen Widerspruchs, wie Kant unterscheidet 
er komische zustände und Vorgänge 'die durch ihre eigene komische kraft 
den Widerspruch hervortfeiben', und die humoristischen zutaten des dichters. 
der 2. punkt ist fttr den zweck des vfs der wichtigste, er bezeichnet 
ihn näher als die humoristische ausführung des komischen Widerspruchs 
'durch das gesetz des individualisirens bis ins kleinste.' außer den ko- 
mischen beschreibungen aus der geschichte Parcivals, der erecbeinung Je- 
schutens in ihrer strafe, Gundriens etc. rechnet vf. hierher die eigenartige 
versinnlichende darstellungsweise Wolframs, femer die Wortspiele, sowie 
viele bilder und vergleiche, letztere sowol hinsichtlich des gedankens an 
sich als auch hinsichtlich der aosfOhrung. daran schlieft sich eine er- 
örterung der Ironie und ihrer formen, es wird eine schonungslose, gröbere 
und eine schonende, feinere Ironie unterschieden und die erstere an Ga- 
wan in seinem Verhältnis zu Orgeluse und Obie, die letztere an den eigen- 
tümlichen redewendungen mit wcenen, kunnen, genuoc, den negationen durch 
ze mäze, kleine, kranc, lützel etc. endlich der negativen antithese und der 
doppelten Verneinung (ntht mit negativen ausdrücken) erläutert. 

531. Bernhard Spiess, Die christlichen ideen der Parzivaldichtung. 
Programm des gymnasiums zu Wiesbaden. 15 s. 4. 

der Parzival wird unter den bekannten, besonders von San Harte 
ausgeführten theologischen gesichtspunkten analysirt. er soll im ganzen 
wie im einzelnen eine 'allegorie der christlichen erlösung* sein, jedoch er- 
hebt verf. nicht den ansprach 'alle rätsei der dunkeln märe gelöst, jede 
allegorie verstanden zu haben.' er scheint eben zu viel rätsei und alle- 
gorien zu vermuten, das geht wenigstens aus dem hervor, was er als von 
ihm verstanden anführt. 

die Gawangeschichten, der zweikamjrf Parzivals mit Feirefiz . werden 
ganz in mystisch theologischer weise allegorisch aufgefasst; z. b soll letz- 
terer den gedanken darstellen 'dass der alte Parzival das fremde wesen 
in sich überwunden habe und, wie er ehemals Gawan besiegt, so auch als 
Sieger über fleisch und blut aus dem herbsten kämpfe hervorgegangen und 
in die alte ehre restituirt worden sei.' ja, vf. möchte gern, wenn es an- 
ginge, jeden zug aus Parzival, jede person des gedichts in einen dogma- 
tischen begriff umsetzen! (p. 14). nur in der auffassung der frage erscheint 

Jaliresbericht für Germanische Pliilologie. I. (1879). 9 



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1 so Mittelhochdeutsch« 

der vf« weniger als theologe. er fasst sie ähnlich wie Keichel in seinen 
Parzival- Stadien als den prüfstein der natürlichen lebendig fühlenden her- 
zenseinfalt, die er in seiner egoistischen sehnsacht nach dem mhme und 
nach seinem w«ibe verloren habe. 

Birch-Hirschfeld, Die sage vom gral. 

8* mythologie nnd sagen no. 266. 

L. Kranssold, Die sage vom h. gral u. Parceval. -^ 

s. mythologie nnd sagen no. 267. 

Zwei Kanfleate. 532. E. Sprenger, Zur erzählong von zwei kaof- 
leuten ed. Haupt, Zeitschrift für deutsche philologie Vn, 65—90. (kleine 
kritische beitrage 3) Germania 24, 420—421. 

will die verse 623—628 so ändern, dass gesetzt wird 623 daz für 
diz. 626 haz gesant üf dise, 628 uns für tr. 



533. V. Muth, Allerlei berichtigungen. Anz. f. d. a. V 225—26. 
1. zu Anz. IV, 15. Ben. z. Jw. 6963 moss heiBen Nib 1587,2 und 
1727; 4. 

2i zu Anz. in 276 sunißrlanc. cf. Lübben u. Klag. 1953. 

3. Einl. in d. Nbl. s. 269 wenic kindel^^volasia. 

4. Zs. 21, 185. Priuzenwäc, Böhmen am Meere? 

5. Anz. I 65. Hol. 58, 14 Madelger. 

Prosa. 

Chroniken. 534 Die Chroniken der deutschen städte vom 14 bis 
16 Jahrhundert, fünfisehnter band, (die Chroniken der baierischen städte 
Begensburg Landshut Mühldorf München). Leipzig, S. Hirzel 187B. YIU, 
639 s. 8. 

unter G. Hegels redaction bearbeitet von G. Schröder, C. Th. Heigel, 
von MufEat, von Oefde. das glossar von Albrecht Wagner, das register 
von Schäffler. die Chroniken betreffen: Regensburg 1511—1555, Lands- 
hut 1439-1504, Mühldorf 1313—1428, München 1397—1403. — ang. 
Jen. Iz. 1879, 91 (S. Riezler). 

Die Chroniken der niederrheinischen städte. Cöln. 

(vgl. bibl. f. 1878, nr. 388). 

die Jahrbücher des Vereins von altertumsfreunden im Bheinlande 
heft 63, 142 — 155 enthalten eine sehr absprechende recension von H. Dünt- 
zer, welcher gegen Hegel seine eigenen Untersuchungen über die geschichte 
Cölns verteidigt. 

Mystik. 535. Heinrich Seuse Denifle, Taulers. bekehrung. kri- 
tisch untersucht. (Q. F. XXXVI) Straßburg, Karl J. Trübner. Vffl, 
146 s. 8. 



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Mittelhochdeutsch. 18 1 

Denifle liefert in einer forschnng von musterhafter Sorgfalt den be- 
weis, das die *hystoria Thaoleri', wie die geschichte von der bekehrung 
eines meisters der heiligen schrift dnrch einen eiieacbteten laien in dem 
ersten druck der predigten Taulers, Leipzig 1498, heißt, mit Tauler nichts 
zu schaffen hat. Tauler war nicht meister; das von dem meister erzählte 
passt zu dem nicht, was wir sicheres von Taulers lebensumstäiiden und 
tod wissen; die im *meisterbuche' enthaltenen predigten sind in allem von 
Taulers art bis zu directem gegensatze verschieden, dem geiste wie dem 
Stile nach. Denifle hat 12 handschriften des 'meisterbuchs' eingesehen 
und verglichen, von denen nur 6 bisher bekannt waren, er erörtert das 
gegenseitige Verhältnis dieser handschriften, und weist nach, dass die band- 
schrift L (Universitätsbibliothek zu Leipzig 559. 4.) aus dem jähre 1486 
—87, wol die jüngste von allen, dem drucke zunächst steht, keine von 
diesen handschriften trägt den namen Taulers, die ganze ältere tradition 
weiß von einer Identität des meisters mit Tauler nichts, erst gegen mitte 
des 15. Jahrhunderts fing man an, das meisterbuch mit Taulers predigten 
in einem bände zu vereinigen; die Wolfenbüttler handschrift von 1436, in 
der sich diese Vereinigung zuerst vorfindet, ist auch die erste, die den 
meister aus 'sant dominicus orden' sein lässt. erst in zwei handschriften 
von 1458 und 1468 heißt Tauler 'meister', und endlich sagt eine nach- 
schrift zur historie in der obenerwähnten Leipziger handschrift: es sei 
müdighlichen zu gleiibenn, dass der meister der historie Tauler gewesen 
sei; als gründe für diese Vermutung gibt der Schreiber an, dass Tauler 
sich selbst als zu Dominicus orden gehörig und auch als meister bezeichne, 

— welches letztere nicht der fall ist; — ferner dass der stil und Stand- 
punkt der predigten im meisterbuch derselbe wie in Taulers predigten sei, 

— wovon Denifle das gegenteil nachweist; — und endlich dass nur jemand, 
der wie der meister geführt worden sei, in jener zeit mit so tiefer er- 
kenntnis habe predigen können, — was man gleichfalls bestreiten muss. 
damit hat denn Denifle in schlagendster weise nicht nur den Irrtum selbst, 
sondern auch die entstehung des irrtums nachgewiesen, der in der hand- 
schrift noch als bloße übel begründete Vermutung auftritt, im ersten druck 
1498 aber sich schon als ausgemachte tatsache gibt. — Denifle zeigt 
weiter die unwahrscheinlichkeiten und Unmöglichkeiten der im meisterbuch 
erzählten geschichte und weist schließlich das meisterbuch als eine tenden- 
ziöse erfindung, die erst um 1369 entstanden sein könne, vermutungsweise 
dem gottesfreunde im Oberlande zu. im anhange teilt Denifle (s. 137—143) 
zunächst einen von ihm mehrfach handschriftlich gefundenen tractat mit: 
^Von den drin fragen in dien heslossen ist anvahent zuonement und vol- 
kamen leben': sodann einige documente, die spendung des sacraments an " 
kranke zur zeit des interdictes betreffend, letztere dienen zum nachweis der 
Unwahrheit von Speckies, des Straßburger Chronisten, bericht über Taulers 

9* 



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132 Mittelhocbdeutsch. 

benehmen znr zeit des schwarzen todes. — die scharfsinnige nnd gründliche 
forschung Denifles hat den für die anffassung der persönlichkeit Tanlers nnd 
des ganzen Zeitalters höchst wichtigen gegenständ völlig erledigt; für Tanlers 
leben lehre und Charakter darf niemand mehr die ^historie' in ansprach 
nehmen. 

vgl. histor-polit. bl. 84, 11 — 12, u. im separatdruck Taulers be- 
kehrung. (antikritik gegen A. Jundt.) München, J. G. Weiß, 41 s. 8. 
wo Denifle die von A. Jundt, Les amis de Dien au 14°^^ si^cle, Straß- 
burg, Trübner, 1879, leichtfertig erhobenen einwendungen gegen Denifles 
beweisgang und noch leichtfertiger aufgestellte eigene Vermutungen in 
scharfer aber schlagender weise zurückweist. 

536. Josef Haupt, Beiträge zur literatur der deutschen raystiker. 
II. Härtung von Erfurt, (aus den sitzungsber. d. phi].-hist. cl. d. Wiener 
ak. XCIY, 235—334). Wien, Karl Gerolds söhn in comm. 102 s. 8. 

der bisher nicht bekannte frater Härtung von Erfurt ist der Verfasser 
von predigten, welche sich in zwei handschriften, R. U 896 zu Königsberg 
und Cgm. 636 zu München, erhalten haben, sie bilden eine der grund- 
lagen zu der Sammlung des Herman von Fritzlar, der daran nur den an- 
teil eines Sammlers hat. — s. 15 — 45 gibt Haupt eine übersieht des In- 
halts der Königsberger hs. mit angäbe der betreffenden stelle in Herman 
von Fritzlar; fünf der predigten werden s. 45—69 vollständig abgedruckt, 
ebenso ist s. 70—97 eine übersieht des Inhalts der Wiener hs. 3057 ge- 
geben, was Haupt schon früher versprochen hatte, s. 97—102 enthält 
die zwei letzten reden aus der bezeichneten Münchener handschrift. 

537. Wilhelm Preger, Der tractat des David von Augsburg über 
die Waldesier. abh. d. bist. cl. der k. b. ak. d. wiss. zu München III cl. 
XrV bd. n abt. (als separatabdr. München, Franz in comm, 1878. 55 
8. 4. 1,60 m.) 

betrifft den lateinischen tractat de haeresi pauperum de Lugduno. — 
ang. Lit. cbl. 1553. 

538. A. Birlinger, Weisheit aus Geiler von Kaisersberg. Alemannia 
Vn, 172—175. 

abdruck von 18 stellen aus verschiedenen werken, vgl. dialekte no. 89. 

539. M. Rieger, Die Gottesfreunde im deutschen mittelalter. a. u. 
d. t. Sammlung von vortragen hrsggb. von W. Frommel und Friedr. Pfaff 
I. 8. Heidelberg, Carl Winter. 43 s. -8. 

nach den allgemeinen bemerkungen über die mystik des mittelalters 
schildert vf. in allgemeinverständlicher anziehender weise die entstehung 
.und Verbreitung der gottesfreunde d. h. derjenigen, welche sich eines un- 
mittelbaren Verkehrs mit gott rühmten, ein verein von frauen, die dieser 
richtung anhingen, wurde von Lambert li Begues gegründet und ähnliche 



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Mittelhochdeutsch. 183 

gesellschaften der Beginen verbreiteten sich bald überall besonders in 
Deutschland, die Dominicaner und Franciscaner, gleichfalls der mystik 
geneigt, waren als Seelsorger und prediger genötigt grade besonders für 
die Beginen sich der deutschen spräche zu bedienen und für die tieferen 
religiös-philosophischen begriffe eine deutsche terminologie zu schaffen, 
die predigten wurden dann aufgeschrieben, besonders durch nonnen und 
Begpien, und so entstand die deutsche predigtliteratur. aber auch selbst- 
tätig waren die frauen in der deutschen geistlichen literatur, dadurch dass sie 
ihre Visionen und Offenbarungen — die resultate ihrer gottesfreundschaft ^- 
aufzeichneten. erst nach den frauen trieben auch männer, nichttheologen, 
gottesfreundliche schriftstellerei. — vf. charakterisirt dann die hauptvßr- 
treter der deutschen mystik, besonders den meister Eckard, und den aus- 
gang und verfall der ganzen richtung. — zu bemerken ist, dass Eieger 
die gespräche mit der Schwester Katrei für echt hält. 

540. Denifle, Die Offenbarungen der Adelheid Langmann, kloster- 
frau zu Engeltal. herausgegeben von Philipp Strauch. QF XXVI. Straß- 
burg. Trübner 1878. Anz. f. d. a. V 259—267. 

nachdem D. im allgem. über die Visionen gehandelt gibt er eine analyse 
von Strauchs ausgäbe, er findet eine erklärung dafür, dass die Langmann 
von der Ebnerin nicht erwähnt sei, darin, dass diese nur verstorbene be- 
handle u. nimmt gelegenheit einige sachliche irrtümer Schröders u. Pregers 
zu berichtigen, zum Schlüsse werden eine reihe von stellen besprochen. 

541. Jos. V. Görres, Die christliche mystik. neue aufläge in 5 
bänden, bd. I. U. Begensburg, I^^nz. XX, 495. XX, 594 s. 8. 9 m. 

542. Hermann Hering, Die mystik Luthers im zusammenhange 
seiner theologie und in ihrem Verhältnis zur älteren mystik. Leipzig, 
I. C. Hinrichs 1879. X, 264 s. 8. 6 m. 

ang. Lit. cbl. 1880, 67 f. 

Nativität 543. F. Eeinz, Deutsche nativität des XU Jahrhunderts. 
Germania 24, 292—293. 

bruchstück, auf einem als deckel verwendeten quartblatt der Münchener 
bibüothek. 

Predigten. 544. Priester Konrads deutsches predigtbuch, von 
Johann Schmidt, neunter Jahresbericht des k. k. staatsgymn. im IE 
bezirke in Wien. Wien 1878. 20 s. 8: 

bruchstücke (lat. prooemium, der fünfte sunnentac, der ander sunnentac 
in dem Advente, von Sant Hangen, von unser frowen also si gebom wart, 
von der cMrhvnhi, von den vnhennahten, von Sant Johannes) einer predigt- 
sammlung, welche in einer Wiener, einer fragmentarischen Eegensburger 
(ed. Both) und einer Münchner hs. erhalten ist. als verf. nennt sich im 
prooemium ein Cuonradus presbyter. nach des herausgebers ansieht lebte 
er am ansgange des 12. jhs. in der gegend des Bodensees. 



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1S4 

bd der geftaltang des festes ließ sieh Sdmndt rem ( 
das denkmal in der gestaH, die sidi ans der nberiiefening eigüit, mit 
nö^Judister sdionnng dieser reinlicfa nnd klar daiznstelkn. Mgenaid^er 
sehonnng sind einige widenprfidie : ttber Idmäiige umäe «ber lolm ^■'jiibsr 
Ubenägen unde über töten 9»; hezeidumt 2», IS^s- 34 MgricJemmge 14»; 
mäfpotm 5^ 8^, 9», zwdfboim 18^; (W^€ii (füini 17» ««riiat Mine 
6^^ äco^e» i^oiinf 5<; iraiuZe jietirltk 5^ däpäde 9^, die beidm IS'*, ^aa 
beidm 9*; dkrA«^ 12»«. dttrdktiM 12»-»; goteOm» 131-^» ^dI» 
;^tt« 13*- po6» /rö^ 8»«, 16«*- 

angez. von Bartseh, Gennania XXIY 113. Bartsch tadelt dass b^ 
in text nnd lesarten gJdehmäOig besitzen steht; dasselbe hatte anch von 
5« ergetzet 13^ er&^^n bemeiict werden können, die nnbel^iten norte, 
welche Bartsch anfährt, sind bereits Ton Lexer im nachtcag notirt 

545. J. Haupt, Bmchstflcke von predigten, z. f. d. a. XXIII 
345—353, 

mitgeteilt yon yier blättern einer pergament-handschrift der Wiener 
hofbibliothek ans der ersten hälffce des 12. jahifannderts. die vorläge nnd 
ihr Verfasser werden ins 11. jh. gesetzt, der schreiber der hs. hat in 
Baiem oder Österreich gelebt. 

546. 0. Zingerle, Bmchstücke altdeutscher predigten, z. f. d. a. 
XXm 399-408. 

ans einer handschrift des 12. Jahrhunderts, die fragmente fanden 
sich im gemeindearchive zn Proveis. Z. versucht ihr Verhältnis zur Wiener 
und Begensburger handschrift in der emleitnng festzustellen, von s. 404 
folgt der text. 

547. Anton Schönbach, Mitteilungen ans altdeutschen hand- 
schriften 11: predigten (Separatabdruck aus dem maihefte 1879 der Sitzungs- 
berichte der phil.-hist. classe der kais. akademie der wissenschalten) Wien, 
Karl Gerolds söhn in comm. 48 s. 8. 

verf. teilt mhd. predigten aus dem codex germanicus nr. 88 der könig- 
lichen hof- und Staatsbibliothek zu München, 13. jh. mit. vorausgeschidd: 
ist eine einleitung, am schluss, s. 35—48 erklärende anmerkungen. 

648. Altdeutsche predigten aus dem Benedictinerstifte St. Paul in 
Kärnten, herausgegeben von^ ^dalbert Jeitteles. Innspruck 1878. 
XLIII) 187 8. 8. (a. u. d. t.: altdeutsche handschriften aus Österreich band I). 

die ausgäbe ist, wie man schon aus dem vorwort schließen könnte, eine 

etwas ttberellte. in folge der hast, mit welcher das buch publicirt ist, sind 

dem Verfasser die irrtttmer untergelaufen , welche in den recensionen von 

Vnton Schönbach und Ernst Henrici verzeichnet sind, es mangelt vor 

lem dem verf. an der nötigen bibelkenntnis und an der theologischen 



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Mittelhochdentsch. «135 

bildnng, welche zar herausgäbe geistlicher Schriften nötig ist. aber auch 
in philologischer beziehnng trifft den Verfasser mancher Vorwurf; so irrt 
er sich in der datimng einer hs. nm 100 jähre in bezng auf eine zeit der 
schnellsten graphischen entwickelung (12 zum 14 jh.)l 

ang. von Ernst Henrici zs. f. d. gymnasialwesen XXXTTT, 497—499. 
K. Bartsch, Germania 24, 111—114. Fedor Bech zs. f. d. ph. X, 238—242. 
G G A 1878, Stack 38 (Düsterdieck), Edlinger lit. bl. III, 138. vgl. bibl. 
1878, 435. — aosführlich besprochen ist das buch femer von Schönbach, 
Anz. f. d. a. V, 1—40. 

nach einigen persönlichen Vorbemerkungen welche von dem herausgeber 
provocirt waren, behandelt die recension 1, beschreibung der handschrift. 
J s angaben werden ergänzt und berichtigt, die hs wird dem 12. jh. zuge- 
wiesen. 2. die correctoren insbesondere, (s. 7—8) es werden genauere 
merkmale der drei correctoren angegeben. 3. gestaltung des textes. es 
wird getadelt, dass und wie J. aus der einzigen hs. eine 'ausgäbe' gemacht 
hat. es wird im einzelnen nachgewiesen, wie mangelhaft die arbeit ist, 
indem s. 11—21 eine vollständige collation des textes mit der hs. gegeben 
wird, dann folgen bemerkungen über die Interpunktion einzelner steUen 
u. eine besprechung 5. der einleitung, 6. der anmerkungen u. 7. des 
glossars. zu letzteren werden s. 31—39 nachtrage gegeben, ein zweiter 
teil dieser abhandlung, welcher die literarhistorische Stellung der predigten 
erörtern, erklärungen u. anmerkungen geben soll, wird angekündigt. 

die zs. f. d. phil. bringt XI, 244—256 eine zweite anzeige des buchet 
von K. F. Kummer in Wien, der herausgeber bemerkt s. 244, dass als 
rechtfertigung auch ihrer aufnähme die fülle der in ihr enthaltenen posi- 
tiven tatsachen gelten darf, die anzeige verbreitet sich über fünf puncte. 

1. heimat und alter der handschrift. als erstere wird Kärnten angenommen: 
das geht söwol aus der kurzen zusanunenstellung ihrer dem bair.-österr. 
dialekte angehörigen eigentümlichkeiten, als namentlich aus einer ver- 
gleichung mit der gleichzeitigen kärntnischen literatur heitor. hinsichtlich 
des alters stimmt Kummer der datirung Sehönbachs a;nz. n, 169 zu. 
die votalischen eigentümlichkeiten der St. Pauler hs. lassen sich sämihtli^h 
in den übrigen s. 246 nach Scherer und Boediger zusatninengest^Uten 
kärntnischen denkmälem nachweisen; besonders nahe stehen die !Millstätter 
und die von Steinmeyer Kärnten vindicirten predigten, sowie gedichte ^er 
Yorauer hs. ähnlich verhält es sich auf dem gebiete des c<>tisoliätttismns. 

2. mit de^ spirachlichen einleitung ist K. insofern nicht einverstanden, ^s 
€fr auch die fletions- u. die Satzlehre in diese hineingearbeitet zu sehen 
wünscht, beides findet sich hier u. da in den anmerkungen behänä^tt, 
wird aber v(M rec. herb getadelt. 3. vorschlage zur richtigstelllrBg eines 
teäes des t^tes (s. 1 — 70). 4. notizen zu den anmerkungen. 5. zusaiünlen- 
stellung von parallelstellen zu einzelnen predigten der St. Pauler hs. 'Itas 



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136 Mittelhochdeutsch. 

den sammlangen von Wackemagel, Leyser, Mone, Kelle u. a. sowie aus 
priester Konrads predigtbuch. 

549. R Sprenger, Zu den predigten aus St. Paul (kleine kritische 
heiträge) Germania 24, 418—419. 

betrifft die steUe 87,6 in Jeitteles' ausgäbe, wo Bech in der recension 
Up statt sele setzen wollte. Sprenger will vielmehr swä ez wü (statt er) 
setzen — eine construction *mag sein wo es will' dürfte aber im mhd, 
unerhört sein. — in den Worten mach s^n swä er tvil ist viel wahrschein- 
licher von der ubiquitas Christi die rede. 

R. Cruel, Geschichte der deutschen predigt im mittelalter. — vgl. 
literaturgeschichte no. 129. 

Schwabenspiegel. 550. J. Strobl, Berthold von Regensburg und der 
SchwabenspiegeU Wien, Gerolds söhn i. comm. 1878. 20 s, 8. aus dem 
julihefte des jahrg. 1878 der sitzungsber. d. phü.-hist. classe der kais. 
akad. d. wissensch. XCI bd, s. 205—222 besonders adgedruckt. 

zu den von Rockiuger (abh. d. bair. akad. 1877) mitgeteilten be- 
rtüirungspunkten zwischen Berthold und dem Schwabenspiegel weist vf. noch 
mehr stellen nach, an denen der Schwabenspiegel diesen prediger benutzte, 
doch hat der Schwabenspiegel nur aus vier predigten Bertholds entlehnt, 
woraus man aber noch nicht mit Strobl (s. 19 f.) unbedingt folgern muss, 
dass er überhaupt nur vier kannte. — 

Jen. Iz. 1879, nr. 24. 

Segen. 551. G. Sello, Ein fiebersegen kurfOrst Joachims I. von 
Brandenburg, z. f. d. a. XXÜI 433—35. 

aus ein«r handschrift des geheimen Staatsarchivs zu Berlin des 15/16 
jhs. wird dieser spruch mitgeteilt, welcher ein volkstümliches heilmittel 
gegen das lieber enthält, die näheren beziehungen zu dem kurfürsten 
werden angegeben. 

552. A. Morel-Fatio, Segen, z. f. d. a. XXUI 435—37. 

am Schlüsse eines medicinischen tractats in lateinischer spräche zu 
Paris finden sich die sechs abgedruckten segen, zu welchen Steinmeyer die 
literatumachweise geftigt hat. 

Über segen vgl. auch mythologie u. sagen no. 301. 302. 306. 307. 
308. 

Urkunden. 553. F. Bech, Eisenacher Urkunde aus dem jähre 1337. 
28, des Vereins f. thüringische gesch. u. altertumskunde IX, 279—282. 

eine deutsche Urkunde auf einem besonderen bogen papier in eine der 
Zeitzer domherrenbibliothek gehörige handschrift eingeheftet. 

554. F. Bech, Drei eingaben an den Schiedsrichter aus den jähren 
1455—56. Püogr, des Gymn. zu Zeitz (no. 218) druck von Brendel. 1879. 
20 s. 4. . ' 



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Mittelhochdeutsch. 137 

den auf s. 14—20 gegebenen erlänterungen wird die notiz voraufge- 
schickt, dass die mitteilungen der hs. no. 26 der domherrenbibliothek zu 
Zeitz entnommen sind, aus welchen Bech schon im progr. 1875 die klage 
des bischofs Petrus veröffentlicht hatte, die stücke enthalten 1. antwort 
des stadschribers czu Pegow, s. 1—8. 2. clage des hantwergs der fleys- 
scher czu Grymene, s. 8—12. 3. eyne lutrung umbe geczuge uszderge- 
meyne ader hantwercke czu losene, s. 13—14. 

555. Blümcke, Über eine Stettiner zollrolle des 13. Jahrhunderts, 
prog. des stadtgymn. zu Stettin (pr. no. 115). 1879. 21. s. 4. 

handelt über die echtheit der zollrolle Barnims I. und ihre entstehung: 
'sie bietet uns für die zeit Barnims ein Zeugnis von dem handelsverkehr 
Stettins, in viel höherem grade aber für die zeit Bogislavs. sie fasst, weil 
allmählich entstanden, die entwicklungsgeschichte des Stettiner handeis von 
der zeit, da Stettin zuerst in die reihe der deutschen städte eintrat, bis 
zum ende des 13. jhs in einem documente zusammen'. 

556. E. Jacobs, anz. f. künde d. deutschen vorzeit 26, 239—240, 
druckt eine deutsche Urkunde könig Günthers ab, vom 6. februar 1349. 
original in Wernigerode. 

557. Julius Jaeger, Urkundenbuch des klosters Teistungenburg 
im Eichsfelde. U. teil, beilage z. progr. (pr. nr. 282) der höh. bürger- 
schule zu Duderstadt. Halle, Waisenhaus 1879. s. 35 — 70. 4. 

die Publikation enthält etwa 30 lateinische und etwa 55 deutsche 
Urkunden von 1323—1398, die in vieler beziehung wertvoll sind, für 
den herausgeber scheinen sie nur historisches Interesse zu haben und es 
ist sehr zu bedauern, dass er, wie in der vorrede gesagt ist, die Orthographie 
auJßer in den namen *etwas vereinfacht' und manche Urkunden nur im 
auszuge mitgeteilt habe, es wäre zu wünschen, dass eine solche mangel- 
hafte und einseitige art des abdrucks endlich aufhörte, ein historiker 
muss wissen, dass Urkunden auch einen sprachlichen wert haben, viel- 
leicht nimmt sich Jaeger noch nachträglich die mühe zu verzeichnen, was 
er geändert hat. 

558. W. Loose, Hausordnung für die 12 chorschüler in der spital- 
schule zu Nürnberg vom jähre 1343. anz. f. künde der vorzeit 26, 
8—10. 37—39. 

eine deutsche Urkunde, aus dem leitbuche des neuen spitals bl. 37—43, 
im Nürnberger Stadtarchiv. 

559. Job. Müller, Der freibrief der Stadt Plauen vom j. 1388. 
anz. f. künde der deutschen vorzeit 26, 161 — 164. 

abdruck einer deutschen Urkunde. 



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138 Englisch. 

560. Joh. Müller, Leipziger zoll und messstreitigkeiten ans dem 
ende des 14. Jahrhunderts, anz. f. künde d. deutschen vorzeit 26, s. 262. 

ahdruck eines deutschen Stückes aus einem stadthuche, wahrschemlieh 
1388 oder wenig später aufgezeichnet. 

561. Stechele, Eine bemerkung zu Wegeies 'Friedrich der 
Freydige' (pag. 58). zs. des Vereins f. thüringische geschichte und alter- 
tumskunde IX, 484—485. 

abdruck einer deutschen Urkunde des landgrafen Albrecht, 1261. 
im fürstl. archiv zu Rudolstadt. 

562. Geschichtsquellen der stadt Wien herausgegeben im auf- 
trage des gemeinderates der kais. haupt- und residenzstadt Wien von 
Karl Weiss. I. abteilung; die rechte und freiheiten der Stadt Wien, be- 
arbeitet von J. A. Tomas chek. II. band mit einem anhange. Wien, 
Alfred Holder. 320 s. kl. fol. 

enthält zunächst bis s. 234 das ^corpus iuris municipalis Yiennensis 
II. abteilung Urkunden Cm— CXCVII anno 1 396-— 1819. Übersicht über 
die in das corpus iuris municipalis Yiennensis aufgenommenen Urkunden 
und actenstücke mit einzelnen Zusätzen, Verbesserungen und berichtigungen.' 
unter den Urkunden kommen deutsche noch aus dem 14. Jahrhundert vor. — 
den anhang bildet: die obersten ratspersonen der stadt Wien vom beginn des 
XTTT. bis ende des XVI. Jahrhunderts von Karl Weiss (I. reihenfolge der 
bürgermeister stadtrichter Judenrichter und stadtschreiber. 11. über die 
familien- und besitzverhältnisse einiger Wiener bürgerfamilien des XTTT. 
und XIV. Jahrhunderts). — der schluss (s. 313 f. ist: das wappen der 
Stadt Wien, mit XHI holzschnitten. — ang. Lit. cbl. 1253—1254. 

Urkunden sind auch bei Schmoller, Tucher und weberzunft, 
(no. 236) und Herrand von Wildonie (no. 449) abgedruckt. 

Englisch. 

563. Joh. Storm, Engelsk filologi. Anwisning til et viden- 
skabeligt Studium af de engelske sprog. For studerende, laerere og 
viderekomne. I. Det levende sprog. Kristiana, forlagt af Alb. Gammer- 
meyer. 1878. XIV, 350 s. 8. 6 kr. 

nach einer bemerkung auf dem Umschlag von Kölbings Engl. Studien 
bereitet der verf. eine deutsche ausgäbe seines buches vor, welche bei 
gebr. Henninger in Heilbronn erscheinen wird. 

564. B. Schmitz, Encyklopädie des philologischen Studiums der 
neueren sprachen. 

angez. von G. Körting, zs. f. nfr. spr. u. Ut. I, 1. 

565. John A. Weisse, Origin and Destiny of the English Language 
and Literature. New York, Bouton. (London, Trübner) 1878. 8. 25 sh. 



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Englisch. 139 

Academy 1879 p. 387 (3 mai): Vast as is the snrface gone over, 
and great as Mr. Weisse's knowledge is in certain departments, we do not 
think he has given as any new facts .... Although we cannot speak 
so highly of this hook as we shoüld wish, justice compels as to say that 
it will be fonnd a nsefol addition to any philological library. 

566. E. Kölbing, Entgegnung [auf Zupitza recension des ersten 
bandes der Engl. Studien, anz. f. d. a. IV. s. 247—257], Engl. Studien 11, 
s. 282—284. 

567. Anglia, Zeitschrift für englische philologie, enthaltend beitrage 
zur geschichte der englischen spräche und literatur, herausgegeben vcn 
Richard Paul Wülcker, nebst kritischen anzeigen und einer bücherschau 
herausgegeben von Moritz Trautmann. I. band. 1. 2. heft. Halle a. S. 
Lippertsche buchhandlung. 1877. 

recens. v. E. Kölbing in den Engl. Studien n, s. 264—274. 

568. Moritz Trautmann, Bibliographie der Anglia für 1876. 
Anglia U, 22 s. 

569. Englische Studien, herausg. von Eugen Kölbing, 11. 1. 
rec. von Alois Brandl, zs. f. d. österr. gymnasien XXX s. 198 f. 

den namen einer recension verdient diese dürftige Inhaltsangabe kaum; 
ihrem Verfasser sind die gröbsten Irrtümer durchgelaufen, so dass man 
glauben muss, er hat die engl. Studien kaum durchgeblättert. Kölbing 
weist ihm ebenda s. 256—258 in einer ^entgegnung' diese irrtümer nach, 
in einer s. 258—260 von Brandl ausgegangenen ^erwiderung' gesteht der- 
selbe seine irrtümer ein. 

bd. I, 2 u. 3 rec. von R. P. Wülcker, Anglia XU s. 161—179. 

570. Felix Liebrecht, Die Folk-Lore Society in London. Kölbing, 
Engl Studien m s. 1—13. 

der aufsatz gibt nachricht über diese im vergangenen jähre gegrün- 
dete geseUschaft, welche sich die aufjgabe gestellt hat, englische volkssitte 
und Volksaberglauben zu erforschen. Liebrecht bespricht gleichzeitig mit 
bekannter Sachkenntnis die erste gesellschaftsschrift: Folk-Lore Record, 
vol. L 

Lexicographie. 

571. Heinrich Leo. Angelsächsiches glossar. alpbabetisclier 
index dazu von Walter Biszegger. Halle, buchhandlung des Waisenhauses, 
1877. XVI, 789 s. lex. 8. 

recens. von Eduard Sievers, Anglia H s. 526 — 532. recencent 
'vermag dem werke im ganzen nur die bedeutung eines steUenindex zu 
einer anzahl von quellen zuzuschreiben, die in den früheren lexicalischen 
hüfazniitteln unvollkommen oder gar nicht benutzt waren.' 



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140 Englisch. 

572. W. Skeat, An english-anglosaxon Vocabulary. Printed for 
private distribntion only. Cambridge 1879. 40. s. 

573. Francis Henry Stratmann, A dictionary of the Old 
English language, compüed from writings of the XII. XHC XIY and 
XVcentaries. 3 d. edition. Krefeld, Gehrich u. co. 1878. X, 659 s. 4. 30 m. 

574. F. H. Stratmann, Zum altenglischen wörterbuche. Kölbing, 
Engl. Studien 11, s. 19 f. 

verf. identificirt die formen me. spüwen und speowen, stellt me. hlout, 
zu hledd, hled und gibt endlich eine Zusammenstellung der in seinem 
Wörterbuch vorkommenden Substantive auf-t'Zc?. 

575. Eduard Mätzner, Altenglische sprachproben nebst einem 
wörterbuche. zweiter band: Wörterbuch, lieferung 1 — 6. Berlin, Weid- 
mannsche buchhandlung 1878. 698, VI, 128 s. 8. 

zur empfehlung eines werkes, wie das vorliegende, noch etwas zu 
sagen, wäre tiberflüssig, da die gründlichkeit des Verfassers sich seit langen 
Jahren sowol in der romanischen als auch in der englischen philologie 
bewährt hat. Mätzners englische grammatik ist ein epochemachendes 
werk; das gleiche müssen wir von seinen altenglischen sprachproben sagen, 
das Wörterbuch zu denselben, welches jetzt bis zum artikel flan reicht, ist 
eine wahrhaft klassische leistung auf dem gebiete der me. lexicographie. 
die hohe bedeutung des Werkes liegt in der scharfen feststellung der 
Wortbedeutungen, welche durch beifügung der betr. stellen aufs reichste 
exemplificirt werden, die etymologische seite des wb. kehrt der verf. 
nicht so stark hervor, wie Stratmann dies in seinem bekannten dictionary 
tut; trotzdem aber leistet Mätzner in dieser beziehung mehr als Strat- 
mann: er ist besonnener als dieser, wenn einmal die me. literatur soweit 
in sauberen ausgaben vorligt, dass ein großer thesaurus des me. unter- 
nommen werden kann, dann wird Mätzners wb. der ausgangspunkt sein 
müssen, schon jetzt hilft dasselbe, obwol es sich bescheiden nur ein 
Wörterbuch zu den sprachproben nennt, dem mangel eines vollständigen 
wb. einigermaßen ab. möge das werk bald vollendet sein. — ang. Lit. 
cbl. 1880, sp. 85. 

576. Eduard Müller, Etymologisches Wörterbuch der englischen 
spräche. Cöthen, 1878/79 8. erster teil 656 s., zweiter teil 676 s. 
zweite vermehrte und verbesserte aufläge. 

dass Müllers Wörterbuch seine schwächen hat, ist allgem^n bekannt, 
aber es ist und bleibt doch bisher das einzige werk dieser art, welches 
ohne allzu kostspielig zu sein, doch den ooforderungen der Wissenschaft 
entspricht, das werk ist in der neuen aufläge von zahlreichen irrtümem 
gereinigt, und ist so, noch in höherem maße als früher, besonders lehrem 
als bequemes handbuch zu empfehlen; gerade für das englische sollte auf 



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Englisch. 141 

schalen die etymologie frnchthar gemacht werden, da sie das praktische 
lernen wesentlich erleichtert, durch pünktliche lieferungen ist das werk 
schnell zum ahschluss gebracht worden; für schönen klaren druck hat die 
Verlagshandlung in dankenswerter weise gesorgt. — ang. Lit. cbl. 
1880 sp. 50. 

577. W. Skeat, An Etymological Dictionary of the English 
language, arranged on an historical basis. Part LA — dor. Oxford, 
at the Clarendon press 1879. 170 s. 4. 10 sh. 6 d. 

ang. vgn H. Nicol, Literaturblatt nr. 1, 17 — 21. nach dieser recension 
steht das werk zwar nicht durchweg auf der höhe der Wissenschaft, ist 
aber doch das beste in seiner art. die etymologien werden auf das ge- 
sammte gebiet der indogermanischen sprachen ausgedehnt. 

578. J. Stormonth, Etymological and Pronouncing Dictionary of 
the English Language. 5th edition, revised, with a new and enlarged 
Supplement 1879. 795 s. 8. 7 sh. 6 d. 

das sehr verbreitete buch verfolgt einen doppelten zweck: es will 
die correcte ausspräche und die etymologie nachweisen, es ist ein be- 
quemes und praktisch eingerichtetes handbuch, fast ein taschenwörterbuch, 
das dem ersten zweck recht wol dient, aus den etymologien wird freilich 
niemand, der sich im mindesten mit der geschichte der englischen spräche 
beschäftigt hat, belehrung holen, da es bessere arbeiten glücklicherweise 
schon gibt, das buch soll auch vornehmlich schulzwecken dienen. 

579. Wedgwood (Hensleigh), A dictionary of English Etymology. 
3 d edition, thouroughly revised and enlarged. London, Trübner. 1879. 
820 s. 8. 21 sh. 

Crrammatik. 

580. Stepherd, The history of the English language from the 
Teutonic invasions of Britain to the close of the Georgian era. London 
1879. 7 sh. 6 d. 

581. T. R. Lounsbury, History of English Language (Handbooks 
for students). Henry Holt, New York 1879. 

582. T. L. Kington Oliphant, The Old and Middle English. 
London, MacmiUan and Co. 1878. XXVI, 668 s. 8. 

das buch will offenbar ein populäres sein, ein buch zur belehrung der 
gebildeten, welche von allem möglichen wissen — nur nicht von ihrer 
muttersprache. deshalb müssen wir nicht neue resultate, grammatische 
forschungen u. dgl. erwarten; der verf. gesteht selbst im vorwort, dass er 
in vielen stücken einfach reproducirt, also zb. Ellis. als populäres buch 
gebührt ihm das prädicat gut. der Inhalt ist folgender, der verf. spricht 
zuerst über die Verwandtschaftsverhältnisse der indogermanischen stamme, 
und kämpft dabei mit entschiedenheit gegen die irrige Vorstellung vieler 



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142' Englisch. 

seiner landsleate (und leider auch noch vieler Dentschen!), als seien die 
modernen sprachen ans dem sanskrit entstanden; er geht freilich dahei 
zu weit, wenn er sanskrit and nenenglisch fast als schwestersprachen be- 
handelt, im weiteren handelt er über 'English in its earliest shape' 
dh. die ae. periode. sodann geht er zum me. über, dessen entwickelnng 
er an den denkmälem, welche einzeln besprochen werden, eriäntert. ein 
zng geht dabei durch das ganze werk: der schmerz des Verfassers über 
das hinsterben der germanischen elomente und das anfBicken von überall 
hergeholten fremden dementen, besonders romanischen, zur characterisinmg 
des wissenschaftlichen standpnnctes des Verfassers mögen einige beispiele 
gegeben werden, s. 9 heißt es: ^Sanskrit: yukta^ Greek: zeüktos, Latin: 
junctusy English yoked, Those who choose to write I was stqpt instead 
of stqpped, may jnstify their spelling by a reference to the first three 
forms given above. Bat this form, thoag admissible in the Passive Par- 
ticiple, is dearly wrong in the Active Perfect, I stopped, as we shall 
see forther on.' s. 13 gehören Groten and Engländer za den Nieder« 
deatschen, die Skandinavier werden besonders genannt ebenda haben die 
letzteren 'to this day' ein passiv bewahrt (gemeint ist offenbar das aas 
inclination des pronomen entstandene isl. passiv axd-si, schwed. dän. 
- s), dergleichen Irrtümer finden sich zwar aaf jeder seite, aber trotzdem 
bleibt das buch for Engländer ein empfehlenswertes, die Wissenschaft hat 
darch dasselbe nichts gewonnen. 

vgl. Academy 1878 p. 355 (12. oct.) 

583. William Marshall, Past, Present and Futare of England*s 
Langaage. Longmans 1878. 8. 

recens. Academy 1878 s. 448 (9 nov). verf. hat ein ähnliches ziel 
wie Oliphant in seinem bache Old and Middle English: er wünscht die 
englische spräche vor der überhand nehmenden Frenchification bewahrt za 
sehen, and verlangt za diesem zwecke einführang des altenglischen anter- 
richts in die schale. 

584. The English Language, its History and Stractare. With 
chapters on derivation, paraphrasing, sentence making, and panctaation. 
London 1879 T. Nelson. 96 s. 12. 7 d. 

das bach ist bestimmt für knaben- and mädchenschalen, voran 
steht eine graphische darstellang des entwickelangsganges der engl, spräche 
and literatar, als ein ström, welcher zahlreiche nebenflüsse — die fremden 
demente — in sich aufnimmt, zur zeit der normannischen eroberang sich 
aber aaf einige zeit im sande verläuft, um in drei armen — Northern, 
Midland und Southern Dialect wider hervorzutreten, welche sich jedoch 
bald zu einem hauptstrom -— East Midland — wider vereinigen, sobald 
der anonyme- verf. auf die ältere spräche kommt, wimmelt es von fehlem: 
im gotischen vaterunser stehen allein neun, die tabelle der gesch. d. engl. 



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Englisch. 143 

literatar ist ganz brauchbar; wunderbarerweise steht darin aber Beda, 
während Cynewulf nicht namhaft gemacht wird, es fehlen auch die gewiss 
wichtigen werke Havelock und King Hom. 

585. The Advanced English Grammar, showing its historic 
growth, and including chapters on analysis, prosody, and the history of 
the tongue, appendix of classified examination questions and exercises. 
Central School Depot 1879. 136 s. 8. 2 sh. 

586. Eduard Fiedler, Wissenschaftliche grammatik der englischen 
spräche, erster band (geschichte der englischen spräche, lautlehre, Wort- 
bildung, formenlehre.) zweite aufläge, nach dem tode des Verfassers be- 
sorgt von Eugen Kölbing. Leipzig, vorlag von Wilhelm Violet, 1877. 
337 s. 8. 6 m. 

rec. von F. Lindner in Kölbings Engl. Studien II, s. 227—229. 

587. Colegrove, Complete scientific grammar of the english lan- 
guage. With appendix containing treatises on composition, specimens of 
english and american literature, defence of phonetics etc. for use of 
Colleges, schools and private leamers. New York 1878. 6 sh. 6 d. 

588. Ehlerding, German and Latin Clements in the English lan- 
guage. Programm der städtischen höheren bürgerschule zu Nauen. 1877. 
9 s. 4. 

recens. von Kölbing, Engl. Studien ni, s. 195. 

589. Frdr. Koch, Linguistische allotria. laut- ablaut- und reim- 
bildungen der englischen spräche, nach dem tode des Verfassers heraus- 
gegeben von Eugen Wilhelm. 2. ausgäbe. Kassel, Wigand. 1880. 
XXIV, 94 s. 8. 

titelausgabe der 1874 erschienenen schrift. 

590. Karl Warnke, On the formation of English words by means 
of ablaut. Halle, Niemeyer, 1878. 1,20 m. 

591. Bernhard ten Brink, Zu den beitragen zur englischen laut- 
lehre l und n. Anglia 11 s. 177 f. 

kurze nachtrage und Verbesserungen zu des Verfassers aufsatz Anglia 
Ib. 517. 

592. E. Eask, Anglo-Saxon Granunar, from the Danish, by B. Thorpe. 
3d edition. London, Trübner & Co. 1879. 191 s. 8. 8 sh. 6 d. 

593. Karl Körner, Einleitung iu das Studium des angelsächsischen, 
grammatik, text, Übersetzung, anmerkungen, glossar. erster teil: angel- 
sächsische formenlehre. Heilbronn, gebr. Henninger. 1878. 

recens. von E. Kölbing in den Engl. Studien E, s. 229—232; 
Ernst Henrici, zs. f. d. gymnw. XXXIH s. 496 f. 

594. John Earle, A|Book for the Beginner in Anglo-Saxon. Com- 
prising a short grammar, some selection from the gospels and a parsing 
glossary. H. edition. Oxford, Clarendon Press. (Leipzig, Weigel) 12. 2,50 m. 



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144 Eoglisch. 

595. E. Kölbing, Anslassimg des relativpronomeiis im ags. Eölbing, 
Engl. Studien 11, s. 282. 

verf. trägt zu seiner schrift Über den aasfall des relativpronomens 
in den genn. sprachen, Straßburg 1872, noch zwei belege nach: Gen. 
1424. Crist 22 f. 

596. 0. Lohmann, Über die auslassung des englischen relativ- 
pronomens, mit besonderer berücksichtigung der spräche Shakespeares. 
Anglia IE s. 115—150. 

wir machen auf diesen aufsatz hier ganz besonders deshalb auf- 
merksam, weil er mit einem allgemeinen teil beginnt, in welchem über 
die bisherige literatur über anslassung des relativs, besonders im ger- 
manischen, referirt wird, im weiteren verlaufe der Untersuchung tritt 
Shakspere allerdings in den Vordergrund, aber das ganze ist ein wert- 
voller beitrag zur geschichte der entwickelung dieser grammatischen er- 
scheinung. 

597. B. ten Brink. eode, zs. f. d. a. XXm s. 65—67. 

die erklärung des ae. eode, me. eode, ede aus *ida wird angezweifelt 
und vielmehr eine andere entwickelungsreihe angenommen: *aada *iade 
*idde *edde eöde. doch hält verf. es auch für denkbar, dass eöde auf 
*ijde beruht, vgl. jetzt auch Kölbing, Engl. Studien HI s. 158 f. 

598. Henry Sweet, Old English etymologies. Kölbing, Engl. 
Studien n s. 312—316. 

verf. handelt über zwei ae. Wörter: 1) beöhata, welches er als bee- 
hater, bienenverfolger, erklärt, also für die stelle Exod. 253 als *verfolger', 
da das epitheton Moses beigelegt wird. verf. beruft sich dabei auf den 
namen Beöwtdf, welcher *wolf or spoiler of the bees' sei. dabei ist das 
argument, dass Simrock den namen ebenso erklärt habe, und zwar unab- 
hängig von ihm, doch sehr hinMlig. Beöwulf ist sicher kein kompositum, 
sondern ein aus dem Beowa-mythm hervorgegangenes patronymikon auf 
-tUf, also *ein held nach art des Be6wa\ 2) gärsecg, hier trifft Sweet 
gewiss das richtige; gärsecg, als compositum gefasst würde speer-krieger 
bedeuten, und wie sollte das meer zu einem solchen namen kommen? 
alle bisherigen versuche einen bedeutungsübergang zu finden, sind miss- 
glückt. Sweet zieht die runeninschrift des Franks Casket (Stephens 
s. 470) herbei, auf welcher sich ein bisher unerklärtes gasric findet; es 
passt aber vortrefflich, es mit 'meer' zu übersetzen, und deshalb identi- 
ficirt Sweet es mit vollem recht mit gärsecg, so dass das letztere mit 
einer gar nicht seltenen metathesis aus gasric entstanden ist. dies stellt 
er zu an. geisa, brausen, toben, und fasst -ric als suffix, nicht als com- 
positionsgüed, so dass gasric in bildung und bedeutung genau dem dtsch. 
Wüterich entspricht, die richtigkeit dieser erklärung kann kaum be- 



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Englisch. 145 

zweifelt werden (Sievers vergleicht auch Gaisarieus dainit; siehe Diefen- 
bach, wh. d. got. spräche 11 s. 397). 

599. Henry Sweet, Disguised Compounds in Old-English. 
Anglia m s. 151—154. 

1. fultum erklärt yerf. fOr ein compositum yon füll und team, 
2) stdung als sulh lang = *plough-length' 3) Idtteöw, Idreaw zu lad (vgl. 
Man) = weg und peöw, also 'minister itineris' 4) intinga setzt verf. = 
*inpinga = 'inner affair', als anhang zu diesen ctymologien gibt Sweet 
noch einige bemerkungen über caUf praet. zu cuman, und über die ent- 
stehung des ne. came. 

600. Henry Sweet. English Etymologies. Anglia HI s. 155—157, 
1) leftf adj. in letzter linie zu LÜB, RUP (lat. rumpere etc.). 

2) hless, verf. verteidigt die ableitung von *blddisdn, zu hlod = sanguis 
und den heidnischen Ursprung des wertes. 

601. Sweet, Contributions to Old English Etymology and Phonology. 
bericht über einen vertrag in der Philological Society, rec. Academy 

1879 s. 197 (1. märz). 

602. P. J. Cosijn, De oudste westsaksische Chronik. Taalkundige 
Bijdragen tweede deel. s. 259—277. 

verf. weist in einer übersieht der laute und flexionen nach, dass die 
spräche der Parker hs. der Sachsenchronik (ed. Earle 1865, Thorpe 1861) 
fast genau Tca den beiden ältesten hss. der Cura pastoralis stimmt, auch 
in der schrift stinmien sie überein. 

603. P. J. Cosijn, De taalvormen van Älfred's- Pastoraal. Taal- 
kundige Bijdragen, tweede deel, s. 115 — 158. 

nach seinem grundsatz 'de kennis der deelen moet voorafgaan aan 
de kennis van't geheer hat der verf. eine übersieht über die Vokale und 
consonanten sowie eine darstellung der flexionen in Alfreds 'de cura 
pastorali' gegeben, er stützt sich dabei auf Sweets grammat. bemer- 
kungen in seiner ausgäbe, es wäre wünschenswert, dass f&i ce, ce und ce 
mit circumflex besondere typen angewendet würden; die Schreibung ae, äe 
nud de gibt leicht zu Irrtümern veranlassung. nachtrag zu diesem aufsatz 
in demselben hefte s. 209 f, und besonders heft 3 s. 240—246 'verbe- 
teringen en toevoegsels.' 

604. P. J. Cosijn, Uit de Pastoraal, Taalkundige B^dragen tweede 
deel, s. 246—259. 

eine grammatische abhandlung zu de cura pastorali. verf. handelt 
von der brechung und von den diphthongen eö und iö. er warnt 
ausdrücklich davor sein material als statistisches zu benutzen, da Voll- 
ständigkeit nicht sein ziel gewesen ist. eine nachschrift zu diesem aufsatz 
in derselben zs. s. 319. 

Jahresbericht für Germanische Philologie. I. (1879). 10 



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146 Englisch. 

d05. Witte, Über das nenangelsächsische pronomen. Kölbing, 
Engl. Stadien H, s. 121—141. 

yerf. behandelt in diesem aofsatz das personal, reflexiv, possessiv nnd 
demonstraüypronomen; in aussieht stellt er relativ, interrogativ and in- 
definitam. leider gehört der gegenwärtige aafsatz zu den 'anregenden*, 
verf. beabsichtigt nar zu zeigen, dass es nötig ist eine amfassende anter- 
sachang des me. pronomens vorzunehmen. 

606. Ernst Gropp, On the Language of the Proverbs of Alfred, 
dissertation, Halle 1879. 61 s. 8. 

die arbeit enthält eine vollständige laut- und flexionslehre zu dem 
genannten werk unter berücksichtigung der abweichungen in den hss. am 
schluss anmerkungen zu einigen schwierigen stellen, obwol die dissertation 
in gutem englisch geschrieben ist, wäre doch vorzuziehen gewesen, dass 
der verf. sich seiner muttersprache bedient hätte (vgl. die bem. zu 
G. Wagner, On Spenser's Use of Archaisms no. 614). 

607. Oskar Hennicke, Der conjunctiv im altenglischen. Göttinger 
dissertation 1878. 60 s. 8. 

verf. gibt in seiner fleißig angefertigten arbeit eine syntax des con- 
junctivs vom 13. bis 16 jh.; die belege für das 13. und 14. jh. sind da- 
bei meist aus Mätzners sprachproben geschöpft, falsch ist des Verfassers 
grundanschauung vom absterben des conjunctivs: nicht weil die flexionen 
verwischt werden, tritt ein syntaktischer ersatz ein, sondern weil alle 
jüngeren glieder unseres sprachstammes syntaktische Umschreibungen der 
einfachen form vorgezogen haben, wird die letztere entbehrlich und stirbt 
ab; als Zwischenglied hat einmal die einfache form und deren syntaktische 
Umschreibung neben einander existirt. 

608. Gustav Tanger, Über die natur der alt- und neuenglischen 
consonanten. Inauguraldissertation, Halle, 1878. 50 s. 8. 

die anregende kleine schrift stellt sich zur aufgäbe, einen beitrag zur 
physiologischen kenntnis der englischen consonanten zu liefern, und zwar 
durch die ganze zeit ihrer entwickelung hindurch, verf. beweist sich in 
der schrift als außerordentlich feinfühliger beobachter der laute, durch 
jahrelangen aufenthalt in den verschiedensten teilen Englands hat er 
gründliche erfahrung in seinem gebiete gesammelt, neu ist und verdient 
entschieden beachtung die Unterscheidung einer 'schwebenden' einer 'be- 
stimmten' und einer 'unbestimmten' artikulation der consonanten, ein 
unterschied welcher gerade für das englische von höchster bedeutung ist. 
es wäre zu wünschen, dass der verf. bald weiteres über diesen gegenständ 
nachfolgen ließe. 

609. F. H.Stratmann, Notizen zur altengUschengrammatik. Kölbing» 
Engl. Studien H s. 316 f. 



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Englisch. J47 

V6rf. versucht den diphthong ed aus urgerm. au so zu erklären, dass 
dieses mit einem verschlag von e gesprochen und u dann abgefallen sei. 
femer führt er einige me. beispiele fttr 5c = s an. ■— nachtrag dazu 
ebenda s. 533. 

610. F. H. Stratmann, Notizen zur altenglischen grammatik. 
Kölbing, Engl. Studien HI s. 13—15, 

verf. macht gegen Holtzmann, granun. I s. 193 und 223 geltend, 
dass ae. aw keineswegs zu eaw gebrochen werden braucht, er lehnt 
femer für das 14 jh. schon die ausspräche des i als ei ab (vgl. Koch 
gramm. I s. 86), handelt weiter über die abstammung von ne. orchard, 
über das eintreten von k für d in einigen fällen, endlich über das auf- 
geben der pluralendung s im nom. und acc. von masculinen. 

611. Ernst Regel, An inquiry into the phonetic peculiarities of 
Barbour's Bmce (nachgelieferte arbeit zum programm der realschule erster 
Ordnung mit Vorschule zu Gera), ostera 1877. 22 s. 4. 

recens. von E. Kölbing, Engl. Studien IH s. 194. 

612. Gustav Schneider, Über die ausspräche der englischen 
vocale im 13. jh. und vordem; die fortentwickelung derselben im 14, 16, 
17 und 18 jh. bis zur endgültigen feststellung ihrer ausspräche. Pro- 
gramm der Wöhlerschule zu Frankfurt a. M. 1878, 45 s. 4. 

recens. von E. Kölbing, Engl. Studien in s. 197 f. Kölbing erklärt 
die arbeit für ein plagiat aus Ellis (on Early English Pronunciation). 

B13. Otto Danker, Die laut- und flexionslehre der mittel- 
kentischen denkmäler nebst romanischem Wortverzeichnis. Straßburg, 
Trübner 63 s. 8. 

Straßburger dissertation (romanisch?). 

614. G. Wagner, On Spencer's Use of Archaisms. Inaugural- 
dissertation, Halle 1879. 59 s. 8. 

die vorliegende arbeit gibt nicht nur eine übersieht über die archais- 
tischen Wörter, sondem handelt auch von den archaismen in den formen 
und dem versbau. zu tadeln ist es, dass verf., der aus „Kudolphopoli, 
oppido in Thuringia' stanmit, seine dissertation englisch schreibt; dergleichen 
exercitien sollten doch unterbleiben, und der grundsatz der Anglia, von 
den Verfassern die arbeiten nur in ihrer muttersprache zu erwarten, ver- 
diente nachahmung. 

615. C. Stoffel, De Volksetymologie in het Engelsch. Taalstudie 
I s. 27—44. 

616. English Dialect Society. No. 23. Series B. Reprinted 
gtossaries, 18-— 22. London, Trübner 8. Series C. Original glossaries, 
and glossaries with fresh additions. 

No. 24. Supplement to the glossary of words and phrases pertaining 
to the dialect of Cumberland, by W. Dickinson ibid. 

10* 



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148 Englisch. 

617. A Provisional Index to the Glossary of Fish Names in prepa- 
ration for the Dialect Society has now been printed, and will be for- 
warded to any gentleman interested in the snbject whose address is sent 
to Mr. Thomas Satchell, Downshire Hill House, N. W. (London). The 
Academy 1879, 10 mai, no. 366. 

618. John Jamieson, An Etymological Dictionary of the Scottish 
Language. A new ediüon by John Longmnir and David Donaldson. 
Vol. I. A - C. Alexander Gardner, Paisley. 1879, 660 s. 8. 

rec. The Bookseiler, Oct. 3. 1879. ref. macht mit recht darauf 
anfmerksam, dass der titel des werkes irreführen kann: gemeint ist die 
spräche des schottischen Lowland, nicht die der keltischen Highländer, 
die neue aufläge ist in vielen stücken berichtigt. 

619. In der Philological Society hielt Ellis am 2. mai 1879 seinen 
zweiten und Schlussvortrag über die englischen dialecte (The Academy, 
10. mai 1879, no. 366). 

620. Cole, On Scandinavian place names in the East Biding of 
Yorkshire: a paper read before the Driffield literary and scientific society, 
August 1878, and printed from the reliquary. 36 s. 8. 1 sh. 

621. Moritz Trautmano, Über den vers La^amons. Anglia 
U s. 153—173. 

zu den vielen ansichten, welche über Lajamons vers aufgestellt sind 
und welche Trautmann zu anfang seines aufsatzes anführt, bringt der verf. 
nun eine neue vor, er meint: 'wir dürfen den vers La^amons mit vollster 
Zuversicht für ein und denselben mit demjenigen Otfrids erklären, ja wir 
dürfen ihn, wie auch bereits ten Brink getan, als leidlich regelmäßig be- 
zeichnen.' das zweite ergebnis der Untersuchung ist: *La<samons vers hat, 
wie derjenige Otfrids, seinen Ursprung in dem verse der rhytmischen Am- 
brosianischen hymne.' die alliteration, welche doch sehr zu bedenken ver- 
anlassung geben sollte, spricht dem verf. nicht dagegen. 

Literaturgeschichte. 

622. Bernhard fen Brink, Geschichte der englischen literatur. 
erster band: bis zu Wiclifs auftreten. Berlin, 1877. 

recens. R. P. Wülcker, Anglia H s. 199—214. s. bibl. 1877 no. 193. 

623. H. Taine, Geschichte der englischen literatur, deutsch be- 
arbeitet und mit anmerkungen versehen von Leopold Katscher. autorisirte 
ausgäbe, erster band, die anfange und die renaissancezeit. Leipzig, 
E. J. Günther. 1877 f. 8. 

die erste lieferung (s. 1-— 96) recens. E. Kölbing in den Engl. Studien 
n, 8. 262—264. 



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Englisch. 149 

624. Landolphe, Chronological tables of English Literatnre. Brad- 
ford 1879. 22 s. 4. 1 sh. 6 d. 

625. Azarias, Development of English literatnre. Old English 
Period. New York, Appleton 1879. VI, 214 ss. 

das bnch ist nicht wissenschaftlich; yerf. beabsichtigt selbst nnr ein 
nnterrichtsbnch zn liefern, die darstellnng reicht bis znr normannischen 
eroberung. inhalt des ersten teiles: The Continental homestead. Keltic 
inflnence. The old creed and the new. Whitby. Canterbury. Yarrow 
and York. Winchester. Abingdon. am schlnss ein index, der verf. ist 
Professor der englischen literatnr in Rock Hill College, Maryland. 

626. Br. Azarias, Csedmon, bis genius and inflnence. The American 
Quarterly Review. Jannary 1879. 

627. Carl Engel, The Literatnre of National Music. London 
1879. 108 s. 8. 

ein versuch eine bibliographische übersieht über die Volkslieder aller 
nationen zn schreiben, was die germanischen Volkslieder betrifft, so ist 
die literatnr änßerst lückenhaft angegeben, das ganze ist ein Widerabdruck 
einzelner anfsätze ans „The Musical Times" (London, Novelle, Ewer and 
Co.) von juli 1878 bis märz 1879. 

628. Life, Letters and Sermons of Bishop Herbert de Losinga 
(c. 1050—1119). The letters as translated by the editors, being incor- 
porated with the life, and the sermons being now first edited from a ms. 
in the possession of the university of Cambridge, accompanied with an 
English translation and notes, by Goulbnrn and Symonds. 1879. 2 vols. 
950 s. 8. 30 sh. 

das buch verdient wegen des cnlturhistorischen und literarischen 
Interesses hier besondere erwähnung. — rec. The Academy, 17. mai 1879, 
no. 367. 

629. The History of the English Bible, by the Rev. W. F. Moniten, 
Second. Edition. Cassell Petter & Galpin, London, Paris & New York 
1878. Vni, 231 s. 8. (und ein facsimile). 

das buch kann und will auf wissenschaftlichkeit keinen anspruch 
machen, das beweist schon die art der citirung. Bedas bist, eccles. wird 
nach Giles' Übersetzung citirt, Alfreds de cura pastorali nach Pauli, life 
of Alfred the Great. demnach ist auch die ältere zeit sehr kurz fort- 
gekommen: von Älfrics Übersetzungen ist im ganzen auf 13 zeilen die 
rede, das ganze basirt nicht auf eigenen Untersuchungen, sondern ist 
wenig mehr als eine compilation: so ist der abschnitt über Wycliffe 
aus Forshall u. Madden's ausgäbe entnommen, oft sogar wörtlich entlehnt, 
dass er sich von fremden Untersuchungen abhängig macht, sagt indessen 
der verf. sowol im Vorwort als auch an entsprechenden stellen im text. 



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150 Englisch. 

für eine allgemeine orientirung mag das bnch ausreichen, zur Charak- 
teristik des bnches diene noch die meinong des Verfassers, dass eine nm 
1200 verfasste bibelübersetzung, deren existenz wahrscheinlich ist, *can 
only have been Anglosaxon' (s. 32). 

630. John Stoughton, Our £nglish Bible: its translations and 
translators (Religious Tract Society) 1878. YI, 310 s. 8. 

recens. The Academy Oct. 26. 1878 s. 396 von N. Pocock. — 
The Bookseller 1878 no. 252. 5. nov. s. 105. 4. 

von diesem buch gilt im allgemeinen dasselbe, was über das vorige 
gesagt ist. es mag als populäre schrift zweckdienlich sein, und die zahl- 
reichen Illustrationen werden gewiss das Interesse des lesers immer von 
neuem erregen, der wissenschaftliche Standpunkt des ver&ssers wird schon 
auf der ersten seite klar, wo er meint, dass die spräche der menschen 
auch ohne das babylonische wunder allmählich sich in verschiedene 
dialecte und sprachen gespalten haben würde. 

631. A. Rovenhagen, Altenglische dramen. programm der real- 
schule erster Ordnung zu Aachen. Aachen 1879. 4. 39 s. 4. 

es wird die entwicklung des englischen dramas seit seinen anißüigen 
vor Shakspere skizzirt. etwas neues bringt die sonst recht lesbare ab- 
handlung nicht. 

632. Rudolf Genee, Die englischen mirakelspiele und moralitäten 
als Vorläufer des englischen dramas (sammlung gemeinverständlicher wissen- 
schaftlicher vortrage, heft 305). Berlin, flabel 1878. 32 s. 8. 0,60 m. 

die schrift ist, wie es die tendenz der obengenannten sammlung ver- 
langt, eine durchweg populäre Schilderung der entwickelung des englischen 
dramas bis zum 16 jh. 

633. J. Napier, Folk Lore: or, superstitions beliefs in the west 
of Scotland within this Century. With an appendix, showing the probable 
relation of the modern festivals* of Christmas, May-day, St. John's Day 
and Halloween, to ancient sun and fire worship. Paisley. London, 
Trübner. Vm, 190 8. 

Tanner, Die sage von Guy von Warwick. s. mythologie und sagen 
no. 264. 

Dodds, Stories from Early English Literature. s. mythologie und 
sagen no. 283. 

Bunce, Fairy Tales, s. mythologie und sagen no. 284. 

Dyer, English Folk-Lore. s. mythologie und sagen no. 287. 

Altenglisch (angelsächsisch). 
634 W. Skeat, On the study of Anglo-Saxon. The MacmiUaas 
Magazine (febr.) 1879. 



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Englisch. 151 

635. H. Rehrmann, Essay concerning Anglo-Saxon poetry. Jahres- 
bericht über die höhere bürgerschiüe zu Llibben. 1877. 20 s. 4. 

recens. von E. Kölbing, Engl. Studien lU s. 194—195. 

636. Facsimiles of Anglo-Saxon Manuscripts. Photozinco- 
graphed by command of Her Majesty Queen Victoria, on the recommen- 
dation of the Right Honourable the Master of the Rolls, Lieutenant- 
General J. Cameron, Director General of the Ordnance Survey.. With 
Translations by W. Basevi Sanders. Southampton. 

das werk enthält facsimiles von den 25 besten ae. Urkunden in 
Canterbury; sie erstrecken sich vom 5. bis zum 11. jh. — rec. Academy 
1879 s. 382 (3 mai). 

Beowulf. 637. Beowulf. Traduit par L. Botkine. Havre 1877. 
108 s. 8. 

recens. von Karl Kömer, Kölbing Engl. Studien 11, s. 248—251. 

638. Bederich, Zum Beowulfsliede, 1877. 
ang. Lit. cbl. 1461 (K W.) 

639. Beowulf, mit ausführlichem glossar herausgegeben von Moritz 
Heyne, vierte aufläge. Paderborn, Schöningh. 1879. 286 s. 8. 5 m. 

Heynes Beowulf eignet sich besonders für das privatstudium und 
akademische Vorlesungen, es wäre zu bedauern, wenn das buch, wie der 
verf. beabsichtigte, nicht von neuem aufgelegt wäre, da von einzelausgaben 
dann für den angegebenen zweck nur noch Greins Separatausgabe übrig 
wäre, die neue aufläge entspricht nun auch billigen anforderungen. der 
text ist nach Kölbings collation in Herrigs archiv revidirt, die anmerkungen 
mit benutzung der neueren forschung, besonders Riegers und Bugges, be- 
reichert worden. 

640. Hugo Gering, Der Beowulf und die isländische Grettissaga. 
Anglia HI s. 74—87. 

verf. berichtet über, die entdeckung, welche Yigfusson kürzlich in 
seiner ausgäbe der Sturlunga saga (no. 374) mitgeteilt hat: der mythus 
vom kämpfe mit Grendel und Grendels mutter findet sich auch in der 
isländischen Grettissaga, selbst in kleinigkeiten mit der erzählung des 
Beowulf übereinstimmend. Gering teilt die entsprechenden abschnitte in 
deutscher Übersetzung mit. eine mitteilung des Urtextes wäre gleichzeitig 
erwünscht gewesen, da die ausgäbe ziemlich kostspielig ist. 

641. Nath. Müller, Die mythen des Beowulf in ihrem Verhältnis 
zur germanischen mythologie betrachtet, deutsche studienblätter von 
Roltsch m, 13. 

Bunenlied. 642. L. Botkine, La chanson des runes. Texte anglo- 
saxon, traduction et notes. Havre, Imprimerie LepeUetier, 1879. 23 s. 8. 

die einleitung gibt gestützt auf Lüning kurze bemerkungen über die 
bedeutung der runen. der text wird nach Grein abgedruckt, die über- 



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152 Englisch. 

Setzung ist nach Grimms Übertragung gemacht. — so R. P. Wülcker im 
Lit. cbl. 1535 f. derselbe vermisst die bemerkung, dass die einzige hs. 
des gedichtes, ein Cotton manuscript, jetzt verbrannt ist und gibt einige 
correcturen von Botkines text. 

Gospel. 642. The Gospel according to Saint John in Anglo- 
Saxon and Northumbrian Versions synopticaJly arranged, with collations ex- 
hibiting all the readings of all the Mss. Edited for the Syndics of the 
üniversity Press, by the Rev. Walter W. Skeat, M. A. Cambridge, at 
the üniversity Press, 1878. XX, 197 s. fol. 10 sh. 

dieser band fahrt die bereits im jähre 1858 von Kemble begonnene 
große ausgäbe der ae. evangelienübersetzungen weiter, und zwar sowol der 
westsächsischen Übersetzung, von welcher links in zwei columnen zwei dem 
alter nach sehr verschiedene fassungen gegeben werden, als der northum- 
brischen interlinearglosse des Durham Book und der daraus geflossenen 
glosse des Rushworth Manuscript, welche die selten zur rechten füllen, 
die ausführung ist im ganzen der von Skeat im zweiten und dritten bände 
befolgten gleich geblieben, nur dass jetzt zur größeren bequemlichkeit des 
lesers die angaben über correcturen im ae. texte gleich am rande ge- 
geben sind statt wie früher in einem anhange, das ganze macht den 
eindruck einer sehr sorgfältigen und zuverlässigen arbeit, wenn gleich 
manche eigenheiten der Orthographie, die immerhin einmal von bedeutung 
sein können, zb. die Unterscheidung von u und v, principiell ignorirt sind, 
im Vorwort gibt der herausgeber eine zusammenfassende sMzze über das 
benutzte material, sowie eine besprechung früherer ausgaben und andere 
einschlägige Schriften, insbesondere aber wird im anschluss an die be- 
kannte Schlussnotiz der hs. die entstehung der northumbrischen glossirung 
erörtert, auch Skeat ist der meinung, dass in dieser notiz und dem rot 
glossirten teile des Johannes ein autograph des glossators Aldred vorliege, 
während derselbe die glossirung der drei übrigen, evangelien nur geleitet 
habe, diese meinung lässt sich indessen schwerlich mit den werten der 
schlussnotiz vereinigen, und auch sonst scheint die frage noch nicht hin- 
reichend scharf ins äuge gefasst zu sein, so sollte man nach den aller- 
dings nicht ganz klaren angaben Skeats p. YIU f. erwarten, dass Joh. I— V, 9 
von derselben band wie das vorausgehende geschrieben sei, aber die 
facsimilia der Palaeographical Society, tafel 3—6 weisen hier deutlich 
verschiedene bände auf, und das, von Skeat selbst s. X besprochene auf- 
treten von gif welches in der schlussnotiz allein herscht, scheint mit dem 
vorkommen von i für auslautendes e (seit 20,20 u. ö. in der notiz) band 
in band zu gehn und damit abermals auf den eintritt eines neuen Schreibers 
hinzudeuten, die frage wird sich wol nur angesichts der hs. selbst be- 
antworten lassen, wahrscheinlich ist es aber auch jetzt schon, dass nur ein 
apographon, einschließlich der schlussnotiz, vorligt. 



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Englisch. 153 

Cynewnlf. 644. Franz Charitius, Über die angelsächsischen ge- 
dichte vom hl. Gudlac. Anglia n s. 265—308. 

die Cynewnlf-frage ist in neuester zeit eine brennende geworden, 
während die einen dem dichter Cynewnlf außer den unzweifelhaft be- 
glaubigten immer mehr werke zuschreiben wollten, haben andere ihm neuer- 
dings selbst werke abgesprochen, welche man bisher ziemlich allgemein für 
Cynewulfs hielt, auch wenn sie nicht äußerlich als solche beglaubigt waren, 
es war daher an der zeit, einmal die ganze sache einer gründlichen Unter- 
suchung zu unterwerfen, und den anfang damit machte Wülcker, Anglia 
I s. 483 ff. das gleiche ziel hat der vorliegende aufsatz, indem er den 
Gudlac untersucht, hatte Rieger bereits (zs. f. d. ph. I. s. 215 ff.) darauf 
hingewiesen, dass man zwei teile des Gudlac unterscheiden müsse, so 
spricht Charitius geradezu von zwei Gudlaclegenden. aus metrischen, 
lexikalischen und phraseologischen gründen legt der verf. dar, dass der- 
jenige teil der Gudlaclegende, welcher von des heiligen krankheit und 
tod handelt (B), wol von Cynewulf sei, der andere dagegen, welcher seine 
Peinigung durch die teufel erzäblt, von einem andern dichter herrühren 
muss. andererseits finden sich aber in Ä so viele anklänge an Cynewulf, 
dass man sagen muss, Cynewulf kannte Ä zu der zeit, als er B dichtete: 
denn Ä ist nach des Verfassers ausführungen älter als B. die Unter- 
suchung ist fleißig und scharfsinnig, die resultate aber noch sehr anfecht- 
bar, die wunde stelle sind die anklänge an Cynewulf, welche sich in 
großer anzahl in Ä finden. 

gleichfalls mit der Cynewulffrage beschäftigt, und teilweise bezug- 
nehmend auf den besprochenen aufsatz, ist die folgende arbeit. 

645. Arthur Fritzsche, Das angelsächsische gedieht Andreas und 
Cynewulf. Anglia 11 s. 441—496. 

die Untersuchung wird in dieser arbeit, welche unter demselben titel 
auch als Leipziger doctordissertation 1879 erschienen ist, in ähnlicher 
weise geführt, wie in der letztgenannten, d. h. das werk wird in bezug auf 
metrik, phraseologie etc. statistisch untersucht, die wesentlichsten Schlüsse, 
zu welchen der verf. kommt sind folgende: dem Andreas liegt eine 
griechische quelle zu gründe; während die behandlung dieser quelle mit 
Cynewulfs verfahren im allgemeinen übereinstimmt, ist der anschluss an 
dieselbe im Andreas ein engerer, fast sklavischer; wichtige poetische züge 
werden grundlos übergangen, der dichter beherscht seinen stoff nicht durch- 
weg; in bezug auf den versbau findet verf., dass Andreas vollendeter ist, 
als die beglaubigten werke Cynewulfs. daraus schließt nun der verf., dass 
Andreas kein werk Cynewulfs ist, indem er noch besonders eingehend die 
abweichungen in der metrik, der spräche und dem wertschätz hervorhebt, 
aber Andreas muss, so wird weiter ausgeführt, von einem schüler oder 
nachahmer Cynewulfs herrühren, der neben den werken desselben auch 



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154 Englisch. 

andere erzeugnisse der ae. literatur kannte, dies werde bewiesen darch 
die wähl des Stoffes, durch zahlreiche entlehntingen aas Cynewulf, die eine 
nachahmung außer zweifei setzen, und endlich durch reminiscenzen aus 
Beowulf. auch dieser aufsatz enthält viel lehrreiches, aber auch seine 
resultate sind anfechtbar und werden gewiss angefochten werden. 

646. R. P. "Wtilcker, Berichtigung zu Anglia ü, 441. Anglia 
m s. 161 f. 

verf. berichtigt einen Irrtum Fritzsches: Blume hat in der tat den 
codex Vercell. schon 1832 aufgefunden. 

647. Cynewulfs Elene, mit einem glossar herausgegeben von 
Julius Zupitza. Berlin 1877. XII, 100 s. 8. 2 m. 

recens. von Karl Kömer. Kölbing, Engl. Studien 11 s. 252—262. 
ten Brink, anz. f. d. a. Y s. 53—70. s. 55 geht ten Brink auf einige 
phonetische fragen ein mit beziehung auf Sievers' recension in der Anglia; 
einige dort erhobene einwände weist t. B. zurück, von s. 57 an werden 
einzelne stellen mit berücksichtigung des glossars näherer betrachtung 
unterzogen, s. 60 folgen einige bemerkungen über den epilog der Elene, 
wozu Wülckers aufsatz über den dichter Cynewulf, Anglia I s. 483 ff. 
anlass gab. — H. Sweet, Transactions of the Philol. Soc. 1877—79 
s. 377. — Lit. cbl. 1462 (B. W.) 

Sachsenchronik. 648. Henry Sweet, Some of the sources of the 
Anglo-Saxon Chronicle. Kölbing, Engl. Studien 11 s. 310—312. 

verf. spricht in diesem aufeatze die meinung aus, dass die nicht auf 
historischer grundlage beruhenden teile in den *Two of the Saxon Chro- 
nicles' (ed. Earle, Oxford 1 865) auf poetischer grundlage beruhen, sei es 
auf epischen gedichten, sei es auf metrischen genealogien. er schließt 
dies aus dem vorkommen von alliterationen. 

Alfred. 649. Gr. Guizot, Alfred le Grand ou l'Angleterre sous les 
Anglo-Saxons. With Grammatical Philological and Historical Notes by 
H. Lallemand. Hachette, 1879. 230 s. 8. 2 sh. 6 d. 

650. H. Krebs, Die angelsächsische Übersetzung der dialoge 
Gregors. Anglia 11 s. 65—70. 

verf. macht in diesem aufsatze bekannt, dass er in Verbindung mit 
W. Skeat die bisher noch nicht gedruckten dialoge Gregors herauszugeben 
gedenke. Krebs hat diesen plan jedoch, wie verlautet, wider auf- 
gegeben, da eine andere kraft sich nunmehr dieser arbeit unterziehen 
wird, es verlohnt sich nicht, über die dürftigen proben des ae. textes 
der dialoge zu reden, welche Krebs seiner nachricht folgen lässt. 

651. H. Krebs, Zur angelsächsischen Übersetzung der dialoge 
Gregors. Anglia III s. 70—73. 

der verf. teilt auch hier wieder ein Stückchen aus dem Cotton ms. 
mit und knüpft daran ein paar bemerkungen, auch über das Verhältnis 



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Englisch. 155 

der drei hss. auffallen kann es, dass er sich dahei immer auf die 
lesungen anderer heruft: er seihst scheint sich mit den hss. wenig oder 
gar nicht befasst zu haben. 

llMc. 652. C. W. M. Grein, Älfrics metrischer auszug aus dem 
buch der richter. Anglia n s. 141—152. 

Dietrich in seiner monographie über *Abt ÄlMc' spricht darüber, 
dass das buch der richter nicht eine Übersetzung, sondern eine bearbeitung, 
genauer eine historische homilie sei. Wanley bemerkte zuerst, dass die 
Version eine alliterirende ist, und darauf nimmt auch Dietrich in der ge- 
nannten Schrift bezug. trotzdem hat Grein dieses buch der richter in 
seiner bibliothek der angelsächsischen prosa s. 253—265 als prosa ab- 
gedruckt, offenbar aber ist der tatsächliche verhalt Grein nicht un- 
bekannt gewesen, denn es hat sich in seinem nachlass die genannte schrift 
in langzeilen geschrieben vorgefunden. Wülcker nimmt daraus veran- 
lassung diese hinterlassene arbeit Greins — mit einigen kleinen ab- 
weichungen — abzudrucken, da er der gewiss richtigen ansieht ist, dass 
manches interessante daraus für die geschichte des Verfalls der stabreim- 
dichtung hervorgeht. 

653. W. M. Ramsey, Älfric's Gode's Wyrhtan, in Anglo-Saxon, 
with a translation. London 1879, Whittaker 24 s. 8. 1 sh. 

Legenden. 654. R. P. Wülcker, Ein angelsächsisches leben des Neot. 
Anglia m s. 102—114. 

die genannte homilie ist schon zweimal gedruckt: in Gorham's History 
and Antiquities of Eynesbury and St. Neot's, und in Cockayne's Shrine, 
London 1864. Wülcker hat die hs. noch einmal verglichen und teilt den 
text von neuem mit, da die beiden vorhandenen drucke nicht leicht zu- 
gänglich sbd. W. schreibt die homilie Älfric zu, 

Georg Nölle, Die legende von den fünfzehn zeichen vor dem 
jüngsten gerichte. — s. mythologie und sa^en no. 296. 

Cato. 655. Julius Nehab, Der altenglische Cato. Göttinger disser- 
tation 1879. 74 s. 8. 

das heft enthält eine neue ausgäbe der disticha Catonis auf grund 
von neuen collationen der hss,, welche G. Schleich für den verf. an- 
gefertigt hat. vorausgeschickt ist eine darstellung der grammatischen 
eigentümlichkeiten der drei hss. und Untersuchungen über das Verhältnis 
derselben, am schluss die Varianten und erklärende anmerkungen, welche 
nicht sehr inhaltschwer sind. — sind des Verfassers angaben über die 
interpunction der hss. wirklich richtig? 

Chrestomathien. 656. Henry Sweet, An Anglo-Saxon Reader in 
prose and verse. 2 nd edition, revised and enlarged. London, Macmillan 
& Co. 1879. 410 s. 8 sh. 6 d. 



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156 Englisch. 

657. Oscar Brenner, Angelsächsische sprachproben mit glossar. 
München, Christian Kaiser 1879. VIII, 104 s. 8. 1,80 m. 

es ist schwer zu begreifen, welche gründe den verf. zur herausgäbe 
dieses buches veranlasst haben, dasselbe soll nach der vorrede zur ein- 
übung der ags. spräche dienen, weshalb nur prosa aufgenommen sei. es 
geht aus der vorrede femer hervor, dass verf. auch besonders an histo- 
riker und Juristen gedacht hat. alles dies ließe sich hören, wenn nicht 
schon diesen bedürfiiissen besser durch Zupitzas vortreffliches Übungsbuch 
und für weitere zwecke durch Sweet's Anglosaxon Keader abgeholfen wäre, 
verf. sagt sehr richtig vorr. s. V: *durch langes haften an Chrestomathien 
wird nichts gewonnen.' das hätte er selbst bedenken sollen: zur einübung 
der ae. formen genügt vollkommen das was Zupitza aus Älfrics genesis 
und liber iudicum mitteilt; für die einführung in die ae. literatur sind 
aber ganz besonders poetische stücke nötig, und diese hat verf. grund- 
sätzlich ausgeschlossen, obwol er davon spricht, dass der lernende nach 
durcharbeitung seines buches an zusammenhängende stücke wie Beowulf 
oder Elene gehen soll, noch viel weniger ist das buch für historiker zu 
brauchen, denn diese müssen auch die späteren quellen lesen, also me. 
verstehen, der leichtfertigkeit, mit welcher sich der verf. zu dieser 
publication entschlossen hat, entspricht auch die ausführung. sein buch 
soll eine art sprachtrichter sein, und deshalb enthält es *normalisirte 
texte' und 'texte mit Orthographie der hss.', von chronologischer reihen- 
folge der stücke ist keine rede, und mit der 'normalisirung' ist es dem 
verf. kaum ernst gewesen: man list beispielsweise s. 3: her statt her, 
welches an anderen stellen richtig steht, das druckfehlerverzeichnis ver- 
bessert bei weitem nicht alle versehen, es verlohnt nicht auf einzelheiten 
noch einzugehen, da das ganze buch im princip verfehlt ist. charakteristisch 
ist aber, dass der verf. in den Engl. Studien ÜI, s. 207 eine ganze an- 
zahl 'berichtigungen' gibt. 

Vermischtes. 658. Melville Madison Bigelow, Placita Anglo- 
normannica: Law cases from William I to Kichard I, preserved in historical 
records. London, Sampson Low, Marston, Searle & Rivington, 1879. 
LXrV 328 s. 8. 21 sh, 6 d. 

man erwartet nicht leicht in einem buch, das eine Sammlung von 
lateinisch geschriebenen rechtsfällen enthält, ein feld für die tätigkeit des 
Philologen; dies ist aber bei dem vorliegenden buche der fall, es finden 
sich zunächst zahlreiche altenglische namen, wie zu erwarten; außerdem 
aber noch eine ganze reihe von ae. Wörtern: ferdioite, fihiwite, folcland, 
frymfhe^ gemot, hundred, infangennetheof (the right to take a thief within 
one's manor, and have bis goods), lagemannm (lawman), mancusa (eine 
münze, ae. moncus) uüagatus (an outlaw), mtenagemot etc. eine nähere 



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Englisch. 157 

beschäftignng mit diesen recbtsfällen würde sich also sehr wol auch für 
Philologen lohnen. 

659. F. Liebermann, üngedruckte anglonormannische geschichts- 
queUen. Straßburg Karl J. Trtibner 1879. VI, 359 s. 8. 

ans den hier abgedruckten Chroniken und lebensbeschreibungen lässt 
sich nicht nur ein beträchtlicher gewinn für die künde der ae. namen 
ziehen, sondern es ist auch eine ganz englische chronik darunter (s. 3 ff.), 
das buch verdient daher die aufinerksamkeit der philologen. — ang, 
GGA 45 (Pauli). 

Mittelenglisch. • 

Ormnlum. 660. The Ormulum with the notes and glossary of Dr. 
R. M. White, edited by Rev. Robert Holt, M. A. Oxford, at the Clarendon 
press. 1878. 2 bände. LXXXVII, 46+357 und 597 s. 8. 

nach dem titel könnte man vermuten, dass hier eine neue ausgäbe 
des gedichtes vorliege, indessen haben wir es nur mit einer neuen auf- 
läge zu tun. die vorrede Whites ist — und das wird auf dem titel 
verschwiegen — wörtlich wider gedruckt; hinzugefügt sind nur die titel 
der neusten auf das ae. bezüglichen bücher. den text druckt der heraus- 
geber seite für seite wider ab, ein anerkennenswertes verfahren, bei 
dem eminenten wert, den besonders die Orthographie Onus für die englische 
grammatik hat, ist es nötig, den text der hs. bis ins kleinste zu repro- 
duciren. der verf. hat aus diesem gründe die hs. noch einmal collationirt 
und berichtigt eine beträchtliche anzahl von Irrtümern Whites; vergleicht 
man indessen seinen text mit Eölbings collation (Engl. Studien I, s. 1—30), 
so ergibt sich, dass der herausgeber zahlreiche Irrtümer der ersten auf- 
läge hat stehen lassen, welche Eölbing berichtigt hat. dies verdient um 
so mehr tadel, als das erste heft Engl. Studien 1877 erschienen und die 
vorrede zur zweiten aufläge des Ormulum erst am 11. oct. 1878 unter- 
zeichnet ist; der druck hat wol erst damals begonnen, denn auf dem bücher- 
markt ist das buch seit sommer 1879. die nichtbenutzung der collation 
beruht daher wol auf Unkenntnis seitens Holts. die zusätze zu den an- 
merkungen Whites sind gering, zahlreicher zu dem glossar, in welchem 
nunmehr sämmtliche germanischen dialecte zum vergleich herangezogen 
werden, von den facsimilen der ersten ausgäbe ist das zweite fortgelassen, 
die ausstattung ist vortrefflich, durch kleineren druck ist es möglich ge- 
worden, das format handlicher zu machen. 

recens. von E. Kölbing, Engl. Studien n s. 494— 499. die recension 
rügt im allgemeinen dieselben punkte, wie der vorstehende bericht. ref. 
sagt femer, er habe die von ihm geplante neue ausgäbe wenigstens vor- 
läufig aufgegeben, wir können nur den wünsch aussprechen: hoffentlich 
nicht für allzu lange zeit. 



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158 EngliBch. 

661. C. Eaphengst, An Essay on the Onntilam. A dissertation 
for being admitted a Ph. D. at the üniversity of Rostock. Elberfeld. 
38 8. 4. 

diese dissertation trägt keine Jahreszahl, stammt aber, wie es scheint, 
ans dem jähre 1879. sie hat nur den wert eines specimen eruditionis. 
am anfang und schluss einige allgemeine literarische bemerkungen über 
autor, abfassungszeit etc., aber nichts neues, der hauptteil der arbeit ist 
eine laut- und flexionslehre zu dem denkmal, aus welcher gleichfalls 
nichts neues zn lernen ist. sehr tief sind des Verfassers grammatische 
kenntnisse nicht; ein beispiel gentige: s. 28 nennt er 3 formen hdpe, 
hupest^ hilped und meint, hier wirke der umlaut. — die neue aufläge des 
Ormulum war wol zur zeit der abfassung der schrift noch nicht er- 
schienen, der verf. hat sie nicht benutzt; wol aber hätte in dem literatur- 
verzeichnis Kölbings coUation in den engl. Studien aufgeführt werden 
müssen, wo der verf. von der Orthographie spricht, hätte er auf Jessens 
aufsatz in der Tidskrift for Filologi ok Pädagogik, ^Om betegnelsen af 
Selvlyds tidsmaal i et gammel engelsk skrift' fußen müssen; dort steht 
die Sache schon weit besser, die englische grammatik gewinnt daher auch 
nichts durch die vorliegCDde schrift. 

Ayenbite. 662. Hermann Varnhagen, Beiträge zur erklärung und 
textkritik von Dan Michels Ayenbite of Jnwit. Kölbing, Engl. Studien 11, 
s. 27—59. 

im ersten bände der Engl. Studien s. 379—423 hatte der verf. zwei 
kapitel unter derselben Überschrift veröffentlicht, wie gegenwärtige arbeit, 
die letztere ist wider in zwei capitel, III und IV geteilt, cap. UI ent- 
hält eine coUation des Ayenbite, welche zwar nicht sehr zahkeiche, aber 
wichtige besserungen zu Morris' ausgäbe (in der Early English Text 
Society) liefert, leider ist die coUation nicht fttr das ganze werk, sondern 
nur bis s. 70 (Morris) gemacht worden, im cap. IV teüt verf. den text 
des französischen Originals nach dem Cottonianus Cleop. A. V. mit, und 
zwar für s. 98—118 (Morris), sowie für die in Zupitzas und Wülckers 
lesebuche abgedruckten abschnitte. 

Aacren Riwle. 663. J. Zupitza, Eine unbekannte handschrifb der 
Ancren Eiwle. AngUa HI s. 34. 

verf. gibt nachrichtüber ein bisher unbekanntes fragment der Ancren 
Riwle in dem ms. 234 von Caius CoUege, Cambridge, 

Poema morale. 664. J. Zupitza, Zu AngUa I, 5 ff, 195 ff. u. 286 f. 
AngUa m s. 32 f. 

einige berichtigungen zu der kentischen version des poema morale, 
sowie nachrichten über die hss. der Anglia I, 195 u. 286 abgedruckten 
stücke. 



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Englisch. 159 

Mms Book. 665. The Lay Folke Mass Baok, or the manner of 
hearing mass with rubrics and devotions for the people in four texts and 
Offices in English, according to the use ofYork, from mannscripts ofthe 
Xinth to she XVth Century, with appendix, notes and glossary by Thomas 
Frederick Simmons. London, pubHshdd for the Early Engl. T. 
Society by N. Trübner & Co. 1879. LXXI, 4T2 s. 8. 

das original dieses Mass Book ist ein französisches, verfasst in der 
mitte des 12. jh. fUr Normannen in England, die englische Übersetzung, 
ursprünglich im northem dialect (s. LXI), datirt ans dem 13. jh. das 
werk ist dem herausgeber in 6 hss. bekannt geworden, welche in der ein- 
leitung beschrieben werden, dieser folgt der abdruck der texte, diplo- 
matisch genau, nur mit auflösung der compendien. an den text schlieBen 
sich umfangreiche anmerkungen und ein den nächsten bedürfnissen des 
Verständnisses dienendes glossar. am Schlüsse: Note to the Meditations 
on the Supper of our Lord and the houis of the passion, Early Engl. 
Text Society 1875, Original Series No. 60 (s. 51—54), von Cowper. 

Lesenden. 666. Sammlung altenglischer legenden, größtenteils zum 
ersten male herausgegeben von C. Horstmann. Heilbronn, vertag von 
gebr. Henninger 1878. 227 s. 8. 

die ausgäbe ist nur zum teil eine kritische, sie gibt gewöhnlich nur 
die handschriftlichen texte, zum abdruck gekommen sind folgende stücke : 
I. die Sammlung des ms. Vemon, fol. 89 ff, bruchstück einer metrischen 
Übertragung von legenden aus des Jacobi a Voragine legenda aurea. die 
me. Übersetzung enthält 1) S. Paula, beginnend: .... Eipur opur 
pu8 to dopun and fede Stich purtceaunce men schulde make pat charite 
gunne not to slake But as he gladliche non liuep and dop pat he mowe 
do afturward forp, 2) S. Ambrosius, beginnend: Herkenep sires for my 
purpose Is ou to teile of seint Ämbrose But fürst Ms name i wol ex- 
poune Lustnep wip good deuocioune. 3) de quadam virgine in Antiochia: 
Ät Äntioche as men han sayde Dwellede sum tyme a mayde pat was a 
wommon, of god famepe hok tellep not hire name, 4) De S. Theodora: 
At Alisaundrie tel i ow con In pe emperours tyme Zenon Dwelleda 
womm^on, pe hok seip swa, pat men called Theodora, 5) S. Bemard: 
Seint Bemard hörn was ai Burgoyne In pe castel men callep Fountayne 
Of wondur noble kinred of gentrie and of goodhed, Q) S. Augustin: 
Seint Av^Un was nempned pat name For preo causus of gret fame pe 
fürst is excellence of dignite pe secunde is feruour of loue & charite, 
7. Savinian <fc Savina; Sum tyme per was an hepen man pat men called 
Sauyn pan Of Ms furste toyf he gat a chüde And called him Sauyn god 
and mylde. H. Einzellegenden: 1) kindheit Jesu, a) aus ms. Harl. 
3954, fol. 70, 14 jh: Hie incipit infancia saluatoris Lord god in trinite 
pou houtyst man on rode dere pou send hem grace wel to the pat lystyn 



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160 Englisch. 

me wt mylde chere. b) nach ms. Harl. 2399 fol. 47. (15 jh);: Pueritia 
vel infancia Christi Alle — my-ffiity god yn irynyte pat hawth man on 
rode dere He yefe ows welle to pe Ä lytyl — tüyle pat ye tvylle me 
hyre, 2) Canticum de creatione. a) nach ms. Trin. Coli. Oxf. 57 fol. 156 
(schon edirt von demselben verf. Anglia I, s. 287 ff.): Jhesu Orist 
heuern kynge And his moder pat swete pyng Orante kern pe Hesse of 
Kevine b) nach ms. Auchinl. Edinb. Advoc. Libr.: . . . Liithern pat 
angel hriit Answerd anon ri-^t Ich was ar pe warld bigan. 3) Magda- 
lena a) nach ms. Land 108 fol. 190: Slei^e men and egleche and of 
redea wise and holde Imstniez noupe to mi speche wise and vntoise 
i^ongue and olde b) nach ms. Auchinl. Edinb. Advoc. Libr. fol. 62—65: 
.... & Martha keped swipe wel Hir londes etierich a del Sehe -^af hir 
al to almose-dede pe pouer to dope & to fede ('schon edirt Legendae 
Cathol. ed. Tumbull 1840) 4) Marina ans ms. Harl. 2253 fol 64^: 
Herkep hideward & heop stille Ypreie ou i^ef hit he or tüüle & le shvle 
here of one virgine pat wes ydeped seinte Maryne, 5) Eufrosyne, ms. 
Vemon fol. 103: Jn Alisaundre pat grete dtee per was amon ofmmhe 
pouste PaÜinudm forsope he hiht He kepte wel pe heste of god almiht 
(schon gedruckt Engl. Studien I s. 300 ff.) 6) Cristine, ms. Arundel 
168 fol. 2 (15 jh): Seynte Gristyne was a maide bryghte As clerhis in 
hokes hathe rede & seene Sehe seruede gode hothe daye ande nyghte As 
martyr shulde ande virgyne clene. der verf. nennt sich v. 515 Willam 
Paris. 7) Dorothe, ms. Harl. 5257: glorious virgyne and martyr 
Dorothe Whos fader was called Dorotheas Thy moder was named 
Theodore, 8) Erasmus a) aus ms. Harl. 2382: Alle cristen peple 
listemth ye & here Of an holi hisshop and a martere Whos name is 
deped seynt Erasmtis As pe boke seith & trew men teile us. b) aus ms. 
Bedford, fol, 280: Alle cristen folke ^c listen and lere Of an holy 
huysshqpe & m^artere etc. 9) A disputisoun bytwene a cristenemon and 
a Jew, ms. Vemon, fol. 301 : Alle hlipe mote pei he pat folyes hlepe- 
liehe wole fle How hit hitidde hii^onde sie (16 zeilige Strophen, 3 Strophen 
daraus gedruckt bei Warton, Hist. of Engl. Lit, ed. Hazlitt IH, 181 ff.) 
10) Roberd of Cisyle, nach den mss. Vemon, Trin. Coli. Oxf. 57, Harl. 
1701, Harl. 525. Cbr. Tf. ü. 38, die hs. Cbr. Ji IV, 8 ist nicht be- 
nutzt. Horstmanns text beginnt: Princes proude pat hep in pres Iwil 
ym tdle ping nohles In Oisyle was a noble kyng Fair and strong and 
sumdel lyng. den schluss des buches macht eine *beilage zur Creatio 
mundi' ein prosastück aus ms. Vemon fol. 393, betitelt pe lyff of Adam 
and Eue. es beginnt: Alle pat hüeeuen on Jhesu Orist lustenep and 
le mowen heere how mmhe is pe micht of vre heuene kyng» des Verfassers 
ausgäbe ist dankenswert, insofern sie uns mit einer anzahl bisher un- 
bekannter me. legenden bekannt macht, zu tadeln ist dagegen, dass verf. 



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EngUsch. 161 

nicht eine kritische ausgäbe geliefert hat, und vollends, dass er kleine 
«tücke, die er in allgemein verbreiteten zss. (Anglia u. Engl. Studien) 
schon veröffentlicht hat, noch einmal abdruckt, auch scheint von einigen 
legenden eine kritische ausgäbe far die zukunft beabsichtigt zu sein. 

recens. Engl. Studien HI s. 125—135 von Kölbing, im allgemeinen 
anerkennend. — wissensch. monatsblätter 1879 s. 1 f. von Fritz Schultz: 
erkennt H.'s methode, die hss. ohne kritik abzudrucken, an. — Lit. cbl. 
214 von E. W. empfohlen. 

Orpheus. 667. Oscar Zielke, Sir Orfeo. I teil: stil und Überlieferung 
des gedichtes. Breslauer diss. Breslau 1879, 35 s. 8. 

die vorliegende dissertation ist die einleitung zu einer ausgäbe des 
gedichtes von Orpheus (c. 1300), dessen drei hss. bereits in älteren 
separatdrucken vorlagen, die vorliegende einleitung gibt zunächst eine 
analyse des gedichtes, sodann eine hübsche abhandlung über den stil. den 
schluss bildet eine Untersuchung über das Verhältnis der drei hss. das 
ganze macht den eindruck einer sorgfältigen arbeit. 

Legenden. 668. Englische Alexiuslegenden aus dem XIY. und XV. 
Jahrhundert, herausg. von J. Schipper, erstes heft. Version I. Q. F. XX. 
Straßburg-London, Trübner. 1877. 106 s. 8. 2,50 m. 

recens. von E. Kölbing, in den Engl. Studien 11 s. 489 — 492. die 
recens. spricht sich im allgemeinen anerkennend über das buch aus. 

669. Reinhold Köhler, Zu einer stelle des altenglischen gedichtes 
von der kindheit Jesu. Kölbing, Engl. stud. 11, s. 115 f. 

in der von Horstmann, ae. legenden, herausgegebenen erzählung von 
der kindheit Jesu wird v. 639 — 678 das wunder von dem wasserkrug und 
dem Sonnenstrahl erzählt, verf. gibt einige nachweise über anderweitiges 
vorkommen dieses wunders. 

670. E. Kölbing, Nachtrag. Engl. Studien n, s. 117 f. 

der kleine aufsatz gibt einen weiteren nachweis über das sonnenstrahl- 
wunder aus der noch ungedruckten me. infantia salvatoris, cod. Harl. 3904 
des Brit. Mus. Horstmann will das ganze gedieht für die E. E. Text 
Society herausgeben. 

Barlaam. 671. Barlaam und Josaphat, Eine prosaversion aus ms. 
Egerton 876 (Brit. Mus.) fol. 301, von C. Horstmann, programm des 
königl. katholischen gymnasiums zu Sagan. 1877. 17 s. 4. 

recens. von E. Kölbing, Engl. Studien III, s. 190—193. 

Miscellen. 672. H. Varnhagen, Zu mittelenglischen gedichten. 
Anglia H s. 225—255. 

im ersten abschnitt handelt verf. von den Streitgedichten zwischen 
körper und seele, von welchen neun englische bearbeitungen existiren, 
zwei ae. (die bekannten in Greins bibl. d. ags. poesie) und sieben me. zu 
Jahresbericht für Germanische Philologie. I (1879). 1 1 



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162 Englisch. 

der von Wright (W. Mapes s. 334 ff.) und Mätzner (Spp. 1. 92 ff.) 
herausgegebenen Version teilt verf. eine bisher zum größten teil un- 
gedrackte hs. mit, Brit. Mus. Roy. 18 A X. der anfang derselben lautet: 
Ä disputeson betwen the hody and the sowie. Äs i lay in a tvynternyght, 
Ä litel drouknynge hefor pe day, Me iJioughte i sey a rewely syght, Ä 
hody pere it on bere lay. pat hadde hen an mody knyghtf And litd 
served god to pay; Lore he hadde his lyves lyght; pe gost was oute 
and wolde go way. (erste strophe). es folgen dazu erklärende anmerkungen, 
sowie bemerkungen und collation zu Mätzners beapbeitung des Laud-textes 
(Spp. I, s. 92 ff.), zweitens teilt der verf. eine Marienklage mit, welche 
früher von Wright (Spec. of Lyric Poetry s. 80 ff.), neuerdings von 
K. Böddeker in den Ae. dicht, des ms. Harl. 2253 nach einer hs. heraus- 
gegeben ist. Vamhagen teilt hier eine zweite hs., cod. Digby 86 mit, 
welche schon Stengel beschrieben hatte, außerdem berichtigt er den 
irrtum, dass dieses gedieht seine quelle in dem lateinischen Stabat mater 
dolorosa habe, indessen kann doch bei der ähnlichkeit des metrums und 
anfanges und den zahlreichen sonstigen anklängen kaum geleugnet werden, 
dass der dichter das lateinische gedieht wenigstens gekannt hat. der an- 
fang lautet in der Digby hs: Chauncoun de nomtre dame. Stond wel, 
moder, ounder rode. Bihold pi child wip glade mode; Moder , blipe miit 
pou be! Sone, hou may ich blipe stonde? Ich se pine fet and pine 
honde Inayled to the harde tre. endlich teilt verf. einen kleinen gereimten 
scherz von 5 versen mit. — nachtrag zu diesem aufsatze Anglia 11 s. 502 
f. von R. P. Wülcker. 

673. Hermann Varnhagen, Zu mittelenglischen gedichten. An- 
glia m, s. 59-67. 

verf. teilt eine bisher ungedruckte hs. der sprtiche des heiligen Bern- 
hard mit, ms. Digby 86, welche er für die beste erklären möchte, es 
sind 31 Strophen, am schluss eine bemerkung zu des verf. aufsatz über 
Long Life, Anglia II s. 71. 

674. Altenglische dichtungen des Ms. Harl. 2253. mit grammatik 
und glossar herausgegeben von K. Böddeker. Berlin, 1878. XVI, 
463 s. 8. 

recens. von J. Schipper, Anglia II s, 507—513. die ausgäbe wird 
als im princip verfehlt charakterisirt (verf. wollte durch eine voriius- 
geschickte grammatik und ein glossar sein buch zugleich zu einer ein- 
führung in das me. machen). 

recens. von E. Kölbing in den Engl. Studien II s. 499 — 517. diese 
besprechung urteilt, trotz mancher ausstellungen im einzelnen, anerkennend 
über das buch. — von Yamhagen, z. f. d. österr. gymn. XXX no 11. 

Ferumbras. 675. The English Charlemagne Romances. Part I, Sir 
Ferumbras, edited from the unique paper ms. about 1380 a. d. in the 



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EngUsch. 163 

• 
Bodleian library (Ashmole ms. 33; by Sidney J. Herrtage, London 
published for the Early English Text Society by N. Trübner & Co. Extra 
Series XXXIV. 1879. XXVIII, 255 s. 8. 15 sh. 

Sir Ferumbras ist nahe verwandt mit der erzählung vom Sowdan of 
Babylon, der heransgeber spricht in der einleitung zunächst von der 
Popularität des Stoffes; er beschreibt sodann die (papier -) hs., welche 
nach seiner angäbe so verblasst ist, dass der text kanm noch leserlich ist. 
der dialekt ist (nach s. XVII) southem, wahrscheinlich Devonshire, 
*but has an nnusnally large admixture of Midland and Northern forms.' 
verf. zieht daraus den schluss, dass der dichter viel im norden gereist sei; 
dies sei die einzig mögliche erklärung jener erscheinung. warum aber 
will er eine so gezwungene erklärung geben, während es eine alltägliche 
erscheinung ist, dass durch Schreiber ein fremder dialect in ein buch 
hineingetragen wird? s. XX — XXVin folgt ein abriss der grammatik, leider 
nur die formenlehre, s. XXIX eine analyse des gedichtes. der anfang der 
hs. lautet: Charlis doghU [knyztes . , ta, le as pai a waywarde spedde 
Mo pan a pausend mth out .... slowe pai as pay fledde & drow 
hym .... tcip on . . are . with his host pat was pere, der in der 
hs. fehlende anfang und schluss wird aus dem frz. original mitgeteilt 
(ms. Bibl. Nat. no. 180). das beigegebene glossar hält sich in dem bei 
der Early Engl. T. S. üblichen rahmen, einzusehen ist nicht, weshalb 
der verf. hier und da ohne jedes princip ae. Wörter zur vergleichung 
hinzusetzt. 

Roland. 676. Gustavus Scheich, Prolegomena ad Carmen de 
Rolando anglicum. Inauguraldissertation, Berlin 1879. 46 s. 8. 

gegenständ der dissertation ist die me. bearbeitung des Rolandsliedes, 
welche sich im ms. Brit. mus. Landsdowne 388 fol. 3818- — 395 findet, 
in bezug auf die abfassungszeit weist verf. aus sprachlichen gründen nach> 
dass das gedieht erst nach 1400 verfasst sein kann, das Vaterland des. 
dichters muss der südwestliche teil des mittellandes gewesen sein, im 
dritten capitel behandelt verf. eingehend die metrik, endlich im letzten 
die quellen, als welche sich das afrz. Eolandslied und die chronik des 
Turpin ergeben. 

IsuBibras. 677. E. Kölbing, Das Neapler fragment von Sir Isumbras. 
Kölbing, Engl. Studien III s. 200—203. 

Zupitza bemerkt Anglia I s. 293, dass er das material zu einer 
ausgäbe des Isumbras fast vollständig besitze, um zu demselben bei- 
zutragen, teilt Kölbing das Neapler bruchstück, umfassend 122 verse, mit. 
der anfang desselben war schon abgedruckt von D. Laing, Reliquiae ant. 
II s. 67 und von Halliwell, The Thomton romances, London 1844, 
s. 269. 

11* 



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164 Englisch. 

• 
Sultan von Babylon. 678. Emil Hausknecht, Über spräche und 
quellen des mittelenglischen heldengedichts vom Sowdan of Babylon. 
Inauguraldissertation, Berlin 1879. 49 s. 8. 

das genannte gedieht liegt vor in einer schwer zugänglichen ausgäbe 
The romaunce of the Sowdane of Babylone and of Ferumbras bis Sone 
who conquerede Eome, London, Printed by William Nicol, Shakspere 
Press, 1854. der verf. der dissertation stellt eine neue ausgäbe des ge- 
dichtes für die E. E. Text Society in aussieht, der wert der vorliegenden 
Untersuchungen wird erst zusammen mit derselben erkannt werden können, 
die hs. dieser version befindet sich gegenwärtig im besitz des Rev. John 
E. A. Ferwick, Thurlestane House, Cheltenham. 

Benedictinerregel. 679. K. Böddeker, Versificirte Benedictinerregel 
im Northern dialect. Kölbing, Engl. Studien II, s. 60 — 93. 

die Early English Text Society beabsichtigte eine parallelausgabe ver- 
schiedener Versionen der Benedictinerregel. da dieser plan aber wider 
aufgegeben ist, so teilt verf. aus dem ms. Cotton. Vesp. A. 25 eine 
poetische bearbeitung der Benedictinerregel mit. die hs. ist, was das 
mitgeteilte stück betrifft, pergament anfang des 15 jh; der rest der hs., 
lieder und balladen aus dem 16 jh. (vom verf. mitgeteilt im Jahrbuch f. 
rom. u. engl. lit. N. F. 11 s. 81 ff.), ist papier. der anfang lautet fol. 
76 a: Regula beati benedicti in anglicis verbis translata. All pat wyll 
sely lyue in land, Äla sant Benet has ordand, Or wyll gyf pair 
deuodoun Vn to pe rowle of religiount In pis hohe pay may see sett 
pe suihfast rewle of sant Benet Wat lere pontes pat partens ar to, 
Nyght & day how pay soll do. der schluss fol. 128* lautet: perfor al 
pat parto hose hight, Saue pis rewle, & lerne it ryght, And pray god 
herüy wit gude ml To gif pam myght & grace pertiL pen endles lif 
sal he pair mede. Vnto pat lif our lord vs lede! amen Amen Explidt 
Verbesserungen zum text, Engl. Studien 11 s. 384. 

680. K Böddeker, Über die spräche der Benedictinerregel. ein 
beitrag zur kenntnis des nordhumbrischen dialects. Kölbing, Engl. Studien 
II s. 344—384. 

dieser aufsatz behandelt die grammatischen eigenttimlichkeiten der 
eben besprochenen Benedictinerregel. verf. beschäftigt sich besonders ein- 
gehend mit der lautgeltung der vocale, gibt eine vollständige übersieht 
über die flexionen sowie syntaktische bemerkungen über den gebrauch des 
conjunctivs, den ausfall des pronominalen subjectes, und über den Infinitiv. 
Long Life. 681. Hermann Yarnhagen, Zum mittelenglischen ge- 
dichte Long Life. Anglia n s. 71 f. 

das gedieht ist von Morris, Old Engl. Mise. s. 156 ff. nach zwei hss. 
gedruckt; eine dritte teilte Zupitza Anglia I s. 410 ff. mit. Vamhagen 



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Englisch 165 

hat neun verse der ersten Strophe ߣan may longe his lyves wme etc.) 
im Ayenbite s. 129 aufgefunden. 

Piers Plowman. 682. "W. Skeat, Notes sur la triple Edition du 
Piers Plowman (2. art). — Revue critique no. 44 u. 45. 

William von Schorham. 68'3. M. Konrath, Beiträge zur erMärung 
und textkritik des William von Schorham. Berlin, Weidmann 1878.63 s. 8. 

die einzige bisher ffekannte hs. der gedichte W' s von Schorham, das 
ms. add. 17376 des British Museum, liegt in einem ziemlich schlechten 
abdruck von Wright (The religious poems of William de Schorham, London, 
printed for the Percy Society 1849) vollständig vor. Konrath berichtigt 
auf grund einer eigenen abschritt zahlreiche versehen Wrights und bringt 
außerdem durch besonnene conjecturalkritik und, was besonders lobenswert 
ist, eine über die dürftige grammatik hinausgehende Sachkenntnis, in 
manche bisher dunkele stelle licht, es ist zu bedauern, dass der verf. 
die von Morris, Mätzner und Wtilcker gemachten besserungen nicht wider- 
holt hat; wir hätten dann einen trefflichen kritisch-exegetischen commentar 
zu Wrights ausgäbe, doch ist die mühe, die besserungen der genannten 
zu verzeichnen auch für uns eine geringe, und wir können dem verf. für 
eine so besonnene arbeit nur danken, möchte man doch erst allgemein 
fühlen, dass ae. werke nicht ausschließlich schätzbares grammatisches ma- 
terial sind! 

recens. von E. Kölbing, Engl. Studien III s. 164—172. — • Vam- 
hagen, anz. f. d. a. Y 257—259.— Literaturblatt (II) s. 6Ö f. von Böddeker. 

Beves of Hamtonn. 684. E. Kölbing, Zu Sir Beves of Hamtoun. 
Kölbing, Engl. Studien II s. 317—320. 

dB§ genannte gedieht wurde 1838 von Tumbull für den Maitlandclub 
zu Edinburgh herausgegeben, jedoch nur nach einem einzigen (Auchinleck) 
ms. Kölbing hat aus vier hss. das material zu einer neuen ausgäbe ge- 
sammelt; da sich jedoch das erscheinen derselben noch längere zeit ver- 
zögern kann, so teilt er vorläufig eine collation zu TumbuUs druck mit. 
dieselbe ergibt mehrere hundert zum teil wichtige besserungen. 

Amis and Aniilloim. 685. E. Kölbing, Zu Amis and Amilloun. Köl- 
bing, Engl. Studien II s. 295—310. 

durch ten Brinks bemerkungen in seiner literaturgeschichte und durch 
einen privatbrief desselben veranlasst, untersucht Kölbing nochmals das 
englische gedieht auf seine quelle hin. in Paul und Braunes beitr. lY 
s. 282 hatte verf. bereits als die quelle das bisher unbekannte frz. gedieht 
Amys et Amyllioun angegeben, zu der gegenwärtigen Untersuchung konnte 
K. ein neues fragment des frz. gedichtes benutzen, cod. Durlac. 38 der 
Carlsruher bibliothek (die Cambridger hs. war ihm leider noch nicht zu- 
gänglich), er bleibt nach eingehender Untersuchung — gegen ten Brinks 



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166 Englisch. 

meinung, dass die chanson de geste Amis et Amiles die quelle sei — bei 
seiner früher ausgesprochenen ansieht stehen, dass das englische gedieht 
zunächst mit Amys et Amyllioun verwandt sei. der Stammbaum den K. 
jetzt aufstellt, nimmt an, dass aus einem frz. original die chanson de geste 
und Am. et Amyll. geflossen sei, aus einer mittelversion zwischen letzterem 
und dem original floss das englische gedieht. — nachtrag ebenda s. 539. 

686. Felix Liebrecht, Ein altenglischer ^hwank. Kölbing, Engl. 
Studien II, s. 20—27. 

verf. findet zu Walther Mapes' erzählung de Sceva et Ollone merca- 
toribus (in den Nugae curialium, ed. Thomas Wright, London 1850, Camden 
Society) eine analogie in dem dänischen lustspiel Harrig Niding von 
Justesen Ranch (geb. 1476, gest. 1577).*) 

687. Reinhold Köhler, How the plowman leamed his Pater 
Noster. Anglia 11 s. 388—394. 

zu dem in Hazlitts 'Romains of the Eearly Populär Poetry of Eng- 
land' vol. I. p. 209—216 u. anderwärts abgedruckten gedieht mit obigem 
titel weist verf. analoga nach 1) in einer im jähre 1424 vom hl. Bemar- 
dino von Siena gehaltenen italienischen predigt 2) in dem Rosarium ser- 
monum predicabilium des Bemardinus de Busti (lateinisch) 3) aus letzterem 
hat, nach Köhlers urteil augenscheinlich Johannes Pauli das 338ste kapitel 
seines 'Schimpf und ernst' geschöpft, welches genau dieselbe anekdote 
erzählt, endlich erwähnt verf. die ihm nicht zugänglichen 'Nouveaux 
contes ä. rire' vom jähre 1702, wekhe nach einer notiz Oesterleys (Shake- 
speare's Jest Book; p. 248) gleichfalls diesen scherz erzählten. 

Gesta Romanomm. 688. The Early English versions of the Gesta 
Romanorum, formerly edited by Sir Frederick Madden . . .•. with 
introduction, notes glossary etc. by SidneyJ. Herrtage, B. A. London, 
published for the Early Engüsh Text Society by N. Trübner & Co. 1879 
XXXI, 563 s. 8. 15 sh. 

in der einleitung gibt der verf. eine zusanmienfassung der resultate, 
zu welchen Oesterley in der ausgäbe der Gesta Romanorum (1872) ge- 
kommen ist. nach der englischen handschriften-familie der lateinischen 
gesta ist die me. version gefertigt, und zwar zur zeit Heinrichs VI. es 
existiren drei hss. : Brit. Mus. Harl. 7333, c. 1440 geschrieben, additional 
9066, 16 Jh., üniversity Library Cambridge, Kk. 1. 16. verf. spricht so- 
dann von alten drucken der gesta, zunächst einer engl. Übersetzung, 43 ge- 
schichten, im 16 jh. von Wynkyn de "Werde in London herausgegeben, 
der text stimmt meist zu add. 9066, bisweilen auch zu Harl. 7333, und 



*) nach Winkel Hörn s. 145 Hieronymus Ranch (1539—1607); die posse 
heißt Karrig Niding. 



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. Bnglißch. 167 

enthält acht geschichten, die in keiner der beiden hss. stehen. auBer dieser 
existiren noch andere alte ausgaben, u. a. eine von Richard Bobinson. 
verf. druckt die texte der mss. ab und fügt die acht geschichten aus 
Wynkyn de Worde hinzu, dem text folgen anmerkungen und ein glossar. 

Chaucer. 689. The Poetical Works of Geoffrey Chaucer, Edited, 
with a memoir, by Arthur Gilman. Biverside Edition. Uniform with 
and completing the Riverside Edition of the British Poets. With Portrait 
and füll Index. 3 vols. crown 8 vo. New York, Houghton, Osgood & 
Co. 1879. 

Mr. Gilman has embodied in the text and notes of these volumes, 
the researches of years, the fruits of the Chaucer Society's labors, and 
has produced a far better edition of this old English poet than any edition 
yet brought out in England. (Publisher's Weekly, sept. 6. 1879 s. 238). 

690. F. Lind n er, The Tale of Gamelyn. L Kölbing, Englische 
Studien II, s. 94—114. 

die arbeit beschäftigt sich mit der pseudochaucerschen Tale of Ga- 
melyn, verf. meint, dass Chaucer sehr wol einen solchen stoff könnte 
bearbeitet haben, dass indessen metrum, reim, spräche und behandlungs- 
weise gegen seine autorschaft sprechen, dies legt der aufsatz im einzelnen 
dar. zur begrttndung seiner Untersuchungen gibt verf. eine tabellarische 
Übersicht der reime, geordnet nach dem vocal der reimsilbe. daraus er- 
gibt sich, dass die reime zwar im allgemeinen rein sind, die wenigen un- 
reinen reime aber das gedieht doch wenigstens schon verdächtig machen, 
femer zeigt sich, dass der dichter an reimarmut leidet, wie er auch arm 
im ausdruck ist. auch ist die anzahl der romanischen Wörter bei weitem 
nicht so groß wie bei Chaucer. der ausdruck zeigt noch häufig die alter- 
tümlichen parallelen glieder, 'Variationen^ wie Sievers in der recension 
von Zupitzäs Elene (Anglia I. s. 581) es mit einem empfehlenswerten und 
treffenden ausdruck n^nnt, verf, nimmt als entstehungszeit des gedichtes 
init recht wol das 13 Jh. an. warum ist s. 113 eine stelle des 'großen 
rosengarten' in nhd. Übersetzung gegeben? 

691. F. Lindner, The Tale of Gamelyn. IL Kölbing, Engl. Studien 
n s. 321—343. 

verf. gibt in diesem au&atze fortsetzung und schluss des vorgenannten 
aufsatzes. er behandelt hier die sprachlichen Verhältnisse des gedichtes. 
es ergibt sich, dass sämmtliche hss. dem Midland angehören, des Ver- 
fassers meinung ist, dass das ursprüngliche gedieht am ende des 13 jh. 
im norden des West-Midland entstanden ist. 

692. Johannes Bennewitz, Chaucer's Sir Thopas, eme parodie 
auf die altenglischen ritterromanzen. Hallenser dissertation 1879. 54 s. 4. 



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168 Engüsch. 

fast die hälfte der vorliegenden arbeit ist eine allgemeine Charakte- 
ristik der me. romanzendichtung, ans welcher gerade nichts nenes zu 
lernen ist. im zweiten teil der arbeit geht der verf. auf sein eigentliches 
thema über: er gibt den Inhalt des gedichtes an, und geht es darauf ganz 
durch, um an einzelnes bemerkungen zu knüpfen, die arbeit kann und 
will wol nur als specimen eruditionis gelten. 

693. Rein hold Köhler, Nochmals zu Chaucers The Milleres 
Tale. Anglia 11 s. 135 f. 

zu dem was der verf. Anglia I s. 38 ff. und s. 186 ff. von analogen 
gescMchten zu Ch's M. T. angeführt hatte, trägt er nun noch eine deutsche 
erzählung von ganz gleichem Inhalt nach, dieselbe findet sich in einer 
Schwanksammlung des 17 jh: Lyrum Lamm Seu Ntigoe Venales etc. 
Typis et sumptüms Sociorum Narrcisc. der betreffende schwank trägt 
die nummer 279. 

694. E. Kölbing, Zu Chaucers: The Knightes Tale. Kölbing, 
Engl. Studien H s. 528—532. 

bemerkungen zu Kochs aufsatz Ein beitrag zur kritik Chaucers (Engl. 
Studien bd. I s. 249 ff.). 

694 a. Henry Wood, Chaucer's Influence uponKing James 1. of 
Scotland as poet. Halle, 1879. 43 s. 8. .(Leipziger dissertation). 

695. J. Koch, Über die neuesten Veröffentlichungen der Chaucer 
Society. Anglia H s. 532—545, IH s. 179 -191. 

referent spricht über die publicationen der jähre 1876, 1877 und 
1878. — 

[Chaucer ist im diesmaligen Jahresbericht nicht stark vertreten, da 
seine aufQahme zu spät beschlossen wurde, als dass noch das material 
hätte herbeigeschafft werden können, in zukunft wird auch die spät- 
mittelenglische zeit eingehend behandelt werden]. 

Libell of Englishe policye. 696. The Libell of EngUshe Policye. 1436. 
Text und metrische Übersetzung von Wilhelm Hertzberg, mit einer 
geschichtlichen einleitung von Reinhold Pauli. Leipzig, S. Hirzel. 1878. 
120 s. 8. 4 m. 

recens. von F. Lindner, Engl. Studien H s. 488 f. 

Generydes. 697. Generydes: A Romance in Seven-line Stanzas. 
Edited from the ünique Paper MS. in Trinity College, Cambridge 
(c. 1440) by W. Aldis Wright. Part. IL Early Engl. T. Society. London, 
Trübner 1879. 8. 4 st. 

Paladins. 698. Palladius on Husbondrie, from the ünique MS. of 
about 1420 in Colchester. Edited by Rev. Barton Lodge. With a 
Ryme Index, edited by Sidney I. H. Herrtage. Part H. Early Engl. T. 
Society, London, Trübner 1879. 8. 5 sh. 



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Englisch. 169 

Golagrns und Gawain. 699. Moritz Trantmann, Golagrus und 
Gawain. Anglia 11 s. 3J5— 440. 

das genannte gedieht ist üherliefert in einem einzigen exemplar eines 
alten dmckes vom jähre 1508, jetzt der advokatenbibliothek zu Edinbnrg 
gehörig, davon wurde 1827 ein abdruck genommen, welcher jedoch in 
Deutachland ebenso wenig zugänglich ist, wie Maddens ausgäbe des ge- 
dichtes. Trautmann tut daher gewiss ein verdienstliches werk, wenn er 
das vollständige gedieht nach dem facsimile-druck von 1827 und nach 
einer nochmaligen durch Miss Wood ausgeführten vergleiehung zum ab- 
druck bringt, das gedieht ist schottisch und aus Chrestiens Perceval als 
mittelbarer quelle geschöpft, verschiedene gründe weisen das gedieht in 
das 15, vielleicht erst den anfang des 16. jh. der Verfasser desselben ist 
höchst wahrscheinlich Clerk von Tranent, wie sieh aus strophe 17 von 
William Dunbars *Lameift for the Makaris' schließen lässt. alle diese 
fragen erläutert Trautmann in einer vorausgeschickten einleitung, und man 
wird ihm beistimmen müssen. — nachtrag dazu Anglia II s. 549. 

Miscellen. 700. R. P. Wüleker, Aus englischen bibliotheken. Anglia 
n s. 354—387. 

verf, gibt nachricht und proben aus verschiedenen ae. hss. 1) über 
eine pergamenths. der kathedralbibliothek zu Salisbury, welche ae. glossen 
zum psalter enthält; do. Cotton ms. Vesp. A. I, Tib. C VI, Royal ms. 
2 B. V. verf, spricht den wünsch aus, dass diese glossen bald einen 
herausgeber finden, weiter wird berichtet über eine hs. von Chaucers 
Übersetzung des Boetius, welche sich gleichfalls zu Salisbury befindet, die- 
selbe stellt sich nach Wülckers urteil den beiden besten hss. an die seite, 
so dass dieselbe bei einer neuen ausgäbe des Werkes ganz besonders 
berücksichtigt .werden müsste. endlich gibt verf. noch aus dem codex 
Exoniensis nach sorgfältiger vergleiehung einen neuen abdruck der *bot- 
sehaft des gemahls an seine frau' und der *Ruine'. in bezug auf das 
letztere gedieht hat Wüleker bestimmt recht, wenn er das gedieht auf die 
Zerstörung einer stadt (Bath?) bezieht, auf den text der gediehte lässt 
verf. noch anmerkungen folgen, in welchen er im einzelnen den zustand 
der hs. schildert und besonders auch bei Iticken etc. genau die große der- 
selben in cm. angibt, so ist denn mit dieser arbeit eine sichere kritische 
grundlage für die beiden gediehte gewönnen. 

701. E. Kölbing, Kleine beitrage zur erklärung und textkritik 
englischer dichter. Kölbing, Engl. Studien HI s. 92—105. 

zur besprechung kommen folgende stellen: Beöwulf 168 f.; Assump- 
eioun de notre dame (ed. Lumby) fragment 163 f.; ebenda 226; vollständige 
Version desselben 18 ff., ebenda 26 ff.; 75 f., 225 f., 317 ff., 605 ff., 
609 f., 611 ff, 621 f., 623 ff, 758 ff., 769 f., 821 ff; Floriz and 
Blauneheflur (vgl. Anglia I s. 473 f.) 69 f., 261 ff., 701 ff., 127 ff., 616; 



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170 Altsächsifich. 

Sir Degrevant (ed. Halliwell) 205 ff., 557 ff., 1113 ff.; Gregoriuslegende 
nach der Vemon hs. (ed. Horstmann in Herrigs Archiv 1876) 411; Poli- 
tische lieder lY, 64 (Böddeker, ae. dichtungen p. 111); Maximion (ebenda 
s. 245) 11; geistliche lieder XVII (ebenda s. 227) 76; Chaucer, Canter- 
bury Tales, Prol. 52 f.; ebenda 169. 

702. F. H. Stratman, Verbesserungen zu altenglischen texten. 
Kölbing, Engl. Studien 11, s. 119 f. 

ein teilweiser neudruck von des Verfassers *corrections' in den Notes 
and Queries 4 series, vol. 11 u. 12. die Verbesserungen beziehen sich 
auf folgende stellen; Ancren Riwle, p. 92, p. 370; Seinte Marharete 
p. 9, p. 14; Old English Homilies, I series, p. 123, p. 153; ebenda 11 series, 
p. 179, p. 215; The Story of Genesis and Exodus. 2962 u. 481; Ayen- 
bite of Inwit p. 55, p. 88, p. 116. 

703. Bichard Paul Wülcker, Altenglisches lesebuch, zumgebrauche 
bei Vorlesungen und zum Selbstunterricht. 2. teil, die zeit von 1350—1500 
umfassend. 1. abteilung: texte und anmerkungen. Halle, Max Niemeyer, 
1879. lY, 323 s. 8. 

der erste band umfasste die zeit von 1250—1350, der gegenwärtige 
schließt die mittelenglische epoche ab. Wülcker verfolgt mit seinem 
lesebuch den zweck, durch möglichst reichhaltigen stoff ein bild von der 
entwicklung der mittelenglischen spräche und literatur zu geben, in das 
Verständnis der texte aber durch zahlreiche anmerkungen einzufahren, 
dazu ist eine Chrestomathie zweifellos nötig, und sein buch ist ganz 
brauchbar; nur ist vielleicht etwas zu viel stoff geboten; es wäre besser, 
wenn anfänger zeitig sich an zusammenhängende lectüre machten, der 
vorliegende band zerfö,llt in zwei abschnitte: poesie und prosa, am schluss 
die anmerkungen. die auswahl der stücke ist im allgemeinen zu billigen, 
nur hätte vielleicht Chaucer ganz fortbleiben können, wer würde sich 
an diesen kleinen bruchstücken genügen lassen? — rec. Lit. cbl. 1570. 



Altsächsisch. 

704. P. J. Cosijn, Thregian. Taalkundige Bijdragen, tweede deel 
s. 211. 

verf. stellt das genannte wort zu nl. dreigen, got preihan, also *in 
het nauw hrengm\ dh. in die enge treiben, ebenda eine bemerkung über 
as. giärundiön, 

705. P. J. Cosijn, Glossa Prudentii, Tasdkundige Bijdragen, twede 
deel, s. 319 f. 

verf. stellt die as. glosse fhregon minis (vgl. anz. f. d. a. IV, 136) 
zu fhregian wie lera zu lerean. 



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Altsächsisch. 171 

H. Alt ho f, Grammatik altsächsischer eigennamen. 
8. namenforschung no. 33, wo noch die recension Lit. cbl. 1880, 
148 nachzutragen ist. 

706. Karl Bünting, Vom gebrauche der casus im Heiland. Jahres- 
bericht d. Marien-gymn. zu Jever. (pr. no. 561) 21 s. 4. 

die vorliegende arbeit behandelt die im Heiland vorkommenden casus, 
soweit sie nicht von Präpositionen abhängig sind, zu gründe gelegt ist 
Sievers' text. 

707. Adolf Behrmann, Die pronomina personalia und ihr gebrauch 
im Heliand. Marburger dissertation. 38 s. 8. 

nach anfllhrung der bisher vorhandenen syntaktischen arbeiten, von 
denen eine (Piper, Der dativ im Ulfilas Heliand Otfrid) bei Sievers 
s. XXIV fehlt, werden im ersten teile (s. 7 — 11) die pronomina personalia 
behandelt, wobei die ausgäbe von Sievers zugrunde gelegt ist, *weil wir 
nur in ihr beide Codices getreu und vollständig abgedruckt finden' (s. 6). 
dem zweiten teile (über die übrigen pronomina) liegt die ausgäbe von 
Heyne zu gründe: weshalb, hat Verfasser nicht gesagt, aber es ist gewiss 
nicht zum nutzen der arbeit geschehen, denn mit benutzung von Sievers 
angaben hätte z. b. gleich s. 13 unter den imperativen mit pronomen 
nicht V. 262 und 321 aufgeführt werden dürfen, wenigstens nicht ohne 
bemerkung: jener nicht, weil 262 in C das pronomen fehlt, dieser nicht, 
weil M 321 imperativ ohne pronomen hat. ähnliches findet sich öfter. 

C. Fipper, Das beispruchsrecht nach altsächsischem recht. 

s. recht no. 221. — Lit. cbL 1879, 1703. 

708. Heliand, herausgegeben von E. Sievers. Halle Waisen- 
haus 1878. 

vgl. bibl. 1878, no. 300. angezeigt von Rödiger, Anz. f. d. a. V, 
267—289. — R. Thiele, neue jahrb. f. philol. u. päd. 1879, s. 282—288. 
- R. V. Muth, Zs. f. d. österr. gymn. 30, 272—275. — Emil Henrici, 
Zs. f. d. gymnasialwesen 33, 31—34. Rödiger teilt eine probe von Zu- 
sammenstellungen über Variation und apposition aus den ersten 250ö 
versen mit s. 268—76, bringt die resultate der sanmilungen in die form 
einer tabelle und zieht daraus Schlüsse, die Interpolationen der vor- 
rede sind nach R. umfangreicher als vpn S. angegeben war. einzelheiten 
des textes werden 280 fl. besprochen, bemerkungen zu den anmerkungen 
283 flg. — Thiele (s. 285) teilt die ansieht des herausgebers über die 
vorrede nicht. — v. Muth hätte im systematischen teile des formel- 
verzeichnisses eine anordnung nach dem 'materiellen Inhalt' gewünscht. — 
Henrici trägt zu den von Sievers angegebenen literarischen hülfsmitteln 
einige nach. 

709. E. Sievers, Zum Cottonianus des Heüand. Germania 24, 
76—78. 



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172 Niederdeutsch. 

Bartsch in Germania 23, 403 f. hatte abweichungen von Sievers 
lesung mitgeteilt. Sievers hat nach einer neuen lesung von E. M. Thomp- 
son gefunden, dass Bartsch in einigen föUen recht hat, in anderen aber 
nicht, und oft sagt Bartsch nur dasselbe wie Sievers aber mit anderen 
Worten. Sievers hofft, dass die lesung der hs. jetzt ziemlich gesichert ist 

710. P. J. Cosijn, Heleand 2837. Taalkundige Bijdragen tweede 
deel s. 320. 

verf. fasst an der angegebenen stelle (ed. Sievers) mit recht enes als 
abhängigen genetiv zu ginami, [wie bereits Heyne (glossar s, v. geniman) 
getan hat.] 

711. Paul Griseke, Der Heliand und die präfatio. progr. des gymn. 
zu Erfurt (pr. no. 194). 22 s. 4. 

eine übersichtliche darstellung des Verhältnisses der präfatio zum 
dichter des HeUand, im wesentlichen übereinstimmend mit Sievers, auch 
in dessen meinung über die angelsächsische genesis. vf. will (s. 5) in der 
präfatio noch den satz iuxta morem — appellare ausscheiden und denkt 
sich (s. 6) das entstehen der Interpolation etwas anders, als man bisher 
tat. druckfehler sind s. 18 anm. 1, wo Wattenbach zu lesen ist, und 
zweimal s. 19 steht Heine statt Heyne. 

Über den Heliand vgl. auch no, 186. 187. über altsächsisch no. 725. 



Niederdeutsch. 

712. Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprach- 
forschung hrsg. im auftrage des Vorstandes (von K. Koppmann und 
W. H. Mielck). Jahrg. III, no. 7, 8 (s. 65—96) IV, no* 1—5 (s. 1—56) 
Hamburg, october 1878 — august 1879. 8. 

[der Jahrgang dieser Zeitschrift kostet bei dem Verleger des Vereins 
Kühtinann in Bremen zwei mk., vom vereine wird derselbe mit dem jahr- 
buche zusammen für fanf mk. geliefert,] aus der reichen fttUe kleiner 
philologischer und volkskundlicher beitrage, welche in ihm zur mitteilung 
und discussion gelangen, ist nicht jeder zur berichterstattung unter be- 
sonderer nunmier geeignet, es sei deshalb hier darauf hingewiesen, dass 
sich darin von Creceüus, Jellinghaus, Koppmann, Krause, Latendorf, 
Lübben, Mielck, Sprenger, Winkler u. a. mitteilungen finden über: s als 
Substantivendung besonders in Zusammensetzungen mit warks 3, 77. 86. 
4, 5. 10; r hinter anlautendem g eingeschoben {greute für goete) 4, 27; 
sol, eJcer, wel in flumamen 3, 69. 3, 46; mesiken werpen 3, 76. 89; up 
der hut werpen 3, 75. 88. 4, 24; hot u. har 3, 90. 4, 28. hack up 
4, 23; ausdrücke für geld 4, 26; für teile der karre und des pfluges 



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Niederdeutsch. 173 

im Oeldernschen 3, 78. 79; eigentümlicher gebrauch von wan im kreise 
Herford 4, 30; ausgäbe des Koker 3, 65; vergleiche mit pflanzen 4, 27; 
mit tieren 4, 51; sage Bu dr Luther es innen Hiemel kuemen 4, 31 
usw. usw. 

713. Bericht über die section für erforschung der niederdeutschen 
spräche und literatur. Geschichtsbl. f. Magdeb. 13, 456—460. 

ein in Magdeburg ende 1877 entstandener nd. verein ist als section 
dem verein für gesch. und altertumsk. Magdeburgs beigetreten, der bericht 
derselben enthält außer dem programm, das sie sich stellt, nur ge- 
schäftliches. 

Mittelniederdeutsche grammatik, lexicographie. 

714. K. Schiller und A. Lübben, Mittelniederdeutsches Wörter- 
buch, heft 22—27 (bd. lY, s. 609—649. Y, s. 1—720) Bremen, 
Kühtmann 1878. 1879. 8 ä 2,50. m. 

das werk reicht jetzt bis zum worte wülicheit und wird, da z als 
besonderer buchstabe nicht in betracht kommt, bald vollendet sein, es 
wird mit diesem fundamentalen werke nicht nur den sprachlichen und 
mnd. textkritischen Studien die seither fehlende allgemeine lexikalische 
-grundlage geschaffen, sondern auch allen, welche die norddeutsche ge- 
schichte und das deutsche recht des mittelalters an den quellen studiren, 
ein hilfsmittel geboten, welches bis jetzt vermisst, fortan unentbehrlich 
sein wird und in keiner norddeutschen stadt- oder gymnasialbibliothek 
fehlen sollte, aus einem ungemein ausgedehnten, z. t. in lokalzeitschr. 
und seltenen drucken verborgenen materiale, selbst aus einer großen zahl 
ungedruckter hss. sind die belege von Lübben, seit jähren dem einzigen 
herausgeber, mit energischem eifer und besonnener kritik ausgewählt und 
zusammengetragen, und damit der benutzer selbst urteilen könne, sind 
die Stichwörter im zusammenhange der sie in den texten begleitenden 
Worte mitgeteilt, vielleicht werden künftige herausgeber mnd. werke im 
einzeln manches nachzutragen und zu berichtigen haben, soviel ist sicher, 
dass jede der älteren ausgaben durch das mnd. wb. berichtigt werden kann, 
der äußere umfang des Werkes ist, obwol den mit dem nhd. in form oder 
bedeutung übereinstimmenden nmd. Wörtern möglichst wenig räum gegönnt 
ist, auf fünf starke bände angewachsen, die nachtrage, für welche der 
Verfasser im ndd. korr.-bl. 4, 61 beitrage erbittet, sind z. t. schon an die 
druckerei gesandt. 

715. Zum mittelniederd. wörterbuche. Ndd. krpbl. 3, 68. 90. 95. 
4, 28. 51. Germania 24, 383. Ndd. jahrb. 3, 56. 

die hier zu Lübbens Wörterbuch gegebenen berichtigungen und hei- 
mtrage werden in den bald erscheinenden nachtragen voraussichtlich ver- 



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174 Niederdeutsch. 

wertet werden, sie einzeln zu verzeichnen dürfte deshalb keinen zweck 
haben, hingewiesen sei hier auch auf G. Schmidt, ürkundenbnch der 
Stadt Halberstadt, bd. II. Halle, Hendel, worin sich s. 537—543 ein 
glossar findet. 

716. Zum niederdeutschen kalender. Ndd. krpbl. 3, 66—68. 4, 
53, 54. 

betrifft die ausdrücke heloken crucedage dtistermette rosenmontag 
menäeldach. 

717. F. Cr Uli, Die buchstaben [durchstrichen] o und u in Wismar- 
5cheu stadtbüchem usw. des 14. jh, Ndd. jahrb. 3, 1—7. 

die frage wann der umlaut für o und u ins üdd. eingedrungen sei, 
ist noch immer unentschieden, während Lübben noch für den RV. allen 
und jeden umlaut von o und u läugnet, J. Grrimm und Nerger nur ver- 
einzeltes durch mhd. oder mnl. einfluss bewirktes auftreten zugibt, gewinnt 
jetzt die entgegengesetzte meinung immer mehr Vertreter, dass die mnd. 
spräche den umlaut schon gekannt habe, ehe ihn oberdeutsche drucker 
udgl. einführen konnten, material, was bei einer Untersuchung über den 
umlaut im 14. jh. nützlich sein kann, bietet Cmlls tabelle, in der über- 
sichtlich zusammengestellt ist, wie oft und in weldien Wörtern durchstrichen 
und u in vier von dem stadtschreiber Hinrik von Embeke 1317 — 38 ge- 
schriebenen büchem begegnen, dazu wird bemerkt, dass die durchstrichenen 
und V immer nur in denselben namen widerkehren nd diese heute mit 
ö oder ü gesprochen werden, während andere gleichfalls häufige namen 
niemals durchstrichenes o oder u zeigen und ihre heutige ausspräche o oder 
u bietet. 

718. B. Graupe, De dialecto marchica quaestiunculae duae. dissert. 
inaug. BeroUn. 51 s. 8. 

aus Urkunden und rechtsbüchern, fast den einzigen erhaltenen Sprach- 
denkmälern, wird eine laut- und flexionslehre des mnd. entworfen, wie es 
sich im 14—16 jahrh. in der mark Brandenburg gestaltete, der dialect 
weicht von dem benachbarten Mecklenburgs, auf dessen von Nerger ge- 
gebene darstellung fortlaufend bezug genommen wird, nicht unwesentlich 
ab, besonders tritt i für e oft ein z. b. lU rip vU (ließ, rief, fiel); ei 
tritt neben e auch vor r auf zb. eir meir; sogar i erscheint und ist in 
trste häufiger wie e. einen brandenb. provincialismus, die abwerfung der 
dativendung - em, sehen wir sich schon in mnd. zeit entwickeln, nebeneinander 
erscheinen von einem pram, v, einen p., v. eine p., v. einpram, bemerkens- 
wert ist, dass in die schwachen präterita mitunter ein n eingeschoben 
ist, z. b. dat gewundende ve, or vordinende Ion, si levenden, vorhenennende, 
si sendenden, der zweite kürzere teil der abhandlung behandelt die laut- 
lehre des heutigen vulgärberlinisch, den dem Berliner eigentümlichen 



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Niederdeutsch. 175 

gebrauch von mir für mir und mich und die Verwechslung beider formen, 
besonders eingehend werden ch und r behandelt, letzteres ist uvular 
und schwindet o4er wird zu y, ch nach bestimmten gesetzen, die verf. ent- 
wickelt, zu der s. 1 f. verzeichneten literatur sind nachzutragen: Eine 
kurtze comödien v. d. geburt des herren Christi (v. j. 1589) herausg. von 
G. Friedländer. Berlin 1839. Engelien und Lahn, Der volksmund in der 
mark Brandenburg. B. 1869. Klöden, Markgr. Waldemar B. 1844. I, 
127 ff. 

719. K. Hamann, Mitteilungen aus dem breviloquus Benthemianus. 
progr. (nr. 613) der realschule des Johanneums. Hamburg 32 s. 4, 

ein in Westfalen im 15. jh. geschriebenes lat. glossar, aus dem aus- 
Züge gegeben und eine kleine anzahl eingestreuter nmd. Wörter zusammen- 
gestellt sind, letztere sind fast sämmtUch, besonders aus Diefenbach, be- 
kannt, zur ergänzung des mnd. Wörterbuchs sei angeführt: birrum vel 
birsis; pars vestis, slippe-^ birrus korklappe, slippe vel gheer; bekeler s. v. 
bacca; achterghereyde, achterrep s. v. postela. es wäre wünschenswert, 
wenn der Verfasser den ganzen germanistischen ertrag der in Burgsteinfart 
liegenden hs. ausbeuten wollte. 

720. K. Koppmann. Zum mnd. gh. Ndd. jahrb. 3, 7. 

notiz dass im mekl. urkb. 10 nr. 6953 AB die Schreibung gh in 
auffälliger weise mit gkh und ch variirt. 

721. W. Mantels, Krude. Ndd. jahrb. 3, 83—86. 

es wird eine krude überschriebene mnd. aufzeichnung über das, was 
bei der mit dem Verlöbnis zusammenhangenden gasterei herkommen war^ 
mitgeteilt, es ergibt sich daraus, dass krude nicht gewürzten wein, 
sondern gewürz und confect bezeichnet, das zum weine genossen wurde.^ 
ferner wurde krude jene schmauserei selbst genannt. 

722. G. Michaelis, Exkurs über die umlaute im niederdeutschen, 
Zeitschr. f. stenogr. u. orthogr. 27, 77—88. 

verf. hat das auftreten des ö und ü in ndd. drucken des 15. und 
16, jh. (Passional 1478, Dodes dantz 1496, RV. 1498. 1517. 1539, Ltib, 
recht 1509, Lüb. bibel 1494, Halberst. bib. 1522, Wittemb. NT. 1523 
u. a.) verfolgt und findet dass das eintreten der umlautbezeichnung im 
mnd. ganz parallel geht mit dem im mitteldeutschen und dass sie durch 
oberd. drucker verbreitet sei. (ein oberd. druck der ausnahmsweise keine 
ö, ü hat, sei wahrscheinlich umgekehrt von einem md. gesetzt), die ndd, 
mundart habe jedoch den umlaut, bevor er zur bezeichnung kam, durch- 
aus nicht entbehrt, man dürfe annehmen, dass mnd. ü dem u näher lag 
als das oberd. und deshalb die graphische Unterscheidung von o ö, u ü 
leichter vernachlässigt wurde, man vermisst in dieser Untersuchung eine 
eigentliche beweisführung , auch wird nur die principielle frage, ob im 



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176 Niederdeutsch. 

mnd. umlaut oder nicht, au^eworfen. erst in Verbindung mit den bei- 
tragen z. gesch. d. d. Schreibung, wozu dieser excurs gehört, gewinnen 
die in diesem vorgetragenen ansichten gewicht, hervorgehoben sei dass 
in den Beitr. Michaelis Opitz Untersuchung, der zu folge Luther iu seinen 
ältesten schriften ö und ii nicht anwandte, revidirt und das resultat derart 
zu modificiren gesucht hat, dass daher kein präjudiz gegen die umlaute 
im mnd. genommen werden kann. 

723. W. Seelmann, Niederdeutsche betonungsanomalien und ihr 
einfluss auf den accent dänischer und neuhochdeutscher Wörter. Ndd. 
krpbl. 4, 18—20. 

die dänischen endungen -agtig und 4nde sind aus dem mnd. entlehnt, 
da diese endungen sowohl im dänischen als im holländischen, einer gleich- 
falls durch das niederdeutsche beeinflussten spräche, hochtonig sind, so 
wird man diese betonung auch für mnd. -achtig und -inne annehmen 
müssen, einwirkung des mnd. accents auf das nhd. (das bei dem wort- 
anfang _:_ _i_ . . am ehesten den hochton der ersten silbe preisgibt vgl. 
dreieinigkeit, hoUünder udgl.) zeige sich in den Wörtern leibhaftig, wahr- 
haftig, teilhaftig, dieselben werden in ganz Norddeutschland und meist 
auch in Süddeutschland auf der zweiten silbe betont, eine andere 
anomalie der ndd. betonung sei, dass bei zusammengesetzten eigennamen 
der hauptton nicht notwendig auf dem ersten teile der Zusammensetzung 
ruhen müsse, diesen anomalen accent zeigen besonders viele geographische 
namen, welche wie Hannover Westfalen allgemein oder wie Paderborn 
Iserlohn Stralsund Quedlinburg usw. in localer begrenzung auf der letzten 
hälfte betont werden, diese erscheinung habe zur Voraussetzung, dass 
die regel zusammengesetzte Wörter, auch andere als eigennamen, auf ihrem 
ersten bestandteile am höchsten zu betonen, für die nd. mundart ur- 
sprünglich nicht so zwingend gewesen ist wie für die hochdeutsche, 
(nacherschienen krpbl. 4, 76. vgl. 4, 39.) 

724. C. Walther, Abece, abecete, abe. Ndd. krpbl. 3, 93—95. 
neben äbece kommt im mnd. zur bezeichnung des alphabets auch das 

vermutlicji aus abecedarium (oder abecede) entstellte wort abecete vor. 
ein dritter ausdruck dafür ist äbe. derselbe ist heute noch in Ostfriesland 
und den Niederlanden gebräuchlich und war hier wie Kiliani Etymol. 
zeigt früher üblicher als äbece. im 16. jahrh. findet sich das wort in 
Köln, bis zur gegenwart hat es mündliche tradition in Hamburg fest- 
gehalten, hierhin mag es wie der verf., unter hinweisung auf eine ähn- 
liche merkwürdige Übereinstimmung in benennung der Strafinstrumente der 
schule, hübsch vermutet, durch die Vermittlung der brüderschaften des 
gemeinsamen lebens gekommen sein, welche sich von Holland aus über 
Norddeutschland verbreitet und für sein Schulwesen soviel getan haben. — 



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Niederdeatsch. 17 7 

Tgl. 4, 16 wo bemerkt wird, dass ahe auch im Ravensbergschen und äbie 
in Aachen ausschließlich gebraucht wird, 

725. F, Woeste, Beiträge aus dem niederdeutschen. Z. f. d. phil. 
^, 476—478. 10, 113—121. 211—213. 

erklärungen, etymologien udgl. von: sik begeven R. V. 6514 'sich 
verloren geben' 10, 116; blogmtis, harmuSj bezeichnung kölnischer 
münzen 9, 476; herichf berch= wald, holz 10, 118; fettmänneken 10, 114; 
vette kamere, för 'gefängnis 10, 114; ^awerscÄttZ^ contraction B.ns gademer 
schult 10, 115; gevederet oder genederet in Seih. urk. 920. 10, 118; 
alts. gerstina, hus gesnia der Werd. tradit herzustellen 10, 113; gewelde, 
geweilde 10, 119; hagedom 10 , 119; horewescipel= mihscepil, tempel- 
scheffel? 10, 117; westfc lederspecht, liärspecht *fledermaus' 10, 114; 
mistel=* mipadüo 'mitesser' 10, 212; alts. scoffischas pl. B,m skolfischas 
assimilirt 10, 117; scheme, scherre, schare, scherve 10, 213; slie f., 
mhd. sUer m., got. sleipa 10, 116; timmerde, mhd. zimierde 10, 113; 
Mfitbeden 'erwarten' 10, 117; wat mit genit part 10, 113; wackernelle 
nl. quackemelle 10, 211. 



Bibliographisches. 

726. Im ndd. jahrb. 3, 183 gibt Crecelius nachricht von einem 
Lipper druck von 1524: Eyn chrstlyke vthlegyngie der tein gebodde s. 
dorch broder Johan Westermann. — ebd. C. Walt her von einem 
Rostocker (L. Dietz v. j. 1567!) Van dem geloven des Mörders am 
Grütze. — im Neuen anz. f. bibliogr. 1878 h. 12 Schott von Emser. 
niedersächs. neuem testament. Rostock 1530. 

Neuniederdeutsche grammatik und lexicographie. 

727. H, Berghaus, Sprachschatz der Sassen. Wörterbuch der platt- 
deutschen spräche in den hauptsächlichsten ihrer mundarten. heft 1—8. 
Brandenburg, Ad. Müller 1878—79. s. 1—640. 8 ä 1,50 m, 

wer eine gute, wenn auch für ungelehrte leser plattdeutscher werke 
bestimmte Zusammenstellung und erklärung plattdeutscher Idiotismen und 
nicht ein sammelsurium von allerhand notizen und anecdötchen wie man 
sie in alten kalendem zu finden pflegt, kaufen und teuer bezalen will, sei 
vor dem ankaufe dieser nun bis zum worte hamm^nde reichenden für 
wissenschaftliche zwecke vollständig unbrauchbaren compilation gewarnt 
Lübben hatte in der Zs. f. d. ph. 10, 245—251 dem herausgeber geraten 
*m den folgenden heften seine Oberflächlichkeit mit tieferer umsieht zu 
vertauschen und jedenfalls fär seine abschweifnngen den gehörigen ab- 
lagerungsort zu suchen', trotzdem findet sich im letzten hefte ein artikel 
gulyas worin 17 zeilen lang erzählt wird, es sei ein ungarisches gericht, 

Jahresbericht far Germanische Philologie. I. (1879). 12 



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178 Niederdeutsch. 

das auch im gebiet der plattd. spräche jetzt gegessen werde, dann folgt 
ein kochrecept in 15 zeilen and ein zweites in 13 zeilen. goddeswiin 
wird (beiläufig falsch) als Schaumwein erklärt, dann folgt in 33 zeilen 
eine geschichte des Champagners und eine notiz über deutsche Schaum- 
weine, das wort gummi (sc. elasticum) beansprucht 66 zeilen. im 
artikel gnaden erfahren wir in 26 zeilen die titulaturen der bischöfe. 
s. V. grau wird in 46 z. die geschichte des grauen klosters in Berlin und 
s. y. gtiano in 24 z. erzählt, woher derselbe stammt usw. 

728. Der richtige Berliner in Wörtern und redensarten. 2. aufl, 
Berlin, H. S. Hermann. X, 85 s. 8. 1,50. m. 

der zweck der von mehreren gelehrten hergestellten Sammlung ist 
kein wissenschaftlicher; es ist zusammengestellt, was an Wörtern und 
redensarten bei eingebomen Berlinern üblich ist und nicht der hoch- 
deutschen Schriftsprache angehört, um so auf einmal die ganze komik^ 
die den meisten ausdrücken anhaftet, beisammen zu haben, in einem an- 
hange sind Berliner kinderverse und Mnderlieder gesammelt, in der ein- 
leitung recht gute lautphysiologische bemerkungen über Berlinische aus- 
spräche des deutschen gegeben, (nacherschienen ist eine dritte aufläge.) 

729. A, Breusing, Über die spräche des deutschen seemannes. 
ein auf der Jahresversammlung des Vereins f. ndd. sprachf in Münster 

gehaltener Vortrag,* über den das Ndd. krpbl. 4, 57—59 berichtet und 
der als feuilleton in der Weserzeitung jg. 1879 n. 11678—80 abgedruckt 
ist verf. bespricht die aus anderen sprachen übemonunenen technischen 
bezeichnungen des Seewesens und geht dann besonders auf die der niederd. 
mundart zugehörigen ein, ihre ursprüngliche bedeutjmg durch heranziehung 
der verwandten sprachen aufsuchend, (der Vortrag wird umgearbeitet 
und erweitert im ndd. jahrb. 5, 1—20 erscheinen). 

730. W. Crecelius, Lüning. Ndd. krpbl. 4, 52—53. 

die herkunft des im westlichen Norddeutschland bekannten wortes 
lüning (sperling) erhält licht durch die kürzlich entdeckten und ndd. 
jahrb. IV veröffentlichten Essener glossen, unter denen ^passeres hliunin- 
gas* sich findet, indem sich als stamm Mü, Miu verwandt mit sanscr. ^ü, 
griech. xXutu alts. hlüd ergibt. 

731. EL Frischbier, Das wirkgestell und das wirken. Wissen- 
schaftL monatsbl. 7, 124—128. 

das in nr. 737 geübte verfahren nachahmend verzeichnet verf. ost- 
preußische auf die weberei bezügliche ausdrücke. 

732. H Jellinghaus,'Zu mik und mi. Ndd. krpbl 3, 89—90. 
die süderländisch-paderbomische ma. bildet im dat niei, dei, im 

acc. kommt die nebenform mik vor. Schütze, holst, idiot s. 218 sagt, 
dass (früher) in der Probstei mik geherrscht habe. 



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Niederdeutsch. . 1 79 

733. F. Koch, Die laute der Werdener mundart in ihrem Ver- 
hältnisse zum altniederfränkischen, altsächsischen, althochdeutschen, 
jahresber. d. k. gymn. zu Aachen, (progr. nr. 355). 28 s. 4. 

die älteste erwähnung Werdens begegnet in einer Urkunde v. j. 799 
(Lacombl. 1, 11), der name bedeutet darnach wert, werder, die abtei, 
von dem Friesen Ludger gegründet und zwar, wie eine urk. v. j. 819 
besagt, in ducatu ripuariorum, umfasste eine anzahl orte, welche verf. 
s. 3 aufzählt, aber nur auf einem teile dieses gebietes wird die Werdener 
ma., deren grenzen s. 4 bestimmt werden, gesprochen, dieselbe stehe 
nach der lautverschiebung ganz auf dem boden des sächsischen, in anderm 
scheide sie sich scharf von ihm. s. 5 — 18 werden die vocale, s. 19—28 
die konsonanten behandelt. 

734. K. J. Lyngby, Plattysk i Slesvig. udg. ved F. Dyrlund. 
nord. tidskr. f. filol. Ny rsekke 4, 135—149. 

der verstorbene verf. ist einigemal nach Schleswig gekommen und hat 
seinen kurzen aufenthalt daselbst zu mundartlichen forschungen benutzt, 
er gibt eine kurze darstellung der lautverhältnisse und flexionen der 
mundart, wie er sie in HoUingstedt gefunden hat, und bespricht die ab- 
weichungen, welche er in der mundart von Egebaek angetroffen hat. 
letzterer ort gehöre der nordschlesw., HoUingstedt der südschlesw. mund- 
art an, beide unterscheiden sich dadurch, dass im norden die plural 
endung des verbums — n, im süden — t ist. die grenze beider gebiete 
sucht er auf grund mundartl. proben zu bestimmen und den unterschied 
von — t und — n auf ursprünglich verschiedene nationalität zurückzu- 
führen, indem — n auf dänischen Ursprung weise. 

735. J. A. M. Mensinga, De nederduitsche taal in Duitschland. 
Noord en Zuid, 11 s. 1—16. 

verf. behandelt die auffällige erscheinung dass im südwestlichen Ost- 
friesland (Emden) und in benachbarten westfälischen grafschaften (Lingen, 
Bentheim) im 17. jh. das holländische als kirchen- und dann auch als 
schulsprache eingedrungen sei. der grund sei besonders in der Ver- 
schiedenheit des religiösen bekenntnisses zu suchen, die reformierte be- 
völkemng sei der holL, die lutherische der nhd. spräche zugefallen, in 
diesem Jahrhundert sei ein rückschritt des hoU. eingetreten, [vgl. Bem- 
hardi sprachk. 2. aufl. s. 128] 

736. L. Parisius, Zusätze zu J. F. Danneils Wörterbuch der alt- 
märkisch-plattdeutschen mundart. Jahresber. 19 des altmärk. Vereins f. 
Vaterland, geschichte zu Salzwedel, s. 37 — 80. 

eine sehr reiche und wertvolle nachlese zu den Idiotismen und den 
*sprekworts'. in berichtigter lesung werden die lieder Es wohnt ein Jäger 
und Oll mann wull ridn mitgeteilt. 

12* 



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180 Niederdeutsch. 

737. J. Spee, Der flachs (aus den kreisen Geldern und Kempen). 
K. E. H. Krause, Flachsbereitung im göttingschen. R Köhler, Dat 
flas (in Ltineburger mundart). Ndd. jahrb. 3, 152—161. 

der bau und die bereitung des flachses werden erzählt und die darauf 
bezüglichen mundartlichen ausdrtlcke in die darstellung verwebt. Spee 
teilt dabei zwei von den flachsbinderinnen gesungene lieder und zwei 
rätsei mit. 

738. Ph. Wegener, Idiotische beitrage zum Sprachschätze desMagde- 
burger landes. Geschichtsbl. f. Magdeburg 13, 416—443. 

bis 8. 428 allgemeine bemerkungen über den einfluss, den die 
stilistische Verschiedenheit von volks- und Schriftsprache auf den mund- 
artlichen Wortschatz übt. Verfasser verlangt, dass auch die hochdeutschen 
Wörter, welche in die Volkssprache eingedrungen sind, sorgfältig gesammelt 
werden, da sie den einblick in den einfluss der Schriftsprache erleichtem. 
s. 428—443 ein Verzeichnis der mit a beginnenden Wörter (oahmt abend 
— äuwer ufer). darin werden auch einige kurze volksreime mitgeteilt. 

739. F. Woeste, Stidwestfälische schelten. Ndd. jahrb. 3, 
110—126. 

einfache und zusanmiengesetzte Scheltwörter, je besonders in alphab. 
Ordnung, jedes einzelne mit ausführlicher erörterung. 

Mittelniederdeutsche dichtungen. 

740. Braunschweigische fündlinge, mitgeteilt von Hänselmann, 
mit erklärungen von C. Walther. Ndd. jahrb. 3,-70—73. 

kleine anecdota des 15. jh., die von bücherdeckeln losgelösten blättern 
entnommen sind. 1. gebet 12 v. 2. Van der wapen Kristi. Kynt ik wil 
floreren etc. 50 v. 3. briefreime. Zinsen vnmüiken grut etc. 10 v. 
4. Dar steii eyn lindeken etc. 17 v, 

Facetns. 741. Gymnasii Hamburgensis rectori et praeceptoribus 

diem festum a. d. IX. Kai. Juni gratulantur Catharinei Lubecensis 

rector et collegae. 5 s. 4. 

abdruck von 17 lat Sprüchen und deren gereimter mnd. Übersetzung, 
welche sich auf einem etwa um 1500 beschriebenen blatt papier vorfanden, 
dem herausgeber (Mantels), welcher eine kleine lat vorrede dazu ge- 
schrieben hat, ist leider entgangen, dass er bruchstücke eines Facetus vor 
sich hatte, die lat. sprüche n. 2—4, 7—11, 13—16 entsprechen z. b. 
den von Wiggert herausgegebenen n. 29, 31. 32. 49—53. 56. 55. 118. 
60. der nd. text gehört dagegen einer noch ungedruckten bearbeitung 
an. [die Anz. f. k. d. deutschen vorz. 1879, 99—100 gedruckten verse 
Non mappa tergas etc. gehören übrigens gleichfalls einem Facetus an.] 

Gebete. 742. K. Bartsch, Ans Rostocker handschriften. Germania, 
24, 255. 256. 



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Niederdeutsch. 181 

1) Du het scholtu lesen vor enem ghuden ende 46 v. 2) In kern- 
mele und an erden 16 v. — das erste gebet, einer hs. des 14 [richtiger 
wol des 15.] jh. entnommen, war bereits von K. E. H. Krause, zwei nd. 
gebete, Rostock 1875 s. 9 gedruckt. 

Pseudo-Gerhard von Mnden. 743. Ph. Strauch, Anzeige von: Ger- 
hard von Minden, von W. Seelmann (1878). Anz. f. d. a. 5, 239—246. 

Str. stimmt den resultaten, welche die einleitung des herausgebers 
bietet, zu, gibt auszüge aus derselben und aus selbständigen beobachtungen 
hervorgegangene schätzbare zusätze zu den anmerkungen. 94, 99 sei 
'vierzig' runde zahl; zu f. 92 vgl. Kurz B. Waldis 4, n. 8. Mätzner ae. 
sprachpr. 1, 1, 130; 38, 1 ist ^Zorne zu lesen; 70, 13 old devinne? 73,22 
über den teufel als höUenschmid vgl. zu Mamer 1, 25; 83, 12 vinden'^ 
vgl. Kehrein, weidmannsspr. 86, 50 lies h€de=hete, die mängel der 
'wortlese' werden gezeigt, zusätze und Verbesserungen verzeichnet, [der 
s. 243 angemerkten Verschiedenheit der vocale in reimen wie 45, 1 schein: 
ein, 18,38 denen: enen (unum) liegt wol, worauf schon Grinmi gr. I ^ 
261 aufmerksam macht, der gegensatz der oifenen und geschlossenen silbe 
zu gründe.] vgl. auch die anz. in Herrigs arch. 62, 111—112 sowie bibl. 
1878, nr. 512. 

744. R Sprenger, Zu Gerhard von Minden, progr. Northeim 
11 s. 4. 

das mnd. wb., welches bei herstellung des textes dem herausg. nur 
zur kleineren hälfte vorlag, hat das von ihm 102, 135 angenommene 
und einl. s. XXII zur datirung mit angezogene schopen f. schepen nicht 
bestätigt, es muss also auf sckapen (a in hs. nicht ganz klar) zurückge- 
gangen werden. Spr. erklärt 'aus der zahl der schafe d. h. dummen ist noch 
nie ein könig erwählt.' andere stellen wo Spr. durch richtige erklärung 
die mit unrecht vom herausg. verlassene hsl. lesart herstellt, sind 10, 79 
graven mate grot; 37, 4 laien up ein heil (hs. del : heu) ; 59, 69 knusHch 
knust ist ein krankhafter auswuchs; 61, 59 vgl. mnd, wb. s. ungekornet; 
67, 27 hestriket (wohin du kommst); 83, 47 senewolt; 100, 135 sune = 
mhd. siune. mit unrecht verteidigt er 54, 39 segelos; 58, 38 undven, 
vgl z. G. 10, 107. unglücklicher ist Spr. mit den eigenen conjecturen. 
sicher falsch dürften sein: 33, 33 uml an; 48, 7 hagenhoke; 49, 142 ende; 
59, 5 redere; 90, 47 screde; wenig ansprechend ist 47, 95 upgekoret-, 
49, 195 wunde; 56, S'enÜeggest [vgl. nd. jb. 5, 25] 101, 190 beklive. 
bemerkenswert ist 23, 31 tovemen [das richtige scheint corten] und sehr 
gut 9, 23 als ander (s); 59, 31 getreden, kühn ist 49, 202 sinden 
'(angstweg) gehen', wovon jedoch das praet. nicht san heißen kann, die 
lesart des textes heüßt natürlich ^vor, bezw. hinter den hinden\ 128, 24 
wird baden = frz. badiner gesetzt, es ist vielmehr wie noch heute in 
Westf. = baten, unerklärlich bleiben ref. einige falsche tatsächliche an- 



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182 Niederdeutsch. 

gaben: 80, 4 soll er geden conjicirt ti. die hs. deden haben [vgl. nd. 
jb. 5, 25]; zu 90, 47 wird ein im Teuthon. gar nicht vorhandenes strede 
vermeintlich gebessert; 102, 135 soll das 'wichtigste moment für eine 
anderweitige datirung' sein. 

745. K(rau8e), Vom verein für ndd. Sprachforschung n. Rostocker 
Ztg. nr. 184. 

Kr. bespricht Seelmanns ausgäbe des Gerh. v. Minden und glaubt 
das lob, das er den literaturhistorischen wie sprachlich -statistischen 
Untersuchungen des herausgebers zuerteilt, nicht auf dessen beweisführung, 
dass das werk später als 1370 verfasst sei, ausdehnen zu dürfen, die 
hauptstellen, welche für eine spätere abfassung sprechen, sind f. 89 und 
102, 65. an letzterer stelle ist die rede von einem böhmischen könige 
in Dänemark. Kr. behauptet nun, es sei damit Waldemar Atterdag ge- 
meint, der auf seiner flucht durch Deutschland 1370 wie nach Branden- 
burg, Meißen usw. auch nach Prag gekommen ist. wenn nun dieser be- 
such Prags den ausdruck überhaupt rechtfertigt, so ergibt das einen 
dänischen könig in Böhmen, also das gerade gegenteil dessen, was 
die stelle verlangt, [zwar in anderer beziehung unmöglich, aber doch 
feiner wäre eine auslegung, die sich auf die von Heinze, Waldemar 
s. 220 discutirte angelegenheit stützte], nicht minder kühn verfährt Kr. 
mit fab. 89 und erklärt als möglich, dass Waldemar die erzählte begeben- 
heit als prinz [er müsste damals ungefähr fünf jähre alt gewesen sein] 
erlebt und später als könig erzählt habe, auch Waldemar von Schleswig, 
welcher 1326—1330 [im alter von 12 — 16 jähren] den königstitel hatte, 
könne gemeint sein. 102, 135 sei nu zu tilgen und die stelle auf könig 
David zu beziehen. 49, 202 wird voreUnden = plattd. uthinnen 'aus- 
kratzen' erklärt. 27, 37 wird hetseler [ist das ndd.? ref. kennt ndd. 
nur hekder] vorgeschlagen und der beweis versucht, dass kotze für kotsate 
eine unmögliche bildung sei. das wort ist trotz dieses beweises belegt, 
vgl. Frisch sub voce, sprachlich-naturwissenschaftliche notizen werden über 
pogge (zu f. 94, Iff.), hramy isevhort (goldhähnchen?) gegeben und 102, 62 
auf den aberglauben bezogen, dass man durch schlage in bestimmten 
nachten, zumal den 12 nachten, gewisse bäume zum tragen zwingen 
könne. 

Henselin. 746. Das fastnachtsspiel Henselin oder Von der recht- 
fertigkeit, herausgeg. von Ch. Walt her. Ndd. jahrb. 3, 9—36. 

dieses um 1500 zu Lübeck in derselben officin, aus welcher der RV von 
1498, Totentanz von 1496 und das erste ndd. narrenschiff hervorgegangen 
sind (vgl. Serapeum 23, 177), gedruckte spiel umfasst 368 gut gereimte 
V., ungerechnet 14 t. nachwort. Inhalt: ein vater schickt seine söhne, unter 
denen sich der narr Henselin befindet, aus um die rechtfertigkeit aufzu- 
suchen, sie finden dieselbe weder bei pabst, kaiser, fürsten, landsknechten, 



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Niederdeutsch. 183 

bauren usw. noch in städten und klöstern. heimgekehrt lernen sie, dass 
ein jeder die rechtfertigkeit in sich selber suchen und finden müsse, das 
spiel Ist von dem in der Protestant, glosse zu R. V. 1, 21 angezogenen 
verschieden, vermutlich identisch mit einem 1484 in Lübeck aufgeführten 
stücke van der rechtverdicheyt, und steht, wie einige wörtliche Überein- 
stimmungen zeigen, in einem abhängigkeitsverhältnis zu dem Germania 
18, 460 veröffentlichten gedichte, welches aus dem ndd. übersetzt sei. in 
sprachlicher hinsieht geht der herausgeber auf den schwankenden gebrauch 
von f und v, gh und g ein, der Übergang der spräche in neue lautverhält- 
nisse verdränge v und gh, die umlaute ö und ii offenbaren sich vornehmlich 
vor muten, doch bewirkt doppelconsonanz in zweisilbigen Wörtern aus- 
nähme z. b. ghelucke, rugge, loggen, die buchstaben d n d, welche sich 
zu schluss des druckes finden, bilden einen rebus, die lösung sei de ende. 

747. R Sprenger, Zum fastnachtsspiel Henselin. Ndd. krpbl 4, 
39—40. 

ni, 6 soll vomöget gelesen, god als dativ, nemande als nom. auf- 
gefasst worden. VI, 12 wird für draden breken conjicirt enhreken. XIX, 
14 wird mit doren worden übersetzt *mit dürren (d. h. unverblümten) 
Worten' also dorren vermutet, diese änderungen erscheinen überflüssig, 
da Walthers erklämngen die stellen vollkommen verständlich machen, nur 
wird man breken YI, 12, XIX, 11 dahin zu erklären haben, das Henselin 
als anerkannter narr durch anstößige fragen und reden nicht strafbar wird, 
deshalb nehmen ihn die brüder mit sich und lassen ihn die anzügliche 
Schlussrede sprechen. 

Lied. 748. Carmen auf die schlacht bei Hemmingsstedt, mit ein- 
leitung und erläuterung von K. Müllenhoff. Zs. für Schlesw. -Holst- 
Lauenb. gesch. 8, 219—238. 

Karsten Schröders ditmarsische chronik, eine von Neocorus quellen, 
ist aufgefanden und von Eolster zum abdruck gebracht, in ihr auch das 
Carmen auf die schlacht bei Hemmingstedt i. j. 1500, welches mit einigen 
abweichungen sich auch in Dahlmanns Neocorus I, 495 findet. Schröders 
abschrift, ohne Sorgfalt und Überlegung angefertigt, ist sehr fehlerhaft und 
Müllenhoff hat an vielen stellen zu änderungen schreiten müssen, um die 
ursprünglichen lesarten einzusetzen, andere stellen ließen sich weder er- 
klären noch herstellen, dem anfange des Carmen liegt [wie schon Lilien- 
cron bemerkt hat] ein altes lied auf die schlacht in der Hamme 1404 zu 
gründe, das ganze ist nach Müllenhoff vor der reformation, wahrscheinlich 
gleich nach 1500 von einem geistlichen [durch einen sehr andechtigen papisten 
sagt Neoc. II, 550] angefertigt. Mülleiihoff hat den abdruck bei Lilien- 
cron, bist, volklieder 1, 434—445 nicht benutzt, es ist ihm dadurch die 
kenntnis einer dritten Überlieferung, eines alten sich auf der Berliner 
bibliothek findenden druckes entgangen, welchen Neocorus neben einem 



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184 Niederdeutsch. 

mannscripte benutzt hat [Neoc. ü, 559]. diesem werden also alle sich 
bei N. findenden abweichnngen vom drucke zugeteilt werden können.. 

749. Das Mühlenlied herausg. von H. Jellinghaus. Ndd. jahrb. 
3, 86—90. 

aus einer Kieler hs. des 18. jh. wird die nach einem Rostocker druck 
von Uhland volksL n. 344 [und in mehreren gestaltungen von Ph. Wacker- 
nagel 2, 865 fiTj veröffentlichte geistliche dichtung in einer von Uhlands 
texte nur wenig abweichenden fassung mitgeteilt, in einer anmerkung 
weist Walther bildliche darstellungen der zu gründe liegenden allegorie 
in Doberan, Retschow und Tribsees nach, und bespricht J. das wort rine^ 
was ein in den oberen mahlstein eingelassenes eisen bezeichne. 

K(rause), Rostocker zeitung n. 183, erhebt einsprach gegen des 
herausg. äußerang, dass der Kieler text der ursprünglichen form des liedes 
an vielen stellen näher komme als der um 1520 in Rostock gedrackte. 
indem er darauf aufmerksam macht, dass das in dem liede behandelte gleichnis 
auch in dem altarbilde der h. Kreuzkirche in Rostock dargestellt ist, stellt 
er die behauptung auf, dass die allegorie des maiers erst den gedanken 
des dichters hervorgerafen habe, ferner dass das lied in Rostock ent- 
standen und vielleicht Ecb. Harlem zum Verfasser habe, der [c. 1520 — 
1539] in Rostock professor gewesen ist. die erste annähme ist sicher 
falsch, das lied schließt sich einer reihe älterer dichtungen desselben 
themas und besonders dem ganz ähnlichen Muscatblüts (n. 29 Grote) an. 
auch die zweite behauptung, dass es c. 1520 entstanden sei, wird sich 
nicht beweisen lassen, wenigstens lässt sich schwer damit vereinigen, dass 
J. Winnigstedt in seiner ausgäbe v. j. 1552 sagt, er habe das lied, als er 
pfarrer in Höxter war (also vor 1526?) in einem sehr alten buche ge- 
funden (Ph. Wackernagel 2, 866). 

750. K. Kop pmann. Der Seeräuber Klaus Störtebeker in geschichte 
und sage. Hans. geschichtsbL jahrg. 1877 s. 37—58. 

8. 49 f. wird auf das Störtebeker-lied (Liliencron 1 nr. 44) bezug 
genommen. 

751. Spottlied auf Heinrich von Ahlfeld, bürgermeister zu Goslar, 
mitgeteilt von v. d. Ropp. Hans. geschichtsbL jahrg. 1877, s. 144—147. 

das lied ist in einer klageschrift des verspotteten vom j. 1446 er- 
halten, es heißt in derselben: item beschtddege ek Hermen dat he over 
my hefft laten maken unde gedichtet dessen naheschreven reyen, dar ome 
to haip Hinrek Uszler, Hans Temme, Hinrek Wilhelm, HiUe de luOce 
scriver, unde leyd den in synem hm eersten utsingen unde sande dessen 
sulven reygen heschreven hy synem sone in de schale unde hod denjunghen 
se misten den wol utscriven etc. im liede selbst ist gesagt: De uns 
desse reygen sangk, Hans myd der krucken is he genant 



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Niederdeutsch. Ig5 

752. H. Lemcke, Die handschriften der bibliothek des Marienstifts- 
gymnasiums. abt I. Stettin, (progr. no. 114.) 

in diesem Verzeichnis von hss. der ehemaligen Canmiiner dom- 
bibliothek sind aus denselben vier mhd. lieder abgedruckt, die wegen 
einiger nd. formen vielleicht hier erwähnt werden dürfen s. 23 a) Muter 
myn muter myn Mir eyn cleyniz heselyn 10 v. b) Hynnelyn hanelyn 10 v. 
c) Muter ich hatte gern eyn dinch eyn dingherdeyn etc. s. 25 Loven schal 
men io de tyt 32 v. vgl. v. d. Hagen MS. HI, 423 und das facsim. 
IV, 769. letzteres stimmt nicht ganz zu L's lesung, es bietet v. 4 went^ 
5 eher, 6 suten? 7 deme, wo L. went, over, suren, dem liest. 

753. Reineke der Fuchs, aus dem urtexte übertr. von D. W. Sol- 
tau. Berlin, Hempel, 208 s. 16. geb. 1 m. 

Spruch. 754. G. Schmidt, Niederdeutsches in handschriften der gym- 
nasialbibliothek zu Halberstadt. Ndd. jahrb. 3,60 — 67. 

dreißig sprüche mit ungefähr 140 versen, fast alle zu anfang des 
16. jahrh. (1510?) in eine Inkunabel eingeschrieben, zu einigen hat 
C. Walther andersher bekannte sprüche ähnlichen inhaltes angemerkt, 
referent ist hier und jetzt nicht in der läge ausführen zu können, dass 
die Halberstädter sprüche höchstwahrscheinlich aus einem bald nach 1500 
(in Lübeck?) gedruckten buche abgeschrieben sind, und muss sich an dieser 
stelle begnügen darauf hinzuweisen, dass sich in den Werldtspröken 
(Scheller nr. 1176), dessen compilator aus dem R. V. mit der protest. 
glosse, dem schip van Narragonien und jenem drucke geschöpft hat, viele 
Sprüche befinden, welche wörtlich mit den Halb, übereinstimmen, vgl. 
Spruch nr. 4 und Werldtspr. bl. 31 ». nr. 5 vgl. W. 30 »; n. 6 = W. 
28 ^; n. 7 = W 12 und R V. (1539) randsentenz z. I c. 25 gl.; n. 9 
= W. 29 a; n. 12 = W. 5 ^; n. 15 = W. 32 » vgl. zu RV. I c. 33 
extr. rands; n. 17 = W 3 ^ = zu R Y. I c. 3. init. rands. n. 19 = W. 
21 a; n. 20 = W. 26 »; n. 22 = W. 24 »; n. 23 vgl. W 2 »; n. 24 
= W. 31a, Keller, Fastnachtsp. 3, 1471 n. 16. 

755. Chr. Walther, Aus dem Lübecker ratskeller. in Von nah 
und fem. festgabe für Wehrmann, Hamburg 1879 s. 7—11. 

im Lübecker ratskeller findet sich die inschrift Mennich man lüde 
synghet Wen men em de brut bringet: Weste he wat men em brochte, 
Dat he wol wenen mochte 1575, dieser spruch findet sich in England 
bereits im frühen mittelalter, in den Proverbs of king Alfred und in den 
Proverbs of Hending; nach Deutschland ist er, vielleicht zunächst aus 
dem Stahlhofe in London, durch Vermittlung des hansischen handeis ge- 
langt 

756. C. Wehrmann, Lebensweisheit. Ndd. jahrb. 3, 8. 
Spruch, 4 V., He is wys de kan vordraghen, etc. 



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186 Niederdeutsch. 

757. Rummeldeus. Ndd. jahrb. 3, 67—70. 

rummddossz, ik moih dy drincken 36 v. aus dem 15. jh. auf ein 
holsteinisches hier, widerholt aus Sudendorfs urk.-buch 9, 127, mit anmer- 
kungen von Koppmann und Walther. 

Theophiliu. 758. K. Sass, Über das Verhältnis der recensionen des 
ndd. Spiels von Theophilus. Leipziger dissertation. 45 s. 8. 

ver£ sucht zu beweisen 1) dass von den drei erhaltenen mnd. be- 
arbeitungen die Wolfenbüttler die älteste und dem original am nächsten 
stehende sei. 2) dass die Stockholmer und Trierer aus einer gemeinsamen 
vorläge, mit starken Zusätzen namentlich am anfang der stücke doch un- 
abhängig von einander hervorgegangen seien, der beweis für den ersten 
teil der behauptung scheint dem verf. gelungen zu sein und er hat be- 
sonders das verdienst, an einigen stellen nachgewiesen zu haben, wie der 
text von S aus W hervorgegangen ist. (irrig ist jedoch die behauptung, 
das weinent S 705 aus vene W 459 verderbt sei. letzteres wird fälschlich 
dem Worte venie gleichgesetzt, nach Vorgang Hoffmanns und des mnd. 
Wörterbuchs, die vergleichung der von Bruns v. 481 und von Hoffimann 
gegebenen lesart ergibt aber als unzweifelhaft richtig die form vene d. i. 
wenen), ungenügend erscheint dagegen die beweisflihrung für das übrige, 
und die möglichkeit nicht ausgeschlosseen , dass W die bischofswahl 
mit welcher S und T beginnen, in der vorläge gefanden, aber ausgelassen- 
habe. Wilken geistl. spiele 163 f. hat ganz recht, wenn er auf Über- 
einstimmungen mit der legende verweist, Sass, der dagegen polemisirt, be- 
tont vielzu sehr die Verschiedenheiten, wie er auch den Charakter von 
W gänzlich verkennt, er will dieselbe zu einem erbauungsbuch machen 
das entstanden sein soll 'bei im kloster vorkommendem mangel an gebet- 
büchem'. es kann gar keinem zweifei unterliegen, dass W ein für welt- 
liche kreise bestimmtes vorlese- und unterhaltungsbuch gewesen ist, vgl. 
zu Gerh. v. Minden s. XIII und XVI. den schluss der abhandlung bilden 
kleine bemerkungen zu einzelnen stellen, wo Hoffinann ohne not die hand- 
schriftlichen lesarten geändert hat 

Totentanz. 759. A. Lübben, (Zu) urkundenbuch der berlinischen 
Chronik. Berlin 1869. Berliner todtentanz. Ndd. jahrb. 3, 170—180. 

den genannten publicationen des Vereins für die geschichte Berlins 
wird der Vorwurf nicht genügender correctheit gemacht, in den bei- 
gegebenen nhd. Übersetzungen werden sehr arge fehler nachgewiesen, zum 
texte besserungen vorgeschlagen, zum Totentanz der Marienkirche in 
Berlin (hrsg. von Prüfer. 1876.) v. 108 wasset; 175 [unde] maketneyne 
vorthogoringe; 185 evien kraniz; 222 vesen; 291 ghummen; 327 hrugersche? 
328 tapen, 

Zwiegespräch. 760. W. Mantels, Nachträge. Ndd. jahrb. 3, 
161—163. 



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Niederdeutsch. 187 

die vergleichung des im ndd. jahrb. 1, 54 vgl. 1, 131 abgedruckten 
Zwiegesprächs zwischen leben und tod mit dem Tastelavendes spil van 
dem dode unde van dem levende, gedichtet durch Nie. Mercatoris (Keller 
2 nr. 121) zeigt, dass in dieses ganze Strophen des Zwiegespräches hinein- 
gearbeitet sind und zu anfang und ende desselben nichts zu fehlen scheint. 



Mittelniederdeutsche prosa. 

761. F. Latendorf, Die deminutiva der ndd. ausgäbe von Agri- 
colas Sprichwörtern, ndd. jahrb. 3, 101—103. 

die in der ndd. zu Magdeburg und der hochd. zu Hagenau 1529 ge- 
druckten ausgäbe sich findenden deminutiva sind zusammengestellt, man 
findet in der nhd. ausgäbe diminutiva auf -lin und einige auf -chen, in 
der ndd. nur auf -ken, abgesehen von dem namen Peterlin. 

762. G. Sello, Woldenberger. Zs.f. d. a. 23, 49. 50. 

der in der gereimten vorrede der Magdeburger Schöppenchronik 
(hrsg. von Janicke s. 4) vorkommende name Wodenberch wird in Wolden- 
berg gebessert, als 'Unruhstifter' erklärt und auf den falschen Waldemar 
gedeutet. 

763. Eine münstersche grammatik aus der mitte des 15. jh. herausg. 
von E. Wilken. ndd. jahrb. 3, 36—56. 

die von Benfey gesch. d. Sprachwissenschaft s. 208 erwähnte lat. 
formenlehre in mnd. spräche ist vollständig zum abdruck gebracht, die- 
selbe ist nach angäbe eines einleitenden lat. briefes 1451 verfasst und in 
einem Münsterschen aus dem ende des 15. jh. stammenden drucke auf 
der Göttinger bibliothek erhalten, der berausgeber scheidet i und y, in- 
dem er y nur in fällen wirklicher länge oder zweifelhafter quantität setzt. 

764. W. Mantels, Nachträge zu Pfeiffers abdruck aus Körner 
(Germania 9, 257. 23, 22*9). Ndd. jahrb. 3, 163—166. 

einige lesarten der Hannoverschen hs. werden nachgetragen, inter- 
punctionsfehler des abdrucks berichtigt und einige stellen erklärt. 

765. Altlivlands rechtsbttcher zum teil nach bisher unbenutzten 
texten hersg. von F. G. von Bunge. Leipzig, Breitkopf und Härtel. 
VI, 264 s. 8. 6,80 m. 

die einleitung s. 1—54 orientirt über die äußere geschichte der 
rechtsbücher Altlivlands, die Überlieferung des textes usw. abgedruckt 
sind mit Variantenangabe 1) das Waldemar-Erichsche lehnrecht v. j. 1315. 
2) das älteste livl. ritterrecht. 3) der spiegel land- und lehnrechts für 
Livland. 4) das Wieck-Oeselsche lehnrecht. 5) das stück vom mussteil. 
6) das mittlere livl. ritterrecht. 7) das umgearbeitete livL ritterrecht. 
8) die artikel vom lehngut und lehnrecht. 9) Fabri's formulare procura- 



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188 Niederdeutsch. 

torom V. j. 1539. der herausg. hat die Orthographie der texte durch- 
weg normalisirt und dabei, me er sagt, die im mnd. wtb. als die üb- 
lichere hervorgehobene Schreibweise zur richtschnur genommen, er hat 
iedochnödenvlüchtdödetudgi drucken lassen. — ang. Lit. cbl. 1880, 204. 

766. Der Sachsenspiegel, landrecht und lehnrecht nach dem 
Oldenburger codex picturatus von 1336 herausgegeben von A. Lübben. 
mit abbildungen in lithographie und einem vorwort zu denselben von 
F. von Alten. Oldenburg, Schulzesche buchh. XVI, 148 s. 6 m. 

die i. j. 1336 von einem mönche des bei Oldenburg gelegenen klosters 
Rastede auf veranlassung des grafen Joh. von Oldenburg geschriebene 
handschrift ist ohne änderung der Orthographie abgedruckt, der heraus 
geber hat nur die interpunction beigefügt und die offenbaren Schreibfehler 
der hs. mit angäbe der änderung unter dem texte verbessert, in einer 
kurzen vorrede s. I — IX gibt er eine Schilderung und geschichte der hs. 
und macht auf einige sprachliche eigentümlichkdten derselben aufmerksam 
z. b. erste für deste 'wenn nur, dummodo', er hebt hervor, dass die 
spräche im cod. pict. Oldenb. viel reiner und gleichmäßiger niederdeutsch 
sei als in der Berliner hs., welche Homeyer seiner ausgäbe zu gründe gelegt 
hat — was der hs. besonders ansehen gegeben hat, ist der umstand, dass 
sie eine der vier bilderhandschriffcen des Sachsenspiegels ist. die hoffnung 
aus ihren Zeichnungen mancherlei ausbeute für Interpretation mancher 
stellen, rechtssymbolik und culturgeschichte zu gewinnen, wird diese aus- 
gäbe leider wenig befriedigen, es konnten derselben wie die herausg. 
bedauern nur sehr wenige (10) abbildungen beigegeben werden, dem be- 
streben, den kunsthistorischen wert der bilder hervorzuheben, dient ein 
besonderes vorwort s. X— XVI. in ihm wird auch darauf hingewiesen, 
dass auf den bildem manches den oldenburgischen localtypus zeige. — 
Lit cbl. 1665. Academy 337. 

767. Wappäus, Anzeige von: Das Seebuch, von K. Koppmann. 
(1876) GGA. st 3 s. 81—96. 

die Wichtigkeit des buches für die geschichte der nautische^ geo- 
graphie wird hervorgehoben, eine übersieht über den Inhalt der ausgäbe 
gegeben, rode n, 2, IX, 57; confers VI, 7 und prysen vom glossar ab- 
weichend erklärt W. verspricht eine Untersuchung über die alten see- 
bücher der nordeuropäischen Völker und macht einige bibliographische 



768. Stadtrecht von Dortmund. Monatsschrift f. d. gesch. West- 
deutschlands 5, 103. 

eine bisher unbekannte pergamenthandschrift des Dortmunder stadt- 
rechts (15 blL foL) wurde im december 1878 von dem Schweizer, anti- 
quariat in Zürich versteigert, sie gehört dem 14. jh. an und ist in 
niederdeutscher spräche geschrieben. 



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Niederdeutsch. 189 

Sonstige mnd. anecdota in prosa. 

769. Alles was von mnd. prosa im laufe des Jahres gedruckt worden 

ist, vollständig zu verzeichnen und zu besprechen, ist weder tunlich noch 

dem ref. möglich, es seien aus der in seine bände gelangten literatur 

folgende Veröffentlichungen erwähnt, es haben herausg^eben : G. S c h m i d t 

im Ndd. jahrb. 3, 57—60 einen abdruck der flugschrift Dyt ys dy er- 

findunge w. Wunderwerke des hilligen sacramentes tho der Wilsnagk. 

Magdeburg 1509. 4; ebd. 64—66 medicinisches ; van den apostden 

(tlbersetzung von Keiffer, deutsche mystiker 1, 123). — Hänselmann, 

ebd. 74 loider de pestUenz, — K. E. H. Krause, ebd. 78—82 de pro- 

cessien der kruceioeken (bxls emem ^BsmomL, Basel 1511?). — E. Jacobs, 

Zs. d. Harzv. 12, 201—207 das heülige Mut zu Waterler (Wasserleben) 

und Wernigerode (aus einer verderbten im 17. jh. gefertigten copie eines 

älteren Originals). — Fiedel er, in Zs. für Niedersachsen 1878, 122—150 

Mitteilungen aus dem roten buche der kaufinanns-innung der Stadt 

Hannover (hs. des 16. jh.). — Rüdiger, in Von nah und fem (vgl. 

nr. 755) Morgensprache der Schneider in Ltlneburg. — Bertheau in 

Hoche, Beiträge z. gesch. der St. Johannisschule IH Hamburg s. 2 — 23. 

32. Aus Joh. Bugenhagen's ^der erbam Stadt Hamborch chrisüike orde- 

ninge v. j. 1529 und Van Visitation der scholen v. j. 1539. — Hoche, 

ebd. 24—32 Statuta der schoolen tho Hamborch de den hindern aldar 

jahrlich värgelesen werden v. j. 1537; s. 33 — 38 Scholen-ordnunge tho 

Hamburg anno d. 1556. — Koppmann in Hans, geschichtsbl. jg. 1877 

s. 140—143 Lauritssön's bericht Tan speien und regemente by dem 

cuntor tho Bargen, — Nielsen in Christiania vidensk.-selsk. forhandl. 

1878. n einen abdruck eines 1502 geschriebenen gildebuchs von sunte 

Katherinen vndte sunte Doroihien gilde in Bergen. — Wetzel in Zs. d. 

V. f. Schlew.-Holst-Lauenb. gesch. 8, 353—57 gildeconstitutionen und 

bürgersprache aus dem ratsbuche der Stadt Wüster (1377—1526). — 

Kolster ebd. s. 207—263 Schröders ditm. chronik bis z. j, 1616. 

darin befinden sich das sub nr. 748 gestellte Carmen und mehrere 

reimereien, — 



Neuniederdeuts&he dichtung. 

770. J. Lauremberg, Zwei plattdeutsche possen, herausg. von 
Jellinghaus. Ndd. jahrb. 3, 91—100. 

ein anhang des Triumphus Nnptialis Danicus, Kopenhagen 1648 ent- 
hält zwei von Lauremberg verfasste nhd. komödien und zwei dazugehörige 
2wischenpiele in plattdeutscher spräche (L von der groten Söge, de int Landt 
kamen was, wo se desttlve hebben to brüen fatet, und hinder sik her 
jaget, n. vom Ringelrennen, Thumiren und gammel Matz), in welchen 



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190 Niederdeutsch. 

bauern auftreten, denen die zotigsten redensarten in den mund gelegt 
werden, die spräche verrät dänische einflüsse, weist aber sonst deutlich 
nach Meklenburg oder Holstein, doch fehlt wie der herausgeber bemerkt 
der wesentlichste zug der jetzigen mundart, nirgends zeigt sich eine spur 
der neigung das e der endungen ab- und auszustoßen, die spräche sei 
auch nicht die unverfälschte Volkssprache, sondern erscheine unreiner wie 
sie in Wirklichkeit war. 

771. Wie hat der dichter Brockes seinen namen ausgesprochen? 
Ndd. krpbl. 3, 84—86. 

Mielck führt aus, dass die alte Orthographie die konsonantver- 
bindungen ck, dt und /f durchaus nicht zur bezeichnung, dass ein vor- 
hergehender- vocal kurz sei, anwende, aus der mündlichen tradition er- 
gebe sich mit bestimmtheit die ausspräche Br6kes bez. Br6ks. ähnlich 
verhalte es sich mit den namen £lckhoff, Wansbeck u. a. 

772. F. Reuter, Sämmtliche werke, volks-ausgabe in 7 bänden, 
b^. 7. Wismar, Hinstorff. 1878. 443 s. 8. (bd. 1—7 compL 21 m.) 

alle nicht allgemein verständlichen ausdrücke sind unter dem texte 
erklärt. 

773. F. Reuter, ergänzungsbände zu den sämmtlichen werken, 
billige ausgäbe in 2 bdn. Leipzig, C. A. Koch 1878. VII, 195 u. IV, 185 
8. 8. ä 1,50 m. 

enthalten lustspiele und polterabend-gedichte. (julklapp). 

774. F. Reuter, Ut mine stromtid. neue illustr. Prachtausgabe 
mit 140 Originalillustrationen von L. Pietsch u. 0. E. Lau. Wismar, 
Heinstorff 1878. 530 u. anhang 34 s. 4. 20 m. 

775. F. Latendorf, Zur erinnerung an Fritz Reuter, verschollene 
gedichte Reuters nebst volkstümlichen und wissengchaftlichen Reuter- 
studien. Poesneck, Latendorf. 2 bl., 63 s. 8. 1,50 m. 

8. 3—7 zwei hochdeutsche gedichte "zur Kömerfeier 1863 und drei 
plattdeutsche lieder für Schleswig-Holstein v. j. 1864. der herausg. hat 
diese nationaler begeisterung ausdruck gebenden und unter Reuters 
ernsthaften gedichten hervorragenden lieder aus alten Zeitungen gerettet 
8. 11—26 Stammbaum der familie Reuter, nachrichten über seine vor- 
fahren, sämmtlich Mecklenburger, s. 31 — 62 Reuterstudien, darunter 
aus dem ndd. korresp.-bl. bd. 3 und 4 wiederholt, folgende abschnitte: die 
Volksausgabe von Reuters werken und die nächsten daraus der Wissen- 
schaft erwachsenden aufgaben (kbl. 3, 83); coUectivische und generali- 
sirende zusanmiensetzungen mit wark, warks (kbl. 4, 5. 9.); fülle des 
ausdrucks in der Verbindung von gegensätzen (kbl. 3, 77). außerdem 
exegetisches und biographisches, sowie einige gelegenheitsreime des^ 
dichters. 



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Niederdeutsch. 191 

776. Was an selbständigen in niederdeutscher spräche geschriebenen 
büchem lebender Verfasser im buchhandel erschienen ist, wird hier nach- 
stehend verzeichnet und die bemerknng vorausgeschickt, dass bei den 
werken, welche eingesehen werden konnten — nicht bei allen war das 
möglich — die angäbe beigefügt ist, welcher gegend ihre mundart ange- 
hört die benutzung auch dieser literatur wird bei Untersuchungen über den 
dialect in vielen föllen nicht zu umgehen sein, doch wird sie mit besonderer 
vorsieht geübt werden müssen, unbewusst und bewusst fälschen vielfach die 
Verfasser den dialect ihrer heimat, unbewusst, indem sie was hochdeutsch 
gedacht ist plattdeutsch widergegeben und in diese mundart hochdeutsche 
syntactische fügung und Wortstellung hineintragen; bewusst, wenn sie zur an- 
bahnung einer erträumten allgemeinniederd. Schriftsprache oder um ihre 
Schriften größeren leserkreisen bequemer lesbar zumachen — dieeigentümlich- 
keiten des localdialectes in wort und laut aufgeben und alles möglichst 
vermeiden, was nicht überall im küsten- oder binnenlande sofort ver- 
standen wird. 

auf den Inhalt bezügliche bemerkungen hinzuzufügen ist unterlassen, 
übrigens dürften von den dem referenten zugänglich gewesenen werken 
nur Gädertz Julklapp und wegen mancher stellen Hoefers Pap Kuhn durch 
poetischen gehalt hervorragen. 

Beuthien, Sleswig-Holsteener buerngeschichen. geschieh I. Klaas 
Hinnerk. 2. uplag. bd. 1—3 Braunschweig, Bruhn. VI, 186. 211. 252. s. 8. 
8. m. geschieh II. de latinsch buer un sien nabers. Kiel, Lipsius und 
Fischer. VI, 296 s. 8 3. m. (nordschleswigsche mundart, in gesch. II 
beispiele deutsch-dänischen mischjargons). — Bockel, Ausgewählte ge- 
dichte. für die freunde dieses volksmannes hrsg. von W. Röseler. bd. 1. 
plattdeutsche gedichte. Hamburg, Richter. VI, 142 s. 8. 1, 20. m. (hol- 
steinische ma.) — Derboeck, Spledder un spöhn I. ut de hansbunken- 
tid. snaksche Verteilung. Berlin, Drewitz (o. j.) 248 s. 12. 3. m (prosa, 
vorpommer. ma.) — Gaedertz Julklapp! leeder un läuschen, mit drei 
Originalgedichten von Klaus Groth, Theodor Storm u. Theodor Souchay. 
Hamburg, Richter Vül, 141 s. 8. 3 m. (ernste lyrik u. humorist. gedichte, 
mit einigen sprachlichen erklärungen, ma. der stadt Lübeck). — Söß plattdütsche 
geschichten von den ollen radmake Martin, hrsg. von L. Wagtsmitgott. 
Stavenhagen, Beholtz. 1878. IV, 103 s. 8. 1 m. — Winachter-abend. ein 
lütt geschieht för jung u. olt von den ollen radmake Martin, hrsg. von 
L. Wagtsmitgott. ebd. 16 s. 16. 0,15 m. — Grimme, Schwanke und ge- 
dichte in sauerländischer mundart. 7. aufl. Paderborn, Schöningh. 1878. 225 
s. 8. 1,50 m. (s. 3—9 eine ergiebige Vorbemerkung über die wichtigsten 
eigentümlichkeiten der sauerländ. ma., wie sie im obem Ruhrtale herrschend 
ist. s. 213—222 glossar). — (Grimme), Diusend plasäir. lustspielein 
sauerländ. mundart I. de musterung oder Gehannes Fiulbaum un syin 



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192 Niederdeutsch. 

Buhn 3. aufl. II. uemmer op de oUe hacke 2. aufl, vom verf. der sprickeln 
un spöne. ebd. 151 s. 16. 1,15 m. — Höfer, Pap Kuhn. *ne geschiclit' 
ut de oll plattdütsch tid. Stuttgart, Cotta 1878. Vm, 342 &♦ 8. 5 m. 
(vorpommer. ma., vergl. unten n. 777—78). — Keller, Der rausch des 
kttsters oder unkel Bräsig in dusend ängsten. genrebild mit gesang nach 
Reuter in mecklenb. mundart. Leipzig, Koch 39 s. 8. 0,60 m. — Lech - 
le itner, Diemelgrand un Emschersand. geschichten ut Hessen un West- 
falen. Bremen, Kühtmann lY, 110 s. 8. (kleine humoresken in prosa, 
ma. des Diemelgebietes). — Mahl Reineke Voss. Ut frier hand. Stutt- 
gart, Cotta 1878. Xn, 278 s. 8. 3 m. (R. V. ist eine umdichtung der 
mnd. dichtung, holsteinische ma.) — Mtlnter, Nu stlnd wi in Amerika, 
en plattdütsch riemels. Cincinnati. Leipzig, Köhler. 110 s. 8. 2,50 m. — 
(Pape) Jut'm Siuerlanne fan Papen Jäusäip. Paderborn, Schöningh 
1878. 215 s. 8. 1,35 m. (sauerländische ma., abweichend von der durch 
Grinune angewandten, s. 204 — 212 glossar nebst grammatischen Vor- 
bemerkungen, bemerkungen über den dialect sind gelegentlich auch in 
die erzählungen eingestreut z. b. dass einige bezirke des Sauerlandes bei 
dem pron. reflex. die ursprüngliche trennung des dativs und accus, wie 
sie sich bei Ulfilas finde bewahrt hätten und im dat. *ser, im acc. 'sig' 
gebrauchten. Pape selbst wendet diese sicher auf falscher analogie mit 
*di, dik' beruhende Casustrennung nicht an). — Poppe, Marsch und geest. 
gedichte humorist. u. ernsten Inhalts in oldenburg-niedersächs. mundart. 
Oldenburg, Bultmann 1878. XH, 143 s. 4 m. — Quitzow, Mekelnbörger 
geschickten, verteilt för jung u. olt bd. 3. Hanne Möller un sin mudder. 
tl. 2. Leipzig, Koch 1878. 242 s. 8. 2,40 m. — Rahden, Kruse menthen. 
plattdeutsche gedichte meist heiteren Inhalts in Oldenburg, mundart (Olden- 
burg, Schulze) 1868. IV, 282 s. 8. 3 m. neue folge, ebd. IV. 255 s. 
3 m. — Schulmann, Dat Bödekerlied. 5. uplage. Hannover, Kniep's verl. 
1878. 8 s. 8. 0,10 m. (mundart von Hildesheim?) — Närsk tuig. iut dem 
noelote vom Kristejon Dullromes. plattduitske schnacke un streiche iut 
em Patterbümsken. 2. aufl. Werl, Stein 36 s. 16. 0,30 m. — De pe- 
troleumsqulele u. De wette, zwei humoresken in Paderbomer mundart von 
dem verf. des Närsk tuig. ebd. 32 s. 16, 0,30 m. — Ut min dischlad. 
dit un dat nige vertellzels. von'n oUn Nümärker. bd. 2. Leipzig, Koch. 
155 8. 8. 1,50 m. (verf. Loeffler, bei Landsberg a. W.) — Zander, 
De Franzosenkrieg v. anno 70 u. 71 fÖr jung un old verteilt. Nen- 
strelitz, Bamewitz. 1878. 16 s. 8. 0,20 m. Kaiser Wilhelm (plattd. epos.) 
ebd. 50 8. 8. 1 m. 

ferner sind folgende der niederdeutschen mundart sich bedienende 
Zeitschriften zu nennen, von denen die Bemburger im anhaltischen platt 
geschriebene den Übergang zum mitteld. zeigt: De gode fr und. platt- 
dütsch volksblatt. red. und hersg. J. 0. Engel jahrg. 2. nr. 1—24 (ä'A 



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Niederdeutsch, 193 

bogen) Kiel, Lipsius u. Fischer, halbjährl. 1 mk. 25 pf. — De platt- 
dütsche husfründ. en volksblatt vaer alle plattdütschen. red: W. Kastner. 
Jahrg. 4 (52 nrn. ä 1 b. foL) Leipzig, Koch. 4 mk. — Plattdütsch 
vereens-blatt. centralorgan för den gesammtverband der plattdütschen 
vereene. red. Westphal. jahrg. 2. (12 nrn ä Va b. 4). Leipzig, Koch, 
1 mk. 20 pf. — Up ewig ungedeeltl organ för den plattdütschen club 
to Bemborg: jahrg. 1. 1878—79. (24 nrn. ä V4 b. 8) Bernburg, 
Schmelzer. 3. m. 

schließlich ist zu nennen: Plattdeutsche gedichte zum declamiren von 
Ahrens Bartels Bielefeld Haase Härberts Köhncke ... 2. aufl. Hamburg, 
Richter 176 s. 8. 1,20 m. — Van de scheide tot de Weichsel, neder- 
duitsche dialecten in dicht en ondicht, uitgekozen en opgehelderd door 
Job. A. Leopold en L. Leopold, aflev. 7 — 8. Groningen, Wolters 
1878. 79. ä 0,80 fl. (dieses von Ltibben, ndd. jahrb. 4, 181 belobte werk 
will in proben, welche zugleich ästhetischen wert haben, sämmtliche zwischen 
Scheide und Weichsel gesprochenen ndd. mundarten vorführen, das werk 
umfasst bereits die dialecte zwischen Ems und Elbe, nacherschienen ist afl. 
9. 10.) 

777. F. Latendorf, Niederdeutsch und neudeutsch, offener brief 
an Edmund Hoefer. Poesneck, Latendorf. 27 s. 8. 0,80 m. 

die schrift bezieht sich fast ausschließlich auf Höfers plattd. roman 
Pap Kuhn, es wird die feinheit und Sicherheit, mit welcher Höfer das 
plattdeutsche beherrsche und einzelne ausdrücke echt volkstümlich an- 
wende, gerühmt, bei einzelnen Wendungen dagegen gerügt, das» sie von 
nhd. einflüssen nicht frei seien, in Mecklenburg werde für dat. acc. des 
iihd. *sie' nach präpositionen immer 'er' gebraucht, das alte se fast nur als 
s' usw. L. wünscht schließlich dass die Schriftsprache mehr aus dem 
ndd. Wortschatz in sich aufnehmen und auch sonst gewinn aus dem ndd. 
haben möge. 

778. E. Hoefer, Confessionen eines plattdeutschen autors. an 
F. Latendorf. Stuttgart, Krabbe, 16 s. 8. 0,40 m. 

eine antwort auf das vorige, in der H. zur Verteidigung der gerügten 
Wendungen auf die lokalen abweichungen des dialects verweist, die ab- 
nähme des Schatzes an volkstümlichen liedem und Sprüchen, welchen früher 
jeder besaß, sei in seiner heimat Pommern schon in den dreißiger jähren 
bemerkbar gewesen und sei vielleicht eine folge der allgemeinen dienst- 
pflicht. 

Volkslied und Spruch in Norddeutschland. 

779. E. Bodemann, Volkslied 'Von der Schlacht vor Lutter' (1626) 
zeitschr. f. Nieders. jahrg. 1878, 298—301. 

Jahresbericht für Germanische Philologie. L (1879). 13 



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194 Volksüed. 

ans einer hs., es beginnt graff TiUj ein küner Helt heist man mich 
allezeitt. 23 Strophen zu je 4 versen. 

780. Hertel, SchmäMied aus der reformationszeit. Anz. f. k. d. 
deutschen Torz. s. 142—143. 

aus einer handschriftl. chronik wird eine stelle ausgehoben, welche 
besagt, dass der rat von Magdeburg das lied vom 'ochsentreiber' und ein 
nicht genanntes spottlied gegen den erzbischof zu singen untersagt. 

781. H. Holstein, Zum liederschatz des 16. jahrh. Archiv f. lite- 
raturgesch. 8, 441—445. 

1. das lied *det weltlich schlemmer' (Tittmann, liederbuch nr. 116) 
findet sich auch in Burkhard Waldis *parabell vam verlorn Szohn (Riga 
1527 bl. 28)' und wird daraus vollständig abgedruckt. 2. lied nr. 125 
der Volks- u. gesellschaftslieder *Er setz das gläslein an den mund' findet 
sich auch in Lockes Comedia vom ongerathenen etc. Sohn (1619). 3. lied 
nr. 58 bei Tittmann findet sich auch in Ambr. Pape's Adulterium. 
Magdeb. 1602. es wird daraus mitgeteilt. 

782. W. H. Mielck und EL Koppmann, Hamburg im volksliede. 
Mitt. f. hamb. gesch. 2, 88—92. 

Hamburg wird im nichthistorischen volksliede auffilllig selten genannt, 
nur 7 belege wissen die verf. zu geben, über den verbleib dreier lieder- 
drucke, welche Lappenberg, gesch. der buchdruckerkunst in H. s. 111 — 12 
verzeichnet, wird auskunft erteilt. 

783. L. Parisius, Deutsche Volkslieder mit ihren singweisen (geist- 
liche lieder und bailaden) in der Altmark und im Magdeburgischen aus 
volksmunde gesammelt, heft 1. Magdeburg, Baensch jun., 68 s. 8. 1,20 m. 
abdruck aus dem 19. jahresber. des altmärk. Vereins zu Salzwedel, abt. 
für gesch.) 

die von Parisius veröffentlichten lieder, an zahl 21, sind sämmtlich 
hochdeutsch, von dem herausgeber aus seiner etwa 300 lieder in 650 auf- 
zeichnungen sowie 200 melodien umfassenden Sammlung ausgewählt und 
fast alle alte echte Volkslieder. Varianten der gebotenen lieder waren in 
anderen liedersammlungen schon gedruckt, aber z. t. in mangelhaften 
texten, und sind in den anmerkungen verzeichnet, mitgeteilt werden 
auch die melodien, welche zum großen teil hier zum ersten mal aufge- 
zeichnet sind und von denen die zu nr. 16 tactwechsel (Vs • VO^ zeigt, 
die zu nr. 13 in e-moU ist. auf andere melodien derselben lieder wird 
gleichfalls in den anmerkungen verwiesen, sowohl was text als melodien 
betrifft, verspricht die vorliegende Sammlung eine der bemerkenswertesten 
aus neuer zeit zu werden. 

angezeigt von Winter, geschichtsbl. f. Magd. 14, 607. 

784. AI. Reifferscheid, Westßllische Volkslieder in wort und 



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Volkslied. 195 

weise, mit klavierbegleitung und liedervergleichenden anmerkungen. Heil- 
bronn, Henninger XVI, 192 s. 4. *8 m. 

Aug. von Haxthansen hatte im anfange dieses jahrhuniierts Volks- 
lieder aus dem münsterschen und paderbornschen gesammelt, er ist aber 
nicht dazu gekommen, dieselben zu veröffentlichen, aus seinen anf- 
zeichnungen, welche noch vorhanden sind, hat Reifferscheid eine auswahl, 
welche 72 lieder umfasst, getroffen und nebst einigen zugehörigen Varianten 
veröffentlicht, der herausgeber hat sich grundsätzlich jeder contamination 
bei widergabe der texte enthalten, wo die lieder also solche bilden, war 
sie schon im volksmunde vollzogen, balladen, welche unbekannt gewesen 
wären, enthält die Sammlung nicht, und nur nr. 22 (Welch heuchele! 
und falscher schein, mit refrain Ludewig, großer könig usw.) und einige 
flachsbrechlieder dürften ganz neu sein, doch sind viele texte als 
Varianten immerhin sehr schätzbar, was der sanimlung besonderen wert 
verleiht, sind die ausführlichen und lichtvollen anmerkungen, mit welchen 
der herausgeber etwa 50 lieder ausgestattet hat. er behandelt darin die 
aus anderen Sammlungen bekannten Varianten, sie in gruppen übersichtlich 
zusammenstellend, und weist auf ausländische lieder, welche gleiche motive 
behandeln, zu denselben 52 liedern werden femer die melodien mit- 
geteilt, welche von Lindner in Hannover mit klavierb^leitung versehen 
sind, was die spräche der lieder betrifft, so sei bemerkt, dass nur ein 
kleiner teil ndd. ist, die meisten sind hochdeutch. 

F. Liebrecht, GGA. s. 101 — 106 gibt in einer anerkennenden be- 
sprechung des Werkes einige nachtrage zu den anmerkungen. zu nr. 1 
(zwei königskinder) dass die sage von Hero und Leander sich nicht im 
Pendshab finde, nr. 8 findet sich vollständig in des knaben wunderhom 
n 251 und als nr. 128 bei Mittler usw. 

femer ist das buch angezeigt: Ndd. krpbl. 3,82. — Monatsschr. f. 
gesch. Westdeutschi. 5, 88—89 (Düntzer). 

785. C. Walther, Ein alter gelagsgraß. Mitt. f. hamb. gesch. 
2, 92—95. 

die formel, mit welcher der bürgermeister von Hamburg den zu ge- 
meinsamem mahle versammelten rat im 17. jh. begrüßte, ist überliefert 
und wird mitgeteilt, sie stimmt wesentlich überein mit den gelags- 
grüßen, die sich in der historie van Lukevent und im Slennerhinke 
finden, ndd. possen aus der zeit des 30 jähr, krieges. 

786. Ph. Weg euer. Volkstümliche lieder aus Norddeutschland, be- 
sonders dem Magdeburger lande und Holstein, nach eigenen Sammlungen 
und nach beitragen von Carstens und Pröhle. heft 1: aus dem kinder- 
leben. Leipzig. C. A. Koch. Vm, 114 s. 8. 1,60 m. 

die sehr zahlreichen Varianten eingerechnet enthält diese Sammlung 
372 wiegen- und kinderlieder, Sprechübungen, spielreden usw. da für das 

13* 



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196 Friesisch. 

Magdeburger land Vollständigkeit erstrebt wurde, so ist auch schon früher 
veröffentlichtes hierher gehörendes aufgenommen, anmerkungen sind nicht 
beigefügt, doch ist angegeben, in welchen orten die einzelnen lieder auf- 
gezeichnet sind; unter dieselben hat sich als nr. 312 eine Berliner tingel- 
tangelei verirrt, wie HL Pröhle in einer besprechung in der Sonntagsbei- 
lage n. 28 der Vossischen zeitung und Winter in den geschichtsbl. f, 
Magd. 14, 667 bemerken, der herausg. hat dieselbe sicher in der ab- 
sieht aufgenommen, nichts auszulassen, was für den Mndersang charakte- 
ristisch ist, der in der tat oftmals auf kurze zeit allerlei unpassendes in 
sich aufnimmt, da jedoch dasselbe meist nach wenigen monaten wider 
ausgestoßen wird und wol nie jähre überlebt, gehören dergleichen lieder 
nicht in die Sammlung, sondern höchstens eine note über sie in die vorrede. 

787. F. Wo est e, Kinderspiele in Südwestfalen. Ndd. jahrb. 3, 
103—109. 

im ganzen 18 spiele, bei denen auch die zugehörigen fragen und ant- 
worten im dialect mitgeteilt werden. 

788. F. Woeste, Reime aus dem volksmunde. Ndd. krpbl. 4, 
44—46. 

15 Mnderlieder und volksreime, 6 Sprüche und ein martinsliedchen, 
meist aus Barmen und alle plattdeutsch. 

789. Die ungetreue gattin und ihr liebhaber. Ndd. krpbl. 4, 
12—14. 43—44. 

von Jellinghaus u. a, wird das lied (auch De äule Hillebrand, Mann 
in der kiepe genannt) in verschiedenen fassungen mitgeteilt. 

790. Zwei niederdeutsche Volkslieder nach der aufzeichnung von 
E. M. Arndt. Ndd. krpbl. 3, 71—75. 4, 11—12. 

die lieder sind *de bedragene jumfer' und ^flanschen in schottsteen' 
zu beiden werden von Crecelius Mielck und Höfer abweichende gestaltungeu 
mitgeteilt. 

andere im krpbl. 4, 7. 21. 22. aufgezeichnete Volkslieder sind: 
Hans Töntjes; Stinte leve Stinte; namen des hausstandes. 



Friesisch. 

791. Wörterbuch der ostfriesischen spräche von J. tenDoornkaat 
Koobnan. Norden, H. Braams, 1877—79. lex. 8. 1 bd. (heft 1—8) XX, 
710 s. n bd, 1 hefl, H-jok, 144 s. 

die kritik hat sich schon genugsam über die schwächen dieses werkes 
geäußert: sie sind die notwendige folge, wenn ein autodidakt ohne sich 
vorher methodisch zu schulen, ein derartiges werk unternimmt, zunächst 



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• Friesisch. 197 

durfte bei einem dialectwörterbache nicht das ganze gebiet der indo- 
gennanischen sprachen zum vergleich herangezogen werden, wie dies der 
verf. tut. beschränkung auf die gennanischen dialecte und innerhalb der- 
selben wider beschränkung auf das fOr die etymologie notwendige hätte 
der leitende grundsatz sein müssen, statt dessen geht der verf. selbst 
über die indogermanischen sprachen hinaus in das gebiet der semitischen, 
in dieser beziehung ist in den letzten heften jedoch eine besserung zu 
constatiren. die kritiklosigkeit, mit welcher der verf. seine etymologien 
vorträgt, ja sogar mangelhafte kenntnis der historischen grammatik des 
deutschen, zeigt sich besonders darin, dass die ahd. worte in allen mög- 
lichen dialecten, in alten und jungen formen nebeneinander aufgeführt 
sind, und zwar ohne jeden zweifei aus Schades altdeutschem wb. abge- 
schrieben, vgl. zb. s. 55^ unter arf die Zusammenstellung arpeo erpeo 
erbjo erho aripeo eribo, welche form für form zu Schade stimmt, die 
grammatisch etymologische seite des buches taugt gamichts. dagegen ist 
es nach anderer seite lobenswert, der verf. bietet eine reiche Sammlung 
von sprüchwörtem und volkstümlichen redensarten. hätte der verf. auf 
diese und deren erklärung sich beschränkt, so hätten seine kenntnisse 
ausgereicht und er würde uns ein dankenswertes buch übergeben haben, 
das jetzt gelieferte ist, da es zum teil aus andern werken abgeschrieben 
ist, viel zu kostspielig. 

recens. Preuß. jb. 43 s. 656—659. GGA. 35 (Pannenberg). 

792. W. T. Hewett, The Frisian Language and Literature. A 
historical study. Jthaca, N. Y. (United States), Finch & Apgar 1879. 
60 s. 8. 

wir müssen vor allen dingen die tatsache freudig begrüßen, dass auch 
in America das Studium der germanischen sprachen einen erfreulichen auf- 
schwung nimmt, nachdem allzulange das ae. fast der einzige dialect war, 
welchem man sich zuwendete, wenn auch im einzelnen manches an der 
vorliegenden schrift auszusetzen sein mag, so bietet sie doch dem leser 
eine fülle von willkommenen aufschlüssen über die Friesen und ihre 
spräche, wir haben es nicht mit einer dilettantenarbeit zu tun; der verf. 
kennt deutsches land und leute, wie es scheint, aus eigener anschauung 
und hat die einschlägige literatur verständnisvoll verwertet, sein buch 
schildert die Schicksale des friesischen Stammes und dialects, handelt über 
die alte literatur desselben (wobei natürlich von plumpen fölschungen wie 
Thet Gera Linda Book keine rede ist), und enthält endlich einen brauch- 
baren abriss der altfriesischen grammatik. das buch ist zur orientirung 
recht empfehlenswert; es legt zeugnis ab für den ernst, mit welchem sich 
der verf. seiner arbeit widmete. 

793. H. Kern, üit de friesche wetten. Taalkundige Bijdragen 
tweede deel, s. 171—209. 



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198 Niederlftndisch. 

eine anzahl worte ans den friesischen gesetzen wird etymologisch nnd 
sachlich erklärt, nämlich: Jelin, dinna; hidede; hcxna, heocna; letk; rtmne 
rmka; werda; werd; nath, nefh; onnust; greva; Uana; vrigg; toidz 
havma, warst; hleth; jemma; nuxwere; büotvia; elhla, edela, edil, edd 
bierwerpen, s. 201 zieht verf. znr erklämng der Br6kmer gesetze § 109 
(ßm thä greve inganga etc.) eine stelle des Bgveda (10, 16 strophe 8) 
heran, weiter wird gehandelt über: uvrhlest, hlest, am schlnss einige be- 
merkungen über die vokalbrechnng. 

Bartels, Beiträge zur ostMesischen cnltor- nnd literaturgeschichte. 

s. altertnmskunde no. 150. 

Langhans, Über den ursprang der NordMesen. 

s. altertnmskunde no. 151. 

Leding, Die freiheit der Friesen im mittelalter und ihr bund mit 
den yersammlnngen beim Upstallsbom. 

s. altertnmskunde no. 152. 



Niederländisch. 

794. Woordenboek der Nederlandsche Taal, bewerkt door P. J. C o s i j n 
E. Verwijs enM. de Vries. 's Hage, Leiden, Mart. Nijhoff, D. A. Thieme, 
A. W. Sijthoff. 1878. s. 961—1120. 8. 

das vorliegende heft des großen niederländischen Wörterbuches reicht 
von gekken bis gelegenheid. 

recens. von H. E. Moltzer, Noord en Zuid 11 s. 187—198. 

795. J. Mieg, Neues vollständiges holländisch-deutsches und deutsch- 
holländisches taschenwörterbuch. dritte aufläge. Bielefeld und Leipzig, 
Velhagen und Klasing 1878. 408, 388 s. 8. 

das kleine wb. , welches sich von allen vorhandenen am besten für 
den praktischen gebrauch eignet, da es in tibersichtlicher weise die 
Phraseologie ganz besonders berücksichtigt, hat in der neuen aufläge statt- 
lich an umfang gewonnen, die wichtigste änderung ist jedoch die durch- 
gehends eingeführte neue Orthographie, der druck ist zwar klein, aber 
außerordentlich scharf, bei der zunehmenden bedeutung der nieder- 
ländischen forschung auf dem gebiete der dtsch. philologie eignet sich 
dies wb. ganz besonders zum schnellen terständnis der holländischen 
arbeiten. 

796. Jan te Winkel, begijn, Noord en Zuid, tweede jaargang 
s. 357—360. 

eine etymologie des wortes, dessen Ursprung Verfasser durch das 
französische auf das keltische zurückführt. 



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Niederländisch. 199 

797. De Vries, Woordverklaringen. Taalk. bijdr. 2, 1—61. 

der Verfasser sucht mit hilfe von etymologie uud Volksetymologie 
darzulegen, yrie sich die bedeutnng einer anzahl ndl. Wörter entwickelt 
hat aaJ^ aalt (mistjauche) hängt nicht mit got: oBv zusammen, sondern 
ist = ndd. add, äl. — agger (engl, eager) die durch dieses wort be- 
zeichnete fluterhöhung wird geschildert. — aterling (bankert) zuerst bei 
Kilian, im Brem. wb. 1, 324 etterling, es wird als grundbedeutung 
^bissiger, junger bund' angegeben. — bdenden (angrenzen). — hakdtakel 
(Spegel bist 7 c. 6, 12) sei eigentUch hakelt-aJcd, der erste teil beißt 
gescheuert, der andere ist = got haktd, das ganze vestes attritae. — 
Hanßje in den kdder, das letzte wort ist = got Mpei uterus. — honger- 
lijn = franz. hongreline, Littr6 s. v. — kind noch kraai, kraai ist 
babnenkrat, -schrei. — neefje, eine art mücke, und neffe blattlaus bei 
Vihnar bess. idiot. hängen zusammen mit xvitj^, lat. cinifes, kirchensl. 
sknipa. — nergens na *sehr weit ab', dann ^durchaus nicht'. — ondern 
(hd. untom) wird aus dem mndl. belegt. — reikhalzen. 

798. J. Franck, Vertuen, tiden. Taalk. bijdr. 2, 159—170. 
verUjen got. ieihan darf nicht mit tien got üvhan zusammengeworfen 

werden, tiden wird in derselben bedeutung wie tien gebraucht, ist aber 
nicht für eine erweiterte infinitivform des letztem anzusehen, die stellen, 
an welchen die Wörter vorkommen, sind zusammengestellt. 

799. Volksetymologie. Noord en Zuid II s. 125—133. 

ein verf. hat sich nicht unterzeichnet; es wird über einige bekannte 
Volksetymologien und lehnworte gehandelt, neues ist gerade nicht vor- 
gebracht 

800. W. L. van Helten, Kleinigheden op het gebied van etymologie en 
woordverklaring. Nord en Zuid n s. 140—169. 

verf. handelt zuerst über einige Volksetymologien, dann über die 
etymologie von wedden, te weis; beer; beseffen; versoord; haan; roest; 
verwaten; krieken; baken; evenaren; oliekoekhuis; wafeJhuis; ivicht; 
licktom deyne; bang; moerbezie; neef; klikspaan; kraaksinddijk, nach- 
trag dazu ebenda s. 169 f. 

801. L. van Helten, Kleinigheden op het gebied van etymologie 
en woordverklaring. Noord en Zuid, II s. 326—341. 

die Worterklärungen beziehen sich auf mittelniederländische gedichte, 
die etymologien auf neuniederländische werte. 

802. W. L. van Helten, Het onregehnatig werkwoord willen, 
Noord en Zuid II s. 170 f. 

ver£ ninmit eine früher von ihm anlg^estellte ansieht zurück, und 
führt das verb auf wurzel VAL, VR zurück, (lat velle; üt wdyti.) 



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200 Niederländisch. 

803. W. L. van Hellen, Kleinigheden op etymologisch gebied. 
Noord en Zuid 11, s. 34—48. 

gesprochen wird über: Krieuwden, krielenf kroelen; Scherminkel; 
Spook; Bat kos^'e, hekasUgen; Oift; Dageraed; Jn den provoost in den 
lommerd; Ghd; Berserker. 

804. W. L. van Helten, Bijdragen tot onze oudere en jongere 
syntaxis. Noord en Zuid n s. 133—140. 

verf. handelt 1) über Infinitief, schijnbaar in plaats van het tegen- 
woordig deelwoord 2) über gaan^ komen, loopen, staan, zitten met een 
volgend werkwoord in de bepaalde wijs. 

805. A. M. Molenaar, Over eenige Werkwoorden die ondtijds 
transitief gebruikt werden. Noord en Zuid, n s. 343—355. 

ein beitrag zur syntax des mittelniederdeutschen und der älteren 
neuniederländischen zeit. 

806. G. A. Vorstermann van Oyen, Het dialect te Aardenburg. 
Noord en Zuid, II s. 310—325. 

verf. teilt ein paar hundert eigentümliche worte dieses dialects mit, 
welcher in der südwestspitze Hollands gesprochen wird, am schluss ein 
paar grammatische bemerkungen. 



807. W. A. Elberts, Beknopte geschiedenis der Nederlandsche 
letterkunde met een chronologische tabel der voornamste schrijvers. 6e 
vermeerde druk. Deventer, van den Sightenhorst. IV, 176 s. 8. 

808. J. vanVloten, Schets van de Geschiedenis der Nederlandsche 
Letteren van de Dertiende tot de Negentiende eeuw. 2® druck. Tiel, 
Campagne, 1879. 130 s. 8. 

der größte teil dieser geschichte der niederländischen literatur ist 
der zeit seit dem 17. jh. gewidmet; die ältere zeit wird auf wenigen Seiten 
behandelt, dagegen sind selbst die neuesten schriftsteiler noch berück- 
sichtigt worden. 

recens. Noord en Zuid 11 s. 119. 

809. Handelingen en Mededeelingen van de Maatschappij der Neder- 
landsche Letterkunde te Leiden, over het jaar 1878. Leiden E. J. Brill. 
1 f. 75 c. 

810. P. Alberdingk Thijm, The Flemish Literature of Belgium. 
in The Academy 1878 p. 453—454 (nov. 9.) 

die kinder werden in Belgien seit geraumer zeit dem flämischen dialect 
entfremdet, das Studium der spräche cultivirten zuerst Deutsche, erst 
seit Willems beginnt ein geringes wissenschaftliches interesse für dieselbe, 
seit 1830 wird sie nicht ohne glück zu dichterischen productionen ver- 
wendet. 



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Niederländisch. 201 

Steenstrup, Danske kolonier i. Flandern og Nederlandeme i det 
lOde Aarhundrede. 

s. altertumskunde no. 153. 



811. Bibliothek van Middelnederlandsche Letterkunde onder redaktie 
van H. E. Moltzer en Jan te Winkel. Floris en de Blancefloer. 
Groningen, 1878. J. B. Wolters. 2 f. 50 c. 

Friedrich Bangert, Beitrag zur geschichte der Flooventsage. 
a. mythologie nnd sagen no. 263. 

812. J. van Vloten, Het Nederlandsche Kluchtspel van de 14e 
tot de 18« eeuw. 2« vermeerde druk. Erste deel, van de 14® tot de 
16« eeuw. Haarlem 1878, W. C. De Graaff. 215 s. 8. 

literarische einleitung nnd abdruck einer reihe von niederländischen 
scherzspielen des 14 — 16 jh. 

813. Jacob van Maerlant's Spiegel historiael. Tweede partie, 
bewerkt door Philip Utenbroeke vanwege de maatschappij der nederlandsche 
letterkunde te Leiden uitgeg. door F. von Hellwald, M. De Vries en 
E. Verwijs. Leiden, van Doesburgh (1873—) 1879. XXX u. 536 s. 4. 

als De Vries und Verwijs ihre ausgäbe von Maerlants spieg. bist, 
vollendet hatten, erwarb die k. bibliothek in Wien eine sammelhandschrift, 
in der man die von Philip Utenbroeke veranstaltete und verloren geglaubte 
ergänzung und damit ungefähr 34000 verse entdeckte, dieselbe umfasst 
den 2. teil des sp. bist, in 7 büchem, der Inhalt sind legenden udgl. 
( = Vincentius Bellov. spec. bist. 1. 10—16). außer dem texte, lesarten 
und Verweisungen auf Vincentius enthält die ausgäbe nachtrage und be- 
richtigungen zu den früheren bänden, und einen Widerabdruck der in der 
Altpreuß. monatschr. VII veröffentlichten fragmente des 4. teils, die ein- 
leitung, welche dem letzten hefte beigegeben ist, enthält u. a. eine voll- 
ständige beschreibung der hs, 

814. Van der navolginge Cristi ses boeke. aus dem cod. ms. 
der bibl. des benedictinerstiftes Schotten zugleich mit einem *vijften boeck 
van Qui sequitur' nach der hs. der Maatschappij van nederl. letterkunde 
zu Leiden herausgegeben von Cölestin Wolfsgruber, benedictiner zu 
den Schotten in Wien. Wien, Gerold. 1879 XL, 336 s. 8. 6 m. 

die einleitung berichtet von den incunabeln, in denen hoch- oder 
niederdeutsche Übersetzungen der ßllschlich dem Thomas Kempensis zu- 
geschriebenen Imitatio vorliegen, dann eingehend von hoch- und nieder- 
deutschen (bezi nl.) handschriften. der letzteren werden drei genannt: 
1. der im folgenden abgedruckte cod. Scotensis 322, 12, die abschrift einer 
für ein Schwesternhaus gefertigten bearbeitung. der cod. enthält als 
fünftes und sechstes buch der I. zwei tractate, welche bisher gleichfalls 
unter den werken des Thomas aufgeführt wurden, der cod. stammt aus 



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202 NiederlSndiflcb. 

dem anfange des XV. jhs. der yerfiusser war kein benedictiner. 2. cod. 339, 
8 der Maatschappij van nederl. letterkunde za Leiden ist älter als cod. 
Scot, überliefert aber eine jüngere bearbeitung des Originals. . an das 
vierte buch der nachfolge schlieJBt sich hier ein fünftes, ein tractat in 
14 capiteln; derselbe ist yon Wolfisgruber abgedruckt. 3. zwei has. zn 
Wolfenbüttel, die nur das erste nnd das vierte buch der I. bieten. 

der text folgt der hs. genau: anmerkungen, meist sprachlichen Inhalts, 
begleiten ihn. neben s. 330 ein facsimile des cod. Scot. 

815. Bernhard Hölscher, Über den jetzigen Standpunkt der frage 
nach dem Verfasser der vier bücher von der nachfolge Christi, progr. des 
gymnasiums zu Recklinghausen 1879 [pr. nr, 307] 20 s. 4. 

in dieser schrift ist die vorstehende ausgäbe noch nicht benutzt. 

816. Liebesgruß, God geve u minlic goeden dach etc. 4 w. 
mitgeteilt von K. Koppmann, niedd. jahrb. 3, 8. 

817. J. Franck, Kleine bemerkungen zur mnl. Übersetzung der 
Offenbarung Johannis. Z. f. d. a. XXIII, 84. 85. 

einige schreib- oder druckfehler und kleine versehen des herausgebers 
Behaghel werden berichtigt. 

818. DeVries, Mndl. verscheidenheden. critiek en verklaring. 
Taalk. bijdr. 2, 62-104. 

1. Lorreinen 1, 1881 ist metter weeden zu lesen, weede ist s. v. a. 
pijn. -— 2. Ferguut 2190 stimmt verf. der früher von ihm getadelten lesung 
diesmale bei, male ist dativ, das s in dies adverbial. — 3. Esopet 49,15 
wird conjicirt: Äldus es menech man verdoeft Die tgoede laect ende tqmde 
loeft — 4. Van den lande van over zee str. 5. gemeint ist die turris 
maledicta, von der die historiker berichten. — 5. Stoke 9, 998 roten 
ist präter. zu ruten (schnurren) and. tjöta fries. hrüta. — 6. Flandrijs 
3, 113 die hs. lesart doende was gewone, deren construction der herausg. 
für unmöglich erklärt, wird durch eine reihe analoger belege geschützt. — 
7. Velthem 7, 28, 10 lies onder leringe. — 8. Reinaert 2, 6658 (6642 
Martin) beieggen heißt einrichten (sc. ihre worte), im folgenden verse ist 
ende en zu lesen, v. 6647 lese Martin mit unrecht ontrochte, allein richtig 
sei das hsl. onvochte (zu ontvechten missglücken). — 9. Minnenloep 1, 2963 
oirt ist ein germanismus des Verfassers, der in Deutschand gereist ist, es 
ist = mhd. kort — 10 Ruusbroec 4 s. 286 lies nievinghelheit für das 
sinnlose meninghelheü — 11. kynmerse und scioderssen, bei Oudemans 
s. V., dafür ist zu lesen kimmersen und scroderssen. — 12. Diericx, Gends 
charterboekje s. 38 ist onthuuden als ontuten zu nehmen; huden darf 
nicht mit huederiy hoeden zusammengeworfen werden. 

819. J. Verdam, Dietsche verscheidenheiten 18—26. Taalk. bijdr. 
2, 213—239. 

18) Esopet 49, 15 ist verriest: kiest zu lesen, v. 17. 18 zu streichen. 



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Niederländisch. 208 

— 19) Wapene Bogier 355 1. vergecht statt ,^er^M. — 20) ebd. 184 1. 
ghespUt statt ghespit — 21) über l^jk und like in mnl. förwörtern, im 
anschlnss an Henrici, P. Br. beitr. 5,50 (vgl. allgemeiue grammatik no. 
68). — 22) Brandaen 312 1. kerd statt ketel •— 23) Die Böse s. 249, 47 
Verwijs, tilge sijn, — 24) besserungen zu Binclus 915 — 926. — 

25) Alex, in 263 1. hadsi die starte ontwee, ebd, IV 781 reeene für zee. 

26) Parthen. 215. Hede (für hede): gesdede. 

Anhang. 

Die folgenden drei artikel sind hier angeschlossen, obgleich sie nicht 

eigentlich zum niederländischen gehören, weil ihre einreihung in eine 

andere abteilung nicht ratsam schien, aus demselben gründe sind die 

übrigen hinter dem trennungsstrich stehenden nummem hier angehängt. 

820. J. Hob hing. Über die mundart von Greetsiel in Ostfriesland. 
ein lautphysiologischer versuch. I. einleitung. die einzelnen sprachlaute, 
beilage z. progr. d. kgl. höh. btirgerschule zu Nienburg. 26 s. 4. 

vf. will von der mundart seines geburtsortes ein möglichst getreues 
bild geben und sich alles historischen oder vergleichenden enthalten, das 
niedersächsische tiberwiegt hier (an der ostseite der Emsmündung), wie meist 
in Ostfriesland, das friesische, welches fast überall verdrängt ist. von 
hochdeutschen einliüssen hat sich die spräche an dem angegebenen orte 
jedoch noch ziemlich freigehalten. — die schrift geht aus von Sievers' 
grundzügen. 

821. Otto Behaghel, Zu dem sog. mnl. osterpiel. Germania 
24, 174—175. 

Germania 24, 29 f. hatte Behaghel syntaktische bemerkungen zu 
diesem nicht niederländischen stück gemacht; er lässt diesen jetzt eine 
anzahl textverbesserungen folgen. 

822. Anton Birlinger, Sprachliches aus dem Xantener heberegister. 
monatschr. f. d. gesch. Westdeutschlands V, 47—55. 

in der z. f. d. a. 15, 513 hatte vf. mitteilungen aus derselben band- 
schrift gemacht, er stellt nun die deutschen werte mit den belegen in 
form eines alphabetischen glossars zusammen und bittet um beitrage ähn- 
licher art um die grundlage für ein niederrheinisches Wörterbuch zu ge- 
winnen. 

823. G. Hertel, Untersuchungen über die ältesten Brandenburger 
Chroniken, die Magdeburger schöppenchronik und das chronicon archiepis- 
copum Magdeburgensium. forschungen z. d. gesch. 19, 212—234. 

824. F. Wachsmuth, Über die quellen und den Verfasser der 
älteren livländischen reimchronik. Mitau, Lucas 35 s. 4. 

825. Heinzerling, Die namen der wirbellosen tiere in der Sieger- 



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204 Latein. 

länder mundart, yerglicheiwmit d^en anderer deutscher mnndarten und 
germanischer Schriftsprachen, programm der realschnle zu Siegen (pr. 
no. 317). 23 s. 4. 

der Verfasser, welcher schon widerholt über dieselbe mundart ge- 
schrieben hat, teilt aus seiner größeren nach begriffen angelegten Sammlung 
von Siegerländer Wörtern zunächst die namen der wirbellosen -tiere mit, 
weil die in aussieht genommene Zusammenstellung aller tiemamen den 
räum des Programms übersteigen würde, die darstellung ist nicht nur 
für fachleute sondern auch für weitere kreise bestimmt, weil vf. hierdurch 
ergänzungen und berichtigungen von selten seiner landsleute zu erlangen hofft 

Latein. 

826. Carmina Burana. Golias. studentenUeder des mittelalters. aus 
dem lateinischen von Ludwig Laistner. Stuttgart, Spemann. XXII, 
117 s. 8. — 3 m. 

das büchlein enthält 26 der anmutigsten lieder der goliardenpoesie 
vornehmlich aus der Benedictbeurer handschrift, welche Schmeller unter 
dem titel Carmina Burana veröffentlicht hat, in getreuer, geschmackvoller 
und fließender nachahmung des Originals, und ist sehr wohl geeignet, dem 
publicum, neben einem wirklich poetischen genuss, einen einblick in das 
eigenartige, fröhliche studentenleben des frühen mittelalters zu gewähren, 
die vorrede führt angemessen orientirend in die lectüre ein, und die an- 
merkungen geben auch dem fachmann ausgibige rechenschaft über die be- 
handlung des textes und über die Übersetzung schwieriger stellen. 

827. Carmina burana selecta. ausgewählte lateinische studenten- 
trink- u. liebeslieder des 12. u. 13. jhs. aus dem codex buranus mit neu- 
deutschen Übertragungen etc. von Adolf Pemwerth von Bärnstein zu 
Treuchtlingen. Würzburg, Staudinger 1879. XXX, 176 s. 8. 

enthält auch einzelne Strophen der üeder mit nebenstehendem latei- 
nischem texte, ^ausschließlich aus dem Benedictbeurer codex, die Versionen 
sind manchmal zu modern.' doch gibt das buch 'eine vollständige Ver- 
zeichnung der einschlägigen literatur.' vergl. A. f. d. a. V, 426. anz. 
f. künde d. deutschen vorzeit 26, s. 278. 

828. Dümmler, Die handschriftliche Überlieferung der lateinischen 
dichtungen aus der zeit der Karolinger. III. Neues archiv d. gesellsch. f. 
ältere deutsche geschichtskunde. lY. bd. s. 511—582. 

fortsetzung und schluss des im 1. und 2. heft des lY. bandes be- 
gonnenen nachweises der einschlägigen literatur als Vorarbeit für eine aus- 
gäbe der lateinischen poesien des karolingischen Zeitalters, es wird ge- 
handelt über: Gosbertus, Andreas Agnellus, Paulus Alvarus, Donatus, die 
gedichtsammlung aus S. Riquier, Bristanus, Milo von St. Amand, Adven- 



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Latein. 205 

tias, Agius, Hildericas, Hericus, Hadoardns, Johannes Scotus, Johannes 
Diaconas, hibehi aus der zeit Karls des ^hlen, Hincmams, Angilbertns, 
Bertharios, Almannus, Grimaldus, Hartmotus, Batpertas, poeta Saxo, 
Anamodus, Gislemarus, Aimoinus, Erchempertus, Sigloardus, Gyprianus, 
Notkerus Balbulus, Tuotilo, Wolfhardus, Hadbodus, Waldrammus, Salomon, 
Stephanus, Hartmannus, Abbo, ode auf bischof Adalhard, gesta Berengarii 
imperatoris, gesang der Modeneser, Eugenius Yulgarius, Hucbaldus, grab- 
schriften nach 840, Inschriften und zerstreutes, nachtrage und berich- 
tigungen. 

829. Dümmler, Über die gedichte de cuculo. Z. f. d. a. XXIII, 
67—71. 

bemerkungen und ergänzungen zum letzten teile von A, Eberts ab- 
handlung Naso, Angilbert und der Conflictus veris et hiemis in derselb. 
zs (22, 332—335). gegen Eberts Vermutung, Alcuins schüler Dodo sei 
der vf. des Conflictus v. et h. und habe den beinamen Cuculus erhalten, 
weil der kukuk in diesem gedichte die hauptrolle spielt, will Dümmler 
dasselbe und die eng mit ihm in Verbindung stehenden sog. Versus de 
cuculo lieber dem Alcuin selbst zuschreiben, von dem sie an eine und 
dieselbe person gerichtet seien, femer hat Ebert unberührt gelassen, dass 
es eine kürzere und eine längere fassung des Cuculus gibt. 

830. Dümmler, Rythmen aus der Carolingischen zeit. Z. f. d. a. 
XXIII, 261—280. 

es werden sechs lat. gedichte, vorwiegend aus Veroneser hss. mit- 
geteilt und kurz nach Überlieferung, form und Inhalt besprochen, dieselben 
gehören spätestens in das 9., vielleicht schon in das 8. jh. von ihnen ist 
das erste betitelt: de puero interfecto a colobre und enthält ein zahlen- 
rätsei, das zweite ist ein trinklied über den abt von Angers; das dritte 
ist überschrieben: versus de Judit et Holofemem, das vierte hat zum In- 
halt die geschichte der Esther und ist ein abcedarium, das fünfte handelt 
de divite et paupere, vom reichen mann und dem armen Lazarus, das 
sechste behandelt die legende des heiligen Placidas (Eustathius). — vergl. 
die notiz. ebenda s. 432. 

831. Dümmler, Der dichter Theodofridus. Z. f. d. a. XXIII, 
280—81. 

mit bezug auf den in dieser zs. 22, 423—426 veröffentlichten rythmus 
über die sechs weltalter, als dessen autor ein Theodofridus sich selbst 
namhaft macht, wird als möglich hingestellt, dass derselbe identisch sei 
mit einem in der zweiten hälfte des 7. jh. lebenden Teudofredus, erst 
mönch von Luxeuil, 662 abt von Corbie, 681 bischof von Amiens. zu- 
gleich wird demselben auch die autorschaft einer gleichaltrigen anonymen 
fränkischen kosmographie (versus de mundi rota) zugeschrieben. 



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206 Latein. 

832. Dttmmler, Kanon Enangeliornm. anz. fürkunde der deutschen 
Vorzeit. 26, sp. 84—86. 

ein bisher Alcnin zugeschriebenes gedieht (Qoercetanns p. 1686, 
Frobenins II, 204) über den Canon liegt ans einem altirischen evangelien- 
bnch (anz. 1869, sp. 289) in besserem text vor. dasselbe ist A. abzu- 
sprechen und etwa hundert jähre später anzusetzen. 

833. Dümmler, Zu den lebensregeln. anz. f. künde d. deutschen 
Yorzeit 26, sp. 88. 

D. gibt einen nachtrag zu den ebenda 1878, sp. 88 mitgeteilten 
lebensregeln. 

834. A. Ebert, Zu den Lorscher rätsehi. Z. f. d. a. XXIII 200—202. 
bemerkungen zu Dümmlers Lorscher rätseln im vorigen jahrgange der 

Zeitschrift s. 258 ff. zu Dümmlers Vermutung, dass die rätsei aus Eng- 
land stammen, wird hinzugefügt, dass sich ihr autor als Angelsache aus- 
weist und dass derselbe nicht bloß Aldhelm sondern auch die rätsel- 
sammlungen des Tatwine und des Eusebius benutzt habe, ferner werden 
die auflösungen der rätsei III, IV, V, XII berichtigt resp. genauer for- 
mulirt. 

835. Kuno Franke, Zur geschichte der lateinischen schulpoesie 
des XII und XIII Jahrhunderts. München, literarisch-artistisches Institut. 
105 s. 8. 

ang. Lit. cbl. 904. — Jen. Iz. nr. 31 (E. Voigt). — Zs. f. d. österr. 
gymn. XXX, 761—67 (Huemer). 

836. Aug. Hartmann, Scheirer rhythmus von der erlösung. Z. f. 
d. a. XXm, 173—189. 

bisher war die irrige ansieht verbreitet (auch in Wackemagels lit. 
gesch.i- 302. aber vergl. 2. a. s. 365 anm.) dass vorliegendes gedieht ein 
Schauspiel sei, welches um 1240 der bairische mönch Konrad von 
Scheiem verfasst hätte, gedruckt waren bis jetzt nur die anfangs- 
und Schlussstrophe des 58 vierzeilige Strophen umfassenden gedichts. 
es erweist sich aber viehnehr als ein allegorisch -episches gedieht mit 
häufig eingestreuten wechselreden, sein Verfasser verrät eine nicht 
geringe schöpferische gestaltungsgabe, indem er aus wenigen werten einer 
psahnstelle (84, 11 der Vulgata) in blühender spräche ein kleines 
epos, *eine Messiade', hervorgehn lässt. im übrigen steht nur fest, dass 
das gedieht in dem bairischen kloster Scheiem wol unter abt Heinrich 
(1226—59) von einem bruder Konrad geschrieben worden ist; dass der- 
selbe aber nicht, wie Wackemagel behauptet, auch der Verfasser gewesen 
sei, lässt sich erweisen. 

837. J. Huemer, Untersuchungen über die ältesten lateinisch- 
christlichen rhythmen. mit einem anhange von hymnen. Wien, Holder. 



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Latein^ 207 

85 8. 8. 2 m. [ä. u. d. t.: Jahresbericht des k. k* staatsgymnasiums im 
IX bezirke in Wien. Selbstverlag der lehranstalt 66 s. 8.] 

nach einer einleitnng über das quantitäts- und accentnationsprincip 
in d^ antiken metrik) speciell in der volkspoesie und den mit ihr im 
Zusammenhang stdienden christlichen hymnen untersucht die kleine Schrift, 
um eine feste basis zu gewinnen, eine beschränkte anzahl als rhjrthmisch 
beglaubigter und kritisch ziemlich zuverlässiger gedichte von jambischer 
und trochäischer versart. 

die besprechung ihrer metrischen beschaffenheit erstreckt sich 1) auf 
die länge oder hebung im jamb. und troch. versfnJße und die daraus sich 
ergebenden regeln. 2) auf die auflösbarkeit der längen d. h. ob in der 
hebung oder Senkung zwei silben stehen können, was zurückgewiesen wird 
durch Minahme von synaloephe und synkope. 3) die Senkung. 4) den 
hiatus, welcher zu postuliren ist 5) den reim, welcher von der assononz 
und der alliteration an bis zum vollkommensten, dem überschlagend weib- 
lichen vorkommt. 6) die Strophen, endlichi^werden die Schlüsse aus den 
Untersuchungen gezogen und dieselben verwertet für die emendation einiger 
weltlicher gedichte desselben Zeitraums, als anhang werden geboten drei 
noch ungedruckte hymnen aus einer venetian. hs: de cruce, laus sanctis* 
simi doctoris leronymi, de s. trinitate. — 

ang. Jen. Iz. no. 36 von E. Ludwig. 

838. J. Huemer, Contra iactantiam. anz. f. künde der deutschen 
Vorzeit 26,28. 

^ lateinische verse aus einer Wiener handschrift des 15. Jahrhunderts. 

839. 0. Leist, Der Anticlaudianus. (fortsetzung der abhandlung des 
j. 1878) beilage zum progr. des gymn. zu Seehausen i. d. Altm. 1879 
Cpr, nr. 212) s. 17—32. 4. 

vgl. bibl. 1878 nr. 364. — analyse der beiden ersten bücher des 
Marcianus Capella de nuptiis Mercurii et philologiae; andere ähnlich aus- 
geführte allegorien vor dem Anticlaudian: Adelard von Bath, Bemardus 
Silvestris, dessen werk de mundi universitate sive megacosmus et micro- 
cosmus eingehend behandelt wird, abschnitt III, der die arbeit des 
Alanus de Insulis besprechen wird, beginnt auf der vorletzten seite des 
diesjährigen Programms, der alte Schreiber der hs. gibt die zahl der 
verse des gedichtes auf 4251 an, während die hs. 6046 enthält, anfang 
der Inhaltsangabe. 

Meyer, Das geistliche Schauspiel des mittelalters. 
s. Uteraturgeschichte no. 126. 

Milchsack, Die oster- und passionsspiele. L die lateinischen oster- 
feiern. 

s. literaturgeschichte no. 127. 



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208 Latein. 

Preger, Der tractat des David von Augsburg üb^r die Waldesier. 
s. mittelhochdeutsch no. 537. 

840. Bob. Bischka, Verhältnis der polnischen sage von Walgierz 
Wdaly zu den deutschen sagen von Walther von Aquitanien. progr. d. 
real und obergymnasiunis zu Brody. Brody, Bosenheim. 64 s. 8. 

nach einem kurzen literaturbericht gibt verf. eine darstellung der 
deutschen sage s. 5 fl. und der polnischen s. 8—12. bisher nahm man an, 
dass jene durch die SGallischen mönche von Tyniec nach Polen verpflanzt und 
hier erweitert worden sei Bischka findet 4n den mythen von Odin, dem 
obOTsten gotte der Germanen und der Hildegund-Freya, der walktire und 
zugleich gattin Odins, die klarste erklärung für beide teile der polnischen 
sage', und kommt zu der ^entdeckung, dass wir in dieser polnischen sage 
vor dem, bis jetzt unerforschten urproducte der ältesten Walthersage 
stehen', den nachweis führt er in den folgenden abschnitten, welche vom 
nationalen character, dem alter, der entstehung s. 15 flg. und von der 
inneren ausstattung' der sage s. 25 flg. handeln, es ergibt sich, dass 
die polnische sage schon zur zeit des heidentums, also vor dem j. 966, 
in das land gekommen ist, und wird vermutet, dass ein teil eines deutschen 
Stammes in der Völkerwanderung, der sich an der Weichsel mit den Slaven 
vermischt, diesen die sage übermittelt habe, aus ihrer mythischen be- 
deutung wird erwiesen, dass auch der sogen, zweite teil der polnischen 
sage nicht ein späterer zusatz sei, sondern in streng begründetem zusammen- 
hange mit dem ersten stehe, so sieht verf. 'in der Walgerzsage ein 
ältestes urgermanisches mythenbild, gepflegt und gewahrt auf polnischer 
erde', leider ist der druck durch fehler arg entstellt. 

841. Kleinere lateinische denkmäler der tiersage aus dem 12. — 14. jh. 
herausgegeben von Ernst Voigt. QF XXV. Straßburg, Trübner 1878. 
Vn, 150 s. 4,50 m. — a. f. d. a. V 99—125 von Seiler angezeigt. 

die eingehende recension handelt zunächst vom begriff der tiersage und 
weist nach, dass dieser ausdruck überhaupt unpassend, am wenigsten aber 
auf die von Voigt veröffentlichten denkmäler anzuwenden sei, deren 
wesentlicher bestandteil satire sei. es wird auf ihre besondere Stellung 
im geistesleben des 12. jhs hingewiesen, dann geht S. auf die einzelnen 
Stücke näher ein, mit besonderer berücksichtigung der kritik und der 
spräche, durch die bemerkungen über das mittellateinische gibt er eine 
wesentliche ergänzung zur ausgäbe Voigts, zugleich zeigt er seine ab- 
weichende ansieht z. b. beim Brunellus, wo er nachweist (s. 112) dass 
B die ursprüngliche fassung sei. daran schließen sich bemerkungen zu 
einzelnen stellen und ausführlichere wie s. 117 über vermeintliche galli- 
cismen im mlat. zuletzt wird über Odps fabelbuch s. 120 flgd. gehandelt. 

Strauch, Egregius dictator Mamarius dictus. 

s. mittelhochdeutsch no. 473. 



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Latein. 209 

842. E. Yoigt, Zum erweiterten Romulus. Z. f. d. a. XXni, 
281—283. 

zu den bisher bekannten 4 nnyollständigen und 2 vollständigen hss. 
dieser sammlnng tritt nun noch eine 1464 zu Cöln geschriebene Berliner 
hs., die den wohlerhaltenen text unverkürzt bietet und näher besprochen 
wird. 

843. E. Voigt, Odo de Ciringtonia und seine quellen. Zs. f. d. a. 
XXm, 283—307. 

das ergebnis der quellenstudien des vf. zu Odos parabelbuch ist, dass 
die meisten stücke auf Romulus zurückgehen; die übrigen quellen sind: 
die bibel, der Physiologus, Valerius Maximus, Plinius, Avian, Jsidor, 
Joh. Damascenus und Petrus Alfonsi; der Ursprung einiger parabeln ist 
noch dunkel. 

844. E. Voigt, Tierfabeln und tierbilder des beginnenden XI jhs. 
Z. f. d. a. XXm, 307—318. 

aus dem in einem Cölner codex des XI jhs erhaltenen gedieht 
Fecunda ratis und speciell aus dem ersten buche desselben, betitelt 
Prora distincta, werden 25 auf tiersage bez. tierfabel bezügliche stücke 
mitgeteilt. 

845. E. Voigt, Noch einmal die Ecbasis. a. f. d. a. V, 96—98. 
ein brief Voigts an Seiler als entgegnung auf Bartsch Grerm. XXIII 

mit berücksichtigung der coUation von E. Grosse, er weist den tadel, 
dass er nicht die orthographischen abweichungen von B angegeben, als 
unberechtigt zurück und zeigt das verhalten seiner lesung der hs. zu der 
Grosse*s, aus der sich einige wenige besserungen ergeben. 

846. W. Wattenbach gibt mitteilungen über späte lateinische ge- 
dichte des mittelalters im anz. f. künde der deutschen vorzeit 25, 313—320. 
324. 345-350. 26, 47. 97—101. 164—165. 

Wolter, Die legende vom Judenknaben. 
s. mittelhochdeutsch no. 450. 

847. Fr. Zarncke, Der priester Johannes, erste abhandlung, ent- 
haltend capitel I, II und ÜI. — Abhandlungen d. philoL-histor. classe d. 
königl. Sachs, gesellschaft d. Wissenschaften. Vn. bd. s. 827—1030. 

diese abhandlung ist, von dem anhapge abgesehen, wesentlich eine 
neubearbeitung von 4 universitätsprogranmien aus dem jähre 1874—75 
und. behandelt in erschöpfender und sehr gelehrter weise die sage von dem 
priester Johannes, sie zerfällt in 3 capitel. das erste handelt von einem 
Patriarchen Johannes von Indien, der historisch ist, und dem sagenhaften 
priester Johannes, mit dem jener bald identificirt wurde, obgleich auch 
ihm eine persönlichkeit zu gründe liegt, die Untersuchung über den 
ersteren beruht 1) auf einem anonymen bericht (de ^adventu patriarchae 

Jahresbericht f&r Germanische Philologie I. (1879). 14 



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210 Latein. 

Indorum ad Urbem sub Calisto papa II ) 2) auf einem brief des abtes 
Odo von Rheims (Domni Oddonis Abbatis S. Remigii epistola ad Thomam 
comitem de quodam miracolo S. Thomae apostoli). in betreff des letzteren 
wird unter heranziehung arabischer, persischer, chinesischer quellen zu er- 
weisen gesucht, dass ein chinesischer eroberer Ku-Ehan die historische 
person ist, um die sich die sage vom priester Johannes krystallisirte. 
das zweite capitel enthält den brief des priesters Johannes selbst, es ist 
dem Verfasser gelungen, von etwa 80 hss. in Deutschland, Frankreich, 
England und Italien genaue analysen zu erhalten, das resultat derselben 
ergibt außer dem alten unlnterpolirten text noch 5 Interpolationen; 
außerdem fand sich eine mit neuen Interpolationen versehene vollständige 
Überarbeitung, welche die grundlage für die romanischen Übersetzungen 
geworden ist, und eine freibearbeitende rückübersetzung dieser ins 
lateinische, das dritte capitel handelt von einem" merkwürdigen päpst- 
lichen actenstücke, welches die sage vom priester Johannes hervorgerufen 
hat, nämlich von dem briefe^des papstes Alexander IQ an denselben vom 
27. September 1177. in einem anhang werden die deutschen poetischen 
Übersetzungen des presbyterbriefes vorgeführt, deren es 5 gibt. 

848. Fr. Zarncke, Über zwei neue lateinische redactionen des 
presbyterbriefes (nachtrag). berichte über die Verhandlungen der k. sächs. 
gesellsch. d. Wissenschaften zu Leipzig, ph.-hist. classe I. n. Leipzig, 
Hirzel. s. 41—46. 

durch eine abschrift des englischen textes des presbyterbriefes, von 
dem bisher nur der anfang bekannt war, wird die in den berichten v. 
1877, s. 111 fg. nur vermutungsweise ausgesprochene ansieht, dass der- 
selbe eine Übersetzung des Hildesheimer textes sei, bestätigt, die ver- 
schiedenen texte hängen demnach so zusammen: 1) original in der re- 
daction B; daraus 2) der Cambridger text; daraus 3) die französische 
Übersetzung; daraus 4) der Hildesheimer text; daraus endlich 5) die 
englische Übersetzung, diese wird darauf mitgeteilt 

849. Gerhard von Zezschwitz, Vom römischen kaisertum 
deutscher nation, ein mittelalterliches drama. nebst Untersuchungen über 
die byzantinischen quellen der deutschen kaisersage. Leipzig, Hinrichs 1877. 

850. Das drama vom ende ; des römischen kaisertums und von der 
erscheinung des antichrists. nach einer Tegemseer hs. des 12. jhs. in 
deutscher Übersetzung mit einleitung Von Gerhard von Zezschwitz. 
Leipzig, Hinrichs 1878. 

beide titel sind der eingehenden recension Alfred von Gutschmidts 
in V. Sybels histor. zs. 41, 145 — 154, vorangestellt, doch wird darin die 
zuerst genannte schritt vorzugsweise behandelt, 'wie hier ein wertvoller 
beitrag zur geschichte der mittelalterlichen kaiseridee vorliegt, so ist der 
weitere verlauf der Untersuchungen des verf, nicht minder wichtig für die 



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Geschichte der germanischen philologie. ^ 211 

entwickelungsgeschichte mittelalterlichen sagentams; es betätigt derselbe 
eine belesenheit in der literatnr des mittelalters, geschichtlicher sowol 
wie anderer, und eine kenntnis der neueren hilfsmittel, wie sie in solcher 
weise kaum häufig bei theologen angetroffen werden dürfte, dies tritt 
vor allem in denjenigen partien des buches zu tage, in denen uns recht 
eigentlich, der Schwerpunkt des ganzen zu ruhen scheint, nämlich in den 
Untersuchungen über die byzantinischen quellen der deutschen kaisersage\ 
der schluss der anzeige beschäftigt sich mit den revelationen des h. 
Methodius von Patara. 

851. Zimmermann, Ein mysterium des 12. Jahrhunderts aus dem 
stifte St. Blasü in Braunschweig, anz. f. künde der deutschen yorzeit 
26, 83—84. 

eine c. 1200 geschriebene lateinische osterfeier aus einem agendarium, 
das sich jetzt im herzoglichen landeshauptarchiv zu Wolfenbüttel befindet. 



Geschichte der germanischen philologie, 

Gervinus. 852. Gervinus by prof. Buch heim, in Encyclopsedia 
Britannica ed. Baynes. Edinburgh, Black, bd. X. 

Gräter. 853. Ein ungedruckter brief von F. G. Fichte an 
D. F. Gräter. von H. Fischer. Germania 23, 504— 507. 

datirt Jena d. 17. juni 98. 

Grimm. 854. Freundesbriefe von Wilhelm und Jacob Grinmi. mit 
anmerkungen herausgegeben von Alexander Reifferscheid. Heilbronn, 
Henninger 1878. X, 256 s. 8. 

diese briefe sind an mitglieder der westfälischen familie von Haxt- 
hausen gerichtet, mit der die brüder seit 1811 eng befreundet waren, 
ein romantischer sinn, edle neigung für alles poetische beseelte die fräu- 
lein von H., denen die herausgeber der märchen und sagen für manchen 
wertvollen beitrag dankbar waren (vgl. die anm, zu nr. 3. s. 199); be- 
sonderes interesse erregt die gestalt Augusts v. H., des um agrarische 
zustände hochverdienten preuBischen geheimrats, der auf seinen reisen 
mit eifer und erfolg Volkslieder und melodien sammelte. — die* vorrede 
gibt eine übersieht über die bisher veröffentlichten briefe: es sind von 
Jacob 206, von Wilhelm nur 50; die vorliegende Sammlung enthält über 
hundert, meist von letzterem, auf drei andere briefe Jacobs, von 
L. Hirzel anz. f. d. a. HI, 204 bekannt gemacht, weist Steinmeyer hin 
in seiner anzeige des buches a. f. d. a. Y, 221—223. — Monatsschrift 
f. d. gesch. Westdeutschlands 5, 76->88 (Düntzer). 

855. Jacob Grimm, Kleinere schritten, erster band, zweite auf- 
läge. Berlin, Ferd. Dümnüer. 416 s. 8. 9 m. 



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212 « Geschichte der gennanischen philologie. 

856. Über den von H. Fischer 1877 edirten 'briefwechsel zwischen 
Jacob Grimm und D. F. Gräter aus den jähren 1810—13 Heilbronn 
Henninger' vgl. Rev. crit. p. 153 (A. F^camp). 

Haupt. 857. Chr. Beiger, Moriz Haupt als akademischer lehrer. 
mit bemerkungen Haupts zu Homer u. s. w., zu Wolfram von Eschen- 
bach und einer biographischen einleitung. Berlin, Weber 1679. XU 
und 340 s. 8. 8 m. 

nach einem interessanten u. a. durch beitrage von Freytag ge- 
würzten abriss von Haupts leben werden wir über seine akademische 
tfttigkeit informirt. das buch behandelt im I. teile 'allgemeine Voraus- 
setzungen des philologisch-historischen Studiums' und zwar a) ethische 
b) intellectuelle: der historische sinn. 1) Sprachbetrachtung 2) all- 
gemeine geschichtliche betrachtnng. der H. teil wendet sich dann zum 
eigentlich methodischen und führt uns kritik und exegese vor. man 
kann bedauern, dass neben der classischen philologie nicht auch die 
deutsche in diesem allgemeinen teile öfter berücksichtigt worden ist. der 
in. teil ist betitelt: 'anwendung der methode auf einzelne gebiete tler 
Philologie' und behandelt A die griechische dichtung, B die römische, 
C die altdeutsche üteratur, letztere s. 207—304. außer den mitteilungen 
über Haupts deutsche collegien wird hier ein dankenswerter abdruck seines 
sorgfältig ausgearbeiteten heftes (einleitung) über Wolfram gegeben, (vgl. 
mittelhochdeutsch no. 522.) es wird darin s. 272—304 gehandelt über 
name, heimat Wolframs u. s. w., über abfassungszeit und allmähliche ent- 
stehung des Parzival u. s. w., über Wolframs quellen, quellen und be- 
standteile der sage, namendeutung, Titurel u. s. f. 

ang. von Bursian Jen. Iz. nr. 27. — z. f. Völkerpsychologie und 
sprachwissensch. XI, 2. 

858. Nettleship, Maurice Haupt, A public lecture delivered in 
the Hall of Corpus Christi College, Oxford, May 24, 1879. 20 s. 8. 
Parker. 

Lachmann. 859« Fragment einer mhd. Übersetzung der Dias. 
7 s. 8. zur erinnerung an die XXXIY Versammlung deutscher Philo- 
logen imd Schulmänner in Trier 1879. 

es sind 14 Nibelungenstrophen, durch welche die nebengedruckten 
verse der lüas v. 191—244 von bekannter meisterhand widergegeben 
werden, auf der rückseite des titeis ündet sich die bemerkung: 'das ms., 
ein octavblatt von Lachmanns hand, fand sich in Haupts nachlass. im 
vorliegenden druck ist an stelle der fracturschrift die.antiqua angewandt, 
sonst ist genau das origmal widergegeben, Bonn 12, IX. 79. W. W,' 

Heinrich Leo. 860. Nekrolog von R. P. Wülcker, Anglia m 
8. 158—160. 



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Geschichte der germanischen philologie. 213 

861. Nekrolog von Moritz Heyne. Kölbing, Engl. Müdien II 
8. 284—290. 

Tomaschek. 862. Nekrolog von K. Schenkl. zs. f. d. österr. 
gymnasien 29, 879 — 896. daraus Separatabdruck Wien, Gerolds söhn 

1878. 20 s. 8. 

863. Nekrolog von L E. Wackernell. Edlingers lit. bl. m, 
77 f. 

Vilmar. 864. Rud. Frdr. Grau, etc. Erinnerung. Gütersloh, 
Bertelsmann. 87 s. 8. 

Ph. Wackemagel. 865. Philipp Wackemagel nach seinem leben und 
wirken für das deutsche volk und die deutsche kirche. ein lebensbild 
von Ludwig Schulze, mit einem bildnis Wackemagels. Leipzig 1879. 
Dörffling und Franke. XII, 316 s. 8. 6 m. 

eine aus vortrefflichen hilfsmittehi aufgebaute, sehr anziehend ge- 
schriebene biographie des als hymnologen, mineralogen und pädagogen 
gleich bedeutenden mannes. nicht nur das Xni. capitel, das sich mit den 
hymnologischen Studien Wackemagels beschäftigt und seine ausgedehnten 
arbeiten auf diesem gebiete mit feinem Verständnisse würdigt, ist für die 
literaturgeschichte von wert und Interesse, auch die voraufgehenden ab- 
schnitte enthalten manchen für die geschichte der neueren literatur 
wichtigen beitrag: z. b. über das literarische leben in Berlin während der 
zwanziger jähre, (c. VI.) W's arbeiten auf pädagogischem gebiete be- 
treffen zumeist den Unterricht in der deutschen spräche; daher enthält 
das buch auch nach dieser richtung schätzbares material. (s. 201 ff.) — 
angezeigt G. G. A. no. 14, 444—447 von Düsterdieck; von R Bechstein, 
Germania 24, 427—29. tbeol. literaturzeitung. 10. jahrb. für phil. und 
pädag. märz. 

Weigand. 866. Otto Bindewald, Zur erinnerung an Friedrich 
Ludwig Karl Weigand. ein lebensbild. Gießen, J. Bicker. 112 s. 8. 
(zugleich beigäbe zum osterprogramm der realschule zu Gießen.) 

der eigentlichen lebensbeschreibung folgt' s. 95—110 ein Verzeichnis 
der kleineren aufsätze und recensionen welche Weigand neben seinen 
größeren werken erscheinen ließ. 

ang. von Gombert z. f. d. ph. XI, 233—235. 

Weigands bibliothek ist im katalog nr. 27 der antiquariats-buch- 
handlung von Heinrich Kerler in Ulm verzeichnet, unter den hand- 
schriften in Weigands besitz ist eine von Konrads Minnemäre, papier 
16 jh. 

Friedrich Woeste. 867. Cfecelius in der zs. des Bergischen ge- 
schichtsvereins bd. XV. 



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214 Geschichte der germanischen philologie. 

868. Koppmann im Jahrbuch des Vereins f. nd. sprachf. Jahrgang 
1877 s. 165—169. 

Thomas Wright. 869. Nekrolog von R. P. Wülcker. Anglia n 
s. 497—500. 

870. Verhandlungen der dreiunddreißigsten Versammlung 
deutscher philologen und Schulmänner in Gera, vom 30. Sep- 
tember bis 2. october 1878. Leipzig, B. G. Teubner. IV, 156 s. gr. 4. 

hervorzuheben sind: Osthoff, Über das physiologische und psycho- 
logische moment in der sprachlichen formenbildung und ihr gegenseitiges 
Verhältnis, s. 74—75 (vgl. grammatik no. 57). Herrlich, Über die ge- 
schichte der Saalburg bei Homburg, s. 114. Paul, Über das vocal- 
system des . germanischen auf grundlage der neuesten forschungen, 
s. 117 — 120. Wülcker, Über die entstehung der kursächsischen 
kanzleisprache, s. 127—129 (vgl. no. 81). Wegener, Mitteilung über 
die Frommann'sche Zeitschrift, s. 129. Mahn, Über erklärung dunkler 
deutscher Wörter aus dem celtischen, s. 129—130. — zus. 129 eine be- 
richtigung von G. Stier in Fleckeisen-Masius Jahrbüchern 1879, 7 (Umschlag). 

berichte, welche zum teil nur die germanisch-romanische section be- 
treffen, sind femer erschienen: Germania 24, 114 — 120 von Ad. Hof- 
meister. Zs. f. d. ph. 10, 121 — 128 von Fritz Neumann. Zs. f. d. 
gymnasialwesen 33, 38—64 (vgl. 33, 224). 

871. Beretning om Forhan dlingerno pä det forste nordiske 
Filologmöde i Köbenhavn d. 18—21. juli 1878. Udgivet af Ludv. 
F. A. Wimmer. Kbhvn, Gyldendal 1879. 218 s. 8. 3 kr. 

872. Salomon Vögelin, Das alte Zürich, historisch und anti- 
quarisch dargestellt, zweite durchaus umgearbeitete und vermehrte auf- 
läge. Zürich, OreU Füssli u. co. liefg. 1—5, s. 1—224. 8. 

s. 1—139 enthält eine neue aufläge des vor fünfeig jähren er- 
schienenen buches 'Das alte Zürich, eine Wanderung durch Zürich im 
jähre 1504.' es bietet viele alte sagen und notizen, die bauwerke werden 
beschrieben und durch abbildungen erläutert. — für die geschichte der 
deutschen philologie sind besonders die stellen bemerkenswert, welche 
angaben über die ältere literatur und die Verfasser enthalten, so s. 53: 
Rüdiger Maness versammelte auf seiner bürg die sänger seiner zeit (ende 
des 13. Jahrhunderts), darunter neben Walther von der Vogelweide auch 
Walther von Eschenbach. s. 66 wird Heinrich Suso erwähnt. — s. 141 
f. enthält 'nachweisungen und weitere ausführungen bis auf die gegen- 
wart' neu bearbeitet von Arnold Nüscheler und F. Salomon Vögelin. 

Schulte, Gotica minora. |^ 

s. gotisch no. 319, 320. 



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Geschichte der germanischen philologie. 215 

873. Bibliotheca philologica von W. Müldener. daraus als 
besonderer abdrack 

(jeordnete übersieht aller auf dem gebiete der classischen altertumsr 
Wissenschaft wie der älteren und neueren Sprachwissenschaft von januar 
bis juni 1879 in Deutschland und dem ausländ neu erschienenen bücher 
133 s. 8. 

874. Bibliotheca Germanica. Verzeichnis der vom jähre 1830 
bis ende 1875 in Deutschland erschienenen Schriften über altdeutsche 
spräche und literatur nebst verwandten fächern, zugleich als vierter teil 
der 'bibliotheca philologica' herausgegeben von Carl Heinrich Herr mann. 
Halle C. H. Herrmann 1878. 341 s. 8. 

das letzte heft (vgl. bibl. 1877, 83. 1878, 94) erschien ende 1878. 
vf. entschuldigt in der vorrede die mängel und fehler durch die Schwierig- 
keit der Sache, das buch genügt aber den ansprächen an eine wirkliche 
bibliographie gar nicht; eine solche wird auch nur von fachmännem her- 
gestellt werden können, aber vorläufig noch frommer wünsch bleiben. 

875. Bibliographie des Jahres 1878. zusammengestellt von der 
gesellschaft für deutsche philologie zu Berlin, zs. f. d. ph. X, 327—381. 

die bibliographie erscheint in der folge nicht mehr, da an ihre stelle 
der Jahresbericht getreten ist. 

876. Bibliographische Übersicht der erscheinungen auf dem 
gebiete der germanischen philologie im jähre 1878. von Karl Bartsch. 
Germania 24, 433—491. 

der herausgeber teilt dazu s. 508 mit, dass künftig den wichtigeren 
erscheinungen kurze bemerkungen über Inhalt und wert beigegeben werden 
sollen. 

Bibliographie der Anglia. 

s. englisch no. 568. 

877. K. Bartsch, Ein altes bücherverzeichnis Germania 24, 
16—21. 

ein im Serapeum 21, 299 f. mitgeteiltes 'Verzeichnis von büchem, 
ehemals in der schlosskapelle zu Wittenberg befindlich' wird neu abgedruckt, 
es gibt in 31 nummem anfang und schluss der handschriften an, welche 
teils bekannte teils unbekannte werke unserer älteren literatur ent- 
hielten, sämmtliche bücher sind verloren. 

878. Der Anzeiger f. künde der deutschen ; vorzeit 1879, nr. 1 
(s. 29) behauptet, das in Berlin ein fragment einer Nibelungenhs. ge- 
funden ist, das aus dem Yintschgau stammt, femer soll im Yintschgau 
ein fragment von Willirams psalmenübersetzun^g (so) gefunden sein 
und in Proveis eine predigt aus dem 12. jh. als gewähr wird citirt 
korresp. v. u. f. Deutschland nr.- 12 und der Tiroler böte. — im 



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216 Geschichte der gennamschen pbilologie. 

Yintschgaa sollen femer fragmente aus dem heldenbuche (Dietric&s 
flacht) gefoüden sein, hs. des 13. oder 14. jh. (Tiroler böte, bei], z. 
Angsb. postztg. 1879, nr. 3.) 

879. Adelbert von Keller, Altdeutsche handschriften 4. 1679. 8. 

880. W. Hosäus, Deutsche mittelalterliche handschriften der 
Fürst-Georgs-bibliothek zu Dessau, (fortsetzung) Germania 24, 120—128. 
382—383. 

die ersten mitteilungen waren in der Germania 21, 500 f. und 22, 
114 f. die vorliegende beschreibung umfasst ff. handschriften: Demantin 
von Berthold von Holle, der Renner von Hugo von Trimberg. von den 
vierundzwanzig alten etc. anno 1386. ein sammelband (papierhs. des 
15. Jh.). eine Übersetzung der psalmen (pergamenths. 15. jh.). der 
Seelen trost. — beschreibung der seuchen und ihrer behandlung (papierhs. 
15 Jh.). 

881. Calendar of Charters, and Rolls preserved in the Bodleian 
Library. Edited by W. H. Turner under the Direction of the Rev. 
H. 0. Coxe etc. Oxford. Clarendon Press. 

Academy 1879. p. 156 (feb. 22). 

882. Das literaturblatt für germanische und romanische Philo- 
logie, herausgegeben von Otto Behaghel und Fritz Neumann, wird von 
1880 an monatlich erscheinen, die erste und zweite nummer mit der be- 
zeichnung januar und februar 1880 sind bereits ausgegeben. 

883. Wenker stellt mit Unterstützung der Staatsbehörden Unter- 
suchungen über die jetzt gesprochenen mundarten Mittel- und Nord- 
deutschlands an. 

884. Im begriff eine übersieht der literatur der germanischen Ur- 
geschichte und der zeit der Völkerwanderung zu bearbeiten ersucht Felix 
Dahn die Verfasser und Verleger, zumal von kleineren schritten, ummit- 
teilung der genauen titel. ausgeschlossen ist rein-philologisches. 

Folk-Lore Society in London 
s. engUsch no. 570. 

Verein für erforschung der niederdeutschen spräche und 
literatur. Magdeburg. 

s. niederdeutsch no. 713. 

885. Verein für herausgäbe alter nordischer literatur. 
in Kopenhagen hat sich nach auflösung des ^nordischen literatur- 

vereins^ ein neuer verein ftlr herausgäbe alter nordischer literatur (samfnnd til 
udgivelse af gammel nordisk literatur) gebildet, der sofort in Wirksamkeit, 
treten und bereits im jähre 1880 eine alte isländische handschrift und 
ein wichtiges, nur in einem einzigen vollständigen exemplar erhaltenes 
altdänisches werk herausgeben wird.* 



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Geschichte der germanißchen philologie 217 

als seine hanptaufgahe bezeichnet der verein die veröffentlichnng der 
ältesten und wichtigsten handschriften, die bisher entweder gar nicht oder 
nur ungenügend herausgegeben sind: femer soll der reichhaltigen literatur 
der rfmur, den im kviduhättr abgefassten gedichten sagenhaften Inhalts, 
den erhaltenen resten der alten christlichen poesie, sowie den romantischen 
sagas besondere aufmerksamkeit gewidmet werden, endlich wird der 
verein seine tätigkeit auch auf die dänische literatur des 14., 15. und 
16. Jahrhunderts ausdehnen. — die Statuten des Vereins lauten: 

§ 1. der zweck des Vereins ist es, nordische literaturdenkmäler der 
älteren zeit herauszugeben und zu verbreiten. 

§ 2. der verein hat seinen sitz in Kopenhagen, woselbst er vor 
ausgang des monates märz seine Jahresversammlung abhält. 

§ 3. der vorstand, welcher in der Jahresversammlung gewählt wird, 
besteht aus 5 in Kopenhagen angesessenen mitgliedem; jedes jähr scheiden 
abwechselnd zwei und drei mitglieder aus dem vorstände aus, die jedoch 
widergewählt werden dürfen, der vorstand wählt selbst aus seiner mitte 
den Vorsitzenden des Vereins. 

§ 4. der vorstand bestimmt, welche werke herausgegeben werden 
sollen und leitet die herausgäbe derselben; er besorgt deren Versendung 
und zieht den beitrag von den mitgliedem ein. in der Jahresversammlung 
erstattet der vorstand bericht über die Wirksamkeit des verflossenen 
Jahres und legt rechenschaft ab. falls vor dem Schlüsse des kalender- 
jahres vorschlage von selten der mitglieder des Vereins eingegangen sind, 
werden diese vorgelegt. 

§ 5. jedes mitglied erhält sämmtliche nach seinem eintritte von dem 
vereine herausgegebenen schriften. neue mitglieder werden durch an- 
meldung an den vorstand aufgenommen, der jährliche beitrag beträgt 
5 krönen = 5,62 m., die bei der ersten sendung eines jeden Jahres durch 
postvorschuss erhoben werden. 

im buchhandel werden die schriften des Vereins nur zu einem sehr 
erhöhten preise zu haben sein, anmeldungen sind zu richten an den Vor- 
sitzenden des Vereins, Svend Grundtvig, Kopenhagen, Y. Platanvej. 



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^utoren3?egister. 



Aasen. Norsk navnebog. 328. 

Afzelius. Zusammens. der deut- 
schen verba 70. 

Alberdingk Thijm *Flemi8h Lite- 
rature 810. 

Alten, von. Zur ausg. des Sachsen- 

^ spiegeis 766. 

AI th of. Gramm, as. eigennamen 33. 

Andree. *Zur Volkskunde 290. 

Arndt. *Glossen 393. 

Arnold. Urzeit 132. 

As coli. Kritische Studien 43. 

Autenrieth. Rec. 1. 

Azarias. EngUsh Literature 625. 
Csedmon 626. 

Backhaus. DieGermanen ein semi- 
tischer volksstanmi 134. 

Baier. *Hartmann von Aue 439. 

Baldamus. Heeiwesen 223. 

Baldi. Rec. 125. 

Bangert. Flooventsage 263. 

Barack. Ahd. funde *400. 401. 

Bärnstein, von. Carm. Burana 
selecta 827. 

Bartels. *Geschichtschreibung in 
Friesland 150. *Drusus Tiberius u. 
Germanicus an d. Niederems. 184. 

Barthel. Ausg. von Kurz, lit. gesch.' 
109. 

Bartholomae. Rec. 59. 

Bartsch. Meklenburger sagen 269. 
deutsche liederdichter* 466. ausg. 
des Nibelungenliedes» 490. *Ein 
in der österr. mundart 85. * wurm- 
segen 306. * kleine mitteilungen 
428. *gedicht über Heinrich den 



löwen 442. * fragment aus Konrad 
von Fußesbrunnen 456. *eine strophe 
des Hesse von Rinach 475. ♦Mar- 
garetenlegende 487. *die literarhist. 
stellen bei Rudolf 505^ *aus 
Rostocker hss. 742. *bibliographie 
876. * altes bücherverzeichnis 877. 
Rec. 243. 401. 544. 548. 

Baumann. *Oberschwäbische gau- 
namen. 24. 

Bääth. Übers, der Njäla 368. 

Bebel. Proverbia 15. 

Bech. *Besserungen und nachweise 
416. *zu Parzival 524. *Eisenacher 
Urkunde 553. drei eingaben 554. 
Rec. 454. 548. 

B e ch s tei n. Gedichte Walthers 486. 
*Joh. Rothe 503. *zu Gotfr. Trist 
432. Rec. 190. 433. 865. 

Bechtel. Bezeichnungen der sinn- 
lichen Wahrnehmungen. 44. 

Beck. Kirchenlied 128. 

Behagel. Zeitfolge der abhängigen 
rede 71. *beiträge zur d. syntax 
72. 73. *zu Otfried 409. *zum mnl. 
osterspiel 821. Rec. 59. 74. 434. 
Literaturblatt 882. 

B ehrmann. Pron. person. im He- 
iland 707. 

Beiger. Moriz Haupt 522. 857. 

Bender. Rec. 282. 

Bennewitz Chaucer's Sir Topas 
692. 

(Berg. Yggdrasilsmyten 255). 

Bergemann. Das höfische leben 190. 

B erghaus. Sprachschatz der Sassen 
727. 



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Autorenregiflter. 



21:9 



Bergmann. Edda-gedichte 356. 

Bern er. Yerfassungsgeschichte Augs- 
burgs 235. 

Bernhardt. Mhd. laut- und flexions- 
lehre 419. 

Bertheau. *Mnd. prosa. 769. 

Bezzenberger. *Hvawa 311. Rec. 
43. 50. 58. 62. 

B i g e 1 w. Placita Anglonormannica 
658. 

Biltz. *Etymologiede8Worte85or^65. 

Bindewald. Zur erinnemng an 
Weigand 866. 

Bintz. Yolkstttmliche leibesttbungen 
204. 

Birch - Hirschfeld. Sage vom 
Gral 266. 

Birlinger. *Zur Wortforschung 6. 
*zur Alemannia 7. *meister Hem- 
merlin 8. *Hohenzollerische namen 
23. *elsä8sisch. sprachliches 89. 
♦volkstümliches 270. 302. ♦Bairische 
besegnungen 307. *Geiler von 
Kaisersberg 538. *8prachliches aus 
dem Xantener heberegistor 822. 

B i s c ho f f. Weisttlmerforschungen 
226. 

Bjarnarson. Leifar fornra kris- 
tinna froeda islenzkra 376. 

Blaas. *Vom unzufriedenen wolf 
300. *zu Eonrad von Megenberg 
457. 

Blind. Fire-Burial 193. 

Blümcke. Stettiner zollrolle 555. 

Blume. Über den Iwein 440. 

Bock. Conjunctiv 74. Wolframs 
bilder u. Wörter von freude und 
leid 528. Rec. 62. 

Böddeker. Ae. dichtungen 674. 
♦Benedictinerregel 679. 680. Rec. 
683. 

Bodemann. ♦Volkslied 779. 

Böse. Walther von der Vogel- 
weide 481. 

Boesen. Snorre Sturleson 353. 

Bessert Necrologium Elwacense 
26. 

Botkine. Beowulf 637. Gh. des 
rünes 642. 

B ö 1 1 g e r. Wohnsitze der Deutschen. 
136. 



Brandes. Rec. 260. 

Brandl. Rec. 569. 

Branky. ♦Praepos. entlang 75. 

Braune. Rec. 391. 

Bräunlich. Mundarten 84. 

Brendel, Geschichte der musik 200. 

Brenner. Ags. sprachproben 657. 
Rec. 188. 371. 378. 379. 

Breusing. Sprache des deutschen 
Seemannes 729. 

Brill. Vers- und wortaccent 78. 

ten Brink. ♦Zur engl, lautlehre 
591. *eode 597. gesch. d. engl, 
literatur I 622. Rec. 647. 

Brock. Fehderecht 222. 

Brugmann. Morphologische Unter- 
suchungen 58. Rec. 77. 

Brynjulfsen. Ausg. der Tristram 
Saga 379. 

Buchheim. ♦Gervinus 852. 

Bück. ♦Qberschwäbischc gaunamen 
25. ♦römische Ortsnamen in Wirten- 
berg 171. 

Bugge. ♦Etymologische beitrage 
323. ♦Sproglige Oplysninger 325. 
♦SpsBude med Runeindskrift 348. 
*Balladedigtning 389. 

Bühler. Daves in seinem Walser- 
dialekt 87. 

Bunce. Fairy Tales 284. 

Bunge, von. Altlivlands rechts- 
bücher 765. 

Bünting. Casus im Heliand 706. 

Bursian. Rec. 857. 

Busch. ♦Legendär 465. 

Cameron. Facsimiles 636. 
Gederschiöld. Ausg. derClamsSaga 

380. Fomsögur 381. 
Charit ins. ♦Gedichte vom hl. 

Gudlac 644. 
Christ. ♦Volksnamen 19. ♦das 

lügenfeld 37. ♦Teutonenstein 165. 

♦Trajanische anlagen 172. ♦civitas 

Aelia Hadriana. 173. •weistum228. 
Claussen. Übers, der Njäla 369. 
Gehäusen, von. Saalburg 174. 
Cole. Scandinavian place names 

620. 
Colegrove. Grammar of the Eng- 

lish language 587. 



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220 



AatoroDregister. 



Collitz. Rec. 58. 

Cosijn. *West8aksi8che Chronik 602. 

♦Älfred's Pastoral 603. 604. *Thre' 

gian 704. *Glo88a Prudentii 705. 

*zam Heleand 710. Woordenboek 

794. 
Crecelius. *Bibliographische8 726. 

*Lüning 730. *Woe8te 867. 
Creifelds. Les langnes ^trang^res 

ont-elles en de rinfluence sur la 

langne allemande? 45. 
Cruel. Geschichte der deutschen 

predigt 129. 
CrulL *[durchstrichen] o und um 

Wismarschen stadtbüchern 717. 

Daae. Norges helgener 188. 

Dahlerup. Rec. 376. 

Dahn. Bausteine 248. 

Danker. Mittelkentische denkm. 
613. 

Decurtius. *ßätorom. märchen 
294. 

Dederich. *Namen der stadt Em- 
merich 38. *tiberflutung der Nord- 
seeküste 160. *übergang der Usi- 
peten über den Rhein 185. zum 
Beowulf 638. 

De ecke. Lübische geschichten 271. 

Denifle. Taulers bekehrung 535. 
Rec. 540. 

D e p p e. *Lager des Varus, Hermanns- 
schlacht 175. 176. 

Dickinson. Supplement 616. 

Dief enbach. Wörterbuch 3. 

Dobson. Nibelungen 499. 

D d d s. Stories ftom Early English 
Literatnre 283. 

Doli *Volk8tümUches 270. 

D omanig. Parzivalstudien 527. 

Doornkaat-Koolman, Lten. Wör- 
terbuch derostfries. spräche. 791. 

Döring. Gattungen der dichtkunst 
96. 

Dorn. Aussprache des g. 46. 

Dreyer. Literaturgeschichte* 97. 

Droese. Literaturgeschichte« 98. 

D ü m m 1 e r. *Rhy thmen aus der Ka- 
rolingerzeit 830. *handschriftL 

. überlief, der lat. dichtungen aus 
der zeit der Karolinger 828. *de 



cuculo 829. *Theodofridus 831. 

*Kanon EuangeUorum 832. *zn 

den lebensregeln 833. 
Duncker. Pfahlgraben 166. 
Düntzer. Rec. 534. 784. 854. 
Düsterdieck. Rec. 548. 865. 
Dyer s. Thiselton. 

Earle. Book for the Beginner in 
Anglo-Saxon 594. 

E b e r t. *Zu den Lorscher rät8eliu834. 

Edman. Praepositionen 76. 

Edzardi. ^Skaldische versmaße 
343. *EddaHeder 355. Rec. 249. 
299. 359. 362. 363. 371. 

Ehlerding. German and Latin Ele- 
ments 588. 

Ehlers. German. el^nente im afrz. 12. 

Ehrhardt. Staatenbildung 137. 

Eichheim. Germanen in Belgien 
133. 

Elberts. Geschiedenis der nederl. 
Letterkunde 807. 

Ellis. (Englische dialecte 619.) 

Engel. National Music 627. 

Erdmann. Rec. 395. 411. 

Eriksen. Literaturhistorie 352. 

Esselen. Aliso 177. 

Eye, von. *Buntdruck 208. 

Fahne. *Limes 167. 

Falch. *Walther v. d. Vogelweide 

479. 
Faulmann. Buch der schrift 210. 

gesch. der schrift 211. 
F6camp. Rec. 485. 856. 
Fiedeler. *Mnd. prosa 769. 
Finsen. Grdgds 384 
Fi p per. Beispruchsrecht 221. 
Fischer, H. *Kritik der Nibelun- 
gen 494. *brief an Gräter 853. 
Fischer, J. Literaturgeschichte 99. 
Fligier. *ür8itze der Goten 138. 
Flodström. *Neuschw. konsonanz 

339. Rec. 385. 
Franck. *Weib und frau 197. 

^vertuen, tiden 798. *zur nml. 

übs. der offenb. Joh. 817. 
Franke, C. G. Veterbüch 511. 
Franke, Kuno. Lat. schulpoesie 

835. 



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Autorenregister. 



221 



♦Umlaut und brechung 
Salzburger volks- 



Frantzen. 
47. 

Freisauff, von. 
sagen 274. 

Frey tag. Übs. des Nibelungenliedes 
491. 

Frischbier. *Da8 wirkgcstell 731. 

Fritzsch'e. *Ags. Andreas 645. 

Fronius. Bauemiehen in Sieben- 
bürgen 93. 

Fuchs. Rigsmäl 357. 

«aidoz. Rec. 289. 

Gareis. Ortsnamen 32. 

G e n 6 e. Die engl, mirakebpiele 632. 

Gering. Ausg. der Finnboga S. 371. 
♦Beowulf und Grettis S. 640. 

Ger SS. *Katharinenlegende 429. 

Gilman. Ausgabe des Chaucer 689. 

Giovanolli. Rec. 114. 

Girschner. Ludwigslied 403. 

G i s e k e. Heliand und praefatio 711. 

Gislason. Njdll eUer NiaU? 370. 

Goedecke. Ausg. von Yilmarslitg." 
122. 

Göll. Mythologie 245. 

Gombert. Rec. 866. 

G opfert. Mundart des Erzgebirges 
90. 

Görres. Mystik 541. 

Gosse. Rec. 379. 

Goetz. Deutsche dichtung 103. 

Goulburn. Herbert de Losinga 628. 

Grabow. Musik in d. deutschen 
spräche 48. 

Graf. Paradiso terrestre 295. 

Grau. Erinnerung an Vilmar 864. 

Graupe. De dial. marchica 718. 

de Gray Birch. Early Drawings. 
205. 

Gredy. Literaturgesch.* 100. 

Grein. *Älfrics auszug aus dem buch 
der richter 652. 

Grimm, Jac. Deutsches wb. 2. Ur- 
sprung der spräche^ 49. weistü- 
mer 225. mythologie* 243. mär- 
chen 275. 276. kleinere Schriften 
U 855. freundesbriefe 854. 

Grimm, Wilh. Deutsches wb. 2. 
märchen 275. 276. freundesbriefe 
854. 



Grimm, W. Rec. 139. 
Gropp. Proverbs of Alfred 606. 
Grosz. Hüdebrandslied-codex 398. 
Groth, Vergleich usw. inNib. und 

Eudrun 498. 
Grundtyig, Svend. Volksmärchen 

282. 
Grundtvig, N. F. S. Snorres Konge- 

Kronike 377. 
de Gubernatis. Mythologie des 

Plantes 285. 
Gude. Erläuterungen 101. auswahl 

102. 
Guizot Alfred le Grand 649. 
Gutschmidt, A. von. Rec. 849. 

850. 

Habicht Verlobung 220. 

Hagen, von der. JVfinnesinger 467. 

Hahn. Literaturgesch.* 104. 

Hamann. Breviloquus Benthemia- 
nus 719. 

Hänselmann. *Fündlinge 740. 
*mder de pesUlenz 769. 

Harkensee. Orendel 501. 

Hartfelder. Zunftordnungen 233. 

Hartmann. *Scheirer rhythmus 
836. 

Haupt, Jos. Mystiker 536. *fand- 
linge 309. *biblische bilder 422. 
*predigtbruchstücke 545. 

Hausen, von. *Ab8tammung Frie- 
drichs V. Hausen 470. 

Hausknecht. Sowdan of Babylon 
678. 

Hegel. Städtechroniken 534. 

Heigel. Städtechroniken 534. 

Heiligbrodt Rec 265. 

Heine. Mysterien 257. 

Heinzerling. Namen d. wirbello- 
sen tiere in d. Siegerländer mund- 
art 825. 

Heibig. *Shakespeare und Hart- 
mann 441. 

Hellwald. Mserlants Spiegel bist 
813. 

Holten, van. *p in got kunpa 312*. 
»Kleinigkeiten 800. 801. 803. 
*tütllen 802. nl. syntax 804. 

Henne am Rhyn. Deutsche volks- 
sage 268. 



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222 



Autorenregister. 



neanicke. Conjunctiv im ae. 607. 
Henrici, Emil. Bec. 104. 107. 

131. 440. 708. vgl auch 520. 
Henrici, Ernst. Notkers psalmen 

406. *407. Rec. 548. 593. 
Hensel. Proverbes 16. 
Hering. Mystik Luthers 542. 
Herrmann. . Bibliotheca Germanica 

874. 
Herrtage. Sir Ferumbras 675. 

Gesta Romanorum 688. Palladius 

698. 
Hertel. *SchmfthUed 780. *über 

d. ältesten Brandenburger Chroni- 
ken 823. 
H e r t z b e r g. *Der weisen 458. Li- 

bell of Englishe Policye 696. 
Heussner. Muttersprache 79. 
Hewett. Frisian Language 792. 
Heyne. Deutsches wb. 2. ausg. des 

ülfilas^ 314. *althochdeutsches 405. 

ausg. des Beowulf* 639. *necrolog 

Leos 861. 
Hildebrand, Han^. *Hjehnarl96. 

♦mälningar 206. 207. *runstenar 

345. 
Hildebrand, Rudolf. Deutsches 

wb. 2. 
Hintner. Benennung der Körper- 
teile in Tyrol 86. 
Hirschfeld, von. Der Rhein 159. 
Hobbing. Mundart von Greetsiel820. 
Hoche. *Mnd. prosa 769. 
Hoefer. Confessionen 778. 
Hoff mann. *Hunnische trauben 

198. *hibenÜiene 506. 
Hoffory. *fst in AM 674 A. 4*. 

332. Rec. 330. 359. 
Hofmeister. Bericht über die phi- 

lologenversammlung 870. 
Holder. Lex Salica 215. 216. 
Holmboe. Otter 254. 
Hölscher. Verf. der bücher v. d. 

nachfolge Christi 815. 
Holstein. *Zum liederschatze des 

16. jh. 781. 
Hölzermann. Localuntersuchun- 

gen 180. 
Holzmann. Rec. 71. 
Hoppe. *Namen in der provinz 

Preußen 34. 



Hörn. Literaturgesch. 351. 

Horstmann. Barlaam 671. ae. le- 
genden 666. 

Hosäus. Deutsche hss. 880. 

Hosmer. Literaturgeschichte 105. 

Huber-Liebenau, von. Zunftwe- 
sen 234. 

Hübler. *Sagen 273. 

Hüb n er. *D^r römische grenzwall. 
168. 

Huemer. Über lat. christl. rhyth- 
men 837. *Contra jactantiam 838. 
Rec. 835. 

Hundt. Gartular von Ebersberg 
413. 

Hüppe. Literaturgeschichte* 106. 

Hu SS. Das deutsche im munde des 
Hannoveraners 80. 

Imelmann. Rec. 113. 

Inama-Sternegg. Tirolische weis- 
tümer 227. ausbildung der grund- 
herrschaften 239. Wirtschaftsge- 
schichte 240. 

Jacobi. Saalburg 174. 
Jacobs. Der Brocken 299. ♦Ur- 
kunde ki5nig Günthers 556. *mnd. 

prosa 769. 
Jaeger. Urkundenbuch von Tei- 

stungenburg 557. 
Jahns. Atlas zur gesch. des kriegs- 

wesens 195. 
J a m i e s n. Etymological Dictionary 

618. 
Jastrow. Stellung der Sklaven 224. 
Jeitteles. Predigten 548. *zu den 

bairischen besegnungen 308. 
Jellinghaus. *Z\xmikmidmi7Z2. 

*mühlenlied 749. *possen Laurem- 

bergs 770. 
Jenner. Early Drawings 205. 
Jirecek. Dalimil 423. 
Jönson. Dxoplaugar-sona-saga 366. 

GulH)oris-saga 367. 
Jundt. Les amis de Dieu 535. 
Just. Zur Pädagogik des mittelalters 

189. 

Kant. Scherz und humor in Wol- 
frams dichtungen 529. 



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Autoreoregister. 



223 



Kaemmel. Entstehung des öster- 
reichischen deutschtnms 143. 

Kaphengst. Essay on the Ormn- 
lum 661. 

Kälund. Island 390. 

Keinz. »Nativität 543. 

Kelle. Glossar zu Otfrid 411. 

Keller, Ad. von. Handschriften 879. 

Kenner. Römerorte 178. 

Kern. *üit de friesche wetten 793. 

Khull. Eec. 518. 

Kiesewet t er. *Westgrenze der be- 
sitzungen der königin Eichza 31. 

Kindler von Knobloch. *£lsä8si- 
sche Studien 455. 

Kington Oliphant. The OJd and 
Middle EngUsh 582. 

Kinzel. "^hiunisch mn 199. •Lam- 
prechts Alexander 462. Rec. 414. 
415. 527. 

Kirchner. Abstammung des Ulfila 
318. 

Kluge. German. conjugation 50. 
•grammatisches 51. 

Knothe. Gesch. des Oberlausitzer 
adels 27. 

Kebke. Runen 344. 

Koch, F. Werdener mundart 733. 

Koch, Fr. Linguistische allotria 589. 

Koch, J. *Yeröffentlichungen der 
Chaucer Society 695. 

K c 1 an. Handschriften des a. Hein- 
rich 437. 

Kock. Atona 341. *]judf5rsvagning 
333, 

K ög e i. Über das Keronische glossar 
392. 

Köhler. *Freudhof 10. *zwei Jo- 
hannsen 447. *meisterlied vom 
roten kaiser 488. *zur ae. kind- 
heit Jesu 669. *how the plowman 
leamed bis Pater Noster 687. ♦zu 
Chaucers The Milleres Tale 693. 
*dat flas 737. Rec. 281. 

KohnundMehlis. Materialien zur 
Vorgeschichte des menschen im östl 
Europa 347. 

Kolberg. *Pytheafl 148. 

Kölbing. Ausgabe der Tristrams 
Saga 378. *zur legendenforschung 
130. *schiff und regenbogen 383. 



Englische Studien 569. ausgäbe 
von Fiedlers grammatik 586. *aus- 
lassung des relativpronomens 595. 
*entgegnung 566. *nachtrag 670. 
*fragm. von Sir Isumbras 677. *zu 
Adms 685. *zu Beves of Hamtoun 
684. *zu Chaucers The knightes 
Tale 694. ♦zu engl, dichtem 701. 
Rec. 289. 567. 588. 593. 611. 612. 
623. 635. 660. 666. 668. 671* 674. 
683. 

Kolisch. Kudrundichtung 459. 

Kolster. *Schröders chronik 769. 

König, ni. literaturgeschichte 107. 

Konrath. Zu William von Schor- 
ham 683. 

Koppmann. *Name Altena 36. 
•Verbreitung der lesekunst 212. 
korrespondenzblatt 712. *mnd. gh 

. 720. *Klaus Störtebeker 750. 
♦mnd. prosa 769. *Hamburg im 
volksliede 782. ♦Liebesgruß 816. 
♦Woeste 868. 

Körner. Einleitung in das Studium 
des ags. 593. Rec. 637. 647. 

Körting. Rec. 564. 

koschwitz. Karls reise nach Jeru- 
salem 382. Rec. 266. 

Kottenkamp. Tristan 435. 

Krause. *Flachsbereitung 737. 
*zum mtihlenlied 749. *mnd. prosa 
769. Rec. 745. 

Kraussold. Sage vom heiligen Gral 
267. 

Kräuter. *Orthographie der mund- 
arten 82. ♦thesen 83. 

Krebs. *Ags. Übersetzung der dia- 
loge Gregors 650. 651. 

Kriebitzsch. Lesebuch zur lite- 
raturgeschichte 108. 

Kries, von. Beweis im strafprocess 
219. 

Krones. Handbuch der gesch. Ost- 
reichs 142. zur gesch. des deut- 
schen Volkstums im Karpatenlande 
144. zur gesch. der ältesten an- 
siedelung des steiermärkischen Ober- 
landes 145. 

Kummer. * Ministerialengeschlecht 
von Wildonie 449. Rec. 548. 

Kurz. Leitfaden 109. 



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224 



Aatorenregister. 



Ijachmann. Nibelnnge not* 489. 
Wolfram* 520. •über den Inhalt 
des Parzival 525. mhd. Übersetzung 
der Ilias 859. 

Laistner. Nebelsagen 286. Golias 
826. 

Lambel. Reo. 415. 440. 

Landolphe. Chronological Tables 
624. 

Lange, ün trouvöre allemand 483. 

Langguth. Zur Ava 421. 

Langhans. Ursprung der Nord- 
friesen 151. 

Larsson. *Runsten 349. 

Latendorf. *Dendnutiva 761. zur 
erinnerung an F. Reuter 775. nie- 
derdeutsch und neudeutsch 777. 

Laveleye. Les Nibelungen 492. 

Leding. Freiheit der Friesen 152. 

Leffler. *Bidragtill svensk spräk- 
historia 337. 

Leist Anticlaudianus 839. 

Leixner, von. Dlustr. literaturge- 
schichte 110. 

L e m c k e. Handschriften 752. 

Leo, Heinrich. Ags. glossar 571. 

Leo, Willibald. Ubs. von G-rundt- 
vig, Volksmärchen 282. Übs. der 
saga von Fridthjofr 372. 

Lex er. Mhd. Wörterbücher 414. 
415. 

Lichtenstein. Eilhart von Oberge 
425. 426. 

Liebermann. Angionorm, ge- 
schichtsquellen 659. 

Liebrecht. Zur Volkskunde 289. 
514. *Folk-Lore Society 570. 
*Croyances populaires norv6giennes 
288. *zur schwed. volksliteratur 
291. »ae. schwank 686. Rec. 784. 

Li er seh. •Bruchstück des Rolands- 
liedes 452. 

Lindemann. Literaturgeschichte* 
111. bearb. von Hüppe, national - 
Üt.» 106. 

Lindner, F. •Tale of Gamelyn 690. 
691. Rec. 586. 696. 

Lindner, Th. *Bestattung Karls d. 
gr. 293. 

Lobedanz. Das franz. dement in 
Gotfrids Tristan 436. 



Lock s. Wamford. 

Lodge. Palladius 698. 

L h m a n n. •Auslassung des engl, re- 

lativpronomens 596. 
Lohmeyer. •Der name Preußen 40. 
Lommer. Volkstümliches aus dem 

Saaltal 301. Rec. 281. 
Loose. •Hausordnung 558. 
Lounsbury. EnglishLanguage581. 
Lübben. Mnd. Wörterbuch 714. 

•Berliner totentanz 759. ausg. des ! 

Sachsenspiegels 766. 
Lucae. •Zum Weingartner reise- ' 

sogen 404. 
Luchs. SchlesiBche inschriften 209 . 
Lück. Ab&ssungszeit des Parzival 

526. 
Ludwig. Rec. 837. 
Lund. Danske skriftsprogs ordfor- 

räd 327. 
Lundgren. Spräkliga intyg 249. 
Lyngby. •Plattysk i Slesvig 734. 

Haatschappij der Nederl. Letter- 
kunde. Handelingen en Mede- 

deelingen 809. 
Maclear. The Northmen 156. 
Madden. Gesta Romanorum 688. 
Mahlow. ä e in den europäischen 

sprachen 52. 
Mantels. •Krude 721. Facetus 

741. • nachtrage 760. 764. 
Marold. •Yulfila 315. 
Marshall. England's Language 

583. 
Martin. Ausg. von Wackemagels 

literaturgesch. 123. •Mariae him- 

melfart 427. •zu MF 469. Rec. 

266. 512. 
Martinius. Land der Hegelinge 

460. 
Mätzner. Ae. sprachproben 575. 
Mau. Dansk Ordsprogakat 17. 
Maurer. •Die ärmenn 218. *zum 

alten schwed. hofrecht 387. Rec. 

und anz. 153a. 188. 224. 369. 371. 

375. 390. 
Mayr. Heinrich von Morungen 

472. 
Mebes. Wigalois und seine quelle 

519. 



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Autorenregister. 



225 



Mehlis. Zur ältesten gesch. des 
Rheinlandes 147. *Obringa 164. 
s. auch Eohn. 

Menge. Literaturgeschichte 112. 

M e n s i n g a. *Nederduitsche taal 
735. 

Menzel. Wappen der Morunger 471. 

Merivale. The Continental Teutons 
155. 

Messmer. *Sigmaringer bretstein 
445. 

Meyer von Knonau. *Otfrid 410. 

Meyer, E. H. Grimms myth.* 243. 

Meyer, G. Rec. 58. 

Meyer, Karl. Das geistliche Schau- 
spiel 126. 

Meyer, Leo. *Abstractbildung auf 
ung 53. *got. bii 312. 

Meyer, Sally. Fideicoramissarische 
Substitutionen 238. 

Michaelis. *Umlaute im niederd. 
722. 

Mieg. Holland, wb.« 795. 

Mielck. Correspondenzblatt 712. 
*aussprache des namens Brockes 
771. *Hamburg im volksliede 782. 

Milchsack. Osterspiele 127. *Der 
sele (ranz 507. *Leipziger Titurel- 
biTichstücke 510.* * Unser frouwm 
klage 513. 

Miller. *Zu Lamprechts Alexander 
461. 

Minckwitz. Taschenwb.** und kate- 
chismus* der mythologie 241. 242. 

Möbius. Analecta Norroena* 360. 
Hdttatal 365. Rec. 376. 

Mogk, *Gylfaginning 364. 

Molen aar. *Werkwoorden 805. 

Möller. *Zum könig vom Oden- 
wald 451. 

M ö 1 1 e r , H. *Epenthese vor k- lauten 
54. Rec. 50. 

Moltzer. Bibl. van ranl. Letter- 
kunde 811. Rec. 794. 

Moosmüller. Europäer in Ame- 
rika 158. 

Morel-Fatio. *Segen 552. 

Moniten. The English Bible 629. 

Much. *Baugen und ringe 194. 
*kosmogonie u. anthropologie des 
gerra. mythus 247. 



Jahresbericht für Germanische Philologie. 1. (1879). 



M u f f a t, V n. Städtechroniken 534. 
Müldener, R. Märchen 277. 
Müldener, W. Bibliotheca philo- 

logica 873. 
Müllenhoff. Altd. sprachproben» 

131. vierte ausgäbe des Wolfram 

520. *Sugambern und Sicambern 

140. *Irmin und seine brüder 250. 

*Tanfana 251. ♦ein got.göttemame? 

252. *die alte dichtung von den 

Nibelungen 258. *Carmen auf die 

schl. b. Hemmingstedt 748. 
Müller, Ed. Etym. wb. der engl. 

spräche 576. 
Müller, Fr. Gutturallaute 55. Rec. 

56. 
Müller, Joh. *Nicl. von Wyle 

500. *freibrief von Plauen 559. 

♦Leipziger messstreitigkeiten 560. 
Müller, Nath. ♦Mythen des Beo- 

wulf 641. 
Muth, von. Zur gesch. und kritik 

der deutschen heldensage 262. 

Nibelungenlieder 495. ♦berich- 

tigungen 533. Rec. 112. 425. 708. 

Jiraber. Got. praepositionen 310. 

Nagele. ♦Chronologie der sprüche 
Walthers 476. ♦Walther und Wolf- 
ger 478. 

Napier. Folk Lore 633. 

Nehab. Der ae. Cato 655. 

Nettleship. Maurice Haupt 858. 

Neudeck. ♦Befestigungen des Waag- 
tals 141. 

Neumann. ♦Bericht über d. philo- 
logenversammlung 870. literatur- 
blatt 882. 

Nicol. Rec. 577. 

Nielsen. Gildebuch 769. 

Nilsson. Fornisl. grammatik 330. 

Nissen. De freske findling 18. 

N ö 1 1 e. ♦Legende von den 1 5 zeichen 
296. 

Norreen. ♦Etyraologier 324.'Väst- 
götalagen 385. 

Nygaard. Oldnorsk gramm. 329. 
♦verbum munu 334. 

Oberbreyer. Meier Helmbrecht 
übers. 516. 

15 



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226 



Autorenregister. 



Oefele, von. Städtechronikcn 534. 
Oliphant s. Eington. 

s t h f f . Das verbnm in der nomi- 
nalcomposition 56. das physio- 
logische und psychologische mo- 
ment in der sprachlichen formen- 
büdnng 57. morphologische nnter- 
snchnngen 58. 

1 h m e r. Yademecom des literator- 
frennds 113. 

Ottenthai, von. ^Fragment aus 
Dietrichs flacht 424. 

Pannenberg. Reo. 791. 
Pannier. Übs. des Amis 508. 
Farisins. *Znsätze 736. deutsche 

Volkslieder 783. 
Parmendero. Letteratura tedesca 

114. 
Faul. Yocalismus 59. *zurlautent- 

wickelung und formenassociation 

60. *Nibelungenfrage 493. Bec. 58. 

62. 71. 379. 392. 443. 
Peacock. Rec. 287. 
Peters. Got. conjecturen 316. 
Pfannenschmidt. Rec. 243. 
Philipp. Zum Rosengarten 502. 
Pichler. *Gräzer Parzivalbruch- 

stück 521. 
Pickel. Ausg. des Dangkrotzheim 

454. 
Fletsch. Rec. 412. 
Piper. Ausg. d. Otfrid. 408. Rec. 

391. 
Planck. Gerichtsverfahren 213. 
Planta. Yerfassungsgesch. von Cur. 

231. 
Pocock. Rec. 630. 
Poeschel. *Märchen vom schla- 

raffenlande 298. 
Foestion. Übers, der Fridthjofs- 

saga 373. 
Powell. Icelandic Prose Reader 361. 
Preger. Tractat Davids von Augs- 
burg über die Waldesier 537. 
Pröhle. Deutsche sagen 278. *Ausg. 

der Ewerharzischen zitter 91. 

»amsey. Älfnc's Gode's Wyrhtan 

653. 
Rask. Anglo-Saxon Grammar 592. 



Rasz^ann. *Glingnii*. 253. 'Gun- 
nar 259. 

Recke, von der. •Zur altgerm. 
metrik 399. 

Regel. Phonetic Peculiarities of 
Barbour's Bruce 611. 

Rehrmann. Anglo-Saxon Poetry 
635. 

Reiff er scheid. Westfälische Volks- 
lieder 784. Grimms freundesbriefe 
854. 

Rein seh. Pseudo-evangelien von 
Jesu und Marias kindheit 297. 

Reissenberger. Zur Krone Hein- 
richs V. d. Türlln 446. ♦Sieben- 
bürgen im DHB 448. 

Reuter, W. Literaturkunde 115. 

Richert. *Västgötalagens inlednings- 
och slutord 386. 

Rieger. Gottesfreunde 539. 

Riemann. Notenschrift 202. 

Riezler. Gesch. Baiems I 146. 
Rec. 534. 

Rischka. Verhältnis d. poln. sage 
von Walgierz Wdaly zu den deut- 
schen sagen von Walther 840. 

Roediger. Rec. 391. 418. 464. 708. 

Ropp, von der. *Spottlied 751. 
*lesekunst im mittelalter 212. 

Roquette. Gesch. der deutschen 
dichtung 116. 

Rosenstock. Germanen und Juden 
135. 

Ro SS. *Tillfieg til den Norske ordbog 
322. 

Rost. Syntax des dativus 394. 

Roth. Nassaus künden und sagen 
272. 

Rovenhagen. Altengl.dramen631. 

Rüdiger. •Mnd. prosa 769. 

Rudioff. Untersuchungen zu Meier 
Helmbrecht 515. 

Rygh. *Spsende med Runeindskrift 
348. 

Samhaber. Ludwigslied 402. 
Sanders. Ergänzungswörterbuch 4. 

gesch. der deutschen spräche und 

literatur 117. 
Sarrazin. Wigamur 518. 
Theophilus 758. 



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Autorearegister. 



227 



Saussure. Voyelles 61. 

Säby. Rec. 327. 

Schäfer. Hansestädte 157. 

Schäffler» Städtechroniken 534. 

Schaible. Stich nud hiebworte 13. 

Schaubach. Lucas I nach Yulfila 
und Luther 317. 

S ch e n k 1. *Necrolog Tomascheks 
862. 

Scher er. Zur gesch. d. deutschen 
spräche' 62. 

Scherr. Kulturgeschichte 186. 

Schierenberg. *Aliso 179. 

Schiller. Mnd. Wörterbuch 714. 

Schipper. Alexiuslegenden 668. 
Rec. 674. 

Schlecht Kirchenmusik 201. 

Schleich. Proleg. ad Carmen de Ro- 
lando 676. 

Schlüter. Rec. 56. 

Schlyter. Corpus juris Sueo-Goto- 
rum 326. 

Schmidt, G. •Niederdeutsches in 
hss. 754. •mnd. prosa 769. 

Schmidt, Joh. Priester Konrad 
544. 

Schmitz. Encyclopaedie 564. 

Schmoll er. Straßburger tucher- 
und weberzunft 236. 

Schneider, G. Aussprache der engl, 
vocale 612. 

Schneider, J. Römische heerwege 
161—163. •zur limesfrage 169. 
lager zu Asbach 181. Rec. 166. 

Schönbach. Predigten 547. Rec. 
548. 

Schön feld. Religiös-ethische dich- 
tungen 187. 

Schöppner. Literaturkunde 118. 

Schott. •Bibliographisches 726. 

Schöttle. *Volkstümliches 270. 

Schrader. •Volksetymologie 64. 

Schröder, C. Städtechroniken 534. 

Schröder, R. Fränkische volks- 
rechte 214. ausg. von Grimm, 
weistümer VIL 225. 

Schulte. •Gotica nunora 319. 320. 

Schultz, Alw. Höfisches leben 191. 

Schultz, Fr. Rec. 666. 

S chultze, Ludw. Philipp Wacker- 
nagel 865. 



Schulz, B. Leitfaden 420. 
Schulz, Karl. Porstendorfer be- 

sitzung 237. 
Schulze, G. *Ewerharzische zitter. 

91. 
Schwartz,E. Ausg. von äldreVäst- 

götalagen 385. 
Schwartz, F. L. W. Wolken und 

wind 256. 
Seelmann. *Niedd. betonungsano- 

malien 723. Gerhard v. Minden 743. 
Seemüller. Ausg. des Williram 

412. Rec. 408. 
Seiler, F. Rec. 406. 84L 
Seiler, G. A. Basler mundart 88. 
Seinecke. Literaturgeschichte* 119. 
Sello. *Fiebersegen 551. *Wolden- 

berger 762, 
Sepp. Meerfahrt nach Tyrus 11. 
Sickel. Deutsche Staatsverfassung 

230. 
Sievers. Ausg. des Heiland 708. 

•zum Cottonianus 709. •beitrage 

zur deutschen gramm. 65. 336. 

•zur skaldenmetrik 342. ahd. glos- 

sen 391. *mhd. selpwege 438. Rec. 

571. 
Sijmons. •üit de Edda 354. •nach- 

schrift 496. •starke en zwakke ver- 

buiging 66. 
Silberstein. Denksäulen 120. 
Simmons. Lay Felke Mass Book 

665. 
Simrock. Handbuch der mytholo- 

gie^ 244. Rheinsagen 279. 
Skeat. English - Anglosaxon Yoca- 

bulary572. Etym. Dictionary 577. 

On the Study of Anglosaxon 634. 

Gospel according to S. John 643. 

•Piers Plowman 682. 
Snell. Nibelungensage 261. 
Söderberg. Fomgutnisk Ijudlära 

331. 
Soltau. Übers, des Reineke Vos 

753. 
Spee. •Flachs 737. 
S p i e s s. Christi, ideen der Parzival- 

dichtung 531. 
Sprenger. •Zum mhd. wertschätz 

417. •zu Freidank 430. •zu Zwei 

kaufleute 532. •zu den predigten 
15* 



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228 



Aatorenregister. 



ans S. Paul 549. zu Gerhard von 

Minden 744. *znm Henselfn 747. 
Stamm. Ulfilas 314. 
Stark. Darstellungsmittel des Wol- 
framschen humors 530. 
Stechele. *Thüring. Ortsnamen 29. 

*zur geographie Thüringens 30. 

♦zu Friedrich der Freydige 561. 
Steenstrup. DanskeKolonier 153. 

Normanneme 153a. 
Steinmeyer. Ahd. glossen 391. 

♦Tristanhs. 431. Reo. 401. 406. 

415. 
Stejskal. *Fragm. aus Rudolfs 

weltchronik 504. 
Stenzel. »Ortschaften Anhalts 28. 
Stephens. Pilgärdarrunstenen 346. 
Stepherd. English Language 580. 
Stoffel. *Volksetymologie 615. 
Storch. Sagen des Gasteiner tals 280. 
Storm, G. Normanneme 154. 
Storm, J, Engelsk Filologi 563. 

♦Tonefaldet 340. 
Stormonth. Engl. Dictionary 578. 
Stoughton. Engl. Bible 630.* 
Strauch. *Marnarius 473. ausg. d. 

Langmann 540. Rec. 474. 743. 
S tratmann. Dictionary 573. *zum 

ae. wb. 574. *zur ae. gramm. 609. 

610. »Verbesserungen zu ae. texten 

702. 
Strobl. Berthold von Regensburg 

550. Rec. 425. 
Strodtmann. Übs. Grundtvigs Volks- 
märchen 282. 
Strzemcha. Literaturgesch.* 121. 
Suringar. Bebeis Proverbia 15. 
Sweet. »Etymologies 598. 600. 601. 

*Disguised Compounds 599. *Sources 

of the Anglo-Saxon Chronicle 648. 

Anglo-Saxon Reader« 656. Rec. 59. 

647. 
S y m n d s. Herbert de Losinga 628. 

Taine. Gesch. d. engl. lit. 623. 
Tamm. »Auslautendes ^ 67. Tränne 

tyska ändelser 338. 
Tanger. Engl, consonanten 608. 
Tanner. Guy von Warwick 264. 
Taylor, Isaac. Greeks and Goths 

313. 



Thiele. Rec. 708. 

Thiselton Dyer. English Folk- 
Lore 287. 

Thorkelsson. Supplement til isL 
Ordboger 321. 

Thors en. Runemindesmserker 11: 
350. 

Thorsteinsson. Island. Volkslieder 
388. 

Tobler. Rec. 71. 

Tomanetz. Relativsätze 395. 

Tomaschek, J. A. Geschichts- 
quellen der Stadt Wien 562. 

Tomaschek, W. Rec. 136. 

Trautmann. Lachmanns beto- 
nungsgesetze 396. *bibl. der Anglia 
568. ȟber den vers La^gamons 621 . 
»Golagrus und Gawam 699. 

Turner. Galendar of Charters 881. 

Twiss. Bracton 217. 

Varnhagen. »Zu me. gedichten 672. 

673. »zu me. Long Life 681. »zur 

Ayenbite 662. Rec. 674. 683. 
Veith, von. Kämpfe des Lablenus 

183. 
Verdam. Hijky like in mnl. voor- 

naamwoorden 68.»dietscheverschei- 

denheiten 819. 
Verwijs. Woordenboek 794. Maer- 

lants Spiegel bist. 813. 
Vetter. Rec. 379. 
Vigfusson. Ausgabe der Sturlunga 

S. 374. Icelandic Prose Reader 

361. 
Vilmar. Literaturgeschichte" 122. 
Vloten, J. van. Schets van de Ge- 

schiedenis der Nederl. Letteren 808. 

Kluchtspel 812. 
Vögelin. Das alte Zürich« 872. 
Voigt, E. Denkmäler der tiersage 

841. »zum erweiterten Romulus 

842. »Odo de Ciringtonia 843. 
»tierfabeln 844. »noch einmal die 
Ecbasis 845. Rec. 836. 

Voigt, F. »Osterfeuer und Oster- 

wasser 305. 
Vorstermann van Oyen. »Het 

dialect te Aardenburg 806. 
Voss. Der tanz und seine geschichte 

203. 



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Autorenregister. 



229 



Vries, M. de. Woordenboek 794. 
•Woordverklaringen 797. Mserlants 
Spiegel bist. 813. *mul. verschei- 
denheden 818. 

^rachsmuth. Quellen u. verf. der 

ä. livl. reimchronik 824. 
WackernageL Gesch. der deut- 
schen literatur' 123. 
Wackernell. (chronologisches zu 

Walther) 476. 478. ♦nekrolog To- 

maschieks 863. 
Wagener, R. *Schlachtfeld von Idi- 

staviso 182. 
Wagner. Rec. 412. 
Wagner, G. Spencer's Use of Ar- 

chaisms 614. 
W aitz . Deutsche verfassungsgesch. 

Vm 229. 
Wald. Konrad, der dichter des Ro- 
landsliedes 453. 
Walther. ♦Abece 724. *bibliogra- 

phisches 726. *erklärungen 740. 

•Henselin 746. *au8 dem Lübecker 

ratskeller 755. *gelagsgraß 785. 
Wand er. Sprichwörterlexicon 14. 
Wappäus. Rec. 767, 
(Warnford Lock. The Home of the 

Eddas 358.) 
Warnke. Formation of English 

words 590. 
W ä s c hke. *Anhaltische volksmund- 

arten 92. 
Wattenbach. ♦Lat. gedichte 846. 
Weber, Georg. Lesebuch 125. 
Weber, Hugo. Deutsche spräche 

124. 
Wedgwood. Engl. Etymology* 579. 
Wegener. ♦Hochzeitsgebräuche 304. 

*zum Sprachschatze des Magdeb. 

Iandes738. volksttimlichelieder786. 
Wehr mann. *Lebensweisheit 756. 
Weinhold. Mhd. grammatik 418. 
Weiss. Geschichtsquellen der Stadt 

Wien 562. 
Weisse. Engl. Language and Li- 

terature 565. 
Wendt. Bevölkerung der deutschen 

ostmarken 149. 
Wentzlau. Entstehungszeit und 

dichter des Nibelld. 497. 



Werneke. Ausg. von Hüppes lit.- 
gesch.* 106. 

Werner. *Basler Alexander 464. 
*Wigamurfiragmente 517. 

Wesemann. Cäsarfobeln 192. 

Wetzel. *Gildeconstitutionen 769. 

White. Ausg. des Ormukim 660. 

Wiegan dt. Heinrich von Freiberg 
444. 

Wieseler. Galater 139. 

Wigand. Stil Walthers 48,2. 

Wilken. Prosaische Edda 362. Un- 
tersuchungen zur Snorra Edda 363. 
♦metrische bemerkungen 397. ♦eine 
münstersche gramm. 763. Rec. 360. 
378. 379. 440. 529. 

Will. ♦Zur mäuseturmsage 292. 

Wimmer. ♦Sm&bidrag til nord. 
sproghistorie 335. oldnordisk Isese-* 
bog* 359. Forhandlingeme pä det 
forste Filologmöde 871. 

Winkel, Jante, *Begijn 796. 
Bibliothek van mnl. Letterkunde 
811. 

Winkelmann. Philipp von Schwa- 
ben und Otto IV. n. 480. 

Winteler. Rec. 88. 90. 

Winter, A. Walhalla 246. 

Winter. Rec. 783. 

Witte. ♦Neuags. pronomen 605. 

Witzschel. Beiträge zur deutschen 
mythologie 281. 

Wolff. Deutsche Ortsnamen in Sie- 
benbürgen 35. ♦grammat. und lexi- 
cal. bemerkungen zum siebenbürgi- 
schen 69. 94. 95. 

Wolfsgruber. Ausg. der bticher 
van der Navolginge Cristi 814. 

Wolter. Legende vom judenknaben 
450. 

Wood. Chaucer's Jnfluence upon 
Eing James I 694a. 

Waeste. ♦Aberglauben, gebrauche 
in Südwestfalen 303. ♦beitrage aus 
dem niederd. 725. ♦südwestfälische 
schelten 739. ♦kinderspiele 787. 
♦reime aus dem volksmunde 788. 

Wright. Generydes 697. 

Wülcker, Ernst. Hoch- und nie- 
derd. wb. 3- ♦kursächs. kanzlei- 
sprache 81. 



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230 



Autorenregister. 



Wülcker, R. P. Anglia 567. ♦aus 
engl, bibliotheken 700. ae. lese- 
buch 703. *ags. leben des Neot 
654. *bericlitigung 646. ♦nekro- 
log Leos 860. *nekrolog Thomas 
Wrights 869. Rec. 569. 622* 642. 
666. 672. 

ILanthippus. Spreu 468. 

Bacher. •Der weisen 458. •zur 
Basler Alexanderhs. 463. 

Z ahn , V n. •Friaulische Studien 20. 

Zarncke. •Zur Waltherfrage 477. 
*der graltempel 509. *priester Jo- 
hannes 847. 848. 

Zehetmayr. Wörterbuch 1. 

Zeissberg, von. •Totenbuch von 
Lilienfeld 21. •nekrolog von Renn 
22. 



Zettel Zum Parzival 523. 

Zeumer. Städtesteuem 232. 

Zezschwitz, G. von. Drama vom 
röm. kaisertum 849. 850. 

Zielke. Sir Orfeo 667. 

Ziemer. Das psychoL moment in 
der bildung syntactischer sprach- 
formen 77. 

Zimmer. Rec. 62. 

Zimmermann. •Mysterium des 
XIL jh. 851. 

Zingerle, J. V. Tirolische weis- 
tttmer 227. 

Zingerle, 0. •Fragmente aus Ru- 
dolfs weltchronik 504. •predigt- 
bmchstücke 546. 

Z up i t z a. Ausg. von Cynewulfs Elene 
647. •hs. der Ancren Riwle 663. 
zum Poema morale 664. Rec. 
264. 



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Sachregister. 



Adelheid Langmann 540. 
Adverbien s. grammatik. 
Agricola ndd. 761. 
Albrecht von Scharfenberg. 509. 

510. 
Alexander mnl. 819. Lamprechts 

A. s. Lamprecht. 
Alfred 649. dialoge 650. 651. 

pastoral 603. 604. proverbs 606. 
Älfric 652. 653. 654. 
Alphabet im ndd. 724. 
Altdänisch betonung 340. litera- 

turgeschichte 362. Wörterbuch 327. 
Altenglisch 634-659. s. englisch. 
Althochdeutsch 391-413. denk- 

mäler 398-412. glossen 391-393. 

metrik 396. 397. 399. syntax 394- 

395. 
Altnordisch s. nordisch. 
Altsächsisch 704-711. 
Altschwedisch. betonung340.gram- 

matik 837. 338. hofrecht 387. my- 

thologie 249. Yästgötalag 385. 

386. Wörterbuch 326. 
Am eis s. Stricker. 
Amis and Amilloun 685. 
Ancren Riwle 663. 702. 
Andreas ae. 645. s. auch Cyne- 

wulf. 
Angelsächsisch s. altenglisch. 
Anticlaudianus 839. 
Apollonius s. Heinrich von der 

Neustadt. 
Aquitanien s. Walther. 
Armer Heinrich s. Hartmann. 
Aue s. Hartmann 
Augsburg s. David u. 



Ava 421. 
Ayenbite 662. 



702. 



Babylon s. Sultan. 

Baiern 146. 

Barbour, Bruce 611. 

Barlaam und Josaphat, me. 671. 

Benedictinerregel, me. 679. 680. 

Beowulf 637-641. 701 

Bernhard, h. sprüche, me. 673. 

Berthold von Regensburg 550. 

Beves of Hamtoun 684. 

Bibel, englisch 629. 630. biblische 
bilder 422. 

Bibliographie, allgemein-germa- 
nische 873-876. englische 568. 
niederdeutsche drucke 726. 

Bildwerke s. kulturgeschichte. 

Biographie 852-869. 

Biskupa sögur 375. 

Blancefloer, Blauncheflur s. 
Floriz. 

Böhmische sagen s. sagen. 

Bracton 217. 

Brandaen 819. 

Brandenburger chronik 823. 

Brockes 771. 

Bruce s. Barbour 611. 

Buch der Natur s. Eonrad von 
Megenberg. 

Burana 826. 827. 



€. s. auch E. 
Csddmon 626. 
Garmina Burana 826. 
Gäsarfabeln 192. 
Cato, ae 655. 



827. 



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232 



Sachregister. 



Chaucer 689-695. 700. 701. 

Chronik, Brandenburger 823. Dali- 
mil 423. der deutschen städte 
534. ditmarsische 769 . englische 
659. livländische 824. Magde- 
burger 762. 823. Sachsenchronik 
648. weltchronik 504. west- 
sächsische 602. 

Clarus saga 380. 

Gonjugation s. grammatik 

Cuculus 829. 

Cur s. Verfassung. 

Cynewulf 644-647. 

»alimil 423. 

Dan Michel 606. 702. 

Dangkrotzheim s. Eonrad. 

Dänen 153. 

Dänisch s. altdänisch, sagen u. 17. 
352. 

David von Augsburg 537. 

Declination s. grammatik. 

Degrevant 701. 

Deutsch s. germanisch. 

Deutsche literaturgeschichte s. 
literaturgeschichte. 

Deutsche predigt s. predigt. 

Deutsche spräche s. grammatik. 

Dialekte, allgemeines 82. 83. 84. 
883. englische 616-620. mittel- 
deutsche 90-92. niederdeutsche 
718. 732-735. 737. 738. 777. 
778. 820. niederländische 806. 
810. oberdeutsche 85-89. ost- 
Mesische 820. Siebenbürgen 93-95 
Siegerland 825. 

Diericx 818. 

Dietrichs flucht 424. 

Ditmarsische chronik 769. 

Dortmunder stadtrecht 768. 

Drama, englisch 631. 632. vom rö- 
mischen kaisertum 849. 850. 

Droplaugar-sona-saga 366. 

Ecbasis 845. 

Edda 358, üederedda 354—357. 

prosaedda 362—365. 
Eilhart von Oberge 425. 426. 444. 
Elene s. Cynewulf. 
Ems s. Rudolf. 
Engelhard s. Konrad v. Würzburg. 



Englisch, altenglisch (angelsäch- 
sisch) 634—659. archaismen 614. 
bibel 629. 630. bibliographie 568. 
dialekte 616—620. drama 631. 
632. encyclopädie 563-565. 634. 
etymologie 597—601. 615. folk- 
lore 287. 570. 633. gesetze 217. 
grammatik 585 — 587, allgemeines 
588. 589, altenglisch 592—594, 
geschichte der spräche 580 -584, 
lautlehre 590. 591. 604. 608. 609. 
610—612, laut und flexionslehre 
602. 603. 606. 613 [?], pronomen 
605. kulturgeschichte 628. lite- 
raturgeschichte 622—625. 635. 
metrik 621. mittelenglisch 660— 
703. Sklaven 224. sprachproben 
656. 657. 674. 703. syntax, ae. 
595. 596, me. 607. Tristansage 
378. Volkslieder 627. Wörter- 
bücher, etymologische 576 — 579, ae. 
571. 572, me. 573. 575, lexicalische 
beitrage 574. Zeitschriften 566. 
567. 569. — s. auch sagen. 

Englishe policye 696. 

Erfurt s. Härtung. 

Eschenbach s. Wolfram. 

Esopet 818. 819. 

Etymologie s. grammatik und Wör- 
terbuch. 

E vangeli en s. Kanon, Kindheit Jesu. 

Exodus s. Genesis. 

Ezzoleich 400. 401. 

F. 8. auch V. 
Facetus, mnd. 741. 
Fehde s. kulturgeschichte. 
Ferguut 818. 
Ferumbras 675. 
Fideicommisse s. recht. 
Findlinge, mnd. 740. 
Finnboga saga 371. 
Flandrijs 818. 
Flexionslehre s. grammatik. 
Flooventsage 263. 
Floriz and Blauncheflur, englisch 

701. Floris und Blancefloer, nl. 

811. 
Folk-lore 287. 570. 633. 
Fornsögur Sudrlanda 381. 
Franken 214—216. 237. 



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Sachregister. 



233 



Fränkisch, mfrk. 465. 60. 

Freiberg s. Heinrieh. 

Freiburg s. Verfassung. 

Freidank 430. 

Fridthjofs saga 372. 373. 

Friedrich von Hausen 470. 

Friesen 150—152. 

Friesisch 791—793, ostfriesische 
-mundart 820. ostfriesisches Wör- 
terbuch 791. spräche und litera- 
tur 792. wetten 793. 

Freundschaftssage s. Konrad von 
Würzburg und Amis and Amilloun. 

Frouwenklage 513. 

Fußesbrunnen s. Konrad. 

«alater 139. 

Gasteiner sagen s. sagen. 

Gawain s. Golagrus. 

Gebet, althochdeutsche anweisung 
zum gebet 405. mittelhochdeut- 
sches an die Maria 428. mittel- 
niederdeutsch 742. 

Geiler von Kaisersberg 538. 

Geiplur, Geipatättur 382. 

Generydes 697. 

Genesis und Exodus, englisch 702. 

Gerhard von Minden 743—745. 

Gerichtsverfahren s. recht. 

Germanische Völker, abstammung 
134. Staatenbildung 137. städte- 
gründung 192. urzeit 132. 133. 
147—149. 155. 248. 884. Wohn- 
sitze 135. 136. 141—145. 153. 
157. — geographie von Deutschland 
159—185. — einzelne stamme: 
Baiem 146. Dänen 153. Franken 
214—216.237. Friesen 150— 152. 
Galater 139. Goten 138. 155. 252. 
Herminones 250. Ingvaeones 250. 
Istvaeones 250. Nervier 19. 137. nor- 
dische 156, in Amerika 158. Nor- 
mannen 153». 154. Sachsen 221. 
Sugambem 140. Teutonen 19. 
Treverer 19. 137. — 

Gervinus, biographie 852. 

Geschichte der germanischen Phi- 
lologie 852—885. 

Gesta Romanorum 688. 

Glossen, althochdeutsche 391—393. 
altsächsische 704. 705. 



Golagrus und Gawain 699. 
Golias 826. 

Gormund und Isembard 265. 
Gospel, St. John, ae. 643. 
Goten 138. 155. 252. 
Gotfrid von Neifen 474. 
Gotfrid von Straßburg 190. 431 

bis 436. 
Gotisch 310—320. conjecturen 

316. grammatik 310— 312a. hand- 

schriften 319. 320. runen 313. 347. 

ülfilas 155. 314. 315. 317. 318. 
Göttername s. namen. 
Gottesfreunde 535. 539. 
Grafenberg s. Wirnt. 
Grdgäs 384. 
Gral 266. 267. 509. 
Grammatik, Ursprung der spräche 

49. allgemein-vergleichende gr. 43. 
44. 57. 58. geschichte der deut- 
schen spräche 62, der englischen 
580—584, der friesischen 792, der 
schwedischen 337. allgemeines über 
die deutsche spräche 45. 48. 63. 
79. 80. 81, über die englische 
spräche 588. 589. vermischtes 65. 
lehrbücherdes nordischen 329. 330, 
mhd. 418. 419. 420, englischen 585 
bis 587, ae. 592—594. Wortbildung 
53. etymologie 64, englisch 598 
bis 601. 615, s. auch Wörter- 
bücher. — 5/ lautlehre, allgemeine 

46. 51. 52. 54. 55. 59. 60. 65. 69. 
82. 83, nordische 331, englische 
591. 604. 608. 609—611. vokale 

47. 61, englische 590: 612, ndd. 
717.722. consonanten 60. 67, go- 
tische 312. 31 2a, schwedische 339, 
ndd. 720, mfrk. 60. — laut und 
flexionslehre, englisch 602. 603. 
606. 613 [?]. — flexionslehre, nord. 
338; declination 51. 66; coujugation 

50. 51. 56, nord. 65. 336, englisch 
597; pronomen, engl. 605, mnl. 68. 
819; numeralia 51. präpositionen, 
got. 310. adverbien, got. 311. — 
s. auch syntax. 

Grat er, briefe 853. 856. 
Grettisaga 640. 

Grimm, briefe 854. 856. kleinere 
Schriften 855. 



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234 



SachregiBter. 



Grandbesitz s. verfassnng. 
Gnll-^oris-saga 367. 
Gntenburg s. Ulrich. 
Guy von Warwick 264. 
Gylfaginniiig 364. 

Kamtoan s. Beves. 
Handschriften 205. 319. 320. 332. 

636. 700. 877—881. 
Hartmann von Aue 437--441. 533. 
Härtung von Erfurt 536. 
Hättatal 365. 

Haupt, Moriz. biographie 857. 858. 
Hausen s. Friedrich 
Heerwesen s. kulturgeschichte. 
Heiligencult s. kulturgeschichte. 
Heinrich von Freiberg 443. 444. 
Heinrich der löwe 442. 
Heinrich von Morungen 471. 472. 
Heinrich von der Neustadt 445. 
Heinrich von dem Türlln 446. 
Heinzelin von Konstanz 447« 
Heldenbuch 448. 
Heldensage 424. s. auch Eudrun 

Nibelungen Bosengarten. 
Heliaüd 706—711. 
Helmbrecht 515. 516. 
Hemmingstedt, caimen auf die 

Schlacht bei, 748. 
Henselin 746. 747. 
Herbert de Losinga 628. 
Herminones 250. 
Herrand von Wildonie 449. 
Hesse von Einach 475. 
Hildebrandslied 398. 403. 
Hochdeutsch s. ahd. mhd. gram- 

matik. 
Höfisches leben s. kulturgeschichte. 
Hofrecht, altschwedisch 387. 
Homilien, englisch 654. 701. 702. 
Hymnen, lateinisch 837. 

Ilias, mhd. 859. 

Illustrationen s. kulturgeschichte. 

Ingvaeones 250. 

Inschriften 209. 

Irmin und seine Brüder 250. 

Isembard s. Gormund. 

Island, bailaden 389. beschreibung 

358. 390. Volkslieder 388. s. auch 

nordisch. 



Istvaeones 250. 
Isumbras 677. 
Iwein s. Hartmann. 

jactantiam, contra 838. 
Johannes s. Heinzelin v. Eonstanz. 
Johannes, priester 847. 848. 
Johannes s. Rothe. 
Johannis Offenbarung, mnl. 817. 
Josaphat s. Barlaam 671. 
Jüdel, Judenknabe 450. 
Jüngstes gericht 296. 

M. s. auch C. 

Eaisersberg 538. 

Eanon euangeliorum 832. 

Earl der groBe s. sagen. 

Earolinger, lateinische gedichte 
aus ihrer zeit 828. 830. 

Eatharina 429. 

Eempensis s. Thomas. 

Eero 392. 

Eindheit Jesus. Eonrad von Fußes- 
brunnen und 669. 670. 

Eirchenlied 128. 

Eluchtspel 812. 

Eonge-krenike 377. 

Eönig vom Odenwalde 451. 

Eonrad Dangkrotzheim 454. 455. 

Eonrad von FuBesbrunnen 456. 

Eonrad von Megenberg 457. 

Eonrad, der pfaffe 452. 453. 533. 

Eonrad, priester 544. 

Eonrad von Würzburg 262. 458. 

Eonstanz s. Heinzelin. 

Eorner 764. 

Eörper und seele, me. 672. 

Eriegswesen 195. 196. 

Erone s. Heinrich v. d. Türlin. 

Eudrun 269. 459. 460. 

Eulturgeschichte, allgemeine 
deutsche 186. 187. 193. englische 
628. büdwerke 196. 206. 207. 208. 
fehde 222. heerwesen 223. heiligen- 
cult 188. höfisches leben 190. 191. 
197. Illustrationen 205. inschrif- 
ten 209. kriegswesen 195. 196. 
leibesübungen 204. lesekunst 212. 
musik 200—202, englische 627. 
Pädagogik 189. rin^eld 194. 
Schrift 210. 211. tanz 203. Ver- 
lobung 220. wein 198. 199. 



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Sachregister. 



285 



liachmann, mhd. Uias 859. 

Ländername s. namen. 

Lagamon 621. 

Langmann b. Adelheid 540. 

Lamprecht 461--464. 

Latein 826—851. 

Lauremberg 770. 

L aar in 262. 

Lautlehre s. grammatik. 

Lebensregeln, lat. 833. 

Legendär, mittelfränkisch 465. 

Legenden allgemeines 1 30. ae. 654. 
Jndenknabe 450. jüngstes gericht 
296. Katharinenlegende 429. kind- 
heit Jesu 456. 669. 670. Marga- 
retenlegende 487. Marienlegende 
427. me. 666. 668—670. 701. 
702. pseudo-evangelien 297. 

Leibesübungen 204. 

Leifar fomra kristinna frceda is- 
lenzkra 376. 

Leo, nekrolog 860. 861. 

Lesekunst 312. 

Lex salica s. recht. 

Libell of Englishe policye 696. 

Lied, mnd. 748—752. 

Liederdichter s. lyrik. 

Literaturblatt 882. 

Literaturgeschichte, dänische 

352. — deutsche: auswählen und 
erläuterungen fOr schulen 96. 98. 
101. 102. 108. 125, iUustrirte 107. 
110. lehr- und Schulbücher 97. 99. 
100. 103—106. 109. 111—115. 
117 bis 121. 124, wissenschaftliche 
116. 122. 123. — engUsche 622— 
625. friesische 792. niederländische 
807 bis 809. nordische 351. 352. 

353. 374. 

Livlands rechtsbücher 765. Livlän- 
dische reimchronik 824. 

Long Life 681. 

Lorreinen 818. 

Lorscher rätsei 834. 

Losinga 628. 

Lübeck s. sagen. 

Ludwigslied 402. 403. 

Lyrik, mittelhochdeutsche466— 486. 
auswahl466. Sammlung 467. Frie- 
drich von Hausen 470. Gotfrid 
von Neifen 474. Hartmann von 



Aue s. Hartmann. Heinrich von 
Morungen 471. 472. Hesse von 
Binach 475. Mamer 473. ükich 
von Gutenbui^ 469. Walther von 
der Vogelweide 476—486. Wal- 
thers Nachahmer 486. Wolfram 
von Eschenbach s. Wolfram. 

lEaerlant 813. 

Magdeburger Chronik 762. 823. 

Märchen s. sagen. 

Margaretenlegende 487. 

Maria 427. 428. Marienklage, me. 
672. 

Mamer 473. 

Mass Book 665. 

Mäuseturm s. sagen. 

Megenberg s. Konrad 457. 

Meier Hebnbrecht 515. 516. 

Meistergesang 487. 

Meklenburg s. sagen. 

Memento mori 400. 401. 

Merseburger sprüche 399. 403. 

Metrik, allgemeines 78. althoch- 
deutsche 396. 397. englische 621. 
lateinische 837. niederdeutsche be- 
tonung723. nordische metrik 365. 
370. 399. Skaldenmetrik 342. 343. 

Michel s. Dan. 

Minden s. Gerhard. 

Ministerialen s. Verfassung. 

Minnenloep 818. 

Minnesinger s. lyrik. 

Mittelenglisch, s. englisch. 

Mittelfränkisch s. fränkisch. 

Mittelhochdeutsch, denkmäler. 
poetische 421 — 533, prosa 534 
bis 562. grammatik 418—420. le- 
xikalisches 416. 417. Wörterbücher 
414. 415. 

Mittelniederdeutsch s. nieder- 
deutsch. 

Mittelniederländisch s. nieder- 
ländisch. 

Monatsname s. namen. 

Morolf s. Salomo. 

Morungen s. Heinrich. 

Möttulssaga 379. 

Mühlenlied 749. 

Münstersche lateinische gramma- 
tik, ndd. 763. 



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236 



Sachregister. 



Musik s. knlturgeschichte. 

Mysterium 851. 

Mystik 535-542, Adelheid Lang- 
mann 540. David von Augsburg 
537. Geiler von Kaisersberg 538. 
gottesfreunde 535. 539. Härtung 
von Erfurt 536. Tauler 535. 

Mythologie, populäre 241. 242. 
245. 246. 256. mssenschaftliche 
243. 244. Untersuchungen zur 
mythologie 248-255. 267-262. 641. 

Mamen, 19-42. göttemame 251. 252. 
monatsname 42. ländemame 40. 
orts- und ländemame 24. 41. Orts- 
name 23. 28-32. 35-39. 171. orts- 
und Personenname 20. 27. 34. 
Personenname 21. 22. 26. 33. 
volksname 19. 250. — altsächsisch 
33. englisch 658. 659. nordisch 
328. 

Namenbuch s. Konrad Dangkrotz- 
heim. 

Nassau s. sagen. 

Nativität 543. 

Navolging Cristi 814. 815. 

Nebelsagen s. sagen. 

Neifen s. Gotfrid. 

Neot 654. 

Nervier 19. 137. 

Neustadt s. Heinrich. 

Njälssaga 368-370. 

Nibelungen 258-262. 489-499. 533. 

Niclas von Wyle 500. 

Niederdeutsch, 712-778. allge- 
memes 712-713. aLphabet 724. 
betonung 723. bibliographisches 
726. dialekte 718. 732-735. 737. 
738. granunatik 717. 720. 722. 
mndd. dichtung 740-760. mnd. 
prosa 761-769. neundd. dichtung 
770 bis 778. mnd. Wörterbuch 714. 
715. plattd. Wörterbuch 727. 728. 
736. lexicalische beitrage 716. 719. 
721. 725. 729-731. 739. 

Niederländisch, denkmäler 811- 
819. dialekte 806. 810. Uteratur- 
geschichte 807-809. sog. mnl. 
osterspiel 821. syntax 804. 805. 
Wörterbuch 794. 795. lexicalische 
beitrage 796-803. 



Niederrheinisch 822^ 

Nordisch, betonung 340. 341. 
grammatik 65. 329-331. 333-336. 
handschrifb 332. lesebuch 359-36 1 . 
literaturgeschichte 351-353. 374. 
metrik 365. 370. 399. mytho- 
logie 244. 249. 253-255. namen 
328. recht 218. runen 344-346. 
348-350. Skaldenmetrik 342. 343. 
verein für herausgäbe alter nor- 
discher literatur 885. Wörterbuch 
322, isländ. Wörterbuch 321, ety- 
mologische beitrage 323-325. — 
Biskupa sögur 375. Glarus saga 

380. Droplaugar-sona-saga 366. 
Edda 358, Uederedda 354-357, 
prosaedda 362-365. Finnboga- 
saga 371. Fomsögur Sudrlanda 

381. Fridthjofs-saga 372. 373. 
Gdplur, Geipatättur 382. Grägds 
384. Gull-.poris-saga 367. Lei- 
far fomra kristinna froeda islenz- 
kra 376. Möttulssaga 379. Njdls- 
saga 368-370. Noms^ests})attr 362. 
Noi^s Konge-krenike 377. Schiff 
und regenbogen 383. Sturlunga« 
saga 374. Tristansaga 378. 379. 
Yölsimgasaga 362. — s. auch Is- 
land und 156. 158. 

Normannen 153a. 154. 
NornagestsJ>attr 362. 
Norwegische sagen s. sagen. 
Notker 400. 401. 406. 407. 
Numeralia s. grammatik. 

Oberge b. Eilhart. 
Odenwald s. König. 
Odo de Oiringtonia 843. 
Offenbarung Johannis, mnl. 817. 
Orendel 501. 
Ormulum 660. 661. 
Orpheus, me. 667. 
Orthographie der dialecte 82. 83. 
Ortsname s. namen. 
Osterfeier, lat. 127. 851. 
Osterspiel, sog. mnl. 821, 
Ostfriesisch s. Mesisch. 
Otfrid 408-411. 
Otto mit dem harte s. Konrad von 

Würzburg. 
Oudemans 818. 



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Sachregister. 



237 



Pädagogik s. kultorgeschichte. 
Palladius 698. 
Paradies s. sagen. 
Parthenopier, mnl. 819. 
Parzival s. Wolfram. 
Personenname s. namen. 
Pflanzensagen s. sagen. 
Pforte s. Verfassung. 
Philologenversammlung, deut- 
sche 870. nordische 871. 
Piers Plowman 682. 
Poema morale 664. 
Präpositionen s. grammatik. 
Predigt, deutsche 129. 544-549. 
Pronomen s. grammatik. 
Psalter, ae. glossen 700. 
Pseudoevangelien 297. 

Rätische sagen s. sagen. 

Recht, allgemeines 248. Dortmunder 
stadtrecht 768. englische gesetze 
217. fehde 222. fideicommisse 
238. fränkisches recht 237, volks- 
recht 214-216. friesische wetten 
793. deutsches gerichtsverfahren 
213. Livlands rechtsbücher 765. 
nordisches recht 218. Sachsenspiegel 
766. sächsisches recht 221, lex 
salica 214-216. sklaven224. straf- 
process 219. Verlobung 220. weis- 
tümer 225-228. 

Rechtsbücher Livlands 765. 

Regenbogen s. schiff. 

Regensburg s. Berthold. 

Reimchronik, livländische 824. 

Reinaert 818. 

Reineke der fuchs 753. 

Reisesegen s. Weingarten. 

Reuter 772-775. 

Rhein s. sagen. 

Rinach s. Hesse. 

Rinclus 819. 

Ringgeld 194. 

Roland, me. 676. des pfaffen Kon- 
rad 452. 453. 

Römisches kaisertum, drama. 849. 
850. 

Romulus 842. 

Rose, mnl. 819. 

Rosengarten 502. 

Rote kaiser s. meistergesang. 



Rothe, Johannes 503. 
Rudolf von Ems 504. 505. 
Runen 313. 344-350. 
Runenlied 642. 
Ruusbroec 818. 

Sachsen 221. 

Sachsenchronik 648. 

Sachsenspiegel 766. 

Sächsisch s. altsächsisch. sächsi- 
sches recht s. recht. 

Saga s. nordisch. 

Sagen, allgemeines 268. 270. 278. 
289. 290. Böhmen 273. Brocken 
299. Cäsarfabeln 192. dänische 
sagen 282. englische 283. 284. 
287. Gastein 280. Karl der 
große 293. 382. Lübeck 271. 
märchen 276. 277. mäuseturm 
2a2. Meklenburg 269. Nassau 
272. nebelsagen 286. norwegische 
sagen 288. paradies 295. pflanzen 
285. rätische sagen 294. Rhein 
279. Salzburg 274. Schlaraffenland 
298. schwedische sagen 291. 
Thüringen 281. tierfabel 300. 844. 
tiersage 841. 845. Walther von 
Aquitanien 840. 

Salica, lex, s. recht. 

Salomo und Morolf 207. 

Salzburg, s. sagen. 

Scandinavische sprachen 321 
bis 390. 

Scharfenberg s. Albrecht. 

Schauspiel 126. 127. 

Scheirer rythmus 836. 

Schiff und regenbogen 383. 

Schlaraffenland s. sagen. 

Schorham s. William. 

Schrift s. kulturgeschichte. 

Schröder ditmarsische chronik 769. 

Schulpoesie, lat. 835. 

Schwab'enspiegel 550. 

Schwank, me. 686. 687. 

Schwedisch s. altschwedisch u. 291. 

Secundus 506. 

Seebuch 767. 

Segen, 309. deutsche 306—308. 551. 
552. s. auch Weingarten. 

Sele cranz 507. 

Siebenbürgische dialekte 93 —95, 



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238 



Sachregister. 



Siegerländer mimdart 825. 

Skalden 342. 343. 

Sklaven 224. 

Snorre Sturleson353. 362. 363. 365. 
377. 

Spenser 614. 

Spiegel historiael 813. 

Sprache, nrsprang der 49. s. gram- 
matik. 

Sprachprohen (lesebücher Chresto- 
mathien) deutsche 98. 10^. 108. 
125, altdeutsche 131, mhd. lyri- 
ker 466. 486. englische 656. 657. 
674. 703. nordische 359—361. 

Sprichwörter 14—18. 

Spruch, mndd. 754—757. mnl. 
816. 

Staatenbildung, germanische 137. 

Stadtrecht von Dortmund 768. 

Städtegründung, deutsche 192. 

Städtesteuern s. Verfassung. 

Steinbuch s. Yolmar. 

Stoke 818. 

Störtebekerlied 750. 

Strafprocess 219. 

Straßburg s. Gotfrid und Verfassung. 

Stricker 508. 

Sturleson s. Snorre. 

Sturlunga-saga 374. 

Sugambern 140. 

Sultan von Babylon 678. 

Syntax, deutsche 70—73. 75—77, 
ahd. 394. 395, mhd. 74. 482. ae. 
595. 596, me. 607. gotische 310. 
altsächsische 706. 707. niederlän- 
dische 804. 805* 

Tauler 535. 

Teutonen 19. 

Theodofridus 831. 

Theophilus 758. 

Thomas Kempensis 814. 815. 

Thüringen s. sagen. 

Tierbilder 844. 

Tierfabeln 300. 844. 

Tiersage 841. 845. 

Titurel, Wolframs T. s. Wolfram. 

der jüngere 509. 510. 
Tomaschek, nekrolog 862. 863. 
Totentanz 759. 
Treverer 19. 137. 



Tristan, deutsch 190. 425. 426. 

431—436. 443. 444. englisch 378. 

nordisch 378, 379. 
Türlln s. Heinrich. 
Turris maledicta 818. 

ITlfilas 155. 314. 315. 317. 318. 
Ulrich von Gutenburg 469. 
Ulrich von Türheim 444. 
Urkunden, deutsche 236.449.553 

bis 562. 
Urzeit, deutsche 132. 133. 147—149. 

155. 248. 884. 

V. s. auch F. u. W. 

Yästgötalag 385. 386. 

Velthem 818. 

Verein für erforschung niederdeut- 
scher spräche und literatur 713, — 
für herausgäbe alter nordischer li- 
teratur 885. 

Verfassung, allgemeineverfassungs- 
geschichte 229. 230. fideicommisse 
238. grundbesitz 239. 240. ministe- 
rialen 223. 8tädtesteuem232. Zunft- 
ordnungen 233. zunftwesen231. 234. 
236. — Augsburg 235. Cur 231. 
Freiburg 233. Pforte 237. Straß- 
burg 236. 

Verlobung 220. 

Veterbuch 511. 

Vilmar, biographie 864. 

Vogelweide s. Walther. 

Volks epos 8. heldensage. 

Volksgebräuche 287. 303—305, 
570. 633. 

Volksglauben 288—290. 301 — 
304. 543. 570. 633. 

Volkslieder, allgemeines 627. is- 
ländische 388. norddeutsche 779 
bis 790. 

Volksname s. namen. 

Volmar 512. 

Völsungasaga 362. 

IW. B. auch V. 

Wackernagel, Ph. biographie 865. 
Walther von Aquitanien 840. 
Walther von der Vogelweide 197. 
476 — 486. seme nachahmer 486. 
Wapene Rogier 819. 



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Sachregister. 



239 



Warwick s. Guy. 

Weigand, biographie 866. 

Wein s. Imlturgeschichte. 

Weingartner reisesegen 404. 

Weistümer 225—228. 

Weltchronik 504. 

Wernher, bruder 5l4, 

Wernher der gartensere 515. 516. 

Westsächsische Chronik 602. 

Wetten, friesische 793. 

Wigalols s. Wimt von Grafenberg. 

Wigamur 517. 518. 

Wildonie s. Herrand. 

Willehalm s. Wolfram. 

William von Schorham 683. 

Williram 412. 313. 

Wimt von Grafenberg 519. 

Woeste, nekrolog 867. 868. 

Wolfram von Eschenbach520— 531. 
8. auch Gral. 

Wörterbücher, allgemein- verglei- 
chendes 1. altdänisch 327. deut- 
sche 2 — 4, ahd. s. glossen und 
Otfrid, mhd. 414. 415. mndd. 714. 
715, plattd. 727. 728. englisch 



576—579, ae. 571. 572, me. 573. 
575.friesisch791. isländisch 321. nie- 
derländisch 794. 795. nordisch 322. 
altschwedisch 326. — lexicalische 
beitrage: deutsche 5 — 13, mhd. 
416. 417, as. 704. 705, ndd. 716. 
719. 721. 724. 725. 729—731. 
739, niederrheinische 822. englische 
574. 658, etymologien 597—601. 
615, friesische 793. niederländi- 
sche 796—803. nordische 323 
bis 325. 

Wright, nekrolog 869. 

Würzburg s. Konrad. 

Wyle s. Niclas. 

Xantener heberegister 822. 

Zunftordnungen, Zunftwesen s. 

Verfassung. 
Zürich, das alte 872. 
Zwei kaufleute 532. 
Zwiegespräch zwischen leben und 

tod 760. 



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Berichtigimgeii. 

no. 49 z. 1 ist deutschen zu tilgen. — no. 222 z. 6 1. unruhigen. - 
no. 269 letzte z. 1. Lit. chl 1428—29. — no. 287 z. 1 English. - 
no. 385 z. 2 Norreen. — no. &76 z. 1 Schleich. — vor no. 686 ist 
Schwank zu setzen. — vorno. 698Palladius. — no. 702 z. 1 Stratmann. 

die laufenden nummern sind falsch hei 415. 467. 643. 

im autorenregister ist nachzutragen: s. 218 Bechstein. Ausgabe des 
Tristan 443. — s. 219 Bernhardt. Ausgabe des Ulfilas 315. — s. 223 
Knod. Gotfrid von Neifen 474. — s. 224 Lambel. Volmars Steinbuch 512. 



Berlinflr Buchdrnckerei-Actien-Gesellschaft 
Setzeniinea<Schole des Ltttte-Yereins. 



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